Auslandsjahr: weltweiser-Studie zum Schüleraustausch

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Die Studie zeigt aktuelle Trends im Schüleraustausch auf. Darunter fallen die Gastfamilienplatzierung der Schüler/innen, die Beliebtheit der Gastländer sowie die Entwicklung der Teilnehmendenzahlen. Zudem vergleicht die Studie die Popularität des Programms in den Bundesländern.

Bonn, 02.10.2018.

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Jedes Jahr machen sich viele Tausend Jugendliche auf den Weg in ein anderes Land, um dort für drei bis zwölf Monate zur Schule zu gehen, in eine neue Kultur einzutauchen und ein gleichberechtigtes Mitglied einer zunächst fremden Gastfamilie zu werden. Oft weiß ein Teil der zukünftigen Austauschschüler/innen trotz kurz bevorstehender Ausreise noch nicht, wo sie wohnen werden und welche Familie sie in ihrem Gastland empfangen wird. Dass dies kein Grund zur Sorge ist, zeigt die aktuelle Schüleraustausch-Studie des unabhängigen Bildungsberatungsdienstes weltweiser: Sind drei Monate vor Ausreise durchschnittlich etwa zwei Drittel der Gastschüler/innen in einer Gastfamilie platziert, so kennen zwei Wochen vor der geplanten Ausreise bereits rund 95 Prozent der Programmteilnehmenden die Adresse ihrer Gastfamilie. Je nach Gastland variieren diese Werte jedoch: Während in den USA zwei Wochen vor Ausreise etwa neun von zehn Austauschschüler/innen platziert sind, haben in den restlichen Gastländern nur rund ein Prozent noch keine Gastfamilie. Bis jetzt noch nicht platzierte Gastschüler/innen können jedoch beruhigt sein: zum einen sagt eine späte Platzierung rein gar nichts über die Nettigkeit der Gastfamilie und die Qualität ihres Lebensumfelds aus, zum anderen lag die Zahl der nicht platzierten Programmteilnehmenden im vergangenen Schuljahr deutlich unter einem Prozent. Und sollte in dem Wunschland tatsächlich mal keine Gastfamilie zu finden sein, so bieten die Austauschorganisationen in der Regel Alternativen.

weltweiser erhebt seit 2000 kontinuierlich Daten zum Schüleraustausch und ist daher in der Lage, sowohl aktuelle Trends als auch langfristige Entwicklungen von High-School-Programmen zu skizzieren. Die aktuelle Studie zeigt u.a., dass mehrmonatige Schüleraustauschprogramme allgemein mit insgesamt rund 16.400 Teilnehmenden im Schuljahr 2016/17 zwar weiterhin eine erfreuliche Resonanz erfahren, die Zahlen jedoch seit dem Spitzenjahr von 2010/11 (gesamt ca. 20.000) weiterhin zurückgehen. Auch die USA verzeichnen trotz überragender Beliebtheit (etwa 5.700 Teilnehmende) im Schuljahr 2016/17 im Vergleich zu anderen Gastländern schon im siebten Jahr in Folge weniger Anmeldungen für organisierte Programme. Kanada hingegen konnte in den vergangenen Jahren deutlich zulegen und nimmt mit rund 2.000 ausgereisten Austauschschüler/innen Platz zwei ein, gefolgt von Neuseeland mit 1.250 Teilnehmenden. Wie bereits in den Vorjahren zeigt sich die Vorliebe deutscher Jugendlicher für englischsprachige Destinationen: etwa 90 Prozent der Austauschschüler/innen verbrachten ihren Schüleraustausch in einem Gastland mit Englisch als Amtssprache.

Die weltweiser-Studie gibt überdies Hinweise zur Beliebtheit des Schüleraustauschprogramms in den Bundesländern: in Hamburg nahm im Schuljahr 2015/16 jede/r 13. Schüler/in (7,5 Prozent), gemessen an den Jugendlichen in den relevanten Altersstufen, an einem mehrmonatigen Schüleraustausch teil. Damit liegt die Hansestadt bundesweit auf Platz eins, gefolgt von den beiden Stadtstaaten Berlin (4,1 Prozent) und Bremen (3,3 Prozent). Beim Bundesländer-Vergleich ist ein deutliches Nord-Süd-Gefälle feststellbar: Die norddeutschen Bundesländer verzeichnen generell eine hohe Beteiligung an mehrmonatigen Schüleraustauschprogrammen, während in Süddeutschland vergleichsweise weniger Jugendliche „entsendet“ werden. Die geringsten Werte finden sich in Bayern (1,3 Prozent), Thüringen (1,2 Prozent) und im Saarland (1,0 Prozent). Es ist außerdem festzustellen, dass die Zahl der Jugendlichen mit Wohnsitz außerhalb Deutschlands, die mit einer deutschen Austauschorganisation ins Ausland reisen, über die letzten Jahre deutlich angestiegen ist.

Damit auch in den kommenden Jahren wieder möglichst viele Jugendliche während und nach der Schulzeit den Weg ins Ausland finden, sie ihren persönlichen Horizont erweitern, eine oder mehrere Fremdsprachen erlernen, internationale Freundschaften schließen und nebenbei wichtige Schlüsselqualifikationen erwerben, tourt weltweiser wieder mit der JugendBildungsmesse JuBi quer durch Deutschland. Die Veranstaltung findet bundesweit an über 50 Standorten statt und ist die größte Spezialmesse zum Thema „Bildung im Ausland“. Mehr als 100 renommierte Austauschorganisationen und internationale Bildungsexperten informieren über Angebote wie Schüleraustausch, High School, Sprach- und Jugendreisen, Freiwilligenarbeit, Au-Pair, Work & Travel sowie Praktika und Studium im Ausland. Auskünfte zu Fördermöglichkeiten und Stipendien können am JuBi-Info-Stand von weltweiser eingeholt werden. Die JuBi richtet sich an Schülerinnen und Schüler der Klassen 8 bis 13, ihre Eltern und Lehrer/innen, aber auch an Azubis und Studierende. Der Eintritt ist frei!

Weitere Informationen

  • Schüleraustausch-Studie von weltweiser, Stand August 2018: weltweiser.de
  • Thomas Terbeck: Handbuch Fernweh. Der Ratgeber zum Schüleraustausch,
    mit übersichtlichen Preis-Leistungs-Tabellen von High-School-Programmen für 20 Gastländer, 18., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage, weltweiser Verlag 2018, 544 Seiten, 18.50 Euro, ISBN 978-3-935897-38-9: handbuchfernweh.de
  • JuBi – Die JugendBildungsmesse: Die größte Spezial-Messe rund um das Thema „Auslandsaufenthalte“ für Schülerinnen, Schüler, junge Erwachsene – und ihre Eltern: www.jugendbildungsmesse.de
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