Die vierte Welle rollt – und die Gesundheitsminister bauen Quarantäne in Schulen ab: Nicht mehr für ganze Klassen

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BERLIN. Was passiert, wenn ein Kind in der Klasse Corona hat? Quer durch die Republik gibt es verschiedene Vorgaben, wer dann wie lange zu Hause bleiben muss. Die Länder nehmen einen Anlauf für mehr Gemeinsamkeit – zulasten des Corona-Schutzes.

Bundesnotbremse auslaufen lassen, Abstandsregel ausgesetzt, Quarantäne-Regeln gelockert – was bleibt noch vom Corona-Schutz im Klassenraum? Illustration: Shutterstock

Die Gesundheitsminister der Länder haben sich mehrheitlich für einfachere – und lockerere –  Quarantäne-Regeln bei Coronafällen in Schulen ausgesprochen. Grundsätzlich solle bei einem Fall nicht mehr für die gesamte Klasse Quarantäne angeordnet werden, heißt in einem Beschluss nach Beratungen mit dem Bund am Montag. Symptomfreie Kinder, die als enge Kontaktpersonen in Quarantäne sind, sollen diese frühestens nach fünf Tagen mit einem negativen Test beenden können. Der Vorsitzende der Länder-Ressortchefs, Klaus Holetschek (CSU) aus Bayern, sagte, dies solle als «Leitplanken» für die Gesundheitsämter dienen. Der Beschluss wurde bei Enthaltung zweier Länder angenommen.

Bislang gehen die Länder bei einer Quarantänedauer von 14 Tagen unterschiedlich damit um, wenn sich in einer Klasse ein infiziertes Kind findet. Teilweise werden nur Sitznachbarn in Quarantäne geschickt, teils ganze Klassen. Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn befürwortete einfachere Regeln, pochte aber zugleich auf Schutzkonzepte. Voraussetzung sei, dass Grundregeln umgesetzt würden, nämlich Maske im Unterricht, regelmäßige Tests und Lüftungskonzepte, sagte der CDU-Politiker vor den Bund-Länder-Beratungen.

Im Interesse des Präsenzunterrichts ist die Anordnung einer Quarantäne «auf möglichst wenige Personen» zu beschränken

In dem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Beschluss heißt es, Quarantäne-Anordnungen seien generell «mit Augenmaß» in Abhängigkeit von der Einhaltung solcher Konzepte zu erlassen. Im Interesse eines möglichst verlässlichen Präsenzunterrichts sei die Anordnung einer Quarantäne außerdem «auf möglichst wenige Personen» zu beschränken. Geimpfte und genesene Personen sollen grundsätzlich ausgenommen sein. Die nötigen Maßnahmen solle die Gesundheitsbehörde vor Ort treffen.

Bei übrigen Kindern der Klasse, die nicht als enge Kontaktpersonen eingestuft sind, sollten «für eine gewisse Zeit» intensivierte Tests vorgenommen werden, heißt es in dem Beschluss weiter. Auch in Kitas solle es Quarantäne «nur mit Augenmaß unter Berücksichtigung der Belange der Kinder und Kinderbetreuungseinrichtungen» geben. Auch hier soll ein «Freitesten» aus einer Quarantäne nach frühestens fünf Tagen möglich sein. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) hatte vor den Beratungen für eine große gemeinsame Linie der Länder geworben, die für sehr viel Akzeptanz bei Eltern sorgen würde.

Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin sprach sich für gezieltere Quarantäneregeln an Schulen aus. Bedingung sei eine sorgfältige Kontrolle über Tests, sagte Präsident Jörg Dötsch bei einem Pressebriefing des Science Media Centers. Er rief zugleich Erwachsene zu Impfungen auf. Schulschließungen hätten dazu beigetragen, dass es unter Erwachsenen weniger schwere Verläufe gegeben habe. «Wir fordern ganz klar: Bevor noch einmal eine Schule geschlossen wird, müssen auch alle anderen Bereiche des öffentlichen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens geschlossen werden.»

«Es sollten nicht die Impfmuffel am Ende auch noch die unter 12-Jährigen mit in eine schwierige Situation bringen»

Spahn appellierte ebenfalls an die Verantwortung der Älteren. Kinder und Jugendliche hätten in der Pandemie auf viel verzichtet, jetzt hätten sie es verdient, dass auf sie Rücksicht genommen werde. Dazu gehöre, die Corona-Ausbreitung durch Vorsicht einzudämmen – denn es gebe einen klaren Zusammenhang zwischen den Infektionen insgesamt und dem Ausbruchsgeschehen etwa in Kitas und Schulen. Zudem sollten sich mehr Menschen impfen lassen. «Es sollten nicht die Impfmuffel am Ende auch noch die unter 12-Jährigen mit in eine schwierige Situation bringen», sagte Spahn. Für Kinder unter 12 gibt es keinen Impfstoff.

Vollständig mit der meist nötigen zweiten Spritze geimpft sind laut RKI knapp 51 Millionen Menschen oder 61,3 Prozent der Bevölkerung. Etwa 54,7 Millionen Menschen oder 65,8 Prozent aller Einwohner haben mindestens eine Impfung. Die Bundesregierung rief erneut dazu auf, Impfangebote zu nutzen. «Für einen sicheren Herbst und einen sicheren Winter zählt jede Impfung», sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Er verwies auf eine geplante bundesweite Aktionswoche vom 13. bis 19. September, bei der Impfgelegenheiten vor Ort angeboten werden sollen. News4teachers / mit Material der dpa

Was bleibt übrig vom Corona-Schutz an Schulen? Gesundheitsminister entscheiden

 

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72 KOMMENTARE

    • In zwei bis drei Tagen werden dann noch mal wenigstens genauso viele folgen… je nach Kontaktzeit und Einhaltung der AHA+L-Regeln.

      • Nicht schwer. Ich konnte zumindest nicht erkennen, dass die Kinder irgendwelche Symptome haben.
        Aber schließlich haben diese Kinder auch Familie. Eltern, Großeltern. Manche sind nicht geimpft. Die Kinder sind nachweislich infektiös.

        Und wer will schon einen Virus bekommen, von dem man nicht genau weiß, was er im Körper anrichtet. Wenn ich da an andere Viren denke, hat man am Anfang vergleichsweise milde Symptome. Grippeähnliche Symptome- Erst nach Jahren erkennt man die Wucht der Infektion.

        • Ich will auch kein Virus bekommen, auch wenn ich weiß, was es in im Körper anrichtet.
          Ich sehe aber das Problem, dass fast alle Wissenschaftler davon ausgehen, das es jeder über kurz oder lang mit dem Virus ansteckt. Auch das Impfen schützt ja nicht direkt von der Ansteckungung, sondern mildert den Verlauf. Mann kann die Ansteckungszahlen ja klein halten, dafür dauert der Prozess länger.
          Wer sich angesteckt hat, gilt für 6 Monate immun, egal mit welcher Mutation. Vielleicht kommt in einer Nachbetrachtung in der Zukunft heraus, dass eine Infektion mit der AlphaVariante besser gewesen wäre als mit der DeltaVariante und die leichter als eine Ansteckung mit der Mutante XY2023, die sich eine Person eingefangen hat, nachdem er jahrelang erfolgreich davongekommen ist. Wobei die Maßnahmen die Sache halt auch solange hinauschieben können, bis Impstoffe und Medikamente entwickelt worden sind.
          Es gibt halt keine Quarantie, wie sich etwas entwickelt hat. In ein paar Jahren werden halt ein paar sagen, wir haben alles richtig gemacht und der Rest wird sagen, war so nicht abzusehen, aber wir haben nach besten Wissen und Gewissen gehandelt.

