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Philologenverband lobt die Gymnasien für gute Ergebnisse: „Unsere Lehrkräfte gehen bis an ihre Belastungsgrenze – und darüber“

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STUTTGART. Erneut seien die Ergebnisse „in den nichtgymnasialen Schularten, vor allem in den Werkreal- und Hauptschulen sowie in den Gemeinschaftsschulen“, sehr beunruhigend mit einer erschreckend hohen Zahl von Schülerinnen und Schülern, die nicht einmal den Mindeststandard erreichen – sagt Bernd Saur, Vorsitzender des Philologenverbands Baden-Württemberg, mit Blick auf die aktuell veröffentlichten Ergebnisse von VERA 8. „Dies zeigt einen akuten Handlungsbedarf für diese Schularten, denn es kann nicht sein, dass unser Schulsystem Schülerinnen und Schüler entlässt, die die Grundfertigkeiten in diesen so wichtigen Bereichen vermissen lassen“, meint er. Erfreut nimmt Saur die „sehr guten Ergebnisse“ für das Gymnasium zur Kenntnis.

“Sehr gute Ergebnisse”: Die Gymnasiasten haben bei VERA 8 gut abgeschnitten. Foto: stu_spivack / flickr (CC BY-SA 2.0)

Die Resultate der Lernstandserhebungen zeigten, so Saur, „dass am Gymnasium verlässlich auf sehr hohem Niveau von unseren universitär ausgebildeten Lehrkräften unterrichtet wird. Nicht umsonst erfreut sich das Gymnasium eines großen Zuspruchs seitens der Eltern, die auf die Verlässlichkeit und hohe Qualität unserer Gymnasien bauen, was sich nicht zuletzt Jahr für Jahr an den Übergangszahlen zeigt“.

Der Philologenchef betont: „Um dies zu erzielen, gehen unsere Lehrkräfte bis an ihre Belastungsgrenze und vielfach darüber. Ständig weitere Zusatzaufgaben bei gleichzeitig erfolgter Streichung von Anrechnungsstunden stellen eine Bedrohung für diese hohe Qualität dar. Wenn das Land die Ergebnisse der Gymnasien stabil halten beziehungsweise weiter verbessern möchte, muss es den Weg der überfälligen Entlastung der Lehrkräfte gehen, um deren pädagogisches und fachliches Wirken weiter zu optimieren.“ Eine Deputatsreduzierung wäre die naheliegendste, einfachste und wirkungsvollste Maßnahme. Den Schulverantwortlichen in Bayern, Österreich und der Schweiz sei das bekannt – dort  umfassten die Deputate 23 und nicht 25 Unterrichtsstunden in der Woche. „Wer Individualisierung propagiert, muss den Lehrkräften auch die zeitliche Möglichkeit einräumen, diese für die Schülerinnen und Schüler umzusetzen“, betont Saur.

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Der Philologenverband begrüßt die bereits für die Grundschulen getroffenen Entscheidungen „zur Stärkung der Grundfertigkeiten Lesen, Rechnen und Schreiben“. Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) hatte den Grundschulen die Methode „Lesen wie Hören“ verboten sowie den Start des Englischunterrichts von der ersten auf die dritte Klasse verlegt, um in den ersten beiden Schuljahren verstärkt Lesen, Schreiben und Rechnen unterrichten zu können. News4teachers

Erschreckende Zahlen bei Vera 8: Mindeststandards nicht erreicht

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