Buchvorstellung: Wie wird die Schule agil?

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Neues Buch „Die agile Schule“ liefert „10 Leitprinzipien für Schulentwicklung im Zeitalter der Digitalisierung“.

Zunächst erscheint es wie ein weiteres Buch zum Thema Digitalisierung. Beim genaueren Lesen merkt man aber: Dieses Buch ist anders. Es gibt zwar auch sehr viele sehr praktische Anregungen, wie man den Prozess der Digitalisierung an der Schule sinnvoll gestalten kann. Man merkt: Das Buch ist von zwei Praktikern geschrieben, die es aber gewohnt sind über den Tellerrand hinaus zu denken und vor allem zu handeln. Matthias Förtsch und Friedemann Stöffler waren oder sind für Schulentwicklung am schulpreisgekrönten Firstwald-Gymnasium in Mössingen bei Tübingen tätig und sie verfolgen ein Ziel: Die Schule „agil“ zu gestalten, Haltungen zu prägen.  Was macht eine agile Schule aus?  Flache Hierarchien, „Begegnung auf Augenhöhe“ und eine frappierend einfache Form, wie alle am Schulleben Beteiligten sich bei Entwicklungsprozessen einbringen können.

Wer aber tiefer ins Buch eintaucht und zum ersten Leitprinzip vordringt, finden vielleicht schon dieses irritierend und überraschend: „Nur aus Chaos kann neuer Kosmos entstehen.“ Wir alle neigen dazu das Chaos zu verhindern. Stöffler und Förtsch aber weisen überzeugend nach, dass ohne Chaos nichts Neues entstehen kann und erklären aber auch, wie hier Chaos in Verbindung mit dennoch gegebenen Strukturen neues Denken, neue Konzepte und angepasste Antworten auf die Herausforderung der Gegenwart ermöglicht.

Man merkt von der ersten bis zur letzten Seite: Hier schreiben Schulentwickler aus der Praxis für die Praxis. Wer hier eine wissenschaftliche Diskussion über Schulentwicklungskonzepte erwartet, der wird enttäuscht. Aber alle Anregungen in Buch sind darauf ausgelegt, umgesetzt zu werden und die Beispiele der Umsetzung zeigen auch, dass nichts davon nur graue Theorie ist. So ermutigt ein Leitprinzip dazu, Skeptiker und Kritiker in unsere Schulentwicklungsprozesse einzubinden: „Man kann gegen den Wind, aber nicht ohne Wind segeln.“ Ein weiteres Leitprinzip leuchtet sofort ein auch wenn die Umsetzung selbst nicht ganz einfach erscheint: „Was nicht einfach geht, geht einfach nicht“.

Was hat das Ganze nun mit Digitalisierung zu tun? Digitalisierung ist das Feld, durch das alle Schulen in die (voraussichtlich permanente) Schulentwicklung einsteigen müssen. Dass sie es auch wollen und können, dazu will dieses Buch ermutigen. Es macht geradezu Lust auf Schulentwicklung.

Die Autoren:

Matthias Förtsch ist Lehrer und Abteilungsleiter für Schulentwicklung am Evangelischen Firstwald-Gymnasium in Mössingen (Deutscher Schulpreis 2010). Er ist Autor und Referent für die Themen „Digitalisierung und Schulentwicklung“ sowie das Konzept „Abitur im eigenen Takt“. Gelungene wie misslungene Schulentwicklungsprozesse dokumentiert er unter www.schulentwicklung.blog

Friedemann Stöffler ist Studiendirektor i. R., war viele Jahre Abteilungsleiter für Schulentwicklung am Evangelischen Firstwald-Gymnasium in Mössingen (Deutscher Schulpreis 2010) und für das Profilfach „Mensch und Medien“ zuständig. Er ist Herausgeber des Buchs „Abitur im eigenen Takt“ und Leiter eines Innovationslabors der Deutschen Schulakademie zum Thema Abitur; siehe auch www.schulentwicklung-beratung.de

Das Buch „Die agile Schule“ (128 Seiten, € 19,95; ISBN: 978-3403106012) können Sie hier bei Amazon bestellen.

 

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