      • Das ist doch vollkommen irrelevant. Das Kind kann Übertrager sein. Und wissen Sie, welche Erkrankungen vielleicht bei den Eltern vorliegen? Kleines Szenario (leider sehr nah an der Wirklichkeit): Ein 10 jähriges Kind steckt sich bei einem Mitschüler an, hat keine Symptome und keiner weiß davon. Der Vater des Kindes muss jedes Immunsuppressiva einnehmen, hat also fast kein Immunsystem. Trotz aller modernen Medizin stirbt der Vater. Einzelfall? Nein!
        Schon mal an das Kind gedacht?

        • Das würde dem Vater auch passieren bei jeder anderen Viruserkrankung.
          Das sind immer Beispiele, mit denen kann ich nichts anfangen.
          Für die von ihnen beschriebenen Fälle ist alles was das Kind aus der Schule heimbringt gefährlich.
          Man kann darüber reden, wie man die Infektionen REDUZIERT, aber über mehr leider nicht.

          • “ Das würde dem Vater auch passieren bei jeder anderen Viruserkrankung“
            War das ernst gemeint?
            Ob ein immunsupprimierter Mensch sich mit Rhinoviren, Adenoviren ect. oder mit Sars Cov2 infiziert, soll für seinen Gesundheitszustand letzendlich unbedeutend sein?
            Minna, hatten Sie vor einiger Zeit nicht geschrieben, dass ihr Onkel Intensivmediziner sei?
            Wollen Sie den nicht mal mit ihrem Gedanken konfrontieren?

          • Wie sind Sie denn drauf? Unglaublich. Jeder Intensivmediziner kämpft und ist psychisch am Ende, weil er jeden zweiten Patienten verliert. Hoffe, Sie kommen nicht in diese Lage bei den weiter folgenden Pandemien. Auf solche Kommentare kann man verzichten.

        • Ja Stina, es ist unrelevant. Ein Mensch mit geschwächtem Immunsystem durch Genannte Medikamente muss immer vorsichtig sein. Norovirus, Grippe etc. Nicht nur Corona. Und auch der kleine süße Rhino kann durchaus gefährlich sein für so jemanden. Grüße vom Intensivmediziner.
          Und wer in meine Worte hineininterpretieren möchte, dass ich gegen jeglichen Schutz bin… Damit habe ich kein Problem.
          Interpretieren kann jeder wie er mag

          • Je nach dem wie geschwächt ein Immunsystem ist,kann evtl. auch eine Rhinovirusinfektion gefährlich werden…Bei Sars cov 2 haben wir es allerdings mit sehr potenten Viren, die U.U.recht schnell Lunge,Herz,Niere …befallen können, zu tun und von daher sind die Folgen einer Sars Cov2 Infektion, gerade für Menschen mit einem schwachen Immunsystem ,möglicherweise schwerwiegender ( Infektion lebenswichtiger Organe) als eine Infektion mit einem Virus welches normalerweise nur Erkältungsbeschwerden auslöst. Es ist also keineswegs unrelevant mit welchen Viren sich ein geschwächter Körper infiziert.

      • Respektable Leistung… die Problematik auch nach über 1 1/2 Jahren kognitiv nicht zu erfassen (trotz unzähliger Erklärungen). Chapeau!

      • Das wissen wir erst nach zwei bis drei Wochen. Leider habe ich in meinem Bekanntenkreis schon schwere Fälle erlebt und Herzmuskelentzündung und neurologische Ausfälle bei einer 18-jährigen. Ich halte die Entscheidung der Gesundheitsminister für grob fahrlässig. Ich werde dies auch nur noch bedingt mitmachen. SPD, CDU und FDP bekommen meine Stimme nicht. Nicht alle Eltern wollen ihr Kind durchseuchen lassen. Ich möchte es definitiv nicht!!!

        Zu glauben, dass wir besser wegkommen als in den USA oder GB halte ich schlicht für dumm. Am Anfang der ersten Welle dachten hier in Deutschland einige auch, Deutsche seien resistenter oder das Gesundheitssystem werde es schon ausgleichen. Tja, nun nehmen wir schwerkranke und tote Kinder in Kauf. Ein zynisches Land, in dem wir leben. Ich hasse es inzwischen, Deutsche zu sein. Hebt gefälligst die Präsenzpflicht auf!!!

        • Wenn sie geimpft sind: höchstwahrscheinlich gar nicht. Andernfalls: selber schuld! Und komm mir jetzt keiner mit den 2-3 Hanseln, die nicht geimpft werden können.

          • Wenn sie geimpft oder noch nicht impfbare Kinder sind und trotzdem schwer erkranken oder an Longcovid/Postcovid leiden: Kollateralschaden. Ist es das, was Sie ausdrücken wollen?

          • “ Wenn sie geimpft sind: höchstwahrscheinlich gar nicht.Andernfalls: selber schuld!“
            Von Impfdurchbrüchen, v.a.bei Krebserkrankten und überhaupt bei Menschen mit schwachem Immunsystem, haben Sie noch nichts gehört?

    • Ob die am Ende auch wirklich positiv sind, wird sich zeigen.
      Sind die Kinder erkrankt? Ich gehe davon aus, dass nicht, sonst wären sie nicht in der Schule gewesen.

  1. „Im Interesse eines möglichst verlässlichen Präsenzunterrichts sei die Anordnung einer Quarantäne außerdem «auf möglichst wenige Personen» zu beschränken. “

    Aha… darum geht es also, nicht um den Gesundheitsschutz der Betroffenen.

    Immerhin haben sich nicht die Leerdenker durchgesetzt, die gefordert haben, dass nur noch das positiv getestete Kind in Quarantäne geht – das wäre nämlich eine Garantie für eine möglichst schnelle Durchseuchung gewesen.

    Nun können wir nur noch hoffen, dass das Personal der Gesundheitsämter vor Ort verantwortungsbewusst handelt und tatsächlich alle in die Fünftagequarantäne schickt, die ein erhöhtes Risiko hatten. An Schlechtwettertagen, an denen nicht gelüftet werden konnte, hat die ganze Klasse dieses Risiko.

    Ich verstehe nach wie vor nicht, warum man immer mehr Regeln so ändert, dass sie die Durchseuchung beschleunigen. Könnte man damit nicht wenigstens warten, bis alle (auch die Grundschüler!) die Chance auf eine Impfung hatten? Dann könnten die Betroffenen wenigstens zwischen Impfung und Infektion wählen, statt zwangsweise die Infektion zu nehmen.

    • ich bin froh, dass sich die Experten der ständigen Impfkommission nicht unter politischen Druck setzen lassen, sondern allein nach wissenschaftlichen Kriterien zwischen den Gefahren der Impfung und den Gefahren der Infektion abwägen.

      • Sie wissen schon, dass die STIKo derzeit für Grundschüler noch gar nichts entscheiden kann, weil es noch keinen von der EMA zugelassenen Impfstoff gibt?
        Zum Thema „Geimpfte (also in GS die Lehrkräfte) gehen nicht in Quarantäne“: die Mutter eines meiner Schüler ist schon seit längerem doppelt geimpft. Heute hat sie mit starken Erkältungssymptomen einen Schnelltest gemacht – positiv. Nun wartet die ganze Familie auf das Ergebnis des PCR-Tests. Zum Glück hat sie das Kind vorsorglich zu Hause gelassen. Aber geimpfte Lehrkräfte stecken sich ja nicht an – haben die Gesundheitsminister heute beschlossen.

      • Pälzer, was hat das denn mit der Stiko zu tun? Momentan geht es darum, wann der U12 Impfstoff kommt und zugelassen wird. Und danach ist mir völlig egal was die Stiko sagt. Geht dann ein paar Wochen wieder hü und hott und dann geben sie doch wieder Ihre Empfehlung ab. Also warum darauf warten?

