Stark-Watzinger alarmiert über Defizite bei Viertklässlern

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Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) hat die Ergebnisse einer bundesweiten Studie zu Leistungen von Viertklässlern als alarmierend bezeichnet. «Der Anteil der Viertklässlerinnen und Viertklässler, die die Mindeststandards nicht erreicht, ist viel zu hoch», sagte die FDP-Politikerin mit Blick auf den IQB-Bildungsmonitor für das Jahr 2021, den die Kultusministerkonferenz (KMK) am Montag vorgestellt hat.

Bettina Stark-Watzinger an einem Rednerpult
Bereits im Juli hatten die Kultusminister der Länder wegen der Leistungen von Viertklässlern Alarm geschlagen, jetzt sind weitere Details ihrer länderübergreifenden Bildungsanalyse für das Jahr 2021 bekannt geworden. Die Bundesbildungsministerin sieht Handlungsbedarf. Foto: photocosmos1

Demnach haben Viertklässlerinnen und Viertklässler in Deutschland zunehmende Rechtschreib-, Lese- und Matheprobleme und sind im Vergleich zu Viertklässlern vor zehn Jahren deutlich zurückgefallen. Der Analyse zufolge verfehlten zwischen 18 und 30 Prozent der Viertklässler in den Bereichen Lesen, Zuhören und Orthografie deutschlandweit die Mindeststandards.

Die Kernergebnisse der Studie waren bereits im Juli verkündet worden. Nun hat die KMK auch die detaillierten Länderanalysen veröffentlicht. Grundlage waren Tests an fast 1500 Schulen in ganz Deutschland mit etwa 27 000 Viertklässlern zwischen April und August 2021.

Die Erhebung zeigt, dass deutschlandweit die Leistungen in allen untersuchten Bereichen im Jahr 2021 deutlich schlechter waren als 2016. Ausnahmen bilden die Länder Bremen, Hamburg und Rheinland-Pfalz, wo es nur im Bereich Zuhören signifikant Verschlechterungen gegenüber 2016 gab. Hamburg ist darüber hinaus das einzige Bundesland, in dem die Leistungen der Schüler beim Lesen und im Fach Mathematik seit 2011 stabil geblieben sind.

Lernspiele im shop.4teachers.de

Die Studienautoren vom Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) stellen zudem fest, dass sich die Pandemiesituation «auf den Kompetenzerwerb der Schüler ausgewirkt haben dürfte». Sie weisen aber auch darauf hin, dass es auch schon zwischen 2011 und 2016 Verschlechterungen gegeben habe. Bildungsministerin Stark-Watzinger betonte, dass sich coronabedingte Schulschließungen nicht wiederholen dürften. Sie hätten «deutliche Spuren hinterlassen».

Jenseits dessen strebe die Bundesregierung eine «systemische Veränderung» im Bildungswesen an, erklärte sie mit Blick auf das sogenannte Startchancen-Programm. Damit sollen in den kommenden Jahren bundesweit 4000 Schulen «in besonders schwierigem Umfeld» mit mehr Geld, zusätzlichen Sozialarbeitern und besserer Infrastruktur unterstützt werden.

Auch Verbände und Gewerkschaften äußerten sich am Montag besorgt über die Befunde. So forderte etwa der Verband für Bildung und Erziehung (VBE) grundlegende Änderungen im Bildungswesen – vor allem mehr Fachkräfte an Schulen und Kitas. (dpa)

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GriasDi
3 Monate zuvor

Seit Jahren (fast) dieselben Platzierungen. Warum ändert sich daran so wenig? Vielleicht sollten sich die hinteren ein Beispiel an Hamburg nehmen.

Honigkuchenpferd
3 Monate zuvor
Antwortet  GriasDi

Was macht denn Hamburg anders?

Indra Rupp
3 Monate zuvor
Antwortet  Honigkuchenpferd

Möchte ich auch wissen. Ich weiß nur, dass Hamburg Luftfilter gekauft hatte…

mama51
3 Monate zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Indra Rupp:

Hahahahaha! You made my day 🙂

GriasDi
3 Monate zuvor
Antwortet  Honigkuchenpferd

Das weiß ich auch nicht, aber es scheint zu helfen.

Lera
3 Monate zuvor
Antwortet  GriasDi

Ganz genau, der Anschein wurde erweckt.

Ron
3 Monate zuvor
Antwortet  Honigkuchenpferd

Vorklassen für Defizitschüler hat Hamburg. Außerdem klare Regeln, welche Wörter bis Klasse 4 richtig zu schreiben sind.

Riesenzwerg
3 Monate zuvor
Antwortet  Ron

Und wenn die Kids das nicht können?

Wiederholen sie?

Lera
3 Monate zuvor
Antwortet  Honigkuchenpferd

Die Spitzenreiter in allen Bereichen sind stabil seit Jahren Bayern und Sachsen.

Was machen DIE eigentlich anders?

klm
3 Monate zuvor
Antwortet  Lera

Sie legen noch halbwegs Wert aufs Lernniveau und kreisen nicht dauernd um die Frage, wie schwache Schüler/innen noch konsequenter mitgeschleppt werden können. Man erinnere sich: „Kein Kind darf zurückgelassen werden“!
Dass hält natürlich jeden Trupp auf, so dass die Marschziele immer leichter und anspruchsloser werden (müssen).

ed840
3 Monate zuvor
Antwortet  GriasDi

Hamburg war bisher ja selber immer bei den Schlusslichtern und hat sein niedriges Niveau nicht verbessert, nur gehalten. Jetzt profitiert man im Ranking davon, dass andere Bundesländer u.a. auch wegen Problemen in der Pandemie noch weiter abgerutscht sind. Dass es ggf. Sinn machen könnte sich die jahrelangen Spitzenreiter Bayern und Sachsen als Vorbild zu nehmen würde ich aber auch nicht für abwegig halten.

Lera
3 Monate zuvor
Antwortet  GriasDi

Hamburg ist NICHT gut, es ist lediglich nicht schlechter geworden als ohnehin schon. Wow.

Carsten60
3 Monate zuvor

Wenn sich über 10 Jahre ein Abwärtstrend zeigt, dann könnte das doch vielleicht auch daran liegen, dass irgendwer irgendwas falsch gemacht hat. Aber da verstecken die einen sich hinter fehlenden Ressourcen, die KMK versteckt sich hinter der Bildungswissenschaft, und die Bildungswissenschaftler verstecken sich dahinter, dass man gar nicht wisse, woran das liegt. Die Heterogenität wird immer genannt, aber niemand sagt, was das genau bedeutet. Niemand ist verantwortlich, aber das ganze System von 16+1 Ministerien, Landesinstituten, IQB mit dem ganzen Tross der Testindustrie und den vielen Psychologen, die da beteiligt sind (auch als Direktoren von Bildungsforschungsinstituten) verschlingt mehr und mehr Geld. Und was bringt das alles?
Als Lösung wird uns ein Trostpflästerchen in Form von einem x-ten Programm mit befristeten Geldern für ein paar Stellen von Sozialarbeitern angeboten, ohne jeden Nachweis, dass sich dadurch die Testergebnisse verbessern würden.

Mrs. Braitwhistle
3 Monate zuvor
Antwortet  Carsten60

Wenn man das Statement von Stark-Watzinger weiter liest, wird klar, wo die Schuld liegt: das Problem sind nämlich die Aufgaben! U.a. die Inklusion und die Integration von Migrant*innen in die Schulen strapazieren das Bildungssystem scheinbar über Gebühr. Klingt deckungsgleich mit den Ansichten vieler SuS: aus deren Sicht liegen ihre Schulprobleme ja auch häufig an den Aufgaben und nicht an ihrer Anstrengung.

klm
3 Monate zuvor

Warum hat man denn die Inklusion dann eingeführt?

Riesenzwerg
3 Monate zuvor
Antwortet  klm

Sparmodell – hat nichts mit Menschenfreundlichkeit und Chancengleichheit zu tun.

Lässt sich so nur besser „verkaufen“.

kopfschüttler
3 Monate zuvor

JA, die Schüler*innen werden immer schwächer.
Aber NEIN, das liegt ganz sicher nicht allein an Corona. Das hat ganz sicher etwas damit zu tun, dass einfach jede*r als Quereinsteiger*in Unterricht machen darf. Wir haben aktuell eine Gärtnerin und eine Innenarchitektin, die als Klassenlehrerinnen jeweils eine Klasse in der Grundstufe führen dürfen. Die beiden sind wirklich wundervolle Menschen, haben aber von Unterricht keine Ahnung – woher auch – und machen das, was sie glauben, was Unterricht ist. So haben die Schüler*innen viel Frontalunterricht und arbeiten sich Seite für Seite durch Bücher und Arbeitshefte. Da gibt es keine Stationsarbeit oder anderen modernen Schnickschnack. In den Klassen wird Unterricht wie vor 30 Jahren gemacht. Wobei, da waren die Leistungen der Kinder ja noch besser. Also, vielleicht ist die Idee mit den Seiteneinsteiger*innen doch nicht so schlecht. Vielleicht bringen die endlich die Qualität in die Schule, die wir Lehrer*innen offensichtlich nicht mehr schaffen, weil wir neben dem Unterricht einfach zu viele Baustellen zusätzlich haben!

potschemutschka
3 Monate zuvor
Antwortet  kopfschüttler

Vielleicht liegen die schlechten Ergebnisse doch an dem ganzen modernen Schnickschnack? Würde mich schon mal interessieren, wie die Leistungen der Klassen mit frontallastigen Quereinsteigern im Vergleich zu den anderen „normalen“ Klassen am Ende des Schuljahres aussehen.

Ron
3 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

Das Ergebnis dürfte klar sein. Wir haben mal auf Wunsch der Schüler wilhelminischen Lernschule mit Mund halten, aufpassen, melden und aufstehen getestet. Ergebnis war, dass wir durchweg fast 50 Prozent Zeitersparnis hatten und eigentlich alle Recht glücklich waren.

potschemutschka
3 Monate zuvor
Antwortet  Ron

Ach ja, die „böse, böse schwarze Pädagogik“!

DerechteNorden
3 Monate zuvor
Antwortet  Ron

Wie lange dauerte der Test denn?

Ron
3 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Das waren nur ein paar Stunden. Unser Schulsystem lässt sowas nicht zu. Aber probieren Sie es doch mal selber. Es war eine durchaus nette Atmosphäre.

DerechteNorden
3 Monate zuvor
Antwortet  Ron

Über kurze Zeit funktioniert das vielleicht. Novelty-Effect.
Dann übernehmen wieder die anderen Bedürfnisse der Kids. Bewegungsdrang z.B. Den können Sie bei den heutigen Kids doch auch nur mit bestimmten Sanktionen eindämmen.

Ron
3 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Vom Prinzip her gebe ich Ihnen Recht. Die Alternative sollte aber nicht sein, Kinder ganztags in einer Stressschule festzuhalten.

DerechteNorden
3 Monate zuvor
Antwortet  Ron

Nicht Ganztag ist das Problem, sondern die Tatsache, dass Ganztag nichts kosten darf.
Nach über 20 Jahren im Ganztags-Dienst weiß ich ganz genau, was alles falsch gemacht wird. Jede Lehrkraft weiß das. Die Politik freut sich, dass die Eltern nicht auf die Barrikaden gehen.
Überhaupt, da bin ich schon wieder beim Thema: Diejenigen, die am ehesten etwas ändern könnten, halten schön die Füße still.

Ron
3 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

„Nicht Ganztag ist das Problem, sondern die Tatsache, dass Ganztag nichts kosten darf.“

Doch, Ganztag ist ein riesen Problem:

1. Für viele Schüler ist Zwangsganztag eine riesige Stressbelastung im sozialen Bereich.
2. Ganztag bindet völlig sinnlos immense Recourcen u.a. an Lehrerstunden.
3. Kinder und Jugendliche werden missbraucht als Erziehungshilfen.
4. Durch den weitgehenden Wegfall von Hausaufgaben kann nichts aufgearbeitet werden und sich verfestigen. Hausaufgaben sind eine wichtige Binnendifferenzierung.
5. Jugendsparten der Vereine verschwinden. Freizeit kann von Ganztagsschülern kaum noch eigenverantwortlich gestaltet werden. Reiten, Fußball, Tennis usw.
6. Außerschulische Freundschaften verschwinden.
7. Ganztagsschulen machen unfrei und unselbständig.
8. Ungesunder Mensafraß, zu wenig Bewegung, zu viel Aufenthalt in Gebäuden.
9. Verschwinden einer behüteten Kindheit. Stattdessen Konfrontation mit vielerlei soz. Problemen.
10. Da gibt es noch mehr…

DerechteNorden
3 Monate zuvor
Antwortet  Ron

Nichts für ungut, aber die meisten Dinge, die Sie aufzählen haben eben nichts mit Ganztag zu tun.
Mensaessen z.B. kann auch gut sein, wenn die Schulträger darauf achten.
Hausaufgaben kann man nachmittags in der Schule machen mit Unterstützung durch LK oder andere Erwachsene.
Was hat Ganztag damit zu tun, dass angeblich stärkere S*S vielleicht woanders (z.B. vormittags in Grundschulen) „missbraucht werden? Eben, gar nichts!
Vereine, Freiwillige Feuerwehr usw. muss man einfach in den Nachmittag holen. Kinder haben eh kein Training am Abend und Jugendliche können theoretisch sehr wohl nach der Schule. An meiner Schule gibt es kein Problem diesbezüglich.

Und welchen Aspekt Sie total außer Acht lassen: Viele Eltern MÜSSEN arbeiten und sind froh, wenn sie wissen, dass ihre Kinder nicht zuhause daddeln.

Mir fällt noch viel mehr ein.

Ich wiederhole mich: Nicht Ganztag ist das Problem, sondern WIE Ganztag häufig gestaltet wird.

