“Eine Schule für alle Geschlechter”: GEW-Veranstaltung zu Diversität in der Schule am 16.9.2019

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KÖLN. Der Stadtverband Köln der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) lädt am Montag, 16.9.2019 um 18 Uhr unter dem Titel „Eine Schule für alle Geschlechter“ zu einem Vortrag und zur Diskussion mit der Forscherin und ehemaligen Lehrerin Dr. Birgit Palzkill.

Jungen basteln, Mädchen backen: Illustration von 1953. Bild: libertygrace0 / Flickr (CC BY 2.0)
Ein richtiger Junge, ein richtiges Mädchen? Die Vorstellungen von Geschlechtern wandeln sich extrem und haben auch auf die Bildungsarbeit starken Einfluss. Bild: libertygrace0 / Flickr (CC BY 2.0).

Während es früher klar zu sein schien, dass es nur Männer und Frauen beziehungsweise Jungen und Mädchen gibt, ändern sich die Vorstellungen von Geschlecht momentan gravierend. So ist im Geburtenregister seit 2018 neben „männlich“ oder „weiblich“ der Eintrag einer dritten Geschlechtsoption „divers“ möglich. In jeder Klasse, so der Arbeitskreis Homosexuelle Lehrkräfte der GEW Köln, gebe es Schüler*innen, die lesbisch/schwul/bi/transsexuell/intergeschlechtlich (lsbti*) seien, und auch für alle anderen sei die Auseinandersetzung darüber, inwiefern sie „richtige“ Mädchen/Jungen sind, ein bedeutendes Thema.

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Schule habe die Aufgabe, Schüler*innen bei diesen Auseinandersetzungen zu stützen, Diskriminierungen zu unterbinden und allen eine umfassende Entwicklung zu ermöglichen, so die GEW weiter. Dies gelte insbesondere für trans* und intergeschlechtliche Schüler*innen. Die meisten dieser Schüler*innen trauten sich nicht, sich in der (Schul-) Öffentlichkeit zu outen, und falls sie es doch täten, sei die Verwirrung oftmals groß. Dabei gehe es um Anreden und Dokumente, Klassenfahrten, Toiletten und Umkleiden.

Was Lehrkräfte tun können, um eine Schule der Vielfalt zu entwickeln, die allen Schüler*innen unabhängig von Geschlecht und sexueller Orientierung gerecht wird und insbesondere auch trans* und intergeschlechtliche Schüler*innen unterstützt, soll beim Vortragsabend mit Dr. Birgit Palzkill diskutiert werden.

Dr. Birgit Palzkill war Lehrerin für Sport und Mathematik und forscht seit mehr als 30 Jahren zu Geschlechterfragen. Sie berät das Kompetenzteam „Gender und Diversity“ der Bezirksregierung Köln. Im Oktober 2019 erscheint im Cornelsen-Verlag das Buch „Diversität, geschlechtliche und sexuelle Vielfalt in Schule und Unterricht“, das sie zusammen mit Frank Pohl und Heidi Scheffel geschrieben hat.

Weitere Infos und Anmeldung:

Termin: Montag, 16.9.2019 um 18 Uhr

Ort: DGB-Haus Köln, Hans-Böckler-Platz 1, großer Saal (1. OG)

Anmeldung unter kontakt@gew-koeln.de

Die GEW weist auf Folgendes hin:

“Die Veranstaltenden freuen sich über ehrliches Interesse und konstruktive Diskussionen, behalten sich aber im Interesse einer konstruktiven Diskussion vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die stören, rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische, homo-/transphobe oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder sie von dieser Veranstaltung auszuschließen.”

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4 KOMMENTARE

  1. Dr. Palzkill ist offenbar in erster Linie Aktivistin mit sehr spezifischem Anliegen. Zu ihrem Wirken als Lehrerin findet man im Internet leider nicht viel, aber zu ihrer Agenda, z.B.
    “Auf der Grundlage dekonstruktivistischer Geschlechterthe-orie wird verdeutlicht, wie der Unterricht und das Lernverhalten von Schüler_innen durch deren Auseinandersetzung mit ihrer geschlechtlichen Identität beeinflusst wer-den kann. Aus dieser Analyse werden Ziele geschlechterreflektierten Unterrichts ab-geleitet und es wird die Frage beleuchtet, was es für die Praxis der Schule und insbe-sondere des Sportunterrichts bedeutet, diese Ziele anzustreben bzw. umzusetzen.”

  2. aus dem Klappentext zu Palzkills Buch “Diversität im Klassenzimmer” bei http://www.jpc.de
    “Die Vorstellungen von geschlechtlicher oder sexueller Identität reichen längst über die Kategorien Frau und Mann oder hetero- und homosexuell hinaus. Auch in jeder Klasse gibt es Schüler/-innen, die lesbisch, schwul, bisexuell, trans, intergeschlechtlich oder queer (LSBTIQ) sind. Für alle ist daher die Auseinandersetzung mit geschlechtlicher und sexueller Vielfalt ein bedeutendes Thema. …”

  3. Unsere Schule ist ebenso ungewöhnlich, Pälzer. Das kann sich aber ändern, wenn Kinder im “Sexualunterricht der Vielfalt” auf andere Sexualitäten gestoßen und gefragt werden, ob sie sich ihres eigenen Geschlechts wirklich sicher seien. Sie sollten sich doch mal genauer beobachten, ob es da nicht Anzeichen für etwas anderes gäbe.
    Die “Demo für alle” kritisiert u. a. diese Verunsicherung junger Menschen, die von den Protagonisten als Befreiung von aufgezwungenen Geschlechterrollen (Junge oder Mädchen, Mann oder Frau) wird.

    Keiner bezweifelt, dass es verschiedene Formen des Sexuallebens gibt. Aber müssen deswegen alle Kinder in ihrem Sein und ihrer Entwicklung verunsichert werden? Das halte ich für ein schlimmes Vergehen.
    Um “Diskriminierungen zu unterbinden und allen eine umfassende Entwicklung zu ermöglichen” bedarf es nicht solcher Verunsicherungen und Rollenspiele in anderen Geschlechtern.
    Hier sieht man wieder, was unter schönen Begriffen wie “Toleranz”, “Gleichstellung” oder “Anti-Diskriminierung” an Unfug getrieben wird, wenn Ideologen und ihre Aktivisten das Ruder übernehmen.
    Dann wird die “Demo für alle” diskriminiert, aber nicht nicht frömmelnden Genderideologen mit ihren fragwürdigen Forderungen und Plänen.

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