  2. Ich verstehe nicht, wieso die Gesundheitsämter die Nachverfolgung nicht hinbekommen. Im Prinzip müssen sie nichts nachverfolgen. DieSitznachbarn sind ja bekannt. Von daher entzieht sich die Argumentation jeglicher Logik.

    • Liebe(r) Defence, da gebe ich dir absolut recht, aber die Praxiserfahrung in unserer Stadt zeigt, dass die nächstsitzenden SuS ganz easy anhand der zwanghaft geführten Sitzpläne benannt werden können, die GAs aber nicht zeitnah die Benachrichtigung und die Quarantäneaneeisungen an die jeweiligen Familien hinbekommen. D.h., wenn über die schulischen Schnelltests ein(e) SuS positiv getestet wird, dann weist die Schule die vorgeschriebene Quarantäne für die entsprechenden SuS an…das GA scheint sich nach der eingehenden Info nicht mehr zu rühren. Die bislang festgelegten 14 Quarantänetage werden entsprechend mal eingehalten, mal verkürzt mal sogar verlängert. Kein Mensch kann diese Entscheidungen mehr nachvollziehen. Ich empfinde das als chaotisch.

      Jetzt wurde das, was wir in den letzten Wochen bereits bzgl der wenigen SuS, die in Quarantäne gehen müssen praktizieren bundesweit beschlossen….aber eben das scheint unser GA bereits zu überfordern….wenn jetzt nach 5 Tagen eine Freitestung stattfinden kann / soll, dann frage ich mich, wer das kontrolliert und entsprechend anweist.
      Man sagt immer, dass wir und Dtschl sehr gut beim Verwalten seien….das ist bei dieser wichtigen Angelegenheit offensichtlich nicht der Fall…dafür verwalten wir uns an anderen Stellen zu Tode und lähmen zuweilen den ganz normalen, notwendigen Alltag.
      Einfach traurig und frustrierend!

      • Nachmittägliche Einschulungsfeier mit Verwandtschaft:
        Eingeschultes Kind (6) flüstert seiner Omi zu: “ Mami hat gesagt ich soll das nicht erzählen, aber ich sollte in der Schule sagen, Mami hat mich getestet, obwohl sie das nicht gemacht hat.“

        Wusste am Wochenende meine Nachbarin zu berichten, welche besagte Großmutter ist.

        Einzelfall? Wohl eher nicht.

    • In der GS gibt es nicht nur „Sitznachbarn“, es findet Fachunterricht in gemischten Gruppen statt und nach der Schule gehen ca. 1/3 der SuS in die OGS und essen und spielen dort munter miteinander mit 30 anderen Kinder in schlecht belüfteten Innenräumen.

  3. Mich würde die Empfehlung des RKI dazu interessieren. Und wenn in einigen Städten schon jetzt die Kontaktnachverfolgung nicht mehr funktioniert, bin ich gespannt, wer die Sitzpläne, die Lüftungsintervalle und die Masken abfragt.
    Als uns letztes Jahr die Coronafälle an der Schule nur so um die Ohren geflogen sind, hat es sechs Tage (!) gedauert, bis wir beim Gesundheitsamt überhaupt jemanden erreichen konnten!

    • Na das passt doch dann: da die Quarantäne eh nach 5 Tagen endet, geht keiner mehr in Quarantäne. Präsenzunterricht kann uneingeschränkt stattfinden – zumindest so lange, bis aufgrund symptomatischer Erkrankungen sowohl von Lehrern als auch Schülern die Klassen leer sind.
      Mir bleibt nur noch Sarkasmus…

  4. @Pfälzer
    Von den infizierten Kindern und Jugendlichen erkranken etwa 1,5% schwerwiegender. Über longcovid gibt es noch keine verlässlichen Daten.. wollen Sie die Verantwortung für diese Kinder übernehmen? Ich hätte kein gutes Gefühl. Sorglosigkeit und Demut gegenüber der Wirtschaft war noch nie ein guter Ratgeber.

  5. „Im Interesse eines möglichst verlässlichen Präsenzunterrichts sei die Anordnung einer Quarantäne außerdem «auf möglichst wenige Personen» zu beschränken.“

    «nur mit Augenmaß unter Berücksichtigung der Belange der Kinder und Kinderbetreuungseinrichtungen»

    Irgendwie fehlt mir da das, worum es der Politik wirklich geht: Die Erhaltung der Arbeitsfähigkeit der Eltern. Es ist der Inbegriff der Heuchelei, wenn man davon redet, der Präsenzunterricht, die Belange der Kinder oder gar ihre Gesundheit oder das ihrer Familien stünden im Zentrum der Entscheidungen. Das ist ganz einfach nur Bullshit!

  6. „Coronavirus-Liveticker
    +++ 21:26 Kinderärzte kritisieren Quarantäne-Einigung +++

    Der Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte kritisiert die Einigung der Länder-Gesundheitsminister zur Quarantäne-Regelung in den Schulen. „Wir finden es deutlich sinnvoller, nur das infizierte Kind in Quarantäne zu schicken“, sagt Verbandssprecher Jakob Maske der „Welt“. „Kinder leiden auch bei fünf Tagen unter der Quarantäne, sitzen etwa eine zweistellige Stundenanzahl vor dem Bildschirm. Die Folgen haben wir in den vergangenen drei Lockdowns erlebt: Angst-, Zwangsstörungen oder Depressionen.“ Besser wäre es gewesen, die Sitznachbarn des infizierten Schülers täglich vor dem Unterricht per PCR-Test zu testen, ergänzt Maske.“

    https://www.n-tv.de/panorama/21-26-Kinderaerzte-kritisieren-Quarantaene-Einigung–article21626512.html

    Täglicher PCR-Test vor dem Unterricht? Wann ist denn da das Ergebnis da? Am nächsten Tag? So kann die Durchseuchung der Kinder nicht verhindert werden. Und viele Familienmitglieder werden auch betroffen sein.

    • Vor allem muss irgendwer mal dem Virus erklären, dass es gefälligst im Falle eines Falles ausschließlich die Sitznachbarn zu befallen hat. Weiterhin sind zwingend die Gesetze der Strömungsphysik dahingehend zu verändern, dass Aerosole sich in ihrer Ausbreitung auf eine Glocke mit dem Radius 1,50m um den Infizierten beschränken. Gibts da auch schon eine diesbezügliche Anordnung irgendwelcher Politiker?

  7. „Der Beschluss wurde bei Enthaltung zweier Länder angenommen.“

    Wer sind denn diese beiden Bundesländer, die nicht mitmachen bei der Durchseuchung light?

    Hat NRW sich enthalten damit #Gebauer und #Stamp ihren perfiden Durchseuchungsplan doch noch schneller durchgezogen kriegen als alle anderen Bundesländer?

  8. Nur mal so, die Empfehlung des RKI lautet : „ Liegen überwiegend Faktoren vor, die mit einem höheren oder hohen Infektionsrisiko einhergehen, so reicht die Quarantäne der umgebenden Sitznachbar*innen nicht aus, sondern es ist die Anordnung umfassenderer Quarantänemaßnahmen bzw. einer Quarantäne des gesamten Klassenverbandes gemäß den geltenden Empfehlungen zu prüfen – dies gilt auch für schwer zu überblickende Kontaktsituationen oder wenn es mehr als einen Quellfall gibt.“ (https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Hilfestellung_GA_Schulen.pdf?__blob=publicationFile). Zum hohen oder höheren Infektionsrisiko zählen sie: MNS nicht kontinuierlich und/oder nicht kontinuierlich korrekt getragen, meistens Abstand (SuS/LuL bleiben i.d.R. am Platz; moderate Raumbelegung) bzw. kein Abstand (SuS/LuL bewegen sich frei im Raum; dichte Raumbelegung), Dauer der Exposition länger als 2 Schulstunden. Klingt für mich nach ganz normalem Grundschulalltag und würde eigentlich erfordern, die gesamte Klasse in Quarantäne zu schicken. Aber unsere KuMis wissen es ja mal wieder besser!