Ron
3 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Ich weiß nichts über Ihre persönlichen Präferenzen. Ich aber war und bin wie viele anderen kein Mensch, der in Pausenhallenatmosphäre gedeiht. Ich brauche meinen Rückzugsort, meine persönlichen Sachen, meine familiären Ansprechpartner, ein Bett, wenn ich mittags müde bin, einen Sonnenplatz im Garten, wo ich in Ruhe arbeiten kann, Familie, Vertrautheit und ein sauberes Umfeld. Nichts davon gibt es in der Schule. Es herrscht dort eine Form der Massenhaltung. Da gibt es für Schüler nicht mal einen bequemen Stuhl, keine ernsthaften Rückzugsräume, kein sauberes Klo, kein Wunschessen wie bei Muttern. Es gibt nichts. Für mich der Horror, jedenfalls, wenn ein solcher Ort mein zeitlicher Hauptaufenthaltsort ist. Ich bin ungern kaserniert, weder beim Militär, noch in der Schule oder im vollgekotzten ÖPNV.

DerechteNorden
3 Monate zuvor
Antwortet  Ron

Und was hat das mit Ganztag zu tun?
Ich habe mal an einer Schule gearbeitet, die um 13.00 Uhr endete und Ihrer Beschreibung entsprach.
Ich verstehe nicht, weshalb Sie nicht erkennen, dass es nicht das Prinzip „Ganztag“ ist, das falsch ist. Lesen Sie doch Ihre eigenen Beiträge noch einmal, dann werden Sie vielleicht verstehen, was ich meine.

Schulen sind sehr unterschiedlich unabhängig davon, ob mit Ganztagsbetrieb oder nicht.

Falls Sie selbst Lehrer sind, geht es vielleicht eher darum, dass Sie selbst gern um 13.00 Uhr nachhause wollen, es aber nicht mehr dürfen, weil Ihre Schule gerade umstrukturiert wurde/wird?

Lera
3 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Gibt es denn eine real existierende Schule, welche die Möglichkeiten bietet, die Ron schildert?

Als GS-Lehrer kenne ich den Ganztag diverser Schulen und es ist überall komplett der gleiche Müll.

Schlechtes, warmgehaltenes, zerkochtes und wenig abwechslungsreiches „Essen“, Betreuung durch lohngedumpte Hilfskräfte, basteln, Mandalas, Spielplatz und als Feigenblatt eine „Hausaufgabenbetreuung“, in der exakt die schriftlichen, leicht auszufüllenden Übungen gemacht werden und nichts darüber hinaus – keine Leseübungen, keine Vokabeln, keine Aufsätze, eigentlich nur Lücken in AB. Und auch da null inhaltliche Auseinandersetzung- Hauptsache in jeder Lücke steht was.

Das ist pure, billigste Massenabfertigung.

Glauben Sie daran, dass sich das ändert? Vielleicht durch den Zwang des gebundenen Ganztags, wo auch die eigentlich behüteten Kinder in diesen Abgrund der Unmenschlichkeit und Asozialität gezwungen werden („bessere Durchmischung“)?

Oder durch den Zwang von Lehrern, nicht nur vormittags 28 (minus vier) Stunden zu unterrichten, sondern zusätzlich jeden Nachmittag noch 3 Stunden „Betreuung“ mit dem Anrechnungsfaktor 0,25 oder 0,5 dranzuhängen? Damit wäre der Beruf Grundschullehrer endgültig unzumutbar und viele würden sofort aussteigen, Pension hin oder her.

Dann können die lohngedumpten Betreuer gerne auch den Vormittag übernehmen und Arbeitsblätter von der Lernbiene, dem worksheetcrafter oder Mandalas austeilen, das könnte zur Not auch ein dressierter Affe.

Verstehen Sie nicht, dass die Ressourcen nicht mal für einen qualitativ hochwertigen Vormittag reichen? Und zwar nicht mal im Ansatz? Woher nehmen Sie die Hoffnung, dass da plötzlich ganz neue Ressourcen auftauchen, die uns seit Jahrzehnten verwehrt werden? Woher kommt das zusätzliche, qualifizierte Personal in Massen? Woher kommt das Geld der Kommunen für neue Räume? Woher kommen die Baufirmen, die das umsetzen sollen? Das ist doch von A bis Z ein Wolkenkuckucksheim!

Riesenzwerg
3 Monate zuvor
Antwortet  Lera

Ja – Sie haben erkannt, dass wir auch bei Menschen bei dem Prinzip der Massenkindhaltung und -verwahrung angekommen sind.

Die Fragen, die Sie stellen, sind richtig.

Es gibt kein Geld, auch nicht für qualifizierte Leute, und damit ist die Ganztagsschule eine weitere auf Sparsamkeit ausgerichtete Gelegenheit unserer KuMis, Kinder – unsere Zukunft! – zu verwahren, damit die Wirtschaft weiter boomen kann – oder in diesen Zeiten nicht zusammenbricht.

Merke: Es gibt nichts Wichtigeres als Wachstum und Wirtschaft.

Wir müssen das nur endlich begreifen. (Ist ja selbst den KuMis gelungen! Was sollte uns schon davon abhalten, das auch zu lernen? Die Verantwortung gegenüber unseren Schutz(!)befohlenen(!!) etwa?)

Ironiedetektor bitte einschalten 😉

Pit2020
3 Monate zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

@Riesenzwerg

„Merke: Es gibt nichts Wichtigeres als Wachstum und Wirtschaft.“

Ich habe das mit der Ironie schon verstanden, lieber @Riesenzwerg. 🙂
Ich hänge mal einen Link zur einer recht interssanten Leseprobe dran:
https://www.thalia.de/shop/home/artikeldetails/A1063073027

DerechteNorden
3 Monate zuvor
Antwortet  Lera

Bestimmt wäre es back to the good old Hauptschule auch gaaar kein Problem von wegen Ausstattung usw. Genau.

In allen Schultypen gibt es dieselben Probleme: Personalmangel, Ausstattung …

Und was ist mit den Kids, deren Eltern bis 17.00 Uhr arbeiten?
Und warum handhaben es so gut wie alle anderen Länder abders als wir. Sind Kinder und Jugendliche dort alle ganz anders als in Deutschland?
Fragen über Fragen.

Lera
3 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Dass die Ausstattung das Hauptproblem sei, habe ich nie behauptet, sondern Sie.

Die Ausstattung wäre an Hauptschulen natürlich auch nicht besser.

Aber die Realschüler hätten wieder eine Chance auf Bildung- ist doch auch was 🙂

DerechteNorden
3 Monate zuvor
Antwortet  Lera

? „… Austattung USW.“ und weiter “ … PERSONALMANGEL , Austattung …“

Lera
3 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Mehr Personal wird es nicht geben, so oder so.

Schule wird daher auf absehbare Zeit Massenabfertigung bleiben.

Damit wenigstens die funktioniert, braucht es möglichst (!) homogene Lerngruppen, Leistungsorientierung und Disziplin.

Man kann sich was anderes vorstellen und wünschen, hilft aber nicht.

Ron
3 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Lieber Echter Norden, ich denke, dass Sie ganz schön mit der ideologischen Brille unterwegs sind und deshalb auch nicht verstehen wollen. Schule ist für die meisten Schüler kein Wohlfühlort, keine Wahl-, sondern eine Pflichtveranstaltung. Und da macht es eben einen riesigen Unterschied, ob Sie nach 5 Zeitstunden um 13 Uhr nach Hause dürfen, oder ob Sie, wenn andere bereits nach Hause gehen, zwangsweise ein lautes Mensamittagessen zu sich nehmen, und dann bis 16 Uhr durchzuhalten haben. Dies, obwohl Sie vielleicht Kopf- oder Unterleibsschmerzen haben, vielleicht unter Liebeskummer leiden oder gerade in der Schul-Zwangsgemeinschaft nicht die richtigen Freunde finden, sondern täglich ganztags im Fokus von Pöbeleien Ihrer Mitschüler stehen. Während auf die Halbtagesschülerin im besten Fall zuhause das Wunschessen und die Wärmflasche wartet, sie Kontakt mit vertrauten Personen hat und nachmittags zu ihrem Pferd geht, ghettoisiert die Ganztagsschülerin ziellos im 70er-Jahre-Plattenbau und übt sich im Aushalten von zu viel Lautstärke, Enge und Anmache.

P.S. Mit mir hat das nix zu tun. Ihre Vermutungen ist falsch.

Last edited 3 Monate zuvor by Ron
Riesenzwerg
3 Monate zuvor
Antwortet  Ron

Jetzt muss ich doch mal fragen – ich bin gerade platt vom Plattenbau-Beispiel….

Wo in aller Welt gibt es solch ein gruseliges Szenario?

Auch im Ganztag dürfen kranke Kids nach Hause – sofern sie dort betreut werden. Sonst dürfen wir sie auch im Halbtag nicht nach Hause gehen lassen.

Nachmittags zum Pferd – geht auch bei Ganztag.

Ich glaube aber, ich habe schon eine ungefähre Vorstellung, was für Sie das Problem ist. Fall ich Recht habe, kann ich dem zustimmen.

Es sind (scheinbar?) fehlende Erholungszeiten, Erholungsorte und Zuwendung.

Bei den Zeit und Ort … Da mögen Sie sehr richtig liegen. Bei Zuwendung…. viele meiner Schülys haben deutlich mehr Zuwendung in der Schule von den Lehrys….

DerechteNorden
3 Monate zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Die Ausgangsaussage war, dass Ganztag per se ein Problem darstellt. Dem hatte ich widersprochen.
Wie sehen Sie das, wenn ich fragen darf? Ist es der Ganztagsbetrieb oder die Tatsache, dass Schulen viel zu viele S*S haben und die Ausgestaltung aufgrund des Mangels an Personal und Mitteln unzureichend ist, was den Ganztagsbetrieb in seiner Qualität beeinträchtigt?
Mir wird hier ideologische Verblendung vorgeworfen. Ich sehe die ehrlich gesagt nicht. Ich dachte eigentlich immer, dass Lehrkräften Chancengleichheit am Herz liegen sollte, auch wenn wir diese natürlich nicht zu 100% schaffen können.

Lera
3 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

DIESE VON IHNEN HERBEIPHANTASIERTE BESSERE AUSSTATTUNG WIRD ES NICHT GEBEN!

Herrgottsackzement.

DerechteNorden
3 Monate zuvor
Antwortet  Lera

Dann gibt es die aber auch nicht für die von Ihnen herbeigesehnten Hauptschulen.
Sind Ihnen die jungen Menschen komplett egal?
Das sind im Übrigen diejenigen, die uns total flöten gehen, obwohl sie z.T. die intellektuellen Fähigkeiten besitzen, mehr zu erreichen. Die Wahrheit ist nämlich, dass gerade verhaltensauffällige Kids dort landen. Diejenigen, die brav und super fleißig, aber nicht so helle sind, landen dort nämlich nicht.

Lera
3 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

In Bayern gibt es die Hauptschule (Mittelschule) noch – der Erfolg gibt ihnen recht.

Ich bin hier so vehement, gerade WEIL mir die Zukunft der Kinder nicht egal ist. Gerade die lernwilligen, durchschnittlichen Kinder aus einfachen Verhältnissen haben aus meiner Sicht in der sogenannten „inklusiven“ Schule das Nachsehen, denn für sie bleibt keine Zeit und Aufmerksamkeit übrig.

Vera hat gezeigt, dass die klassischen Schulformen bessere Lernergebnisse bringen als ihre Entsprechungen an der Gesamtschule- auch wenn das natürlich durch Haarspalterei von interessierter Seite sofort bestritten wurde. Die Diskussion unter den entsprechenden Artikeln wurde dann von dieser Seite abgebrochen, als es interessant wurde.

Gerd Möller
3 Monate zuvor
Antwortet  Lera

@Lera
Es geht in diesem Artikel doch um Viertklässler.
Auch in Bayern ist die Grundschule eine Gesamtschule (also inklusiv). Ich verstehe daher Ihre Argumentation nicht. Da hilft auch keine „hermeneutische Deutung“ Ihres Textes.

Lera
3 Monate zuvor
Antwortet  Gerd Möller

Ich helfe immer gern:

Wie Sie der „Überschrift“ meiner ANTWORT entnehmen könnten, ANTWORTETE ich auf DerechteNorden, die die These aufgestellt hatte, dass die Existenz von Hauptschulen unwahrscheinlich sei. Dem habe ich in meiner ANTWORT widersprochen.

Im ARTIKEL geht es um die Grundschule, das hatte ich schon bemerkt, trotzdem vielen Dank für den überaus freundlichen und konstruktiven Hinweis, der die Diskussion sicherlich nochmals richtig nach vorne bringen wird.

DerechteNorden
3 Monate zuvor
Antwortet  Lera

? Diese Kids haben an GemS überhaupt nicht das Nachsehen. Weshalb sollten Sie?
Die machen ihren MSA (antiquiert „Realschulabschluss“). Und wenn sie besser sind, können sie in die Oberstufe gehen. Was genau ist Ihr Problem?
An meiner Schule haben wir eine äußere Dreierdifferenzierung.

Personalmangel dadurch bedingter Unterrichtsausfall sowie zu große Klassen belasten alle Schultypen.

dickebank
3 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Nur ist das Erreichen eines MSA ggf. sogar mit dem Quali-Vermerk an einer GemS schwieriger als z.B. an einem GY, wenn man die Bedingungen gem. der Ausbildungs- und Prüfungsordnung kennt.

Lera
3 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Mein Problem ist das – im Durchschnitt – niedrigere Niveau der Bildungsgänge an Gemeinschaftsschulen, die nur vorgeblich das „antiquierte“ Niveau der Originale erreichen, faktisch jedoch nicht, wie Sie VERA entnehmen können. (Und da kommt auch schon Gerd Möller um die Ecke.)

dickebank
3 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Bei einer durchschnittlichen Übertrittsquote an die GY ist doch klar, dass der begriff „Hauptschule“ neu zu definieren ist.

DerechteNorden
3 Monate zuvor
Antwortet  dickebank

Böse;-)

Ron
3 Monate zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

„Ich glaube aber, ich habe schon eine ungefähre Vorstellung, was für Sie das Problem ist. Fall ich Recht habe, kann ich dem zustimmen.

