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Leopoldina fordert für Schulen: Maskenpflicht – und frühere Weihnachtsferien

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HALLE. Angesichts des exponentiellen Anstiegs der registrierten Neuinfektionen hat sich die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina für eine Impfpflicht ausgesprochen, die schrittweise eingeführt werden sollte – und wohl als erste auch Kita-Fachkräfte sowie Lehrerinnen und Lehrer treffen würde. Auch für Kinder ab fünf Jahren empfiehlt das Gremium, dem renommierte Forscher und Mediziner wie der Charité-Chefvirologe Prof. Christian Drosten angehören, die Impfung. Für die Schulen werden sofortige Schutzmaßnahmen verlangt – vor allem die Maskenpflicht auch im Unterricht. Und ein Vorziehen der Weihnachtsferien.

Die Leopoldina in Halle (Saale) ist die älteste naturwissenschaftlich-medizinische Gelehrtengesellschaft im deutschsprachigen Raum und die älteste dauerhaft existierende naturforschende Akademie der Welt. Sie steht unter Schirmherrschaft des Bundespräsidenten. Foto: Shutterstock / lindaski 76

Die Wissenschaftler lassen in ihrem neuen Papier keinen Zweifel am Ernst der Lage. „In diesen Tagen steht Deutschland vor einer erneuten, verschärften Eskalation der Covid-19-Krise. Es ist zu befürchten, dass Teile der Politik und Öffentlichkeit die Dramatik der Situation nicht in ihrem vollen Ausmaß erfassen. Dazu tragen die Vielstimmigkeit der öffentlich vorgebrachten Einschätzungen von Fakten und Prognosen, ein gewisser Gewöhnungseffekt und wohl auch das für viele ‚bloß‘ statistische ‚Angesicht‘ der Todesopfer und der Langzeitgeschädigten von Covid-19 bei. Die Autorinnen und Autoren dieser Ad-hoc-Stellungnahme sind einzeln und gemeinsam nach bestem Wissen der Auffassung, dass hier ein sofortiges Gegensteuern dringend erforderlich ist.“

Weiter heißt es: „Um die hohen Coronavirus-Infektionszahlen in der Bevölkerung deutlich zu verringern, sind ungeimpfte Personen so schnell wie möglich zu impfen. Dazu müssen Ungeimpfte motiviert oder in die Pflicht genommen werden.“ Für die Einführung einer allgemeinen Impfpflicht wird ein schrittweises Vorgehen empfohlen – bestimmte Berufsgruppen zuerst. Die Forscher betonen „die professionelle Verantwortung und Vorbildfunktion“ von „Ärztinnen und Ärzten, Pflegekräften und medizinische Fachberufe sowie weiteren Multiplikatorengruppen.“ Damit dürften dann wohl auch Kita-Fachkräfte und Lehrkräfte gemeint sein.

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„Bei Kindern und vielen Jugendlichen ist das Virus stark verbreitet”, so stellt die Leopoldina fest

Denn: Die Leopoldina betont die „besondere Situation von Kindern und Jugendlichen“. Eine Aussetzung der Präsenzpflicht und ein Wechselunterricht an Schulen sowie die Schließung von Kitas sollten möglichst vermieden werden, schreiben die Autorinnen und Autoren. Allerdings heißt es in dem Papier auch: „Bei Kindern und vielen Jugendlichen ist das Virus stark verbreitet. Generell muss betont werden, dass es vorrangig den Erwachsenen obliegt, sich und andere durch eigenes Impfen vor Schaden zu schützen. Aber selbst wenn jüngere Kinder im Vergleich zu Erwachsenen nur selten schwer erkranken, lassen die hohen Inzidenzen auch unter ihnen die Fälle von schwereren Erkrankungen zunehmen.“

Zudem trage die Zahl der Infektionen in der Gruppe der Kinder und Jugendlichen zum Infektionsgeschehen bei. „Von den entsprechenden Folgen in Familie und Gesellschaft seien Kinder wiederum indirekt schwer betroffen, etwa wenn nahe Angehörige erkranken oder versterben, ihr soziales Leben aufgrund eines Lockdowns drastisch eingeschränkt wird oder erneut Schulen und Kitas geschlossen werden müssen. Unter Berücksichtigung der aufgeführten direkten und indirekten Folgen ist eine Impfung von Kindern und Jugendlichen ab fünf Jahren mit einem geeigneten Impfstoff zu empfehlen“.

Zudem sollten folgende Maßnahmen ergriffen werden:

Hier geht es zur Ad-hoc-Stellungnahme der Leopoldina.

Zwei Bundesländer ziehen Weihnachtsferien (wieder) vor, um Familien vor Infektionen zu schützen – Modell für Deutschland?

 

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