    • Ergänzung @Anne:
      Das ist nicht nur ganz normaler Grundschulalltag, sondern Schulalltag auch auf weiterführenden Schulen. Jedenfalls auf unserer. Vom Mindest-Abstand wurde Abstand mindestens seit Rückkehr zur Vollpräsenz genommen, die Aufforderung dazu impliziert bereits der Begriff – für alle KuMis, die sonst zu s-stutzig dazu gewesen wären. Mit solch versteckten Aufforderungen sollte man sorgsamer umgehen.
      Einzelfallprüfungen darf sich das Gesundheitsamt gern schenken und die freiwerdende Zeit sinnvoller nutzen Meinen Vorschlag dazu siehe weiter unten.
      Der Schulalltag an einem lebendigen Gymnasium mit an die 1000 Schülern, wie unserem, besteht geradezu defaultmäßig aus „schwer zu überblickenden Kontaktsituationen“, zumindest, was ich mir darunter vorstelle.
      Nur weicht meine Auslegung offenbar mal wieder deutlich von der weitaus kreativeren obrigkeitlichen ab.
      Um mein RKI-Empfehlungsverständnis bloßzustellen, brauchen sich bloß ein schlauer KuMi und ein ebensolcher Vertreter des Gesundheitsamtes, der nun eh unausgelastet ist, zur großen Pause bei uns in einem der obersten Stockwerke mit prächtiger Panoramaaussicht über den gesamten Schulhof hinzustellen und unisono den selbstbestätigenden Seufzer auszustoßen: „Was stellt Ihr Euch denn bloß alle so an, ICH habe sämtliche Kontakte im Blick. Geht ganz einfach, schwer zu überblicken sind die nicht.“
      Schon ist unsere Schule ein für allemal jedwede Quarantänesorgen los, mit höchster Absegnung von oben, im wahrsten Wort(un)sinne.
      Das RKI MUSS das ganz einfach SO gemeint haben.
      Ironie / Sarkasmus muss man hier nicht dazuschreiben, oder?

      • Volltreffer und sehr lautes Handgeklapper…genau deine Beschreibung trifft sich mit meiner Beobachtung….bei absolut vergleichbarer schulischer Situation.

  9. Jetzt bin ich mal gespannt, wie die Steffi das Kunststück hinbekommt, auch die Maskenpflicht zu canceln und das alles als supertolles Schutzkonzept zu verkaufen!

  10. Das kommt raus, wenn statt den Praktikern irgendwelche fachfremden Bürohengste und -stuten sich Regeln ausdenken. Nur die Sitznachbarn müssen in Quarantäne?! Wie sieht es bei Stationenarbeit, Gruppenarbeit, Lerntheke,… in einer Klasse aus? Sind die Sitznachbarn die Kinder links und rechts neben dem betroffenen Kind?! Oder gelten auch die davor und dahinter sitzenden Kinder als Nachbarn? Was, wenn das Kind nach hinten gehustet hat? Wie ist es, wenn die Kinder an Gruppentischen, in einer U-Form,… sitzen? Wie sind Pausenkontakte zu werten? Was ist, wenn die Kinder sich für den Sportunterricht aufstellen? Wie sieht es mit Nachbarskindern aus, mit Geschwistern,…? Was wenn die Lehrkraft das Lüften vergaß? Wer entscheidet, wann ausreichend gelüftet wurde? Anfang des Sommers stand die Luft in meinem Klassenzimmer, trotz geöffneter Fenster und Türe.

    Was ist, wenn meine eigenen Kinder unter 12 Jahren sich infizieren? Welches Elternteil möchte dann, dass ich meine Klasse weiterhin unterrichte, was ich als Geimpfter ja muss?

  11. „Kinder und Jugendliche hätten in der Pandemie auf viel verzichtet, jetzt hätten sie es verdient,“……sich auch endlich mal mit Corona zu infizieren.

  12. Ich bin diesen ganzen Schwurbelmist der Kumis so leid…
    Wenn man sich die Aerosolverteilungen eines durchschnittlichen (belüfteten) Klassenzimmers anschaut, wird die Notwendigkeit der Quarantäne für die ganze Klasse mehr als offensichtlich. Genauso, wenn man sich die Dynamik der Infektionszahlen unter Kindern und Jugendlichen ansieht.-Bei uns in Nds hat am 02.09.21 die Schule wieder begonnen. Vorher lag die Inzidenz der 5-14jährigen in unserer Region bei etwa 80, gestern bereits bei 250. Kann man sich mit vermehrten Testungen rausreden, ist aber Blödsinn. Macht ja nur die Dunkelziffer zur Hellziffer, ändert aber nichts an der tatsächlichen Menge der Infizierten.
    Nur die Infizierten oder maximal noch die direkten Sitznachbarn in Quarantäne zu schicken..-da kann man die Quarantäne auch gleich lassen.

    Meine Tochter war bereits bei Schulbeginn durchgeimpft +14 Tage. Ihre Klassenlehrerin weiß das. Ich weigere mich aber, irgendwem ihr Impfzertifikat auszuhändigen; sie soll und will trotzdem noch in Quarantäne gehen dürfen, wenn sie K1 ist. Auch das tägliche Testen möchten wir beibehalten. Ob ich das rechtlich überhaupt so machen darf oder ob es „bessere“ Wege gibt, dazu finde ich null Information. Überall heißt es nur „Geimpfte sind von der Quarantäne/dem Testen befreit, wenn sie den Impfnachweis übermitteln“.
    Als wäre es völlig undenkbar, dass jemand freiwillig diese Maßnahmen mitmacht, um auch kein Überträger zu werden. Dieses Szenario wäre für mein Kind (und vermutlich viele andere ebenso) psychisch viel schwerer zu verkraften als sämtliche bisherigen Einschränkungen inklusive freiwilligem Distanzlernen seit Weihnachten.

    • @catblue: Ihre Tochter ist vollständig geimpft und das ist gut. Wie viele in ihrer Klasse sind inzwischen auch vollständig geimpft oder werden es in den nächsten Wochen auch sein?

      Ich bin überzeugt wenn der Impfstatus offiziell auch bekannt ist daß sich die Lage an der Schule auch schnell entspannen kann und hoffentlich dadurch auch viele Corona Einschränkung fallen können. Nur Basis wird eben sein daß bekannt ist wie viele inzwischen geimpft sind. Ich frage mich warum Sie sich dagegen wehren?
      Zudem bezweifele ich daß Testungen bei geimpften Personen noch viel Sinn machen. Ist Ihnen eine Statistik bekannt in wieviel Prozent die Schnelltests bei geimpften Personen noch Infektionen festgestellt wurden? Ich würde eher als Ziel haben so schnell wie möglich wieder einen normalen Unterricht ohne Einschränkungen und vor allem ohne Masken im Unterricht zu haben.