Es sind (scheinbar?) fehlende Erholungszeiten, Erholungsorte und Zuwendung.“

Das trifft es schon. Hinzu kommt fehlende Privatsphäre, fehlende Selbstbestimmung, zu viel Menschen Stress, Dreck und Lärm.

DerechteNorden
3 Monate zuvor
Antwortet  Ron

Sie gehen immer von den wohlhabenderen Eltern aus, die nicht den ganzen Tag arbeiten müssen, sondern ihren Kindern sonstwas finanzieren können.
Meine Ideologie ist ganz einfach: Alle Kinder sollen ähnliche Chancen erhalten und das geht nicht mit Unterrichtsende um 13.00 Uhr.
Weiterhin: Ich denke, dass deutsche Kids nicht anders ticken als die in anderen Ländern. Weshalb sollten Sie es also nicht aushalten können bis 15.30 Uhr in der Schule zu sein, wenn man die Zeit dort sinnvoll und den Ort gut gestaltet?

Lera
3 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Weil diese Bedingungen aktuell NICHT erfüllt werden und kein Grund zur Annahme besteht, dass sich das ändern wird.

Ron
3 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Zunächst: Ich bin heute um 22 Uhr das erste Mal hier und habe Sie deshalb auch nicht downgevotet. Schon gar nicht über mehrere Geräte. Warum sollte ich das machen?

Zu Ihren Aussagen: „Ich dachte eigentlich immer, dass Lehrkräften Chancengleichheit am Herz liegen sollte, auch wenn wir diese natürlich nicht zu 100% schaffen können.“
Aufgabe von Schule ist die Vermittlung von Bildung. Gerne soll sie dabei leistungsbereite Benachteiligte unterstützen. Dies darf aber nicht auf Kosten der anderen Schüler geschehen.
Gleichheit um jeden Preis ist ein fataler Ansatz.

DerechteNorden
3 Monate zuvor
Antwortet  Ron

Chancengleichheit bedeutet etwas anderes: Alle Menschen sollen das Beste aus ihren Möglichkeiten machen können.
Das ist etwas anderes als „Alle sind eigentlich gleich schlau“, was ich im Übrigen nie behauptet habe.

Last edited 3 Monate zuvor by DerechteNorden
Riesenzwerg
3 Monate zuvor
Antwortet  Ron

Oweia!

Wenn das an Ihrer Schule so ist …. Sofort Versetzungsantrag stellen!

DerechteNorden
3 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Oh, Ron, da haben Sie mich wohl von allen Ihren Geräten downgevotet. Danke für Ihr Engagement! Sie haben es mir so richtig gezeigt.

Lera
3 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Der real existierende Ganztag ist häufig schlecht – immerhin da besteht ja schon mal ein Konsens.

Was Ihre Hoffnung angeht, dass sich das ändern könnte: Ich halte sie (die Hoffnung) für hoffnungslos naiv.

Riesenzwerg
3 Monate zuvor
Antwortet  Lera

Punkt 1 – Zustimmung, da selbstverständlich Sparpaket. Geht ja nur um Kinder.

Punkt 2 – „Hoffnung“ durch „Wunsch“ ersetzen, denn wünschen ist – wie hoffen – erlaubt, macht jedoch nicht so depressiv.

Punkt 3 – Das Sparpaket wird wohl noch enger geschnallt werden (müssen), also Zustimmung, da ziemlich aussichtslos.

Wie gesagt – es geht ja nur um Kinder und damit um unser aller Zukunft.

Ironiedetektor anschalten 😉
Worte können missverständlich sein …

DerechteNorden
3 Monate zuvor
Antwortet  Lera

Die Rückkehr zum totale Halbtag ist noch viel unwahrscheinlicher. Von daher können Sie mich gern für naiv halten. Ich selbst halte mich für eher pragmatisch und gleichzeitig an Gerechtigkeit interessiert.

Lera
3 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Normative Argumente („es müsste so und so sein“) sind NICHT pragmatisch.

DerechteNorden
3 Monate zuvor
Antwortet  Lera

? Ich weiß ja, dass es keine Rückkehr zum totalen Halbtag geben wird, von daher fordere ich für das, was da ist und bleiben wird das Beste.
Das finde ich pragmatischer als das, was Sie tun. Sie wettern gegen den Ganztag, obwohl gar keine Chance besteht, dass dieser wieder abgeschafft wird.

Lera
3 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Warum nicht?

Der real existierende OFFENE (und somit freiwillige) Ganztag an etwa 2/3 der Schulen besteht doch aus nicht viel mehr als ein paar Räumen in der Schule, die sowieso da waren, einem Catering, das man abbestellen kann, sowie ein paar lohngedumpten Hilfskräften.

Ach ja, der „Rechtsanspruch“, der wurde politisch beschlossen und kann auf gleichem Weg wieder kassiert werden. Viele Kommunen sind genau dafür, weil sie sehen, dass es qualitativ erträglich gar nicht machbar ist.

DerechteNorden
3 Monate zuvor
Antwortet  Lera

In meinem Bundesland hat die CDU das Sagen und die steht auch für den Ganztag. Ganz einfach, weil Eltern arbeiten sollen/müssen. Und daran wird sich doch nichts ändern, oder?

DerechteNorden
3 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Ach Lera, ich kann doch nichts dafür! Es ist doch eine Tatsache, dass es nicht weniger GT geben wird. Okay, vielleicht unter einer AfD-Regierung nicht. Aber wer will denn sowas?!

Lera
3 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Die will hoffentlich niemand!

Stromdoktor
3 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Ich finde, das ist eine realistische Einschätzung.

Es haben sich in den vergangenen Jahrzehnten zwei Dinge gezeigt:

1) Viele Menschen leben „nur“ noch in Kernfamilien und können bei der Kinderbetreuung nicht auf das erweiterte familiäre Umfeld vor Ort setzen. ZUDEM ist die Erwerbsquote von Frauen und Müttern gestiegen. Daraus resultiert ein „externer Betreuungsbedarf“, den man im frühkindlichen Bereich schon massiv ausgebaut und entsprechende Ganztagsangebote geschaffen hat. Mit dem „Grüne-Wiese-Ansatz“ (Neubauten) ging es hier etwas schneller als im Bereich der „eingeschwungenen Schulen“…

2) Neben den Effekten für Arbeitsmarkt, ist das die einzig bestehende Möglichkeit, Kinder aus einer Community herauszuholen und zu integrieren – insbesondere und zunächst einmal sprachlich. So erkläre ich mir auch den Trend zu Gesamtschulen, um eine frühzeitige Trennung der einzelnen Kinder unterschiedlichster soziökömomischer Umfelder zu vermeiden.

Aus politischer Sicht ist dieses Vorgehen wohl alternativlos und man sollte sich darauf einstellen. Gesellschaftlich finden 1) und 2) wohl noch nicht überall breite Akzeptanz…

Offen ist wohl nur der Weg dorthin und vor allem die Frage, mit wie viel Personal das langfristig bewerkstelligt werden muss.

PS
Den pragmatischen Ansatz habe ich auch gerne hier verfolgt. Insbesondere beim Thema Schutzmaßnahmen in Schulen…einige Trends waren nicht zu leugnen – unabhängig davon, was „medizinisch-virologisch“ vielleicht sinnvoll gewesen wäre.

Last edited 3 Monate zuvor by Stromdoktor
Lera
3 Monate zuvor
Antwortet  Stromdoktor

Kurzgesagt: Hauptsache erstmal Masse, um die Klasse (haha) kümmert sich dann … und wann … ein Mann, der … es kann – vielleicht, hoffentlich, da man wird sehen – oder auch nicht, ach egal.

Ja, das ist auf eine Art sehr pragmatisch. Auf eine sehr … sorglose, TINA-Politik-mäßige Art.

Riesenzwerg
3 Monate zuvor
Antwortet  Ron

Ah, ein Freiheitskämpfer!

„1. Für viele Schüler ist Zwangsganztag eine riesige Stressbelastung im sozialen Bereich.“

Für sehr viel Schüler:innen ist es die einzige Möglichkeit, Hausaufgaben in Betreuung zu machen, den Anschluss nicht völlig zu verlieren, wieder Lernerfolge und Mut und damit Selbstbewusstsein zu erlangen. (Fortnite schafft das nicht 😉 )

„2. Ganztag bindet völlig sinnlos immense Recourcen u.a. an Lehrerstunden.“

DAS ist eine Frage der Umsetzung. Und da das weder finanziell noch inhaltlich die Aufgabe unserer Glorreichen, tw. kinderlosen KuMis ist…. Leider Zustimmung.

Denen fällt ja nichts anderes ein, als uns ständig noch was oben drauf zu packen – kostenloser Service für Eltern.

„3. Kinder und Jugendliche werden missbraucht als Erziehungshilfen.“

Man kann es aber auch niemandem recht machen.

Sind die Kids im Distanzunterricht – Missbrauch und Gewalt.

Sind die Kids in der Schule – werden sie gezwungen, (fehlende!) soziale Kompetenzen zu erlangen.

Dabei werden sie im Ganztag n o c h länger vor den Eltern geschützt.

„4. Durch den weitgehenden Wegfall von Hausaufgaben kann nichts aufgearbeitet werden und sich verfestigen. Hausaufgaben sind eine wichtige Binnendifferenzierung.“

Der „weitgehende Wegfall von Hausaufgaben“ ist dem Nichtanfertigen selbiger geschuldet. Der einzige Weg, die Spreize nicht noch größer werden zu lassen.

Oder, ach – liegt es u.U. daran, dass extrem viele Schülys diesem Zwang und der Freiheitsberaubung am Nachmittag einfach nicht – von sich aus und damit selbstbestimmt und eigenverantwortlich (selbstverständlich ohne diese Verantwortung auch zu übernehmen) einfach nicht machen und lieber suchten? Grübel….

Hausaufgaben sind nur eine wichtige Binnendifferenzierung, wenn sie gemacht werden!

Dazu haben – im Sinne der Chancengleichheit! – a l l e Kids die Chance, diese auch anzufertigen und Lernerfolge zu erlangen und somit lernen, dass Lernen sich lohnt.

Eine vollkommen irre und absurde Vorstellung – ich weiß 😉

„5. Jugendsparten der Vereine verschwinden. Freizeit kann von Ganztagsschülern kaum noch eigenverantwortlich gestaltet werden. Reiten, Fußball, Tennis usw.“

Wenn Schulen mit diesen zusammenarbeiten dürften, gäbe es vermutlich sogar Zuwachs. Win-win 😉

„6. Außerschulische Freundschaften verschwinden.“

Das ist m.E. nicht auszuschließen, aber der Ganztag ginge dann für alle gleich lang, alle hätten die HAs gemacht, sich auf Tests und Prüfungen vorbereiten können….. Und dann …… FREI!

Es spricht doch nichts dagegen, sich nachmittags zu treffen UND die schulischen Lernerfolge und -vorbereitungen geschafft zu haben.

„7. Ganztagsschulen machen unfrei und unselbständig.“

Ganztagsschulen helfen dabei, sich selbst organisieren zu lernen. In extremst vielen Elternhäusern oder alleine zu Hause klappt das nicht.

Sie machen freier, als Sie glauben. S.o. 😉

„8. Ungesunder Mensafraß, zu wenig Bewegung, zu viel Aufenthalt in Gebäuden.“

Ich persönlich würde ja auch gesunden „Mensafraß“ nicht fre – äh, essen.

Darüber lässt sich reden. Unsere bietet auch gesundes Essen an – wird nicht sooo oft genommen, da die Kids auf ungesund und FastFood abfahren und leider bereits im zarten Kindesalter oft schon diesbezüglich vorgeprägt sind.

Vermutlich bewegen sich alle Kids und Jugendlichen mehr – keine Playstation!

„9. Verschwinden einer behüteten Kindheit. Stattdessen Konfrontation mit vielerlei soz. Problemen.“

Die „behütete() Kindheit“ ist bereits seit langem verschwunden. Die Kids werden oft ausgelagert und wegorganisiert. Der Dank geht an … die Wirtschaft und die Ansprüche…

Die „Konfrontation mit vielerlei soz. Problemen“ ist eine Konfrontation mit der Realität und der Chance, die notwendige soziale Kompetenz für den Umgang damit zu erlangen.

„10. Da gibt es noch mehr…“

Yes! Gutes, Gutes, Gutes!

Bei uns ist die offene Ganztagsschule vor Jahren daran gescheitert, dass die Eltern der zu Hause gut betreuten Kids – übrigens als einzige! – an der Umfrage teilnahmen und tatsächlich ähnliche Argumente wie Sie nannten – aber anders formulierten. Sie wollten ihre Kinder sehen und auch was mit ihnen unternehmen.
Die anderen Eltern hätten deutlich mehr Gewicht gehabt, nahmen aber nicht teil.

Ansonsten hat DerechteNorden sich schon dazu geäußert und angemerkt, dass es nicht der Ganztag an sich ist, der als schlecht bewertet und eingeschätzt werden sollte.

Auch das KuMi ist nicht das Problem – es sind die Pappnasen, die dort, hust, röchel, arbeiten (also die Stelle innehaben).

Ironiedetektor erforderlich 😉

Marius
3 Monate zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

„kostenloser Service für Eltern“
Also ich weiß ja nicht. Als Elternteil empfinde ich Schule als alles anderes als „serviceorientiert“.
Ich stimme aber in vielen vielen Punkten zu. Meine Frau und ich sind beide berufstätig, finanziell sind wir gut gestellt, da wir beide gut ausgebildet sind. Deshalb geht auch meine Frau arbeiten: weil sie gut ausgebildet ist. Wir haben also beide Perspektiven: wir sind untertags arbeiten UND können unseren Kindern etwas bieten. Wir leben ländlich und sind umgeben von Alleinverdienerfamilien mit passendem Rollenbild. Zum Pferd gehen übrigens nur die Lehrerfamilien (Frau GS Lehrerin in minimaler Teilzeit, Mann Anwalt, Arzt oder Steuerberater mit einer 80 Stundenwoche. Beide gut ausgebildet, aber ein Rollenbild von vorgestern, aber das nur am Rande).
Wir würden uns sehr freuen, wenn es eine VERBINDLICHE Ganztagesschule gäbe, die sozial schwache Kinder integrieren und nicht von den Lehrerkindern (die nachmittags beim Pferd und in den Ferien im Urlaub sind) fernhalten.
Mein Eindruck ist, dass sich viele aus Angst, an Status (Bildungsvorsprung, Möglichkeit, die eigenen Kinder zu fördern, während die anderen den Anschluss verlieren) einzubüßen.

