Pädagogischer Bildungsauftrag – Verantwortung und Sauberkeit fangen schon in der Schule an

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Teilweise bis zu acht Stunden täglich verbringen Jungen und Mädchen in der Schule. Sowohl das Klassenzimmer als auch die anderen Räumlichkeiten der Schulgebäude sind damit für die Heranwachsenden ein wichtiger Lebensraum, in dem sie sich natürlich auch wohl und geborgen fühlen sollten. Wichtige Grundlagen dafür sind Sauberkeit und Ordnung. Beides wirkt sich in erheblichem Umfang auf die Lern- und Arbeitsatmosphäre aus.

Wie zuhause sollten die Kinder auch in der Schule zu Hygiene, Sauberkeit und Ordnung angehalten werden. Foto: adobe.stock / Marina Andrejchenko

Wie zuhause sollten Schüler auch in den Schulen zu Hygiene, Sauberkeit und Ordnung angehalten werden. Dabei gilt es von Seiten der Lehrer klar zwischen täglichen Aufgaben und solchen, die beispielsweise einmal wöchentlich wiederholt werden, zu unterscheiden. Umso wichtiger ist es für das Lehrpersonal dabei also gewisse Regeln für die Sauberkeit an Schulen zu berücksichtigen. Besonders im Winter ist dies von noch größerer Bedeutung.

Auch in Schulen gibt es unzählige Möglichkeiten für mehr Sauberkeit

Schulen stehen in Sachen Sauberkeit immer wieder in der Kritik. Viele ziehen hier, wie in Berlin, die jeweiligen Putz-Firmen zur Verantwortung, doch die Sauberkeit sowohl in den Toilettenräumen als auch auf den Fluren und in den Klassenzimmern ist ebenso vom Verhalten der Schüler abhängig. Lehrer können durch die gezielte Unterrichtung in diesem Bereich Jungen und Mädchen schon früh dazu animieren, zur Sauberkeit beizutragen. Auch wenn der Grundstein hierfür oftmals schon in der Grundschule gelegt wird, zahlt sich dies gerade in den höheren Klassen der Sekundarstufe aus.

Erste Schulen haben dabei teilweise auch unkonventionelle Wege gefunden, um die Sauberkeit in den Schulen zu unterstützen. Die einfachste Möglichkeit für mehr Hygiene ist es natürlich, den Anteil an Schmutz möglichst zu minimieren. Gerade Ganztagsschulen setzen deswegen auch in den größeren Klassen neuerdings auf Hausschuhe. Die Straßenschuhe werden vor Betreten der Unterrichtsräume ausgezogen und in eigenen Spints oder Schränken verwahrt. Die Hausschuhe werden dann für die Wege innerhalb des Schulgebäudes genutzt. Wird das Konzept konsequent umgesetzt, lässt sich vor allem die Menge an Schmutz und Dreck, der von den Straßen in die Klassenzimmer getragen wird, deutlich minimieren.

Allerdings ist Hausschuh nicht gleich Hausschuh, weshalb das vorherige Informieren für die richtige Auswahl von entsprechender Bedeutung ist. Wichtig ist, dass eine feste Sohle vorhanden ist. Dadurch bieten sie zum einen deutlich mehr Sicherheit beim Laufen, zum anderen sind sie eben nicht so schmutzanfällig wie dies bei Modellen mit Filzsohle beispielsweise der Fall ist.

Täglich lüften im Klassenzimmer

Regelmäßiges Lüften verhindert ein unangenehmes Raumklima. Foto: adobe.stock / pololia

Wie sauber eine Schule wirkt, hängt erheblich mit dem Raumklima zusammen. Wenn sich 20 Kinder oder mehr in einem geschlossenen Klassenzimmer befinden, entsteht sehr schnell ein unangenehmes Klima. Die frische Luft ist verbraucht und in den Räumen wirkt es stickig. Es kommt zu Ermüdungserscheinungen, die zudem die Aufnahme von neuem Lernstoff beinahe unmöglich machen. Fehlende frische Luft, ein zu lautes Umfeld oder nicht ergonomische Möbel sind nur einige Faktoren, die es den Kindern schwerer macht, sich zu konzentrieren. Besonders Eltern sollten bei dieser Thematik auf Tipps von Experten hören, die Empfehlungen für ein verbessertes Lernumfeld enthalten.

