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Schüler wirft Lehrerin Handgranaten-Attrappe vor die Füße und ruft „Allahu akbar“ – Urteil: Arbeitsstunden und eine Strafarbeit

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DÜSSELDORF. Ob das Gericht mögliche Gesundheitsfolgen für die betroffene Lehrerin bedacht hat? Ein marokkanischer Schüler hatte ihr nämlich auf dem Schulhof in Düsseldorf eine täuschend echt aussehende Handgranaten-Attrappe vor die Füße geworfen und dabei auch noch ausgerufen: „Allahu akbar“ (Gott ist groß). Der vermeintliche islamistische Terroranschlag entpuppte sich als äußerst übler Scherz – wofür der 15-Jährige heute vor Gericht die Quittung erhielt. Eine vergleichsweise milde: 20 Arbeitsstunden – und eine Strafarbeit.

Handgranaten-Atrappen lassen sich im Internet für kleines Geld und ohne Altersbeschränkung bestellen – warum eigentlich? Screenshot

Das sieben Zentimeter große Plastik-Modell einer Handgranate hatte der Schüler in der Pause ohne Vorwarnung gezückt und damit sowohl die Lehrerin wie auch etliche Mitschüler in Todesangst versetzt – ein zweifellos traumatisches Erlebnis angesichts der Terroranschläge in jüngster Zeit. Die Schulleitung zeigte sich deshalb auch „not amused“ und alarmierte umgehend die Polizei. Wegen „Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten“ saß der Junge nun aufgrund seines jugendlichen Alters in nicht-öffentlicher Sitzung vor dem Amtsgericht, eine Anklage, die Erwachsenen bis zu drei Jahre Haft einbringen kann.

Die Arbeitsstunden muss der nicht vorbestrafte Schüler binnen vier Wochen beim Projekt „Gelbe Karte” für junge Ersttäter ableisten. Dabei werden auffällige Jugendliche, die mit kleineren Delikten wie Taschendiebstahl oder Schwarzfahren mit der Justiz in Kontakt kamen, an einen Tisch mit Staatsanwälten und Polizisten gesetzt. Die machen klar, wohin eine kriminelle Karriere führen kann: Gefängnis und Perspektivlosigkeit. Darüber hinaus machte der Richter dem Schüler die Auflage, einen dreiseitigen Aufsatz zu schreiben: „Warum man auch mit Spielzeugwaffen keine Scherze machen darf”.

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Ob das reicht? Vor Gericht jedenfalls beteuerte der 15-Jährige laut Medienberichten, dass er keine islamistischen Motive habe und nur einen Scherz machen wollte. Youtube-Videos hätten ihn auf die Idee gebracht und Mitschüler in seinem Vorhaben bestärkt. „Das Gericht hat dem Jugendlichen klargemacht, wie gefährlich es ist, solche Scherze zu machen”, erklärte ein Gerichtssprecher laut “Bild”-Zeitung. Der Schüler sei sichtlich betroffen und beeindruckt gewesen: „Ihm ist inzwischen sehr klar, dass das eine ganz schlechte Idee war.“ Die Schule beließ es bei einer Klassenkonferenz. News4teachers

Zum Bericht: Terror-Drohung gegen mindestens neun Braunschweiger Schulen – 7.000 Schüler evakuiert, Polizei gibt Entwarnung

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