Endlich Ferien – mehr als 500 000 Kinder und Jugendliche in Rheinland-Pfalz absolvieren an diesem Freitag den letzten Schultag vor den Sommerferien. Etliche brechen mit ihren Familien gleich am Wochenende zu einer Urlaubsreise auf. Andere freuen sich aufs Schwimmbad oder andere Ferienangebote vor der Haustüre. Aber auch Lernen in den Ferien ist wieder möglich.
«Der Zeugnistag ist ein besonderer Tag», sagte Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD). Für viele sei er Anlass zur Freude, für andere aber auch mit Sorgen verbunden. «Wichtig ist, dass ihr alle wisst: Noten können verbessert, Lernrückstände aufgeholt werden – dafür haben wir auch in diesem Jahr wieder Ferienlernangebote und im kommenden Schuljahr wieder zusätzliche Ressourcen und digitale Werkzeuge zur Verfügung gestellt.»
Die bisherige Sommerschule für das Aufholen von coronabedingten Lernrückständen macht in diesem Jahr erstmals dem Programm «Lernen in den Ferien» (LiF) Platz. Das Bildungsministerium arbeitet dafür mit den Volkshochschulen zusammen. Die Kurse richten sich an Schülerinnen und Schüler aller Klassenstufen und Schulformen vor allem in den Fächern Deutsch, Mathematik und Fremdsprachen. In Absprache mit den Schulen wird eine sinnvolle Verzahnung mit dem Unterricht angestrebt, «die Kindern und Jugendlichen bedarfsorientiertes Wiederholen von Lerninhalten ermöglicht, Familien entlastet und einen wichtigen Beitrag zur Bildungsgerechtigkeit leistet».
Für das LiF-Programm in den Sommer- und Herbstferien stellt das Land insgesamt eine Million Euro bereit. Damit können bis zu 1.650 Kurse für 20.000 Schülerinnen und Schüler angeboten werden. Zum Stichtag 8. Juli lagen Anträge für rund 180 Kurse von 25 Volkshochschulen vor, also nur für etwas mehr als 2.000 Schüler. Zur Einordnung: In Rheinland-Pfalz gehen über 400.000 Kinder und Jugendliche zur Schule.
«Unsere Kinder und Jugendlichen konnten in ihren gewohnten Strukturen zur Kita und zur Schule gehen»
Außerdem werden ebenfalls in Zusammenarbeit mit den Volkshochschulen wieder 355 Sprachferienkurse in ganz Rheinland-Pfalz organisiert, davon 178 für Kinder von Grundschulklassen und 167 für Kinder und Jugendliche an weiterführenden Schulen. Die Kosten von 470.000 Euro übernimmt im Wesentlichen das Land. Bei diesen Kursen gebe es eine große Nachfrage, sagte eine Sprecherin des Ministeriums. Grund sei auch die Aufnahme von mehr als 9000 Schülerinnen und Schülern aus der Ukraine.
Die Schul- und Kitagemeinschaften hätten das Schuljahr 2021/22 trotz aller Herausforderungen hervorragend gemeistert, sagte Hubig und nannte neben der Corona-Situation die Flutkatastrophe im Ahrtal und die Aufnahme von Kindern und Jugendlichen aus der Ukraine. «Auch wenn Corona immer wieder zu Einschränkungen im Alltag führte, konnten flächendeckende Schließungen doch vermieden werden und unsere Kinder und Jugendlichen in ihren gewohnten Strukturen zur Kita und zur Schule gehen.» Auch seien zuletzt wieder Ausflüge, Feste und andere Veranstaltungen möglich gewesen, was den Alltag enorm bereichert habe. News4teachers / mit Material der dpa
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