DerechteNorden
3 Monate zuvor
Antwortet  Marius

Mich als Lehrerin an einer Ganztags-Gemeinschaftsschule irritiert Ihre Pferd-Lehrerin-Korrelation sehr, muss ich sagen. Klingt irgendwie nach Kritik. So, als wenn Lehrkräfte alle gegen Ganztagsschule wären.

Ein repräsentatives Bild von dem, was Lehrkräfte denken, erhalten Sie hier nicht, denn es schreiben mehrheitlich Lehrkräfte, die sehr, sehr konservative Vorstellungen haben. Häufig bin ich geradezu schockiert über das, was meine „vermeintlichen“ Kolleg*innen so von sich geben.

Lera
3 Monate zuvor
Antwortet  Marius

Um Ihr politisch korrektes Weltbild etwas zu irritieren: Ich bin GS-Lehrer in Vollzeit, meine Frau arbeitet ebenfalls in Vollzeit in der freien Wirtschaft und ist somit der Hauptverdiener.
Uns käme es nie in den Sinn, unser Kind der Massenkindhaltung länger als unbedingt notwendig auszusetzen.
Was Sie mit Ihren Kindern machen, ist mir egal.
Ebenso sollten Sie anderen eine Wahlfreiheit einräumen.
Alles andere ist aus meiner Sicht undemokratisch.

-mm-
3 Monate zuvor
Antwortet  Marius

Ich gratuliere ihnen zu ihrem modernen Leben. Das ist ja wie im Bilderbuch. Also ich fasse nochmals für alle zusammen, die den Inhalt nicht ganz verstanden haben. Moderne und weltoffene Eltern sind gebildet, arbeiten beide ganztags und erfreuen sich am Prinzip der Ganztagsschule. Die Zeit, die unter der Woche mit den Kindern fehlt, kompensieren sie mit „wir können ihnen was bieten“. Als „halbmodern“ und fast schon antiquiert bezeichnet man dagegen Familienstrukturen, bei denen ein Elternteil in Teilzeit arbeitet, um sich in der restlichen Zeit mit banalen Aufgaben wie Kindererziehung und Familienversorgung rumzuschlagen. Da man hierfür keine Ausbildung benötigt, kommen für dieses Modell vor allem die Nicht-Studierten und schlecht Ausgebildeten in Frage. Bis auf, ….ja bis auf….Achtung! Jetzt kommt die ganz üble Kategorie: Studierte Lehrermütter in minimalster Teilzeit mit fettverdienendem Ehegatten. Ein angestaubtes Rollenbild, dass so kaum noch zu überbieten ist….t…..
Zufälligerweise kenne ich jetzt aber eine Familie, bei der die Mutter tatsächlich seit vielen Jahren nicht mehr arbeitet sondern stattdessen mittags reiten geht. Ohne Kind, wohlgemerkt!….und es ist keine Lehrerin. Was machen wir jetzt mit dieser Gruppe? Ich frag nur, weil wir ja schon recht weit unten angekommen waren. Aber halt! Stopp! Einen Pluspunkt hätte ich für diese Familie doch noch zu vergeben: Das Kind geht auf eine Ganztagesschule. Demnach handelt es sich also um sozial engagierte Eltern. Schließlich scheuen sie sich nicht davor, ihre Kinder mit sozial Schwächeren in Kontakt zu bringen….Denn, mal ehrlich jetzt, wer würde denn aus reiner Bequemlichkeit und egoistisch Gründen sein Kind in den Ganztagesbetrieb schicken?

-mm-
3 Monate zuvor
Antwortet  -mm-

Muss ich das mit der Ironie noch dazusagen?

DerechteNorden
3 Monate zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Ups, meine Frage hat sich erübrigt. Habe Ihre tolle Reaktion auf Rons Beitrag zu spät entdeckt.
Kann ich alles genauso unterschreiben und werde versuchen über mehrere Geräte grüne Daumen zu vergeben;-)

DerechteNorden
3 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Tatsächlich ist mir aufgefallen, dass man hier immer wieder voten kann. Ihnen doch bestimmt auch schon?
Interessant ist, dass einige Foristas massenhaft Upvotes haben, die im Vergleich zu anderen Beiträgen unverhältnismäßig zahlreich sind.
Offensichtlich ist das Rating-System nicht gut programmiert.

Stromdoktor
3 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Hängt auch von der verwendeten Technik ab.

Das läuft alles über die IP.

Wechseln Sie zwischen unterschiedlichen Geräten und/oder zwischen WLAN und mobilem Datennetz, beziehen Sie jeweils eine neue IP.

Auch Ihr Router zu Hause trennt sich normalerweise regelmäßig vom Netz und bezieht eine neue IP.

Wenn man es darauf anlegt, die Handys und Laptops einer vierköpfigen Familie zu nutzen und zwischen den unterschiedlichen Netzwerken zu switchen, kommt man wohl auf 20 votes…pro Tag.

Kurzum:
Ich erkenne Sie als Lehrerin aus SH am Nick und aus Ihren Erzählungen…für das System sind Sie nur eine (wechselnde) „Nummer“.

Bitte nicht gegen mich verwenden… 😉

DerechteNorden
3 Monate zuvor
Antwortet  Stromdoktor

Kein Ding. Danke aber für die Bestätigung dafür, dass man hier im Gegensatz zu anderen Plattformen nicht nur einmal pro Beitrag voten kann.

Ron
3 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Was erzählen Sie hier eigentlich? Man kann hier nur einmal Voten. Seine eigenen Beiträge gar nicht. Mag sein, dass es irgendwelche Tricks gibt, wenn man seine Cookies löscht oder ähnliches. Doch wer macht so einen Schwachsinn? Hier geht es doch nicht um Votes.

DerechteNorden
3 Monate zuvor
Antwortet  Ron

Nö, man kann mehrmals voten und auch für sich selbst. Ganz ohne Tricks.
Doch, es geht sehr wohl um Klicks.
Ich denke, das wissen Sie auch.

Last edited 3 Monate zuvor by DerechteNorden
Ron
3 Monate zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

„Bei uns ist die offene Ganztagsschule vor Jahren daran gescheitert, dass die Eltern der zu Hause gut betreuten Kids – übrigens als einzige! – an der Umfrage teilnahmen und tatsächlich ähnliche Argumente wie Sie nannten – aber anders formulierten.“

Sie interpretieren Abstimmungsergebnisse sehr kreativ. (Machen Sie das bei politischen Wahlen und Nichtwählern auch so?) Für mich zeigt das Ergebnis der Schulbefragung eine klare Abstimmung mit den Füßen. Wollen wir nicht! Ist ein Kopfding von Ideologen.

DerechteNorden
3 Monate zuvor
Antwortet  Ron

Offensichtlich kennen Sie den Alltag an Nicht-Gymnasien und der Welt da draußen nicht.
Um Menschen zu mehr Teilhabe zu bewegen, müssen wir allen Menschen eine bessere Bildung vermitteln.
Unser Land wird sonst von einer bestimmten Elite bestimmt, die nur noch sich selbst und ihre eigenen Vorteile im Blick hat.
Schon jetzt beklagen sich bestimmte Mitglieder dieser Elite darüber, dass Menschen nicht arbeiten und nicht teilhaben.
Das Meckern hilft aber nicht dagegen. Man muss etwas gegen diese Umstände tun, damit die Gesellschaft nicht noch mehr vor die sog. Hunde geht.
Und einen sehr wichtigen Baustein können Schulen liefern, wenn man sie gut genug mit allem (Mitteln, Raum, Personal) ausstattet.

Das Sprichwort „Jeder ist seines Glückes Schmied“ stimmt leider nicht.

dickebank
3 Monate zuvor
Antwortet  Ron

Ich weiß immer noch nicht, wie Sie Ganztag definieren.

In NRW bedeutet der gebundene Ganztag im SekI-Bereich, dass die SuS entweder an vier Tagen jeweils 7 Unterrichtsstunden haben, wobei der Vormittagsblock und der Nachmittagsblock durch eine mindestens 60-minütige unterbrochen werden.
Die Alternative ist der gebundene Ganztag mit drei Langtagen und 8 Unterrichtsstunden inkl der einstündigen Mittagspause. An einem der Langtage liegt dann das AG-Band im Nachmittagsbereich. Die AGs können in Kooperation mit externen Kooperationspartnern wie Sportvereinen – eben auch Reitvereinen – Musik-, Kunstschulen, sozialen und caritativen Einrichtungen/Organisationen etc. durchgeführt werden. Diese Angebote müssen nicht an dem im Stundenplan vorgesehenen Termin abgehalten werden. Die Übungsleiter/Verantwortlichen müssen allerdings die regelmäßige Teilnahme attestieren, damit die AGs anerkannt werden.

Hauptfächer – pardon Fächer der Fächergruppe I – dürfen allenfalls mit weniger als der Hälfte der wöchentlichen Stundenzahl im Nachmittag verankert werden.

Für die GOSt – also die SekII – gelten andere Regelungen.

Carabas
3 Monate zuvor
Antwortet  Ron

Kann ich nur bestätigen. Wir haben mal für ein paar Lerneinheiten einige Klassen in Jungs und Mädchen getrennt unterrichtet, eigentlich um den Effekt von weiblicher/männlicher Lehrkraft zu untersuchen. Egal in welcher Kombination, geschlechterhomogene Klassen waren in diesem begrenzten Setting besser, als die normale Klasse.

mama51
3 Monate zuvor
Antwortet  Ron

Wir haben das auch getestet! ca. 3 Monate. Sogar die Leistungen hatten sich verbessert… Die Sus wollten es beibehalten. Das haben wir aber nicht mehr lange danach durchgehalten.

DerechteNorden
3 Monate zuvor
Antwortet  mama51

Warum haben Sie es nicht durchgehalten?

Riesenzwerg
3 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Das finde ich auch sehr interessant!

potschemutschka
3 Monate zuvor
Antwortet  mama51

„..nicht lange durchgehalten…“ Warum?

Carsten60
3 Monate zuvor
Antwortet  kopfschüttler

„Wobei, da [vor 30 Jahren] waren die Leistungen ja noch besser.“
Das widerlegt dann halt das ganze Geschwätz von der „Schule des 21. Jahrhunderts“, in der alles so viel besser ist als in den Jahrzehnten davor. Wenn die Abschaffung des sog. „Frontalunterrichts“ was bringen würde, dann müsste sich das ja nun positiv bei den Zahlen solcher Tests bemerkbar machen. Das ist aber nicht der Fall. Die Zahlen gingen in 10 Jahren deutlich in den Keller.
Hier übrigens der Link zum eigentlichen Bericht:
https://www.iqb.hu-berlin.de/bt/BT2021/Bericht/

Riesenzwerg
3 Monate zuvor
Antwortet  Carsten60

Wenn die Kids die Grundlagen (lesen, schreiben, rechnen, Sozialverhalten, Konzentration, Dirchhaltevermögen, Ergebnisse prüfen – nicht abschreiben, verbessern, „wiederholen ist wichtig“ und „selber lernen macht klug“) nicht gelernt haben, ist jedes noch so hübsche und in zahllosen Stunden (definitiv mega unökonomisch!) vorbereitete Lernangebot – mit dem Wort habe ich so mein Problem – rs gibt nämlich doch Angebote, die man ablehnen kann 😉 – nicht lernerfolgversprechend.

Meine Meinung basierend auf meinen Erfahrungen während schon ziemlich langer Zeit im Schuldienst.

Riesenzwerg
3 Monate zuvor
Antwortet  kopfschüttler

„In den Klassen wird Unterricht wie vor 30 Jahren gemacht. Wobei, da waren die Leistungen der Kinder ja noch besser. Also, vielleicht ist die Idee mit den Seiteneinsteiger*innen doch nicht so schlecht.“

Ist es auch nicht!

Ich kenne studierte (!) Kollegys, die basteln zig Stunden mit den Kids Lapbooks usw. in allen Fächern und dann fehlt die Zeit zum Lernen!

Die Kids können noch nicht alleine lernen – auch das muss gelernt werden.

Wenn ich rechne, lerne ich rechnen.
Wenn ich schwimme, lerne ich schwimmen.
Wenn ich lese, lerne ich lesen.
Wenn ich singe, lerne ich singen.

Wenn ich ein Lapbook bastele, …..

Für viele wohl eine neue Erkenntnis – leider.

Seitenwürstchen
3 Monate zuvor
Antwortet  kopfschüttler

Ich bin ebenfalls Seiteneinsteiger und versuche meine studierten Kollegen von einem handlungsorientierten Matheunterricht zu überzeugen, mit mäßigem Erfolg. Im Rahmen meiner Vertretungsreserve konnte ich an verschiedenen Schulen im Unterricht hospitieren, so unüblich war und ist dieser schematische, stinklangweilige Unterricht studierter Lehrkräfte nicht gewesen. Also Vorurteile weg, beurteilt doch einfach die Leistung der Lehrkräfte und nothing else auch wenn das grandiose Schulsystem keine Leistungsorientierung für wichtig erachtet.

Mika
3 Monate zuvor
Antwortet  Seitenwürstchen

Wie messen Sie die Leistung der Lehrkräfte? Und unter welchen standardisierten Bedingungen findet die Leistungsmessung denn statt? Erinnert mich ein bissel an: „Friedrich! Rudere er mich hinüber zur Insel, aber pronto! Was, er hat kein Ruder? Na dann nehme er gefälligst die Hände! Warum dauert das so lange, soll er sich gefälligst mal anstrengen!“

Riesenzwerg
3 Monate zuvor
Antwortet  Mika

Das geht ganz einfach.

