POTSDAM. Die Schulen in Brandenburg sind zum Start des Präsenzunterrichts in der Pandemie nach Ansicht der Elternvertreter nicht genügend vorbereitet. «Wir sehen den Beginn mit einem lachenden und einem weinenden Auge», sagte der Sprecher des Landeselternrats, René Mertens.
Es gebe noch immer keinen Fahrplan für die Digitalisierung des Unterrichts. «Es ist alles irgendwo angeschoben, aber letztlich verlieren wir uns im Klein-Klein von Zuständigkeiten und gegenseitigem Blockieren – das kanns doch nicht sein», kritisierte er. Als Beispiel nannte der Landeselternvertreter die immer noch fehlenden Laptops für Lehrkräfte und die Schul-Cloud, die noch keine datenschutzrechtliche Genehmigung habe. Einzig positiv sei, dass ein Großteil der Lehrkräfte geimpft sei.
Für fast 300.000 Schülerinnen und Schüler hat am Montag nach den Sommerferien der Schulalltag begonnen – im regulären Betrieb, aber unter Corona-Bedingungen. In den Schulgebäuden sind Corona-Masken Pflicht, das gilt für die Grundschüler zum Schutz vor einem Risiko durch Reiserückkehrer nur für zwei Wochen. Für alle, die eine Schule betreten wollen, sind regelmäßige Tests vorgeschrieben – oder man hat einen Nachweis der Corona-Impfung oder der Genesung.
Auch das Thema Luftfilter für die Schulen wird nach Ansicht von Mertens weit «weg geschoben». Da sei viel Angst vor den Folgekosten für die Kommunen im Spiel, schätzte er ein. Mobile Lüftungsgeräte könnten mit Blick auf den Herbst und Winter wichtig sein, um die Schulen sicherer zu machen. Noch wichtiger sei aber ein Investitionsprojekt für alle bestehenden Schulen mit Be- und Entlüftungstechnik, forderte Mertens. «Gute Unterrichtsluft brauchen wir nicht nur in der Pandemie sondern auch in Zukunft.» Da müsse der Mut aufgebracht werden, auch Geld in die Hand zu nehmen. dpa
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