Deutscher Schulleiterkongress (DSLK) diskutierte die großen Herausforderungen für den Berufsstand: Lehrermangel, Digitalisierung, Heterogenität

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DÜSSELDORF, den 23. März 2019. Der Deutsche Schulleiterkongress (DSLK) präsentierte zu seiner achten Auflage wieder prominente Referenten, darunter Deutschlands bekanntesten Wissenschaftsjournalisten Ranga Yogeshwar, Hirnforscher Prof. Dr. Gerald Hüther und Ex-Boxweltmeister Henry Maske. Heute ging der Kongress mit mehr als 2.700 Teilnehmern zu Ende. Über 120 Experten aus unterschiedlichen Bereichen haben in Düsseldorf vom 21. bis 23. März 2019 mit Schulleitungen aus ganz Deutschland über die Zukunft der Schulen diskutiert.

Armin Laschet, Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, eröffnete den DSLK 2019. Foto: DSLK / Rainer Keuenhof

Schon die prominent besetzte Eröffnungsveranstaltung mit den Gastgebern Michael Gloss, Geschäftsführer der Wolters Kluwer Deutschland GmbH, und Udo Beckmann, Bundesvorsitzender des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) sowie den Moderatoren Nina Ruge und Lothar Guckeisen hatte die Richtung vorgegeben. Udo Beckmann präsentierte Ergebnisse einer eigens zum Kongress erstellten repräsentativen forsa-Studie unter Schulleitungen in Deutschland, wonach 55 Prozent den Lehrermangel als größtes Problem nennen, 23 Prozent Integration und Inklusion – und 20 Prozent den Zeitmangel. Die größten Belastungsfaktoren für Schulleitungen sind aus Sicht der Befragten vor allem ein stetig wachsendes Aufgabenspektrum (91 Prozent) sowie steigende Verwaltungsarbeiten (88 Prozent).

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„Die Leitung einer Schule verlangt fast Unmenschliches von Ihnen als Leitungskräften: Sie müssen immer alles im Kopf und parat haben. Ergebnisse liefern Sie bitte sofort. Und dann sollen Sie noch rund um die Uhr erreichbar sein“, so erklärte Michael Gloss den Teilnehmerinnen und Teilnehmern – und sagte mit Blick auf den DSLK: „Unser Ziel ist es, Ihnen das Werkzeug an die Hand zu geben, um die hohen Anforderungen des Schulmanagements erfolgreich zu meistern.“

Prof. Dr. R. Alexander Lorz, Präsident der Kultusministerkonferenz und Hessischer Kultusminister, würdigte in seiner Rede zum Auftakt die Rolle von Schulleitungen. „Schulleiterinnen und Schulleiter sind Identifikationsfiguren, die die Kultur ihrer Schule in besonderer Weise prägen. Gleichzeitig verlangt ihre Aufgabe ein hohes Maß an Engagement, Kompetenz und Durchsetzungsvermögen. Veranstaltungen wie der Deutsche Schulleiterkongress sind deshalb der ideale Ort, um wichtige Impulse zu erhalten, die über die Erfahrungen im Alltag hinausgehen und für die Schulentwicklung von maßgeblicher Bedeutung sind“, sagte er.

Armin Laschet, Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, sagte in seinem Grußwort: „Der im Rahmen dieses Kongresses mögliche Diskurs über die verschiedenen Konzepte von erfolgreichem Lernen und nachhaltiger Bildung ist eine zentrale Grundlage, den stets steigenden gesellschaftlichen Herausforderungen und Anforderungen an Schule auch in Zukunft gerecht werden zu können.“ Ziel müsse ein qualitativ hochwertiger Unterricht sein, in dem leistungsschwächere ebenso wie leistungsstärkere Schülerinnen und Schüler bestmögliche Förderung erfahren.

Was in Zukunft dafür nötig ist, zeigten zahlreiche Vorträge auf – wie der von Deutschlands bekanntestem Wissenschaftsjournalisten Ranga Yogeshwar, der an die Schulleitungen appellierte, sich für neue, digital unterstützte Lernformen im Unterricht zu öffnen. „Wir haben die Möglichkeit, etwa mittels Computer-Tutorials, ein Lernen zu entwickeln, bei dem Schülerinnen und Schüler selbst aktiv werden. Alle haben jeweils einen Computer und lösen beispielsweise mathematische Aufgaben eigenständig. Die Lehrkraft wird dabei eher zum Begleiter“, sagte Yogeshwar. Der Vorteil sei, dass die Individualität der Schülerinnen und Schüler stärker berücksichtigt werden kann.

Auch der Hirnforscher und Bestseller-Autor Prof. Dr. Gerald Hüther rückte die Schule als „Lern- und Lebensort“ in den Fokus. „Wenn sich zumindest dort, in der Schule, alle einig wären, dass Schnelllebigkeit und Oberflächlichkeit den Kindern schaden, könnten sie ihr Zusammenleben und damit auch das Schulleben so gestalten, dass es von Nachhaltigkeit und Tiefgründigkeit bestimmt wird“, sagte er.

Für den 9. Deutschen Schulleiterkongress im kommenden Jahr haben sich erneut über 120 hochkarätige Experten aus Praxis, Wissenschaft und Forschung angekündigt – sowie viel Prominenz, darunter der Jugendforscher Prof. Dr. Klaus Hurrelmann, der Fußballexperte und Unternehmer Reiner Calmund, Bestseller-Autorin Hera Lind, der Schauspieler, Autor und Umweltaktivist Hannes Jaenicke sowie Ralph Caspers, Moderator der Sendung „Wissen macht Ah!“ und das neue Gesicht der „Sendung mit der Maus“. Der Kongress findet vom 19. bis 21. März 2020 im CCD Düsseldorf statt.  Anmeldungen sind ab sofort möglich.

9. Deutscher Schulleiterkongress

19. bis 21. März 2020 im CCD Düsseldorf

www.deutscher-schulleiterkongress.de

Debatte auf dem Deutschen Schulleiterkongress: Die Digitalisierung rollt mit Wucht auf die Klassenzimmer zu – wie können Lehrer darauf reagieren?

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