Ausstellung “Blutiges Gold”: Bildungsministerin wirbt für Geschichtsunterricht im Museum

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SCHWERIN. Eine Sonderausstellung zur Bronzezeit gewährt im Archäologischen Freilichtmuseum in Groß Raden Einblicke in eine über 3000 Jahre zurückliegende Epoche. Nach Ansicht von Mecklenburg-Vorpommerns Bildungsministerin Hesse eine Gelegenheit für Unterricht einmal anders. Die Schau ist bis September 2018 zu sehen.

Das Plakat zur Ausstellung. Screenshot

Geschichte heimatnah und anschaulich: Bildungsministerin Birgit Hesse (SPD) hat die Fachlehrer an den Schulen in Mecklenburg-Vorpommern ermuntert, die aktuelle Sonderausstellung «Blutiges Gold» im Archäologischen Freilichtmuseum in Groß Raden bei Sternberg (Landkreis Ludwigslust-Parchim) für den Unterricht zu nutzen. In der Ausstellung gebe es viel zu entdecken, einige der wertvollsten archäologischen Schätze des Landes seien dort zu sehen. «Noch wertvoller als das Gold sind aber die Einsichten in die Bronzezeit, die sie uns gewähren: So zeugen sie von ungeahnt gewalttätigen Auseinandersetzungen und von den frühzeitlichen Vorläufern der Globalisierung», erklärte Hesse.

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In der Schau «Blutiges Gold – Macht und Gewalt in der Bronzezeit» werden Fundstücke vom ältesten bekannten Schlachtfeld Europas gezeigt. Die Schlacht habe sich etwa um 1250 vor Christus zugetragen, wie Mecklenburg-Vorpommerns Landesarchäologe Detlef Jantzen sagte. Die Grabungsstelle im Tollense-Tal nördlich von Neubrandenburg wird seit 2009 im Rahmen eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projektes erforscht. Obwohl erst etwa zehn Prozent des Areals untersucht seien, wurden laut Jantzen Gebeine von mehr als 130 zumeist jungen Männern gefunden, außerdem zahlreiche Waffen sowie Ringe aus Gold und Zinn.

Zu der Sonderausstellung hat nach Angaben von Ministerin Hesse das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege jetzt ein Begleitheft herausgegeben. Es richte sich an Schüler ab Klasse 3, sei im Internet als Download verfügbar und könne auch als Broschüre von den Lehrern als Klassensatz bestellt werden. Das Heft liefere Hintergrundinformationen über die archäologischen Funde, über die Entstehung von Krieg und Gewalt sowie über die Bronzezeit und biete so fächerübergreifend Anknüpfungspunkte in Geschichte, Politik und Geografie. «Deswegen lässt sich ein Besuch der Ausstellung mit dem Unterricht in der Schule gut verbinden», betonte auch Landesarchäologe Jantzen, der zudem auf museumspädagogische Angebote verwies. So begleite Krieger Ramsiw die Schüler der Klassen 1 bis 7 durch die Sonderausstellung und erzähle vom Leben in der Bronzezeit, vom Handel und von den Gründen für Konflikte.

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