  13. Dieser ganze Schwurbelmist passt doch einfach vielen Menschen in den Kram.
    Inzidenzen wollen sie nicht mehr, hoch sind die bei Kindern ja nur weil diese so viel getestet werden und krank werden die kinder ja auch nicht.
    Also sind die Zahlen egal.
    So ist der Tenor der Bevölkerung. Es muss jetzt alles endlich wieder „normal“ laufen.
    Da kehrt man die Inzidenzen bei SuS unter den Teppich, hört auf zu testen und… schwups.. . Alles Paletti!
    Diese ignorante und dämliche Vorgehensweise wird uns ordentlich in den Rücken fallen.
    Warten wir nur die Wahlen ab. Wenn jeder sein Pöstchen ausgehandelt hat, werden wir erleben, was den Politikern dann einfällt. Dann, wenn alles wieder aus dem Ruder läuft.
    Aber, kann ja keiner ahnen…

  14. Sehr viele der hier geposteten Kommentare erscheinen mir im höchsten Maße unehrlich: Hier wird viel über die Gefahr für die Kinder und Long COVID gesprochen, wo statistisch klar ist, dass diese „Gefahren“ gegenüber vom Bundesverband der Kinder- und Jugendärzten genannten eher gering sind:

    „Der Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte kritisiert die Einigung der Länder-Gesundheitsminister zur Quarantäne-Regelung in den Schulen. „Wir finden es deutlich sinnvoller, nur das infizierte Kind in Quarantäne zu schicken“, sagt Verbandssprecher Jakob Maske der „Welt“. „Kinder leiden auch bei fünf Tagen unter der Quarantäne, sitzen etwa eine zweistellige Stundenanzahl vor dem Bildschirm. Die Folgen haben wir in den vergangenen drei Lockdowns erlebt: Angst-, Zwangsstörungen oder Depressionen.““

    Hier wird das vermeintliche Wohl der Kinder vor die eigene Angst geschoben, sich selbst zu infizieren. Immer wieder wird behauptet die Kinder stecken auch ihre Angehörigen an … Nochmal: Wenn dem so ist, dann sind letztere sicher geimpft und haben keinen schweren Verlauf. Und wenn nicht, dann nehmen sie eine Infektion billigend in Kauf.

    Mag sein, dass es auch wirtschaftliche Interessen von Seiten der Politik und der Eltern gibt dieses an sich normale Vorgehen zu pushen (Durchseuchung ist der Normalfall, nicht die Ausnahme). Aber ich frage mich ob die vereinigte Lehrerschaft auch so vehement für Quarantäne wäre, wenn man je nicht betreuten Schüler, Lohn/Urlaub oder ähnliches kürzt. Genau das passiert bei all den Eltern welche zu Hause bleiben müssen, weil ihr Kind ohne Symptome nach Hause geschickt wird. Abgesehen davon, dass bei den betroffenen Kindern der Lernerfolg auf der Strecke bleibt! Man kann hier nicht alle über einen Kamm scheren aber der Eindruck entsteht wenn man die Kommentare hier ließt.

    • „ Genau das passiert bei all den Eltern welche zu Hause bleiben müssen, weil ihr Kind ohne Symptome nach Hause geschickt wird.“
      Das ist falsch: wenn Sie aufgrund angeordneter Quarantäne für Ihr betreuungspflichtiges Kind zuhause bleiben müssen, erhalten Sie Entgeltersatzleistung nach dem Infektionsschutzgesetz. Das hat nichts mit den Kinderkranktagen zu tun.

      • Danke für Ihre Antwort! In der Vergangenheit war dem so, da gebe ich Ihnen recht! Leider möchte der Gesetzgeber dies aber zeitnah verändern. Das heißt konkret, dass für Eltern deren Kinder in Quarantäne gehen müssen, und die diese dann zuhause betreuen, Lohneinbußen entstehen. Leider sind 5-14 Tage unbezahlter Urlaub nicht für jeden Arbeitnehmer (und auch -geber so ohne weiteres machbar).

    • Wenn Kinder nach 5 Tagen zu Hause an Depressionen leiden, liegen da wohl ganz andere Ursachen zu Grunde. Sonst hätten wir nach allen Ferien nur noch massiv depressive, zwangsgestörte und fettleibige Kinder in den Klassen sitzen.

      • @Anne: Ich bin überzeugt, daß Sie da nicht richtig liegen. Eine Urlaubssituation ist eine entspannte Situation. Man kann rausgehen, wenn man möchte, kann sich kurz mal mit Freunden treffen usw.
        Bei einer angeordneten Quarantäne hat man hier Beschränkungen. Wenn die beste Freundin bei sich zu Hause zum Geburtstag einlädt, dann darf man da nicht dahin. Und Sie meinen soetwas macht Kindern nichts aus?

    • “ Kinder leiden auch bei fünf Tagen Quarantäne, sitzen etwa eine zweistellige Stundenzahl vor dem Bildschirm. Die Folgen haben wir in den vergangenen drei Lockdowns erlebt: Angst, Zwangsstörungen und Depressinen“
      Als Mutter frage ich mich, wie die Kinderärzte, falls diese Störungen wirklich zugenommen haben, die Ursache für diese, zweifelsfrei den Lockdowns anlasten können.
      Die Frage, ob Angst und Zwangsstörungen, Depressionen nicht auch Folge von Anwesenheitspflicht in Klassenräumen ohne ausreichenden Infektionsschutz sein könnten, scheinen sich die Kinderärzte nicht zu stellen…
      Für mich wirft diese undifferenzierte Sichtweise schon Fragen auf….
      Seit Beginn der Pandemie verharmlosen die Verbandssprecher der niedergelassenen Kinderärzte das Infektionsgeschehen und auch aktuell: Während das RKI von unklarer Datenlage bzgl. Langzeitfolgen bei Kindern spricht, erklären die Kinderärzte die Auswirkungen einer Coronainfektion auf den kindlichen Organismus schon mal für (relativ) harmlos.
      Und das wirft weitere Fragen auf….

      • Natürlich kann man den niedergelassenen Kinderärzten eine Verharmlosung vorwerfen aber man stellt sich damit natürlich gegen die empirischen Fakten: Kinder erkranken selten schwer, meist asymptomatisch und spielen keine Rolle auf den Intensivstationen. Insbesondere bei Kindern ist die allseits verbreitet Influenza statistisch gesehen gefährlicher als COVID. Und LongCOVID – mag sein das es das gibt, gibt es aber auch bei Influenza!
        Und noch Etwas: Wenn das eigene Kind, Angst und Zwangsstörungen, Depressionen aufgrund einer Infektionskrankheit hat, für die oben gesagtes gilt, dann sollte man die Eltern in die Pflicht nehmen nicht die Kinderärzte!

        • Simon,
          Sie wissen aber schon, dass für einen schweren Influenzaverlauf prädisponierte Kinder sich impfen lassen können. Die Eltern von vorerkrankten Kindern können schon seit Jahren ihre Kinder gegen Grippe impfen lassen. Diese Möglichkeit haben Eltern von vorerkrankten Kindern bezg. der Coronaschutzimpfung nicht oder noch nicht.
          Sie müssen ihr Kind also ungeschützt in die Schule schicken….
          Bitte verlinken Sie hier einmal Beiträge die eine Symtomatik ähnlich der des LongCovid bei Kindern nach überstandener Influenza beschreiben.
          Wenn das RKI auf eine unklare Datenlage bei Longcovid und Kinder verweist, wie kömmen Privatpersonen dann zu Aussagen, wie“…..für die das oben gesagte gilt“?
          Kinder können aus unterschiedlichen Gründen psychische Störungen entwickeln. Sicherlich ist es für ein Kind nicht leicht, wenn die Eltern zum Team Vorsicht gehören und es aber aufgrund von Präsenzpflicht in die Schule muss. Aber was ist denn mit sensiblen und differenzierten Kindern, die aber leider infantil verdrängende oder vielleicht sogar gleichgültige Eltern haben , denen der Infektionsschutz an Schulen egal ist? Förderlich für das Vertrauensverhältnis zu den Eltern und auch für ein gutes Selbstwertgefühl des Kindes , ist das doch auch nicht….
          Die ganze Situation ist komplex und daher wundere ich mich über die sehr unterkomplexe Schlußfolgerung der Kinderärzteverbandssprecher eine Zunahme von Depressionen, Angst und Zwangsstörungen bei Kindern seien Folge der Lockdowns.

