DÜSSELDORF. Die zweite Verhandlungsrunde zwischen den Gewerkschaften und der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) blieb ohne Ergebnis. Daher ruft die GEW Nordrhein-Westfalen ihre tarifbeschäftigten Mitglieder in den kommenden Wochen zu ganztägigen Warnstreiks auf. Um den Druck auf die Arbeitgeber zu erhöhen, mobilisiert die Gewerkschaft gestaffelt zu regionalen Streikkundgebungen in ganz NRW.
GEW-Landesvorsitzende Ayla Çelik betont die kämpferische Stimmung unter den Beschäftigten. „Die Kolleg*innen sind enttäuscht und verärgert darüber, dass die Arbeitgeber ihnen die Anerkennung für die geleistete Arbeit verweigern.“ Dabei seien es die Beschäftigten gewesen, die den Laden am Laufen gehalten hätten: „Wir haben uns für gute und verlässliche Bildung stark gemacht – und das unter widrigsten Bedingungen. Die Kolleg*innen sind über ihre Grenzen gegangen, da sind fünf Prozent mehr Geld absolut angemessen. Perspektivisch müssen die Arbeitsbedingungen verbessert werden, wenn wir den Lehrkräftemangel angehen wollen, damit sich mehr Menschen für diesen Beruf entscheiden. Dazu gehört auch eine faire Bezahlung.“ Analog zu den letzten Tarifrunden fordert die GEW NRW die zeit- und inhaltsgleiche Übertragung des Tarifergebnisses auf die Beamtinnen und Beamten.
“Leider gibt es offenbar keine andere Möglichkeit unsere berechtigten Forderungen durchzusetzen. Die Arbeitgeber schalten auf stur”
Die Landesvorsitzende der GEW geht davon aus, „dass die angestellten Lehrkräfte in großer Zahl ihr demokratisches Grundrecht wahrnehmen und sich an den Warnstreiks beteiligen werden“. Genauso seien “die Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst der Länder, hier unter anderem die Schulsozialarbeiter*innen und die pädagogischen Fachkräfte in der Schuleingangsphase, sowie die Hochschulbeschäftigten aufgerufen”. Celik: „Das wird sicherlich zu Beeinträchtigungen führen. Leider gibt es offenbar keine andere Möglichkeit unsere berechtigten Forderungen durchzusetzen. Die Arbeitgeber schalten auf stur. Das haben sie zu verantworten.“
Ayla Çelik wird zum Auftakt der Warnstreiks am 9. November 2021 in Köln sprechen. Der Verhandlungsführer für die GEW, Daniel Merbitz, spricht am 18. November in Duisburg. In Bielefeld spricht am gleichen Tag die Bundesvorsitzende der GEW, Maike Finnern. Ebenfalls spricht am 18. November Andreas Keller, stellvertretender Bundesvorsitzender und Leiter des Vorstandsbereichs Hochschule und Forschung, in Wuppertal. Er wird dort besonders die Belange der Beschäftigten an den Hochschulen in den Mittelpunkt rücken. Die GEW NRW ruft zum Warnstreik in Wuppertal am 18. November besonders die Hochschulbeschäftigten und Studierenden zur Teilnahme auf. Die gewerkschaftlichen Streik- und Protestaktionen werden von den lokalen Gliederungen der GEW vorbereitet.
In den kommenden Wochen finden die Streikkundgebungen an folgenden Tagen und Orten statt:
- 09.11.: Köln und Bonn
- 11.11.: Dortmund
- 16.11.: Münster, Bielefeld und Gelsenkirchen
- 18.11.: Essen, Duisburg, Düsseldorf und Wuppertal
Weitere Informationen unter: gew-nrw.de/dasgewinnenwir
GEW-Chefin: „Arbeitgeber provozieren Streiks!“ – Länder legen kein Angebot vor