Sind viele Vieren und sogar Fünfen in Klassenarbeiten und – der Megalehrergau! – auch in Zeugnissen!!! muss die Lehrkraft einfach sch….. sein.

Oder – fast noch besser – die Schülys sagen das doch! Muss doch stimmen.

Andre Hog
3 Monate zuvor

„Andre Hog alamiert über die Defizite in der Kultusbürokratie“

…so, und jetzt?

Riesenzwerg
3 Monate zuvor
Antwortet  Andre Hog

Äh, wie oben….. Nichts!
😉

Pit2020
3 Monate zuvor
Antwortet  Andre Hog

@Andre Hog

„…so, und jetzt?“

Versuchs doch erstmal mit einem zerknirscht-zerknautscht verlegenem Grinsen.
Ist kameratauglich.
Kosten NULL.
Funktioniert (leider) oft.

Alternativ: Probiere die „Riesenzwerg“-Methode.
Geht auch, macht noch weniger Mühe.
😉

Nepo
3 Monate zuvor

Wir brauchen – klar – mehr Lehrkräfte, aber v.a. eine deutliche Entschlackung der Lehrpläne bei mehr effektiver Lernzeit! Zudem weniger Aktionismus bei der Konzept- und Schulentwicklungsarbeit und bitte nicht noch mehr Maßnahmen zur Qualitätssicherung. Das macht die Lehrkräfte einfach nur noch mürbe und führt ja scheinbar auch nicht zum erwünschten Erfolg!

Konfutse
3 Monate zuvor
Antwortet  Nepo

Genau! Und außerdem brauchen wir endlich mal fähige Kultusminister.

Karen Blümchen
3 Monate zuvor
Antwortet  Konfutse

Und gerne mal Klassen mit 20 Schüler/innen und nicht mit 30.
Dann würde mir auch mal in der ersten beiden Monaten auffallen, wer Förderbedarf hat.

Hornveilchen
3 Monate zuvor
Antwortet  Nepo

Sehr guter Kommentar.

Walter
3 Monate zuvor
Antwortet  Nepo

Dank Baby-Boomern wird es einfach nur noch weniger vom Mehr geben.

Ragnar Danneskjoeld
3 Monate zuvor
Antwortet  Nepo

Was soll in Geschichte denn noch „entschlackt“ werden? Das würde mich brennend interessieren…

Nepo
3 Monate zuvor

Die besagte Studie hat die Leistungen von Viertklässlern in den Blick genommen…“Geschichte“ wird – soweit ich informiert bin – nicht in der Grundschule unterrichtet. 😉

Lera
3 Monate zuvor
Antwortet  Nepo

Naja, nicht als eigenes Fach, aber (zumindest vorgeblich) im Rahmen des Sachunterrichts, der mit 1 bis 3 Stunden pro Woche die Fächer Biologie, Physik, Chemie, Geographie, Politik, Wirtschaft, Soziologie, Technik, Hauswirtschaftslehre und on top Verkehrserziehung inklusive Fahrradführerschein abdecken soll.

In der Wirklichkeit ist 50% Tiere und Pflanzen beschriften und Geschichte kommt wie alle Gesellschaftswissenschaften mit viel Glück mal ganz am Rande vor.

Aber gut, dass Religion ein eigenes Fach ist – man muss Prioritäten setzen!

Ron
3 Monate zuvor

Einsicht in die Ursachen dieses Desasters wird es nicht geben. Die Dosis der falschen Medizin wird nur weiter erhöht werden.

Carsten60
3 Monate zuvor
Antwortet  Ron

Die Sau wird ja bekanntlich vom Wiegen nicht fett. Wenn sie aber von mal zu mal immer magerer wird, dann ist sie vermutlich krank. Und dann müsste man dieser Krankheit und ihren Ursachen nachspüren statt zu erklären „weiter so, weiter so“.
Was meint eigentlich die Redaktion dazu? Sind Sie nicht auch Verfechter jener Schulreformen, die sich jetzt durch die Testergebnisse als ein Flop erweisen? Haben wir nicht gerade im Grundschulbereich immer mehr Ganztagsschulen? Und sollten nicht gerade die Ganztagsschulen eine Entkopplung von Bildungserfolg und Herkunft bringen?

Andre Hog
3 Monate zuvor
Antwortet  Carsten60

So sieht es wohl aus…und schließt damit den Kreis zu meinem obigen Einwurf.

Riesenzwerg
3 Monate zuvor
Antwortet  Carsten60

Das muss auch die GEW gefragt werden.

Bei den anderen Verbänden weiß ich leider nicht genug über deren Positionierung.

Ich habe vor zig Jahren, als wir in Inklusion, Differenzierung (habe ich als gelernte Hauptschullehrkraft bereits in Dreierausfertigung in den Hauptschulklassen gemacht…) und Integration anfangen mussten, eine Argumentation zu diesem Thema schreiben lassen – die Kids wussten damals (2010) bereits, wie sinnentlehrt das ist. Keine Gruppe (ESAs, FöS, MSAler) hatte den Eindruck, an einem wahren Wunderwerk der Schulreform teilzunehmen.

Belegt an Beispielen aus dem eigenen Unterricht – trotz guter Differenzierung und ständigen Besuchen der damaligen Schulrätin.

Und nein – es lag nicht an der Eingewöhnungszeit und der ungewollten Umstellung und auch nicht am „schlechten“ Differenzieren.

Sie fühlten sich einfach nicht mehr so gut aufgehoben und wahrgenommen wie vorher.

Auch machte ihnen (ESAler und FöS) zu schaffen, dass die MDAler i.d.R. schneller und wortgewandter waren.

Die Schlusslichter waren jede Stunde erkennbar.

Sooo kann man das Lernen prima vermiesen müssen, liebe KuMis.

Und so richtig hat sich doch nichts verbessert? Oder?!

Realist
3 Monate zuvor

Wird bestimmt besser in Zukunft mit Erhöhung der Anzahl der Schüler pro Klasse, der Unterrichtsverpflichtung, der „4-Tage-Woche“ und der Bachelor-Quereinsteiger (beides Sachsen-Anhalt). Alles aufgrund des sich immer weiter verstärkenden Lehrkräftemangels.

Wer hat schon Lust auf einen Job, bei dem man täglich von den Medien, wöchentlich von den Politikern, jährlich von der OECD (Schleicher) und alle drei Jahre von PISA gebasht wird.

Wer natürlich Lust hat, täglich den ganzen Tag in der Schule zu verbringen, dabei den „lieben Kleinen“ nicht nur grundlegende Zivilisationstugenden, gesunde Ernährung, Anti-Mobbing-Programme, Umgang mit TicToc und Co., Wiederbelebungsmaßnahme und vieles mehr beizubringen, sondern nebenbei auch noch Inklusion, Integration, unterrichten auf drei verschiedenen Niveaus in einer Lerngruppe, sowie Tätigkeiten eines Sanitäters und eines Psychologen zu übernehmen, dabei auf dutzende Verwaltungsvorschriften und Erlasse zu achten, denn die Helicopter-Eltern haben die Rechtsanwältin auf der Kurzwahltaste gespeichert (die Rechtsschutzversicherung muss sich ja lohnen!), für das ganze natürlich weder Unterstüzung noch Entlastung zu bekommt, dabei zwischendurch auch noch den Unterrichtsstoff sowie Klassenarbeiten und Klausuren gemäß Lehrplan durchzupeitschen muss, denn sonst kommt entweder Herr Schleicher von der OECD mit der PISA-Keule oder die Schulbehörde steht auf der Matte und verpasst dem Schulleiter einen Einlauf, der diesen natürlich gleich weitergibt.

Wer dazu Lust hat, und dann, wenn das Tagewerk in der Schule getan ist, sich noch in sein selbstfinanziertes „Homeoffcie“ zurückziehen darf um dort alles Liegengebliebende am Abend und am Wochenende aufzuarbeiten, also Unterrrichtsvorbereitung, Korrekturen und andere Leistungsbewertungen, Elterntelefonate und seit kurzem auch schulische Videokonferenzen, der wird natürlich gerne Lehrkraft. Demnächst dann auch bis zum 70.ten Lebensjahr, wenn man „Glück“ hat und das Schulhalbjahr entsprechend endet, auch bis 70 1/2.

Da sagt sich doch der intelligente Studienanfänger von heute „Lehramt? Ich bin doch nicht blöd!“ und studiert lieber etwas anderes. Wenn man in der „freien Wirtschaft“ dann ausnahmsweise doch keinen Job finden sollte, bewirbt man sich mit seinem Bachelor z.B. in Sachsen-Anhalt. Und lacht über die Lehramtsstudierenden, die sich noch durch Master und Referendariat quälen müssen und immer noch die alles entscheidenden Prüfungen fallen können. Man selber hat seinen Job dank „Quereinstieg“ ja quasi sicher. Die Politik hält da aufgrund schierer Verzweifelung schützend die Hand darüber…

Andre Hog
3 Monate zuvor
Antwortet  Realist

Umfänglich und treffend dargestellt…Danke dafür!!

Indra Rupp
3 Monate zuvor
Antwortet  Realist

Wenn Kinder allerdings die Hälfte ihrer Kindheit und 42 h pro Woche ab Klasse 1 in der Schule verbringen, dann ist klar, dass dort auch Erziehung, Moral, Psychologie, Gesellschaftliches, Gesundheitsfragen, ect stattfinden muss. Es ist dann nicht die Unfähigkeit der Eltern, dass die Kinder das nicht allein beim Abendessen Zuhause lernen. Was wäre wohl, wenn man nur DAS ändern würde? Oder besser, mal Kinder mit 20h Woche und Kinder mit 40h Woche vergleichen.

Micky
3 Monate zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Rechnen Sie doch mal nach: Ein Kind, mit dem täglich insgesamt nur 30 Minuten gesungen wurde oder Fingerspiele gemacht wurden, mit dem Bilderbücher angeschaut, dem später vorgelesen wurde, hatte bis zur Einschulung schon deutlich mehr „Deutschunterricht“ als es in der gesamten Grundschulzeit selbst unter unrealistisch idealen Bedingungen je haben wird.

Da ist noch nicht eingerechnet, dass viele Eltern sich auch sonst im Alltag und am Wochenende intensiv mit ihren Kindern beschäftigen, ihnen die Welt zeigen und Alltagskompetenzen beibringen. Und natürlich hören sie damit nicht auf, wenn die Kinder in die Schule kommen. Die Schere geht immer schneller immer weiter auf, weil Lernen sich ja auch noch exponentiell vollzieht. Die Grundschullehrer versuchen sicherlich ihr Bestes, aber wenn vorher zu wenig gelaufen ist, haben sie schlicht keine Chance, auch nicht, wenn zuhause nicht gut mitgearbeitet wird.

Und das gilt in jeder möglichen Hinsicht. In der Klasse unserer Tochter konnte eine sehr teuer ausstaffierte Viertklässlerin nur langsam gehen und nicht alleine schaukeln, in einem Alter, in dem sie sicher Schwimmen und Radfahren hätte können sollen. Hobby laut Freundebuch: Shoppen mit Mama. Sie wurde natürlich in die Schule gefahren.

Indra Rupp
3 Monate zuvor
Antwortet  Micky

Das ist schon richtig, aber es geht nicht nur darum, wie gut das Kind am Ende etwas kann. Kinder verbringen die Hälfte ihrer Kindheit in der Schule und da kann das Sozialleben nicht einfach aussetzen, weil manche Lehrer nur „Unterricht“ machen wollen und meinen, das andere ( Psychologie, Gesundheit ect) wäre nicht ihr Beruf.

Lera
3 Monate zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Das ist keine Meinung, das ist schlicht ein Fakt.

Ich habe weder Medizin noch Psychologie studiert und habe auch kein Interesse daran.

Verlangen Sie von Ihrem Arzt, dass er nebenbei noch Nachhilfe gibt?

Siehste.

potschemutschka
3 Monate zuvor
Antwortet  Lera

Im Prinzip haben Sie recht, aber ein guter Lehrer sollte auch ein bißchen Interesse an anderen Sachen haben, um die kleineren Probleme der einzelnen Kinder zu verstehen. für die größeren Probleme sollte es dann genügend Fachkräfte an den Schulen (und am besten schon in den Kitas geben), z. B. Sozialpädagogen, Schulpsychologen, Logopäden, Sonderpädagogen, Ergotherapeuten… Gibt es aber leider viel zu wenige. Allerdings habe ich als Sonderpädagoge an einer Brennpunkt-GS auch sehr verschiedene Erfahrungen mit meinen GS-Kollegen gemacht. Viele haben Hinweise zu den Förderkindern dankend angenommen und nach Möglichkeit umgesetzt, aber einigen (wenigen) war das egal. Dabei helfen manchmal Kleinigkeiten den Kindern (ein anderer Sitzplatz/ Vergrößerung der Schrift/ Aufgaben nicht auf einem A4- Blatt, sondern auf zwei kleineren Blättern nacheinander …) Solche „Tricks“ können „normale Lehrer“ nicht wissen, aber sie sollten es wenigstens mal ausprobieren, wenn ein Fachmann ihnen den Tipp gibt.Dazu muss man nicht Medizin oder Psychologie studiert haben.

Lera
3 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

Da haben Sie natürlich recht, ich gehe sogar darüber hinaus und sage, dass Ihre Beispiele sehr wohl zu einer pädagogischen Ausbildung gehören und von normalen Lehrern beherrscht werden sollten. Ich setze solche kleinen Kniffe immer gerne ein – anders geht es ja bald gar nicht mehr.

Indra Rupp
3 Monate zuvor
Antwortet  Lera

Wenn die Regierung den ganzen Tag unsere Kinder bei ihm lässt, ja!