          • @Stina

            „Kinder können aus unterschiedlichen Gründen psychische Störungen entwickeln. …“

            Exakt!

            Und man sollte sich schwer davor hüten jetzt als „neue Mode“ bei jeder Gelegenheit juvenile Depressionen einfach mit „Covid19“ zu verknüpfen!
            DAS könnte mehr Schaden anrichten als dass es den Kindern und Jugendlichen in der Gesamtheit nutzen würde. … von den tatsächlich von „echten“ Depressionen geplagten Kindern und Jugendlichen ganz zu schweigen!

            Mehr dazu (2 Video-Links zum Thema Depression und 1 Buchtipp) weiter unten:
            Pit 2020 10. September 2021 um 16:23
            @Simon

    • @Simon

      „Kinder leiden auch bei fünf Tagen unter der Quarantäne, sitzen etwa eine zweistellige Stundenanzahl vor dem Bildschirm. Die Folgen haben wir in den vergangenen drei Lockdowns erlebt: Angst-, Zwangsstörungen oder Depressionen.“

      1)
      WAS muss man sich in DIESEM Zusammenhang KONKRET unter „Depressionen“ vorstellen?
      2)
      WIE zeigen sich Depressionen?
      bzw.
      WORAN kann die Depression bemerkt werden?

      Wer hat dazu tatsächlich nähere SACHLICHE Informationen?
      (Bitte kein oberflächliches Geplapper.)

      • Da diese Äußerung nicht von mir stammt sondern ein Zitat der Kinderärzte/-Psychologen darstellt (siehe „“) kann ich die Frage nicht sauber beantworten. Ich würde z.B. bei Wikipedia unter Depressionen nachschlagen oder die Suchmaschine Ihrer Wahl mit COVID + Depression + Children (altern. Kids) bemühen.

        • @Simon

          Hallo Simon,
          vielen Dank erst einmal für die ernsthafte Antwort.

          Das Problem ist aber, dass Kinderärzte eben KEINE Kinder-/Jugendpsychologen sind, obwohl das leider oft so „verkauft“ wird – entweder teilweise von den Kinderärzten selbst oder auch öfter in der medialen Darstellung. Ob das bewusst so geschieht oder ob da einfach „unsauber“ formuliert wird vermag ich nicht zu beurteilen. Aber es ist mir in den letzten Monaten verstärkt aufgefallen.

          Die üblichen Suchmaschineneinträge helfen mir leider nicht weiter, weil ich da schon seit Jahren etwas tiefer im Thema bin, denn Depressionen bei Jugendlichen und Kindern sind mir auch schon vor weit mehr als 10 Jahren untergekommen, mit im Laufe der Jahre deutlich steigender Tendenz uns einer schier unglaublichen Bandbreite an Reaktionen seitens der Erwachsenenwelt – nicht immer sind die Reaktionen hilfreich für die Kinder und Jugendlichen.
          Es gibt immer noch sehr wenig seriöses Material zu diesem Themenbereich speziell für Kinder und Jugendliche, was ich absolut erschrecken finde, da ja dieses Thema seit etwa einem halben Jahr extrem breitgetrampelt wird.
          Jeder redet mit – aber scheinbar ohne tragfähige Wissensbasis!
          Und in dieser Hinsicht halte ich es natürlich für möglich, dass sich dort einige Leute schon „in Stellung bringen“, um sich ein Stückchen „fruchtbares Ackerland“ zu sichern!

          Zurück zum Thema:
          Für alle Interessierten hier zwei Video-Links, die einen ganz guten Einblick darüber geben wie sich Depressionen anfühlen – und zwar aus Sicht der BETROFFENEN, und DIE wissen schließlich worum es geht!
          Die Betroffenen sind zwar Erwachsene, aber ich denke das Empfinden wird bei Kindern und Jugendlichen ganz ähnlich sein – nur fällt es ihnen eben noch schwerer die passenden Worte zu finden.
          Von diesen sehr verständlichen Schilderungen lassen sich dann allerdings Rückschlüsse auf Kinder und Jugendliche ziehen – etwas Besseres steht mir da leider auch nicht zur Verfügung.

          Wie fühlen sich Depressionen an? | Kulturjournal | NDR Doku (etwa 20 Minuten)
          „Etwa jeder fünfte Erwachsene leidet im Laufe seines Lebens einmal an einer Depression. Allein in Deutschland über fünf Millionen Menschen. Doch in der Gesellschaft fehlt es noch immer an Verständnis und Akzeptanz. Viele sehen die Depression nicht als ernstzunehmende Krankheit an, sondern glauben, es gehe dabei nur um eine traurige Phase – oder sie denken, sie betreffe nur Menschen, die schwach und nicht leistungsstark sind. Im Film „Wie fühlen sich Depressionen an?“ sprechen drei Betroffene über ihre Krankengeschichte.“
          https://www.youtube.com/watch?v=7cGc09gm48A

          Chez Krömer – Zu Gast: Torsten Sträter (S04/E01) (etwa 30 Minuten)
          BEIDE sind depressiv.
          Beide zusammen erklären dermaßen anschaulich, DAS sollte man sich unbedingt anschauen!
          Klamaukfrei, aber die beiden zeigen hervorragend, wie man damit umgehen kann (als betroffener Erwachsener) und geben Einblicke für alle, die nicht selbst von der Krankheit betroffen sind, ab etwa Minute 9:20.
          https://www.youtube.com/watch?v=ZxL1lJnHJNQ
          „Die Leute sehen lieber ’n Gips bis zum Oberschenkel als sich von dir erklären zu lassen dass du ’ne Depression hast.“
          ABER, und das sind meine Erfahrungen aus den letzten Jahren mit Kindern und Jugendlichen:
          Es muss auch klar sein, dass eine niedergeschlagene Stimmung – auch für 2 oder 3 Wochen noch lange (!) keine Depression ausmachen.
          Und dieses Gerede diesbezüglich sollte auch schnellstens aufhören, denn es gibt gerade in der (vor-)pubertären Phase auch immer wieder Kinder und Jugendliche, die sich in Stimmungen „verlieren“, wenn diese von (künstlich) übermäßigem Interesse sind. Man tut gerade diesen Kindern und Jugendlichen KEINEN Gefallen, wenn man etwas herbeiredet.
          Aus diesem Grund würde ich persönlich NIEMALS „Covid“ in Verbindung mit „Depression + Children (altern. Kids)“ googeln!

          Für alle, die auch gerne mal ein GUTES und dennoch verständliches Buch lesen und IRGENDWIE mit Kindern und Jugendlichen zu tun haben:
          Philippa Perry,
          „Das Buch, von dem du dir wünscht, deine Eltern hätten es gelesen (und deine Kinder werden froh sein, wenn du es gelesen hast)“
          ISBN 978-3-550-20074-8 (etwa 20 Euro)
          Kapitel laut Inhaltsverzeichnis:
          1) Ihr elterliches Erbe
          2) Die Umgebung Ihres Kindes
          3) Gefühle
          4) Das Fundament
          5) Die Voraussetzung seelischer Gesundheit
          6) Jedes Verhalten ist Kommunikation
          Aus dem Vorwort:
          „Dies ist kein Erziehungsbuch im engeren Sinn. Es geht hier nicht ums Töpfchen-Training oder ums Abstillen, sondern vielmehr um die Frage, was einer guten Verbindung im Weg stehen und was sie verbessern kann. Es geht darum, wie wir selbst erzogen wurden und welchen Einfluss das auf unsere Elternschaft hat, darum, welche Fehler wir machen werden – vor allem solche, die wir nie machen wollten – und was wir dagegen tun können. …“

          Ich hoffe, dass das allen Interessierten (davon gibt es scheinbar viele, ich meine aber die ERNSTHAFT Interessierten) ein wenig weiterhilft.

