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VBE-Chef Beckmann warnt vor neuen Schulschließungen wegen steigender Corona-Zahlen

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Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) sieht die Schulen in Deutschland schlecht auf den Corona-Herbst vorbereitet. Die Politik habe es auch im dritten Jahr der Pandemie nicht fertig gebracht, die Schulen auf den erwarteten Anstieg des Infektionsgeschehens im Herbst vorzubereiten, sagte der VBE-Vorsitzende Udo Beckmann dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Tatsächlich ist zwei Wochen vor dem Schuljahresbeginn im bevölkerungsreichsten Bundesland noch immer unklar, ob überhaupt irgendwelche Schutzmaßnahmen gelten.

Warnt: VBE-Bundesvorsitzender Udo Beckmann. Foto: Windmüller/VBE

«Schulen sind weiterhin keine sicheren Lernorte und laufen im kommenden Schuljahr Gefahr, erneut geschlossen werden zu müssen, wenn die Infektionszahlen wieder ansteigen», sagte Beckmann.

Offene Schulen könnten nur sichergestellt werden, wenn bestmöglicher Schutz von Schülern und Lehrkräften gewährleistet sei, so Beckmann. «Andernfalls kommen Zusammenlegungen von Lerngruppen oder Schulschließungen von ganz allein, wenn die ohnehin seit langem ausgedünnte Personaldecke durch den Anstieg der Infektionen in den Kollegien endgültig reißt.» Angesichts ihrer wissenschaftlich anerkannten Wirkung dürfe auch die rechtzeitige Wiedereinführung einer Maskenpflicht kein Tabuthema sein.

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Tatsächlich wissen zwei Wochen vor dem Schuljahresbeginn in Nordrhein-Westfalen Lehrkräfte, Schüler und Eltern noch immer nicht, wie das Schuljahr beginnen wird.”Mit Spannung” werde erwartet, ob es im neuen Schuljahr coronabedingte Einschränkungen an den Schulen geben wird, so berichtete am Wochenende die Deutsche Presseagentur. Das wird die neue Schulministerin Dorothee Feller (CDU) den Schulen und der Öffentlichkeit bei der traditionellen Pressekonferenz zum Schuljahresauftakt am Donnerstag mitteilen

Klar sei nur, dass die Kinder und Jugendlichen wieder in ihren Schulen unterrichtet werden und nicht im Distanz-Unterricht zuhause. Anfang April war in NRW zunächst die Maskenpflicht an den Schulen gefallen und kurz darauf, mit Beginn der Osterferien, auch die Testpflicht. Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hatte kürzlich mit Blick auf das Infektionsschutzgesetz der Ampel-Koaliton im Bund betont: «Flächendeckende Schließungen von Kitas und Schulen darf es nicht mehr geben.» Nach aktueller bundesrechtlicher Lage sei es derzeit auch gar nicht mehr möglich, Schulen dichtzumachen, hatte Feller ergänzt.

Feller hat – nach zwei Jahren Pandemie – in ihrem Haus einen Corona-Koordinierungsstab eingerichtet, in den das Gesundheitsministerium für kürzere Entscheidungswege gleich eingebunden worden ist. Die meisten der rund 2,5 Millionen Schüler kehren am 10. August nach sechseinhalb Wochen Sommerferien wieder in ihre Schulen zurück. Für die Abc-Schützen ist der erste Schultag am 10. oder am 11. August. Spätestens am zweiten Schultag nach den Sommerferien muss die Einschulung aber angesetzt werden.

«Der erste Schultag ist ein ganz besonderer Tag für alle Kinder und ihre Familien. Mit der Einschulung beginnt ein neuer und prägender Lebensabschnitt», unterstrich Feller. Womöglich bekommen die Neulinge dann gleich das Chaos der Corona-Bildungspolitik zu spüren. News4teachers / mit Material der dpa

Ende der Sommerwelle nicht in Sicht – Experten erwarten schwierigen Schuljahresbeginn

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