Ich_bin_neu_hier
3 Monate zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Lera: „Verlangen Sie von Ihrem Arzt, dass er nebenbei noch Nachhilfe gibt?“

Indra Rupp: „Wenn die Regierung den ganzen Tag unsere Kinder bei ihm lässt, ja!“

@Indra Rupp: Ich habe so ein Gefühl, dass es in einem solchen Fall sinnvoller sein könnte, sich an die Regierung zu wenden, als einen Arzt zu kritisieren, der keine Nachhilfe erteilt… zumal wenn der sich stattdessen engagiert und kompetent um die medizinischen (!) Probleme seiner Patienten kümmert – wofür er ja eigentlich da ist.

Riesenzwerg
3 Monate zuvor
Antwortet  Indra Rupp

„Unterricht“ war mal die Kernaufgabe von uns Lehrys.

Nur weil sich wirtschaftlich und gesellschaftlich alles, nun, nicht gut entwickelt, kann doch nicht einfach alles, aber auch alles auf Lehrkräfte abgewälzt werden.

Und – Psychologie und Gesundheit sind tatsächlich nicht mein Beruf.

Psychologen haben Psychologie studiert und damit ist es deren Beruf.

Ärzte, Pfleger:innen, Köche, Ernährungsberater:innen haben dies tw. studiert und/oder gelernt und damit sind dies deren Berufe.

Ich finde es ein klein wenig befremdlich, was Sie von mir erwarten – ich bin ein Mensch mit einer verdammt guten Ausbildung.

In diesem Beruf darf ich arbeiten.

Ich darf keine Psychotherapie mit meinen Schülys oder anderen Menschen anfangen. Das wäre mehr als unverantwortlich.

Ich darf auch keinen Arm amputieren, nicht mal mehr als die in EHKursen gelernten Maßnahmen bei Schülys und anderen Menschen anwenden.
Auch das wäre mehr als unverantwortlich.

Beides ist zudem strafbar.

Und dann noch eine kleine Frage am Rande – wann sollte ich denn bei voller Stundenzahl und dem ganzen lustigen SchulGemurkse drum herum psychologisch tätig werden?

Seien Sie mir nicht böse – ich bin weder Superman noch Superwoman noch Superdivers.

Ich bin schlicht ein Mensch.

Riesenzwerg
3 Monate zuvor
Antwortet  Realist

WOW! Einfach nur WOW!

Was wir alles mit uns machen lassen….

Gerade heute in der Post:
Ein etwa 10/11-jähriges Mädchen sagt zu ihrer Freundin: „Meine Schwester mövhte alles werden. Nur nicht Lehrer.“

Noch Fragen, liebe KuMis?

Pit2020
3 Monate zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

@Riesenzwerg

„Meine Schwester mövhte alles werden. Nur nicht Lehrer.“

Vielleicht sollte sie doch Lehrer werden. … Da ist doch alles (andere, was man sich nur denken kann) mit drin. Viel besser als ein Ü-Ei, denn das sind bekanntlich nur 3 Sachen auf einmal … 😉

Leseratte
3 Monate zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Influencer ist ein aktuell gern genannter Berufswunsch ….

Riesenzwerg
3 Monate zuvor
Antwortet  Leseratte

Jepp.

Aber dazu gibt es (noch) keine Ausbildung und kein Studium.

Die Kids müssen das in Eigenregie machen….

Das Aus-Kriterium schlechthin.

Wenn sie feststellen, dass ihre Bilder wackeln, sie diese überarbeiten müssen, Wort und Text nicht passen, eine Szene bzw. Sequenz mehrfach wiederholt werden müssen .. haben sie meist schon keinen Bock mehr.

Das ist am Anfang spannend. Dann müssen sie wöchentlich liefern.

Ich vermute auch mal, dass sie sich irgendwie selbstständig machen müssen. Auch eine Extremherausforderung.

Riesenzwerg
3 Monate zuvor
Antwortet  Realist

Alles richtig! Leider.

Meine Befürchtung ist zudem:

„Wird bestimmt besser in Zukunft mit Erhöhung der Anzahl der Schüler pro Klasse, der Unterrichtsverpflichtung, der „4-Tage-Woche“ und der Bachelor-Quereinsteiger (beides Sachsen-Anhalt). Alles aufgrund des sich immer weiter verstärkenden Lehrkräftemangels.“

Und dann – werden die Noten (noch) besser und es gibt (endlich!) wieder nur noch gute Abschlüsse und bis auf zwei Schülys pro Kreis fallen keine mehr durch…. 😉

Die KuMis werden sich feiern und auf die Schultern klopfen – vermutlich virtuell, da Corona ungebremst rasante Fahrt aufnimmt…

Und – sie werden sich selbst in Dauerschleifenmantren davon überzeugen, absolut das Richtige getan zu haben, es gepackt, das Problem angefasst und behoben zu haben mit den geringst einzusetzenden finanziellen Mitteln.

Win-win und doch halt noch mehr nichtausbildungstaugliche Schülys….

über die man sich bei den Glorreichen wundern wird und sofort wird dieses goldene Mittel noch einmal eingesetzt und man freut sich über die vielen tollen Abschlussnoten, wundert sich über die zunehmende Unvermittelbarkeit von Jugendlichen in die Ausbildung und nach 20 Jahren oder so d e n k t hoffentlich jemand, der wohl erst noch geboren werden muss, nach …..

Schule geht nicht nach dem Minimalprinzip – sollte den Glorreichen mal gesteckt werden 😉

Ron
3 Monate zuvor

Der nördliche Stadtstaat Bremen führt dabei die Negativliste erneut an. Bereits im vierten Schuljahr hängen die hanseatischen Schüler ein ganzes Schuljahr zurück und über ein Drittel der Lernenden erreicht nicht mal die Basiskompetenzen im Rechnen, Schreiben und Lesen, die aber Voraussetzung weiterer Bildung sind. Dabei ist Bremen bei Bildungsreform gerne vorne weg. Vielfach wird im Tandem unterrichtet, Brennpunktschulen werden speziell unterstützt. Ich wage mir gar nicht vorzustellen, wie der typische Unterricht in der Hansestadt aussieht. Vermutlich ist es schon eine tolle Stunde, wenn der Sitzkreis geklappt hat und der Lehrer akustisch im kreativen Towabu zu hören war.

Stromdoktor
3 Monate zuvor
Antwortet  Ron

Bremen hat sich im Gegensatz zu den anderen Bundesländern seit 2016 (wohl) nicht verschlechtert.

Ich stelle jetzt einmal die steile These auf, dass man sich hier schon etwas länger und intensiver mit Armut, Integration und Inklusion beschäftigt, als in anderen Bundesländer und einige richtige Schritte in Sachen Chancengleichheit eingeleitet hat. Wird sich hoffentlich bald auszahlen.

Für viele Schülerinnen und Schüler ist es daher wohl besser, lieber in Bremen eine Schule zu besuchen, als beispielsweise in Duisburg, Dortmund, Essen…Mannheim.

Was natürlich nicht darüber hinwegtäuschen darf, dass die Ausgangslage in vielen Kommunen erschreckend ist.

Wird bei einem Stadtstaat nunmehr sichtbar. Alle anderen dürfen sich aber gerne kurz im Erfolg des jeweiligen Bundeslandes sonnen.

Z.B. in Kassel, Salzgitter, Halle, Ludwigshafen, Kiel…

Ron
3 Monate zuvor
Antwortet  Stromdoktor

Bremen kann sich nicht weiter verschlechtern, da es den letzten Platz fest gebucht hat.

klm
3 Monate zuvor
Antwortet  Ron

Es kann sich im Ranking zwar nicht mehr verschlechtern, ansonsten aber schon.

Riesenzwerg
3 Monate zuvor
Antwortet  Stromdoktor

Entschuldigung – aber ich kann das inhaltslose Wort „Chancengleichheit“ nicht mehr hören.

Jetzt wird es böse –
FSJ mindestens 20 Dienstjahre

M.M.nach fängt Chancengleichheit schon im Mutterleib an – also müssen alle Schwangere saufen und Drogen nehmen – dann haben die Kids tatsächlich auch rein intellektuell die gleichen Chancen.
Gesunde Ernährung und Aktivität, Bildung etc. werden für mindestens 25 Monate gemeinsam ausgesetzt.

Bei aller gelebter und propagierter Individualität – das gildet nämlich auch für Eltern und Lehrkräfte – ist eine Chancengleicht keine Chance, da nicht alle gleich sind.

Bitte Ironiedetektor einschalten – kann helfen 😉

Stromdoktor
3 Monate zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Chancengleichheit im „engeren Sinn“, würde ich dann ergänzen.

Die beinhaltet für mich insbesondere, dass man dem Unterricht sprachlich folgen kann, entsprechende Kurse anbietet und sich nicht damit abfindet, dass SuS hier dauerhafte Defizite haben.

Ansonsten ist in Deutschland vieles möglich…eine echte Chancengleichheit gibt es aber natürlich nicht. Bildung ist aber ein entscheidender Faktor.

Rote(r) Daumen nicht von mir…

Riesenzwerg
3 Monate zuvor
Antwortet  Stromdoktor

„Rote(r) Daumen nicht von mir…“ – welcher (nicht) von den derzeit Dreien? 😉

Chancengleichheit, auch im engeren Sinn, bedeutet aber auch, dass Chancen ergriffen werden.

Sprache lernen muss aktiv geschehen – wir sehen die Zugreiferys im normalen Unterricht, aber auch im DAZ. Viele davon kriegen „den Hals nicht voll“ und sind – vor allem auch in Grammatik und Satzbau – recht schnell besser und flexibler als so maches Schüly mit zig deutschstämmigen Generationen – den Nicht-Zugreifern.

Schlimm ist für mich, dass man sich eben doch damit abfinden muss, dass Schülys gerade im Bereich Sprache und Lesen dauerhaft Defizite haben. Sonst werden wir den anderen Kindern nicht gerecht.

(Ja, ich kann den Lesern unter den Kindern zur Differenzierung ein Buch nach dem anderen geben und habe viele Grammatik- und Rechtschreibübungen samt Lösungen zum selberkontrollieren hinlegen… Aber – dann gehen diese Kids emotional unter. Sie sind nahezu komplett auf sich alleine gestellt und erhalten aus Zeitgründen nicht die Rückmeldungen, die sie verdienen.)

Manchmal denke ich, hier kann keiner gewinnen.

Pit2020
3 Monate zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

@Riesenzwerg

„Manchmal Meistens denke ich, hier kann keiner gewinnen.“

Sorry.
Das war das Tier der Lehrer in mir. 😉

Carsten60
3 Monate zuvor
Antwortet  Stromdoktor

Laut Tabelle 8.1 des Berichts liegt der Migrantenanteil in Bremen bei 58 %, in Baden-Württemberg bei 49 %, in Berlin bei 48 %, in NRW bei 47 %, in Hessen bei 46 %, im Bundes-durchschnitt bei 38 %.
Das wird in Bremen schon irgendwie eine Rolle spielen, kann aber nicht alles erklären. Jedenfalls sind diese Zahlen beachtlich hoch. Man kann ahnen, dass das dem Sprachniveau im Deutschen wohl kaum gut tun wird. Und dann wird ja gesagt, dass auch viele Kinder von Einheimischen kein gutes Deutsch können. Wer bleibt denn da noch übrig?

Stromdoktor
3 Monate zuvor
Antwortet  Carsten60

Ihren aufgeführten Punkt in Verbindung mit der allgemeinen Armutssituation in Bremen und insbesondere in bestimmten Stadtteile.

Die Armut ist in Bremen besonders groß und die Einkommensverhältnisse besonders stark verteilt.

Es gibt eine Vielzahl sozial benachteiligter Stadtteile mit einer entsprechenden Sogwirkung für verschiedene Bevölkerungsgruppen (günstige Wohnverhältnisse / eigene Community). Man hat das erkannt und in einigen Stadtteilen Wohnkomplexe zurückgebaut, um die Ghettorisierung einzugrenzen.

Dennoch können die Stadtteile klar identifiziert und abgegrenzt werden. Im vielen Fällen korreliert die Armuts- und Migrationsquote hier auch mit den schulischen Leistungen, der Arbeitslosigkeit usw.

Bremen war insbesondere Mitte der 80er und Anfang der 90er von einem massiven Strukturwandel betroffenen. Tausende Industriearbeitsplätze gingen verloren und wurden sukzessive durch Hightech-Arbeitsplätze ersetzt.

Der „Schweißer“ der insolventen Werften hat in der neuen Arbeitswelt sicherlich keinen Platz gefunden. Auch nicht jeder Nachfahre.

Insofern sind ganze hafennahe Stadtteile sozial abgestiegen – insbesondere auch Gastarbeiterfamilien. Diese strukturelle Armut zieht sich seit drei Jahrzehnten durch und spiegelt das Bild einer Großstadt im Wandel wieder.

Hier ist Bremen sicherlich vergleichbar mit vielen Städten aus dem Ruhrgebiet. In Bremen waren es die Werften, in anderen Städten die Stahlindustrie oder der Bergbau.

Generell würde ich behaupten, dass „wohlhabende“ Städte , die mit einem geringeren strukturellen Wandel zu tun hatten, hier im Vorteil sind und die Armut durch eine bessere Integration in den Arbeitsmarkt im Griff haben.

Das zieht sich dann durch die gesamte Familie und wirkt sich auch positiv auf die Bildungserfolge aus.

Ich für meinen Teil denke, dass es einem kleinen Wunder gleicht, dass die Stadtstaaten hier überhaupt noch in Reichweite zu anderen Bundesländern stehen. Das zeigt das Engagement im Bildungssystem vor Ort.

Das spricht aus meiner Sicht eher für Erfolge dort, als in den Flächenländern, wo hier der statistische Ausgleich von „Hot-Spots“ das Bild verwässert.

Richtig interessant wäre sicherlich ein Vergleich der Großstädte untereinander. Dann wäre die regionale Betroffenheit auch größer und die Herausforderungen auch klarer benannt.

Entscheidend bleibt aber die Armut und die berufliche Perspektive. Wird auch an Hamburg deutlich, wo die Voraussetzungen besser als in Bremen oder Berlin sind.