Auch Lehrer sollten sich anschließen und beispielsweise das Klassenzimmer mehrmals am Tag gründlich lüften. Besonders wichtig ist dies im Winter, wenn die Heizung für trockene und stickige Luft sorgt. Damit es im Klassenzimmer nicht unnötig kalt wird, ist Stoßlüften das Mittel der Wahl. In der Regel reichen hier wenige Minuten zu Beginn einer Unterrichtsstunde aus. Bei weit geöffnetem Fenster kann besonders effizient und schnell ein Luftaustausch herbeigeführt werden. Meistens reichen hier wirklich schon zwei Minuten aus.

Auch hier sind Lehrer das Vorbild für die Schüler. Halten die Lehrkräfte die Kinder zu Beginn immer wieder dazu an, die Fenster zu öffnen, wird sich dies für die Jugendlichen automatisieren und sie werden schon nach kurzer Zeit selbst zum Fenster greifen. Das Klassenzimmer sollte übrigens bei jeder Wetterlage gelüftet werden.

Sauberkeit im Klassenzimmer – Ausmisten hilft

Das Klassenzimmer ist für die meisten Kinder beinahe das zweite Zuhause. Hier verbringen sie oftmals einen Großteil der Unterrichtszeit. In vielen Schulen genießt deswegen die Gestaltung des Klassenzimmers sehr viel Aufmerksamkeit. Doch wie im heimischen Kinderzimmer neigen Kinder hier oftmals zu Unordnung und hinterlassen chaotische Zustände. Wirft man nur einen Blick in die Schultasche, wird schnell klar, wer Wert darauflegt, diese ordentlich und richtig zu packen und wer nicht. Auch hier sind in erster Linie Lehrer gefragt, die ihre Klasse zur Ordnung anhalten.

Werfen Lehrer einen genauen Blick in die Klassenzimmer, fällt sehr schnell auf, dass sich die Unordnung oftmals auf den hinteren Teil beschränkt, also dort, wo sich nicht der unmittelbare Einzugsbereich der Pädagogen befindet. Ein weiterer Ort, der zur Unordnung neigt, ist der Klassenschrank. Er dient im Klassenzimmer natürlich als Stauraum schlechthin, wird dadurch aber oftmals auch absolut überlagert. So türmen sich hier Lernmaterialien, Dekoartikel und Schulmaterial. Die Unordnung, die hier entsteht, übertragen viele Jugendliche schließlich auch auf den sonstigen Bereich des Klassenzimmers.

Sowohl der Klassenschrank als auch der Rest des Klassenzimmers sollte ganz einfach regelmäßig ausgemistet werden. Hier ist es wichtig, dass die Arbeit nicht allein dem Lehrer überlassen wird, sondern dass die Kinder hier einbezogen werden. Das Ausmisten und Ordnen des Kleiderschrankes müssen nicht jeden Tag erfolgen. Es reicht vollkommen aus, wenn dieses zum Ende der Woche oder auch zweimal im Monat erfolgt.

Lehrer müssen hier gegenüber den Schülern konsequent sein und auch entspreche Fristen setzen, um das Ordnungsprinzip konsequent durchsetzen zu können. Dabei ist es wichtig, dass die Fristen realistisch gesetzt werden, sodass der Klassenverband auch die Möglichkeit hat, richtig zu reagieren.

