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Kultusminister fordert von Lehrkräften: “Hygieneregeln einhalten und konsequent lüften”

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DRESDEN. Das neue Schuljahr ist auch in Sachsen von Unsicherheiten geprägt. Weil akuter Lehrermangel herrscht, droht erneut Unterrichtsausfall. Zudem lassen sich die Auswirkungen der Corona-Pandemie und der Energieknappheit auf den Schulbetrieb nur schwer voraussagen. Kultusminister Piwarz setzt dabei auf die Lehrkräfte – sie sollen: Stoßlüften.

Lehrer und Schüler sollen im Unterricht alle 20 Minuten die Fenster weit aufreißen – auch bei klirrender Kälte. Foto: Shutterstock

Für gut 500.000 Mädchen und Jungen in Sachsen beginnt am morgigen Montag wieder die Schule. Damit sind die sechswöchigen Ferien Geschichte. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, aber auch Sachsens Kultusminister Christian Piwarz (CDU) stimmten Schüler und Eltern auf ein schwieriges Jahr ein. Denn auch in Sachsen herrscht Lehrermangel, Unterrichtsausfall ist damit programmiert. Das Kultusministerium hofft, dass sich die Lage mit weiteren Einstellungen im Herbst und zum 1. Februar entspannt. Vor allem in den naturwissenschaftlichen Fächern und im ländlichen Raum ist die Personalnot groß.

Nach Angaben des Kultusministeriums gibt es im neuen Schuljahr an öffentlichen und freien Schulen in Sachsen etwa 502.200 Schülerinnen und Schüler. Das sind 8150 mehr als im vorigen Schuljahr. Zu den 40.900 Erstklässern zählen auch 630 Mädchen und Jungen, die als Kriegsflüchtlinge nach Sachsen kamen. Insgesamt hatten sich etwa 10.000 ukrainische Kinder für einen Schulbesuch angemeldet, 9000 sind bereits einer öffentlichen Schule zugeteilt, weitere 600 wollen in eine Schule freier Trägerschaft gehen. Für ihre Betreuung wurden bisher 428 Lehrkräfte und Schulassistenten eingestellt. In Dresden, Leipzig und Görlitz sind die Kapazitäten erschöpft, hieß es.

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In fast allen Schularten stieg die Zahl der Schüler im Vergleich zum Vorjahr, am meisten in den Gymnasien, Abendgymnasien und Kollegs. Lediglich in den Förderschulen ging die Zahl um etwa 100 zurück. An öffentlichen Schulen des Freistaates werden etwa 422 400 Mädchen und Jungen unterrichtet, an Freien Schulen rund 79.800.

45,6 Prozent der Schüler erhielten nach der Grundschule eine Empfehlung für die Oberschule, vor einem Jahr waren es 43,4 Prozent. Mehr als die Hälfte (54,4 Prozent) der früheren Grundschüler geht nun auf das Gymnasium. Im Vorjahr waren es 56,6 Prozent. In Sachsen gibt es insgesamt 1797 Schulen, acht mehr als im Vorjahr.

Nach mehr als zwei Jahren Corona-Pandemie hoffen die Schulen auf so viel Normalität wie möglich. «Das A und O wird sein, dass wir Hygieneregeln einhalten und konsequent lüften», sagte Piwarz. Dabei laute die Devise Stoßlüften, anstatt die Fenster immer angekippt zu lassen. Alle Klassenräume sollen bis zum Ende der Herbstferien CO2-Ampeln erhalten. Die Anschaffung von Luftfiltern hatte das Kultusministerium verworfen.

Auf Tests ohne Anlass will Sachsen fortan verzichten. Wenn es in einer Klasse ein oder zwei nachgewiesene Infektionen gebe, werde man aber die ganze Klasse testen, hieß es. Eltern stünden in der Verantwortung, bei Symptomen einer Infektion ihre Kinder gar nicht erst in die Schule zu schicken. News4teachers / mit Material der dpa

Lehrermangel: Kultusminister kündigt „erheblichen planmäßigen Unterrichtsausfall“ an

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