Rabe aus NRW
3 Monate zuvor
Antwortet  Stromdoktor

Der Vergleich mit Bremen und anderen Bundesländern hinkt grundsätzlich: Es ist so, als wenn man Köln mit ganz Bayern vergleicht – Bremen ist eigentlich nur eine mittelgrosse Stadt mit grossen stadttypischen Problemen. Die weite Fläche mit anderen Einzugsgebieten fehlt. Da lügt ganz einfach die Statistik.

anonymus
3 Monate zuvor
Antwortet  Rabe aus NRW

Und dass in Bremen ununterbrochen die SPD regierte, neuerdings mit den Grünen, spielt keine Roll?

Stromdoktor
3 Monate zuvor
Antwortet  anonymus

neuerdings auch noch mit den Linken…

Als sich erstmals eine konservative Mehrheit abzeichnete, hat man einfach noch einen dritten Koalitionspartner dazu geholt.

Ist aber tatsächlich nur ein kleiner Teil des Problems (die durchgängige SPD-Regierung)

Carsten60
3 Monate zuvor
Antwortet  Stromdoktor

„hafennahe Städte“
Wenn irgendeine Stadt „hafennah“ ist, dann Hamburg, und dort ist es weniger schlecht. Man könnte ja bei Bremen manches entschuldigen.
In NRW sieht es nicht viel besser aus als in Bremen, obwohl gerade NRW den Strukturwandel doch hinbekommen hat. „Hafennah“ ist dort nur Duisburg. Der Abstieg in NRW bei der Mathematik im Zeitraum 2011-2021 beträgt 40-50 Punkte, je nachdem, ob „adjustiert“ oder „nicht adjustiert“ (Abb. 4.18). Man ist jetzt bei einem Mittelwert von ca. 450 Punkten angekommen, Bei PISA 2018 ist das das Niveau von der Türkei und Griechenland. Aber große politische Sprüche klopfen, WIR müssten uns mit den besten der Welt messen. Lachhaft ist das! Bremen allerdings liegt bei ca. 425 Punkten, das entspricht bei PISA einem Niveau knapp vor Chile und Mexiko, beide mit einem katastrophalen Bildungssystem.

Stromdoktor
3 Monate zuvor
Antwortet  Carsten60

Stadtteile…schrieb ich.

Gröpelingen, Neustadt, Grambke, Walle, Grohn..

Nicht zu verwechseln mit Oberneuland, Schwachhausen, Borgfeld.

Da liegen innerhalb Bremens die Unterschiede.

Carsten60
3 Monate zuvor
Antwortet  Stromdoktor

… aber soziale Unterschiede zwischen Stadtteilen gibt’s doch nun seit langem in vermutlich jeder größeren Stadt. Auch in Duisburg gibt’s einen armen Norden (Marxloh, Meiderich) und einen besser gestellten Süden (Wedau, Großenbaum). In Berlin sind die Unterschiede besonders krass:
https://www.inklusion-online.net/index.php/inklusion-online/article/view/110/110

Stromdoktor
3 Monate zuvor
Antwortet  Carsten60

Yupp.

Meine Einschätzung:

Städte ab einer gewissen Größe „leisten“ sich solche Stadteile bzw. kämpfen mit der Sogwirkung, die davon ausgeht.

In kleineren bis mittelgroßen Städten gibt es diese Ghettorisierung weniger.

Spätestens ab 250.000 Einwohnern muss man davon ausgehen.

Nur die wirtschaftlich stärksten Städte schaffen da noch die Integration in den Arbeitsmarkt und damit in die Gesellschaft bzw. den Armutsausgleich.

Riesenzwerg
3 Monate zuvor
Antwortet  Ron

Und das liegt natürlich alles daran, dass wir nach zig Jahren im Schuldienst zu blöde sind oder schlicht vergessen haben, wie das geht 😉

Manchmal bin ich im Vertretungsunterricht schon sehr, sehr froh, wenn wir das alle ohne große Verluste überlebt haben.

Die „Ansprüche“, hust, röchel, sind gesunken….

Ron
3 Monate zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Sie als einzelner Lehrer können vermutlich fürchterlich wenig machen, weil ihnen die Vorgaben den Gestaltungsspielraum immer weiter einschränken.

Rabe aus NRW
3 Monate zuvor
Antwortet  Ron

Das ist 1000% wahr! Danke!

Riesenzwerg
3 Monate zuvor
Antwortet  Ron

Das ist so richtig und so wahr und so traurig.

Cinderella
3 Monate zuvor
Antwortet  Ron

Als jemand, der mal an einer bremischen Schule unterrichtet hat, kann ich sagen: ja, eine Stunde mit funktionierender Methode und einer Lautstärke, bei der man als Lehrkraft zu verstehen ist, ist schon eine gute in Bremen. Wenn dann noch ein Inhalt vermittelt wurde, den die Kinder auch kognitiv verarbeiten können (da werden schließlich alle zusammen ohne böse, diskriminierende Binnendifferenzierung unterrichtet), und auch kein Kind ein anderes blutig gebissen oder ihm in den Schulranzen gepinkelt hat (beides so an meiner Schule passiert), dann war es eine Top-Stunde, wie man sie in Bremen vielleicht zweimal pro Halbjahr hat.
Von den lächerlichen Abiturbedingungen mal ganz zu schweigen. Leute, die im Religions LK (!) nicht mal was von Christi Himmelfahrt gehört haben und keinen ganzen Satz in der Prüfung sagen, bekommen mehr als 00 Punkte, weil… „sie hat aber so nett geguckt“ (Originalzitat).
Kein Scheiß.

Stromdoktor
3 Monate zuvor
Antwortet  Cinderella

Vielen Dank für den „differenzierten“ Einblick…

Ich hatte u.a. Sport LK in Bremen. Habe meine Punkte beim Fußball, Laufen und Werfen geholt…

Am Ende bin ich Ingenieur geworden und habe zusammen mit den „Dorftrotteln“ aus Niedersachsen und ein paar Zugezogenen aus ganz Deutschland an einer Niedersächsischen Uni studiert.

Spricht das jetzt für Bremen, gegen Niedersachsen oder für mich??

Lera
3 Monate zuvor
Antwortet  Stromdoktor

Ehrlich gesagt spricht Ihre persönliche Geschichte weder für noch gegen irgendetwas.

Last edited 3 Monate zuvor by Lera
Stromdoktor
3 Monate zuvor
Antwortet  Lera

Darauf wollte ich hinaus.

Mal losgelöst von den ersten Jahren in der Schule und dem Ort, wo man aufgewachsen ist, kann man hier in Deutschland zumeist noch das werden, was man möchte.

Ist halt bei einem mittelmäßigen Start oder bei schlechteren Voraussetzungen immer etwas anstrengender, was einem am Ende ja nicht schaden muss.

Ableiten kann man daraus aus meiner Sicht, dass in den ersten 10 Jahren eines Bildungsweges auch nicht alle Ansprüche (auch frühere) erfüllt werden müssen und „fertige“ Fachkräfte von der Schule kommen.

War vielleicht mal so, ist aber unter den jetzigen Voraussetzungen eben nicht mehr drin. Würde man das akzeptieren und realistische Ziele formulieren, wäre vielleicht auch etwas Druck weg – für alle Beteiligten.

Bin da bei Riesenzwerg. Wenn man eine gewisse „ChancenUNgleichheit“ akzeptieren würde, könnte man smartere Ziele ausrufen und auch erreichen.

Ist aber natürlich politisch und gesellschaftlich (?) nicht gewollt.

Lera
3 Monate zuvor
Antwortet  Stromdoktor

Den Gedanken hatte ich auch schon mal… aber pssst… es kann nicht sein, was nicht sein darf.

Cinderella
3 Monate zuvor
Antwortet  Stromdoktor

Sagt ja keiner, dass man mit einem bremischen Abitur gar nichts werden kann. Kenne auch gute Juristen aus Bremen. Kluge Menschen kommen auch mit weniger optimaler Schulbildung klar.
Aber gerade den Schwächeren, denen die bremische Politik seit jeher helfen will, nützt das System dort mMn wenig. An der Schule, an der ich war, sind übervolle Klassen (9. Klasse mit 30 Schülern, man kann im Raum nicht mehr rumlaufen, wenn alle sitzen, und hat in Nebenfächern teilweise nur 1 Wochenstunde, d.h. man kennt die Kids kaum) ohne nennenswerte Sozialarbeit oder Psychologen normal, in denen auf Teufel komm raus auf einem Niveau unterrichtet werden soll, das zu 80% der Klasse gar nicht passt.
Ich habe auch in 3 anderen Bundesländern gearbeitet (Praktikum, Referendariat, Zeit nach Bremen) und kann daher schon halbwegs differenziert vergleichen. Zudem habe ich immer noch Freunde an der alten Schule – keiner von denen ist mit den Arbeits- und Lernbedingungen glücklich.

Stromdoktor
3 Monate zuvor
Antwortet  Cinderella

Ja. Ihre Beschreibungen sind bestimmt zutreffend.

Weiter obe habe ich ja meinen Blick auf Bremen und die Herausforderungen dort geteilt.

Falls es mich jemals wieder dorthin zurückverschlägt, wüsste ich ganz genau, in welchen Stadtteilen ich sehr gut leben und arbeiten könnte bzw. wollte. Und welche ich in jedem Fall meiden würde. Es gibt auch Stadtteile, die ich mir überhaupt nicht leisten könnte…

Aufgewachsen bin ich in einem „normalen“ Stadtteil im Bremer Norden.

Ehrlich gesagt, gibt es null Unterschiede zwischen meiner Schulzeit und denen meiner Töchter aktuell in einer kleinen/mittelgroßen Stadt in Niedersachsen.

Ich würde sogar behaupten, dass es damals von allem etwas mehr gab (Sportfeste, Klassenfahrten, Exkursionen, Fachunterricht…). Es hat definitiv an nichts gefehlt. Es gab aber auch schon damals Stadtteile, wo man lieber nicht wohnen wollte. Das wusste man schon als Kind.

Kann natürlich den heutigen Stand nicht beurteilen, riesige Unterschiede sehe ich nicht.

Wie gesagt: „normaler Stadtteil“ 80er / 90er-Jahre Bremen im Vergleich zur niedersächsischen Kleinstadt 2010er/2020er-Jahre heute.

Andere Stadtteile Bremens schneiden mit Sicherheit schlechter in diesem Vergleich ab. Einige aber auch besser…

Last edited 3 Monate zuvor by Stromdoktor
Cinderella
3 Monate zuvor
Antwortet  Stromdoktor

Zur Ergänzung: die Schule war in Bremerhaven, da ist quasi die ganze Stadt Brennpunkt. Und es war angeblich eine der zwei besten Schulen der Stadt. Die Storys von anderen Schulen will ich gar nicht erzählen, weil a) Hörensagen und b) gruselig.
Kann nur sagen, dass ich dort nach kurzer Zeit schon an meiner Berufswahl gezweifelt habe, vor allem weil ich per Schulgesetz an den realen Bedürfnissen der Kinder vorbei arbeiten musste. Es war jeden Tag Kampf ohne viel Ergebnis.
Bin jetzt in einem anderen Bundesland viel glücklicher, obwohl hier auch manches falsch läuft. Wenigstens kann ich geordneten Unterricht mit halbwegs lernwilligen Menschen machen, der sie tatsächlich weiter bringt.

Stromdoktor
3 Monate zuvor
Antwortet  Cinderella

Autsch…

Sehen Sie es positiv. Es wird niemals irgendwo schlimmer werden….falls Sie noch einmal den Arbeitsort wechseln sollten.

In Bremerhaven würde ich lediglich die touristischen Ziele empfehlen…und ein Fischbrötchen im „Schaufenster Fischereihafen“…falls mal jemand im Auswanderer- oder Klimahaus landet.

Indra Rupp
3 Monate zuvor
Antwortet  Stromdoktor

Das gute an Dorftrotteln ist, dass sie meist keine Brennpunktschulen haben. 😉
Gruß aus einem Trotteldorf in NDS!

Stromdoktor
3 Monate zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Sehe ich auch so…

…bin mittlerweile auch einer…

Riesenzwerg
3 Monate zuvor
Antwortet  Stromdoktor

Ja! 😉

Riesenzwerg
3 Monate zuvor
Antwortet  Stromdoktor

Ja!

Riesenzwerg
3 Monate zuvor
Antwortet  Cinderella

Ohhh, wie bitter.

Da macht Schule absolut keinen Spaß. Niemandem.

Liegt das an der Übermacht der Elternschaft, geschwächte oder falschgerichtete Schulleitung, sozialer Brennpunkt…?

Ich würde gerne meine derzeitigen Sechstklässler:innen zum Reli-Abi anmelden.

Die gucken alle so nett und können Fragen zu Christi Himmelfahrt in vollständigen Sätzen (Plural!) beantworten.

Galgenhumor – hat mit Ironie nichts zu tun!

Lera
3 Monate zuvor

Mehr Sozialpädagogen – die Antwort auf alles.

Das ist sogar für die FDP enttäuschend.

Das Hauptproblem ist die schlechte Lernatmosphäre in den meisten Klassen.

Und die liegt vor allem daran, dass Lehrer immer mehr erziehen müssen, während sie gleichzeitig immer weniger Erziehungsmittel zur Verfügung haben.

Lösung:
Der Schulbesuch darf nicht voraussetzungslos bleiben. Ein Mindestmaß an sozialer Kompatibilität sollte vorhanden sein. Wenn nicht, muss das in Institutionen behoben werden, deren Hauptzweck NICHT Bildung ist. Selbst das so viel gepriesene „soziale Lernen“ ist nicht voraussetzungslos im Massenbetrieb Schule. Und dass Schule ein Massenbetrieb ist, kann man natürlich beklagen – ich selbst tue dies gelegentlich, aber ändern wird sich das in den nächsten Jahren- seien wir ehrlich: Jahrzehnten – nicht. Denn das wäre sehr viel teurer als ein paar Sozialpädagogen. Und die lösen das Problem ja auch. Zumindest kommunikativ, für eine Weile. Bis zur nächsten Studie, die Deutschland seine stetige Verblödung attestiert, haben das alle wieder vergessen und das Murmeltier ruft: einsteigen, dabeisein, wir brauchen mehr Sozialpädagogen.