Ordnungsdienste können helfen

Oft fragen sich Lehrer immer wieder, ob alle Kinder gemeinsam für Sauberkeit und Ordnung zuständig sein müssen. Im Grunde muss diese Frage klar mit ja beantwortet werden, allerdings nicht immer gemeinsam. Kümmern sich 20 Jugendliche gemeinsam um die Ordnung im Klassenzimmer, kann das sehr schnell und vor allem auch unangenehm im Chaos enden. Eine gute Alternative ist es daher, einen Ordnungsdienst zu schaffen. Hier wechseln sich kleine Gruppen von Schülern täglich oder wöchentlich ab, um verschiedene Aufgaben wahrzunehmen.

Reicht ein Ordnungsdienst nicht aus, können die anfallenden Aufgaben sicherlich auch ausgetauscht werden. In der Regel reicht es aber pro Klasse aus, wenn zwei Schüler gemeinsam eine Woche lange Ordnungsdienst haben. Hier sollte aber auch vermittelt werden, dass es richtig ist, auch die anderen Schüler zur Ordnung anzuhalten.

Zu den Aufgaben des Ordnungsdienstes gehören vor allem tägliche Reinigungsarbeiten wie das Abwischen der Tafeln und das Fegen des Bodens. Weiterhin sollte der Ordnungsdienst kontrollieren, dass Müll auch wirklich im Mülleimer landet.

Kinder müssen Ordnung und Sauberkeit erst lernen

Ordnung und Sauberkeit sind in einer funktionierenden Gesellschaft so wichtig wie Respekt und Freundlichkeit. All das müssen Kinder aber erst lernen und das gelingt ihnen umso besser, desto eher sie an die Arbeiten herangeführt werden. Lehrer sollten deswegen unbedingt darauf achten, dass es eben nicht die generelle und ausschließliche Aufgabe der Reinigungskraft ist, für Ordnung zu sorgen, sondern dass alle dafür verantwortlich sind. So sind Schüler, gleich welchen Alters prinzipiell selber dafür verantwortlich, beispielsweise groben Schmutz vom Boden zu beseitigen. Auch Abfall darf weder auf den Tischen noch auf dem Boden liegen bleiben.

Unkonventionelle Ideen für die Schultoilette

Einer der Brandherde der Unordnung und fehlenden Sauberkeit in Schulen ist die Schultoilette. Immer wieder erscheinen Berichte, in denen über die dramatische Situation auf den Toiletten gesprochen wird. Eine Schule in Sachsen-Anhalt griff durch und zog nach mehrmals verstopfen Toiletten das Toilettenpapier ein. Bei den Lehrern gab es eine Notreserve, die Schüler wurden dazu angehalten, sich WC-Papier von zuhause mitzubringen.

In einer Schule in Nordrhein-Westfalen brachte dagegen die Pipi-Flatrate Abhilfe. Hier wurden die Familien nach der Freigabe der sanierten Toiletten an den Kosten für die Reinigungskraft beteiligt. Auch dieses Vorgehen bewegte die Schüler offenbar zum Umdenken und trug zu deutlich mehr Sauberkeit bei. Erste Schulen in Deutschland haben sich auch für die Installation von Kameras auf den Toiletten entschieden. Gleichzeitig sollen einige Fördervereine, wie auch in Dormagen, mit Geld für Schultoiletten unterstützt werden.

Ziel war es hierbei vor allem diejenigen zu enttarnen, die immer wieder für Unordnung auf den Toiletten sorgten. Schulen, die sich mit der Kamera nicht anfreunden konnten, aber trotzdem auf eine Kontrolle hofften, setzen hier auf Betreuerinnen. Die Damen überwachten das Vorgehen auf den Schultoiletten. Auch an diese Form der WC-Kontrollen mussten sich die Familien mit einem Unkostenbeitrag beteiligen. Dieses Geld wurde genutzt, um zum einen die Betreuer zu bezahlen und zum anderen um Seife und andere Hygieneartikel anzuschaffen.

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