  15. Nur mal zur Einordnung, wie die Praxis in Schleswig-Holstein aussieht.
    Am Dienstag 31.08.2021 kommt unser 15-jähriger Sohn aus der Schule und berichtet, daß sein Sitznachbar nicht in der Schule war, weil es ein Corona- Verdachtsfall in der Familie des Sitznachbarn gibt. Es gab keinerlei Beschränkungen für die Klasse.
    Am Mittwochabend 01.09.2021 bekomme ich eine E-Mail von dem Klassenlehrer, das die Eltern des Sitznachbarn beide positiv am Montag den 30.08. 21getestet worden sind, und das ein PCR – Test des Sitznachbarn noch aussteht.
    Mein Sohn und auch die anderen Mitschüler gehen weiter in die Schule Am Do. und Freitag.
    Am Freitagabend frage ich noch einmal nach beim Klassenlehrer, wie der PCR-Test vom Sitznachbarn ausgefallen ist. Die Antwort lautet, daß dieser Test wahrscheinlich positiv war.
    Gestern, also 6 Tage nach dem Test erfahren wir, daß der Test des Sitznachbarn tatsächlich positiv war.
    Und das Gesundheitsamt hält weitere Maßnahmen für unnötig.

    Also noch nicht einmal die direkten Sitznachbarn müssen in Quarantäne. Der positiv geteste Schüler saß an diesen Montag 30.08.21 wegen des Kurssystems noch neben vielen anderen Mitschülern.
    Laut Schilderung meines Sohnes war dieser Mitschüler noch mit vielen anderen Mitschülern ohne Maske in der Umkleidekabine vor dem Sportunterricht.
    Also der Verbreitung des Virus war und ist hier Tür und Tor geöffnet.
    Die positiven Fälle in unseren Landkreis steigen auch seit Tagen.
    Ich finde das skandalös.
    Glücklicherweise ist mein Sohn und wir vollständig geimpft.
    Aber nun denke ich auch, daß die Durchseuchung der Kinder in der Schule geplant und durchgeführt werden soll.

    • Sie haben ihren Sohn doch sicher täglich getestet nach Bekanntwerden des Falls. Wenn er nach 6 Tagen immer noch negativ ist, dann hat er sich nicht angesteckt.
      Wissen Sie, was passiert, wenn bei jedem Verdachtsfall sämtliche zweit und Drittkontakte in Quarantäne schickt, dann wäre die Wirtschaft bald lahm gelegt.

      • durch einen erneuten Lockdown, wegen explodierender Infektionszahlen und einer drohenden Überlastung der Intensivmedizin, wird die Wirtschaft natürlich nicht lahmgelegt…..

        • Ein Lockdown wegen explodierender Infektionszahlen ist ein politisches, kein sinnvolles Thema (siehe Schweden, UK, Florida etc.).
          Zum Thema Intensivstationen hat sich der Bundesrechnungshof bereits geäußert!

    • Vielen Dank für Ihren Kommentar: Ein Bericht aus der gelebten Realität ist sehr viel wert.

      Was ich hierin jedoch nicht erkenne ist der Skandal. Nach Ihrer Aussage gab es nur positive Tests (also Infektionen) keine schweren Verläufe und damit (außer den verordneten Maßnahmen) auch keine Schäden. Wenn sich daran etwas geändert hat, lassen Sie es uns bitte wissen!
      Im übrigen bauen alle genannten Kinder einen hochwertigen Schutz gegen Neuinfektionen mit COVID auf welcher ca. 13 mal effektiver ist und länger vorhält als die vielgepriesene Impfung (siehe Studie Israel).

  16. „Schulleitungsverband kritisiert neue Quarantäne-Regeln

    11:43 Uhr

    Der Allgemeine Schulleitungsverband Deutschland hat die Vereinbarung der Gesundheitsminister von Bund und Ländern zu Quarantäne-Regeln in Schulen scharf kritisiert. Die Verbandsvorsitzende Gudrun Wolters-Vogeler sagte im rbb-Inforadio, die Vereinbarung sei „realitätsfern“. Die Regeln gingen von einem „völlig veralteten Schulbild“ aus. „Sie gehen davon aus, dass die Schülerinnen und Schüler ständig an festen Plätzen arbeiten“, so die Vorsitzende der Dachorganisation der Schulleitungsverbände. Das entspreche nicht moderner Pädagogik: „Wenn wir gucken in dem Bereich Grundschule und Sekundarstufe 1, dann geht es da relativ viel um zum Beispiel Gruppenarbeit, Partnerarbeit.“ Das heiße, die Schülerinnen und Schüler hätten im Laufe eines Schultags enge Kontakte nicht nur – wie früher im Omnibussystem – zu immer denselben Schülern.“

    https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/coronavirus-live-blog-in-bw-100.html

  17. Wie zu erwarten, prescht NRW im Öffnungswahn mit vor: Herr Laumann hat verkündet, dass nur noch das infizierte Kind selbst in Quarantäne geht. Nur, wenn mehrere Kinder pro Klasse betroffen seien, könnten die Gesundheitsämter weitreichendere Anordnungen treffen. Die entsprechenden Verordnungen will er bis Ende der Woche veröffentlichen. War der am Montag krank, oder warum hält sich NRW mal wieder (!) nicht an gemeinsame Beschlüsse?? Man findet diese Info bei n-tv.de. Direkt darüber steht übrigens, dass in ganz NRW kein ECMO-Platz mehr frei ist…

  18. @Dirk
    Die Frage kann ich beantworten: Es sind bisher 3 Kinder in der Klasse geimpft, inklusive meiner Tochter. Das macht ziemlich genau ein Zehntel.
    Natürlich möchten wir eine möglichst schnelle Rückkehr zur Normalität haben, aber nicht um jeden Preis. Die Lockerungen bei Quarantäne- und Testregelungen kommen m.E. nach viel zu früh und ich befürchte, Escape-Mutationen werden der Preis sein.
    Mir ist klar, dass das Testen nicht allzu viel bringt nach der Impfung, aber immerhin ein bisschen. Ich gehe da nach dem Käsescheiben-Prinzip und ich werde keine der Scheiben freiwillig hergeben, solange nicht alle die Chance auf Schutz hatten.
    Die Masken im Unterricht scheinen wohl auch nicht für alle ein Problem zu sein -Meine Tochter will ihre FFP2 nicht mal gegen die einfacheren OP-Masken tauschen, auch nicht beim Sport, wo sie gar keine tragen müsste.

    @Simon
    Meine Tochter war als einzige seit Dezember im freiwilligen Distanzlernen. Sie zeigt keinerlei psychische Auffälligkeiten, obwohl sie die meiste Zeit alleine zuhause war -ich bin alleinerziehend und arbeite Vollzeit, kein Homeoffice möglich. Auch schulisch hat sie gut den Anschluss behalten, war zu keinem Zeitpunkt versetzungsgefährdet. Quarantäne fänd sie ätzend, aber noch ätzender fänd sie, wenn sie das Virus weiterverbreiten würde.
    Und tatsächlich war sie auch schon vor der Pandemie mehr als einmal auch ne ganze Woche krank. Da ging sie dann auch nicht raus oder zu Kindergeburtstagen. Wäre schlimm, wenn sie danach jedesmal ne Depression bekommen hätte..

