Handschreiben im Zeitalter der Digitalisierung – Internationales Symposium widmet sich neuesten Entwicklungen

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DARMSTADT. Handschreiben und digitale Technik – keineswegs ein Widerspruch, wie die Entwicklung etwa von digitalen Stiften zeigt, die Handschrift in Textdateien umwandeln. Andererseits gibt es international Bestrebungen, die Handschrift in der Schule zunehmend durch getippte Buchstaben zu ersetzen. Wohin geht die Entwicklung? Ein Kongress in der TU Darmstadt wirft darauf ein Schlaglicht.

Eine schlechte Stifthaltung sieht dann etwa so aus. Foto: Jamie / flickr (CC BY 2.0)
Eine schlechte Stifthaltung sieht dann etwa so aus. Foto: Jamie / flickr (CC BY 2.0)

Das diesjährige „2. International Symposium on Handwriting Skills 2017“ des Schreibmotorik Instituts, Heroldsberg, in Kooperation mit dem Institut für Arbeitswissenschaft (IAD) der Technischen Universität Darmstadt legt den inhaltlichen Fokus auf die Bündelung internationaler Erfahrungen zum Thema Handschreiben im Kontext der Digitalisierung. Ziel ist es, die neuesten Forschungsergebnisse im Bereich des Handschreibens sowie bewährte Modellprojekte aus der Praxis in einem internationalen Rahmen zu diskutieren. Die vorhandenen Lücken in Forschung und Praxis sollen geschlossen werden. Termin der Veranstaltung: 10. November 2017.

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„Die Tastatur ist ein großer Segen“? Von wegen – Lasst den Kindern bloß das Handschreiben!

Das Symposium im Gästehaus der Technischen Universität Darmstadt richtet sich an Wissenschaftler/-innen aus Schreibmotorik, Neurowissenschaft, Sport- und Bewegungswissenschaft, (Ergo-)Therapie, Medizin, Entwicklungspsychologie, Ergonomie bzw. Arbeitswissenschaft, (Grundschul-)Pädagogik sowie Vertreter/-innen der Lehrkräftefortbildung, Kultusministerien und Schulen. Es ist eine Vernetzungsplattform, die den Wissenstransfer zwischen Akteuren aus Wissenschaft, Bildung, Gesundheit und Politik aus acht europäischen Ländern bislang erfolgreich ermöglicht.

Prof. Dr. Gerald Lembke, Professor für digitale Medien, DHBW Mannheim, wird in seinem Auftaktvortrag über Chancen und Risiken digitaler Bildung sprechen. Prof. Dr. Ruud van der Weel, Professor für Kognitionspsychologie, Norwegian University of Science & Technology, Norwegen referiert unter dem Titel: „Nur drei Finger halten den Stift beim Schreiben – doch das gesamte Gehirn arbeitet“. Dr. Christian Marquardt, Wissenschaftlicher Beirat des Schreibmotorik Instituts, wird die „KompetenzSpinne“ vorstellen, ein neues Screeningverfahren zur Erhebung schreibmotorischer Kompetenzen. Das gesamte Programm ist unter www.schreibmotorik-institut.com/index.php/de/Programm abrufbar.

Anmeldungen zum Symposium sind bis zum 25. Juli 2017 möglich (www.schreibmotorik-institut.com/index.php/de/anmeldung). Das „2. International Symposium on Handwriting Skills 2017“ wurde von der Hessischen Lehrkräfteakademie akkreditiert. Weiterhin wurde das Symposium als Lehrkräftefortbildung für Bayern aufgenommen. Teilnehmern wird eine Simultanübersetzung angeboten. Ein Get-together für alle Teilnehmer findet bereits am Donnerstagabend statt. Interessierte können sich sehr gerne am Samstag einer gemeinsamen Stadtführung anschließen. Das Internationale Symposium ist ein Projekt der Aktion Handschreiben 2020, einer gemeinsamen Inititative des Schreibmotorik Instituts sowie des Didacta Verbands der Bildungswirtschaft.

Second International Symposium on Handwriting Skills 2017

Freitag, 10. November 2017, 9 bis 18 Uhr
Georg Christoph Lichtenberg-Haus
Dieburger Straße 241
64287 Darmstadt

Donnerstag 09. November 2017:
Offizielles Get-together für alle TeilnehmerAbendessen um 19 Uhr im Herrngartencafe,
Schleiermacherstraße 29,
64283 Darmstadt

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1 KOMMENTAR

  1. Der Schüler hält den Stift wie einen Keil in der Hand, passend zur erzeugten Schrift.
    Mit dieser Stifthaltung und dem zugeordneten Medium einer Druckschrift gelingt niemals die eigenständige Entwicklung einer verbundenen Schreibschrift.
    Warum hat da niemand interveniert?
    Wartet man da auch darauf, dass er irgendwann den Stift anders hält ?
    Wie soll es einem Schülern gelingen, ein individuelles Schriftbild zu erzeugen, dass unverwechselbar seiner Individualität und Kreativität Ausdruck verleiht?
    Wie soll sich bei einem derartigen Schriftbild Freude am Schreiben entwickeln ?
    Die Druckschrift erzeugt, wenn überhaupt lesbare , dann einheitliche Schriftsequenzen, die eben nur eine sich einander annähernde Einheitschrift darstellt, ohne eine individuelle Ausprägung des Schriftbildes.
    Gleichzeitig unterbleibt eine feinmotorische Schulung der motorischen Bewegungskoordination, die uns in die Lage versetzt, das Zeichnen zu erlernen.
    Wieviel an Kulturtechnik dieser Jugend verloren gegangen ist, vermag niemand beantworten zu können. Kinder, denen in der Grundschule vorgefertigte Schablonen für Fische, Vögel und andere Tiere vorgesetzt werden, wird die Möglichkeit entzogen, ihrer Kreativität selbst Ausdruck zu verleihen.
    Oh, wie liebe ich diese Bilderstürmer der Schulpädagogik, die alles über Bord warfen, mit unsäglich langen Kommentaren sich zu rechtfertigen suchen, nimmer müde alles schön zu reden, Misserfolge den Opfern ihrer perfiden Pädagogik zuzuschreiben, denen es an feinmotorischer Entwicklungsfähigkeit fehlen soll, immer rezitierend , um es dann irgendwann auch noch selbst zu glauben, weil nicht sein kann, was nicht sein darf.

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