    Und um mal auf die „geringe Gefahr für Kinder und Jugendliche“ einzugehen: Ich habe jetzt keine aktuellen Daten dazu, wie häufig schwere Verläufe oder LongCovid bei Kindern zusammengenommen nun prozentual auftauchen (dazu gibt es ja auch diverse unterschiedliche Studienergebnisse und Hochrechnungen). Aber selbst wenn man von nur 1% ausginge, sind das auf 100.000 Infizierte 1000 Kinder, für die eine Infektion problematisch wird. In meinen Augen ist das eine deutlich zu hohe Zahl.
    Und zu sagen, dass alle Angehörigen ja geimpft seien (oder eben selbst schuld, wenn sie sich anstecken) ist auch ein bisschen kurz gedacht – Was ist denn mit Geschwistern? Möglicherweise auch noch vorerkrankten u12? Eine Befreiung von der Präsenz bei vulnerablen Angehörigen ist nicht so einfach zu bekommen, wie das in den Medien gerne suggeriert wird. Oft werden betroffenen Familien da erhebliche Steine in den Weg gelegt.

    Schickt man seine Kinder zu sogenannten Masern-Partys (ebenso bei Windpocken und co.) riskiert man richtig Ärger mit dem Jugendamt wegen Kindeswohlgefährdung. Ist auch richtig so, denn Eltern haben eine Fürsorgepflicht. Aber ne staatlich angeordnete Durchinfizierung mit einer noch lange nicht vollständig erforschten Krankheit ist okay?

    • @catblue
      Vielen Dank für Ihre Antwort, als Alleinerziehender haben Sie es ganz sicher nicht leicht! eine Sache möchte ich Ihnen aber ganz sachlich (!) zu bedenken geben: Wenn ihre Tochter „als einzige (!) seit Dezember im freiwilligen (!) Distanzlernen“ war, dann kann das zwei Dinge heißen. Entweder kann sie als einzige die Gefahrenlage richtig einschätzen oder sie stellt ihre Angst vor viele andere natürliche Bedürfnisse (z.B. persönliche Kontakte) die ein Kind typischerweise hat. Ich glaube die oben genannten Ärzte verstehen genau das als „psychische Auffälligkeit“.

      Noch etwas zu Ihrer Annahme LongCovid: Tatsächlich liegt die Zahl dieser Patienten bei 10-20% der ERKRANKTEN Kinder. Zum Glück erkranken aber deutlich weniger als 95% der infizierten Kinder nicht sondern sind asymptomatisch. Damit liegt auch die errechnete Zahl deutlich niedriger und liegt im Bereich von LongInfluenza und ähnlichen.

      Geschwister von Kindern sind üblicherweise auch Kinder und damit ähnlich vulnerabel (nämlich kaum). Sollten sich schwer Vorerkrankte in der Familie befinden (was zum Glück bei sehr wenigen Familien der Fall ist) muss man generell (auch abgesehen von COVID) hohe Vorsicht walten lassen.

      Die „staatlich angeordnete Durchinfizierung mit einer noch lange nicht vollständig erforschten Krankheit“ sehe ich so nicht. Aber ich kann Ihnen sagen das „Durchinfizieren“ in den 160.000 Jahren Menschheitsgeschichte (moderner H.sapiens) der Regelfall war und dennoch kratzen wir aktuell Bevölkerungstechnisch an der 8 Mrd. Marke.

      • @Simon
        „Entweder kann sie als einzige die Gefahrenlage richtig einschätzen oder sie stellt ihre Angst vor viele andere natürliche Bedürfnisse (z.B. persönliche Kontakte) die ein Kind typischerweise hat.“
        Ersteres mag ich nicht beurteilen, sie teilt jedenfalls MEINE Einschätzung der Gefahrenlage. Wir haben viele vulnerable Angehörige, deshalb sind wir vielleicht auch einfach vorsichtiger als andere. Sie haben hier m.M.n. aber einen verbreiteten Denkfehler in ihrer Einschätzung: Distanzlernen bedeutet nicht, völlig auf Kontakte zu verzichten. In der Präsenz hat sie mit einigen ihrer Klassenkameraden auch vor Corona nicht jeden Tag gesprochen. Sie hat ihre engsten Freunden aber auch weiterhin regelmäßig getroffen. Nur eben selten drinnen und nicht mit so vielen gleichzeitig auf engstem Raum.

        LongCovid gibt es übrigens nicht nur bei symptomatischen Verläufen. Ist aber natürlich schwerer in Zusammenhang zu bringen, wenn Corona vorher gar nicht erkannt wurde.

        Im Laufe der Menschheitsgeschichte war das „Durchinfizieren“ sicherlich der Regelfall. Lag aber vor allem daran, dass es eben KEINE wirksamen Medikamente/Impfstoffe und/oder umsetzbare Maßnahmen gab. Jetzt steht die Zulassung auch für jüngere Kinder vor der Tür, aber die Wirtschaft mag die paar Wochen nicht mehr warten? Wofür haben wir eigentlich nen Ethikrat?

        Und was genau soll das Argument, dass wir trotz der „Durchinfizierungen der Geschichte“ aktuell an der 8-Milliarden-Marke kratzen? Selbst wenn ein „paar“ Kinder verrecken, bleiben noch genug übrig? Kann man vielleicht rein sachlich so betrachten. Mir liegt Sozialdarwinismus aber fern.

    • @catblue: Wenn Ihre Tochter geimpft ist sollten Sie darauf achten, daß sie nur noch ausschliesslich in Pflichtbereichen auch nur eine OP Maske trägt. Und dort wo keine Maskenpflicht herrscht, sollte sie die auch abnehmen. Und vor allem beim Sport kann das gefährlich werden. Ich weiss nicht warum sie noch so derartig ängtslich ist. Man sollte zwar immer noch vorsichtig sein, aber übertriebene Vorsicht ist auch schädlich.

      • @Dirk
        Was ich als Mutter tun sollte und wie weit ich ich die Entscheidungen meiner Tochter mittrage und unterstütze, ist m.M.n als Diskussionsbeitrag inzwischen am Thema (es ging ja mal um die Aufweichung der Quarantäneregelungen in Schulen) vorbei. Ich danke Ihnen für die Sorge um mein Kind, versichere Ihnen aber, dass diese unnötig ist.

  19. Liebe(r) Defence, da gebe ich dir absolut recht, aber die Praxiserfahrung in unserer Stadt zeigt, dass die nächstsitzenden SuS ganz easy anhand der zwanghaft geführten Sitzpläne benannt werden können, die GAs aber nicht zeitnah die Benachrichtigung und die Quarantäneaneeisungen an die jeweiligen Familien hinbekommen. D.h., wenn über die schulischen Schnelltests ein(e) SuS positiv getestet wird, dann weist die Schule die vorgeschriebene Quarantäne für die entsprechenden SuS an…das GA scheint sich nach der eingehenden Info nicht mehr zu rühren. Die bislang festgelegten 14 Quarantänetage werden entsprechend mal eingehalten, mal verkürzt mal sogar verlängert. Kein Mensch kann diese Entscheidungen mehr nachvollziehen. Ich empfinde das als chaotisch.

    Jetzt wurde das, was wir in den letzten Wochen bereits bzgl der wenigen SuS, die in Quarantäne gehen müssen praktizieren bundesweit beschlossen….aber eben das scheint unser GA bereits zu überfordern….wenn jetzt nach 5 Tagen eine Freitestung stattfinden kann / soll, dann frage ich mich, wer das kontrolliert und entsprechend anweist.
    Man sagt immer, dass wir und Dtschl sehr gut beim Verwalten seien….das ist bei dieser wichtigen Angelegenheit offensichtlich nicht der Fall…dafür verwalten wir uns an anderen Stellen zu Tode und lähmen zuweilen den ganz normalen, notwendigen Alltag.
    Einfach traurig und frustrierend!

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