Es ist so traurig!

Riesenzwerg
3 Monate zuvor
Antwortet  Lera

Es gab mal Schuleingangsuntersuchungen – da wurden die Kids zurückgestellt, die noch nicht schulreif waren….

Aber heute wird halt niemand (Singular) zurück gelassen, wobei offensichtlich alle (Plural) nicht mehr am Klassenlernziel ankommen.

Die Verblödung sinkt (wie der Fisch stinkt) von oben nach unten bzw. vom Kopf zum Schwanz.

Aber was sollen wir zu unseren verehrten und zersetzenden KuMis sagen? Go home?

Die kriegen es einfach nicht hin und wir sollen zaubern.

Bin ein Riesenzwergy – kein Zaubery!

Lera
3 Monate zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Da Lehrer keine relevante Wählergruppe darstellen, ist es vollkommen unerheblich, ob und was wir wem auch immer wie auch immer mitteilen – es wird sich nichts verändern, solange ELTERN den Betrug an der Zukunft ihrer Kinder nicht massenhaft durchdringen.

Denn Eltern gibt es genug, um bei Wahlen Druck zu machen.

Daher wird denen ja auch regelmäßig das Blaue vom Himmel versprochen.

Und dass das nie eingelöst wird, merken sie selten und spät, da die Schule sich viel Mühe gibt, die Simulation von Bildung mit allerlei Feigenblättern zu kaschieren.

Nicht, weil die Lehrer das WOLLEN, sondern z.B. weil ehrliche Bewertungen oder ein normales Niveau viel Ärger verursachen.

Also lieber schönfärben und Ansprüche ins Bodenlose senken.

Und wenn Studien aufzeigen, wohin die Reise geht, gibt es immer eine Ausrede: Corona, Migration, Inklusion, dies, das, Ananas.

Am nächsten Sonntag wird dann aber wieder in Reden betont, wie segensreich die Heterogenität ist – ohne Widerspruch von irgendeiner Seite, die Reichweite hätte.

Nur auf N4T motzen ein paar ewig Gestrige, die einfach zu dumm sind, um die die Segnungen der Schule des 21. Jahrhunderts zu verstehen – interessiert halt keine S…

Riesenzwerg
3 Monate zuvor
Antwortet  Lera

Seufz. So wahr.

Die vielgelobte Heterogenität sollte mal in Artenvielfalt übersetzt werden, damit wir u.a. wieder Bienen in Massen haben und wir dem Artensterben entgegenwirken.

Heterogenität im Klassenzimmer bremst …. alle!

DerechteNorden
3 Monate zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Im Klassenzimmer, aber nicht an der Schule.
KGS und IGS mit äußerer Differenzierung sind Schultypen, die eine gute Durchlässigkeit bieten und soziales Miteinander ermöglichen.

Emil
3 Monate zuvor

Na klar! Corona ist schuld!
Natürlich hat der eklatante Lehrermangel, die miserable Schüler-Lehrer-Relation, die systematische Unterfinanzierung, die baufälligen Gebäude, der hundsmiserable Gesundheitsschutz, die Inklusion zum Null Tarif, etc., etc. keine Auswirkungen.
F…. euch, KMK!

Riesenzwerg
3 Monate zuvor
Antwortet  Emil

Genau! 😉

Zum Glück können wenigsten LuLs rechnen (nee, war doch schon vor Corona miserabel…) und vergessen nicht immer einfach alles.

Ron
3 Monate zuvor
Antwortet  Emil

Emil, ich finde, Sie sind verbal etwas grenzwertig unterwegs. Zudem wählt ja ein großer Teil Ihrer Kollegen die Parteien, die noch mehr von den vielen tollen Segnungen umsetzen wollen.

Julia
3 Monate zuvor

Liegt doch alles an Corona und den Schulschließungen. Weiß man doch.
Kollegen, spart euch die Entrüstung, macht euch lieber einen schönen Abend!

Hirschlgruber
3 Monate zuvor

Was wohl auch „deutliche Spuren“ hinterlassen hat außer Corona, sind gewisse Parteien in den Landesregierungen. Schaut man sich an, wer außer Hamburg relativ stabil blieb und wer besonders stark abbaute, zeichnet sich ein grobes Bild. Ich beziehe mich dabei auf die Daten der „Pressemappe“ des IQB-Berichts.

CoronaLehren
3 Monate zuvor

2022: Jeder fünfte Viertklässler erreicht nicht die Mindeststandards im Lesen, Schreiben und Rechnen.

2023: Jeder vierte Fünftklässler erreicht nicht die Mindeststandards im Lesen, Schreibe und Rechnen.

2024: KMK stößt eine Reform des Abiturs an.

Riesenzwerg
3 Monate zuvor
Antwortet  CoronaLehren

Schluchz!Das ist so realistisch!

Mika
3 Monate zuvor
Antwortet  CoronaLehren

Und 2024 ebenfalls: Jeder dritte Viertklässler erreicht nicht mehr die Mindeststandards…
KMK jubelt: „Endlich auf Platz Drei!“

Honigkuchenpferd
3 Monate zuvor

Ich denke, es liegt auch an der heutigen Methodik des Deutschunterrichts. Wenn ich mit Kindern viel schreibe und übe, sagen meine Kollegen, das sei doch langweilig. Sie machen lieber Plakate, Projekte und Lücken ausfüllen in tollen, bunten Arbeitsheften. Und wenn Eltern kritisch nachhaken, halten sie Vorträge, wie man heutzutage arbeitet. Naja, so haben sie es ja auch gelernt an den Unis. DORT muss sich mal was ändern!

Ron
3 Monate zuvor
Antwortet  Honigkuchenpferd

So ist es. Die Schüler werden mit allen pädagogischen Tricks vom Lernen und vom Kompetenzerwerb abgehalten. Bei unseren Kindern waren es „Schreib wie du willst“, „vereinfachte Ausgangsschrift“ sowie diverse Arbeitsheftchen zu je 11,90€, die verhinderten, dass Schüler mehr als ein Lückenwort auszufüllen bzw. vielleicht mal eine Aufgabe abzuschreiben hatten. Dafür wussten die Grundschüler ganz genau, dass Hausaufgaben nach 15 Minuten wegen Überschreitung des Zeit-Limits abzubrechen seien. Englisch in der Grundschule war intellektuell ein Komplettausfall, deutsche Gedichte wurden nicht gelernt, an Bücher wurde nicht herangeführt, lautes Lesen galt als zu anstrengend und diskriminierend. Aufsätze oder Geschichten erzählen… Fehlanzeige. Dafür immer kopfschmerzgeplagte Kinder, die mit der Lautstärke der Klasse ihre Probleme hatten.

Last edited 3 Monate zuvor by Ron
Riesenzwerg
3 Monate zuvor
Antwortet  Ron

@Redaktion

Gerade e i n e n grünen Daumen angeklicktbeim obigen Beitrag von Ron und vier! grüne Daumen angezeigt bekommen.

Was ist denn da los?

Lila
3 Monate zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Möglicherweise haben drei weitere Leser zeitgleich mit Ihnen einen grünen Daumen vergeben.

Stromdoktor
3 Monate zuvor
Antwortet  Lila

Oder die Daumen von Andre Hog zählen doppelt.

Power-User…

Julia
3 Monate zuvor
Antwortet  Lila

Ich kenn‘ nur den grünen Punkt.

Riesenzwerg
3 Monate zuvor
Antwortet  Julia

Hoffentlich haben Sie keinen Garten…;)

Riesenzwerg
3 Monate zuvor
Antwortet  Lila

Das passiert bei mir öfter und das dachte ich zuerst auch.
Inzwischen halte ich das für nicht sooo realistisch.

Mich wundert, dass dieser Beitrag erscheint – habe ich schon öfter gesendet.

Menta
3 Monate zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Weil erst beim Anklicken die Seite neu geladen wird und noch mehr Leute den Kommentar gut fanden.

Stromdoktor
3 Monate zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Genau!

Und warum funktioniert das beim Stromdoktor nicht??

(kleiner Scherz)

Marion
3 Monate zuvor
Antwortet  Stromdoktor

Bei ihnen klappt das nur mit den roten Daumen;-) (ebenso kleiner Scherz)

Stromdoktor
3 Monate zuvor
Antwortet  Marion

Ja. Diese Sichtweise kam mir nach Absenden des Kommentares auch in den Sinn!

Außerdem…

null x irgendwas ist immer noch null…

Riesenzwerg
3 Monate zuvor
Antwortet  Marion

Qed! 😉

Leseratte
3 Monate zuvor
Antwortet  Ron

Junge KuK lassen ein normales Gedicht mit vier Strophen zu je vier Versen von zwei SuS lernen, die sich den Text aufteilen. Balladen, die ja länger sind (einige hier im Forum erinnern sich sicher noch an den „Zauberlehrling“ , den „Erlkönig“ oder den „Handschuh“) sind für SuS heute offenbar eine Zumutung und müssen nach Auffassung der o.G. nicht mehr gelernt werden. Dabei geht es doch dabei vor allem auch um das Gestalten der verschiedenen „Rollen“, was natürlich schlecht klappt, wenn man den Text nicht auswendig kann. Man stelle sich einen Schauspieler vor…
Im Endeffekt kommt dann von SuS die Frage, ob sie sich das Lied im Musikunterricht auch aufteilen können…, die Deutsch dürften sie das auch… Auf die Idee wäre früher niemand gekommen… ein Gesamtkunstwerk zu zerhacken 😉

Riesenzwerg
3 Monate zuvor
Antwortet  Leseratte

Den „Handschuh“ hat vor Jahren (2009) eine Fünftklässlerin freiwillig ausgesucht (drei Gedichte pro Halbjahr waren Pflicht – zwei davon konnten ausgesucht werden) und wunderbar vorgetragen.
Note: AHR 1 – was anderes war nicht drin!
Wir waren die erste GemS in SH.

Heute lesen sie die scheinbar viel länger gewordene Ballade zu fünft tw. sehr schlecht nach längerem Üben….

Ich habe die Stunden nicht, sie eine Strophe in der Schule auswendig lernen zu lassen…. Manche schaffen das locker (die eine Strophe), manche überhaupt nicht.

Zum Glück gibt es immer noch Schülys, die auch zu Hause mit Freude und Begeisterung – die Eltern freuen sich über den Lerneifer und die Begeisterung und … unterstützen ihre Kids!

Alle Kids sind baff, wenn diese Kinder vortragen – aber mit dem Nacheifern … das kriegen sie nicht hin. Klappt ja nicht bei einmal schlecht lesen…..

Leseratte
3 Monate zuvor
Antwortet  Honigkuchenpferd

Von Methoden wie „Schreiben nach Gehör“ ohne Korrekturen mal ganz abgesehen… Wir haben vor 40 Jahren beim Studium noch gelernt, dass es keine gute Idee ist, falsche Dinge zu sagen, anzuschreiben, unkorrigiert zu lassen, weil SuS sich das (leider) einprägen. Natürlich gebe ich meinen SuS auch mal bewusst Texte mit Fehlern, die sie dann finden müssen. In ihren eigenen Texten fällt ihnen das nämlich sehr schwer. Aber wenn ich bei den Enkelkindern, die mit unterschiedlichen Methoden Schreiben gelernt habe, vergleiche, gibt es beim jüngsten und einzigen mit „Schreiben nach Gehör“ die meisten Probleme. Ich bin schockiert, wie da ein Text in Klasse 3 aussieht (((. Und dann kommt ja noch Englisch dazu, wo sowieso anders gesprochen als geschrieben wird. Wie sollen die Kids das zusammenbringen…

Ron
3 Monate zuvor
Antwortet  Leseratte

Die Rechtschreibergebnisse sind teils schockierend. Sinnerfassendes Lesen findet nur noch in Teilen statt. Der Wortfundus ist stark eingeschränkt – nice, Digga – und damit kann sich auch kein reflektierendes Denken mehr ausbilden. Fehlendes mathematisches Vorstellungsvermögen gibt dem Ganzen dann den Rest. Das ist alles ein einziger Bypass des Nullleiters.

Riesenzwerg
3 Monate zuvor
Antwortet  Ron

Eine meiner Schülerinnen hat doch tatsächlich zu Hause täglich 20 Minuten lesen und vorlesen müssen…..

Tse, nun versteht sie die Texte, die sie liest.

Ob da ein Zusammenhang besteht? 😉

Bei dreißig Schülys kann ich nicht in 45 Minuten jeden 20 Minuten vorlesen lassen.

Aber sie bekommen täglich inzwischen 15 Minuten Lesezeit. Buch bleibt in der Schule – könnte ja zufällig zu Hause vergessen werden 😉

Riesenzwerg
3 Monate zuvor
Antwortet  Leseratte

Ja – wir lernten sogar noch, dass jeder Text, der veröffentlicht wird (Elfchen wird im Klassenraum aufgehängt…) fehlerfrei sein muss – aus genau dem Grund: was man oft sieht, prägt sich (falsch) ein.

Was würden wohl die Mathekollegys dazu sagen?

Aber auch das Kleine 1×1 wird ja eindeutig überbewertet…

Lautgetreues Schreiben ist nicht der richtige Weg.

Wenn wir Diktate schreiben – wegen des Stresses und der Vermeidung von Demütigung natürlich ohne Noten -, muss ich bei zig mal falsch geschriebenen Worten tatsächlich selber einmal dieses Wort schreiben…. Und Schreibanfänger brauchen das nicht? Interessant!

Die Kids schreiben ja interessanterweise immer neue Buchstabenkombinationen zu einem Wort. Ändert sich täglich das Gehör?

Riesenzwerg
3 Monate zuvor
Antwortet  Honigkuchenpferd

Komplett meine Meinung!

lehrer002
3 Monate zuvor
Antwortet  Honigkuchenpferd

Das ist aber auch sehr von der Uni und zusätzlich auch einzelnen Dozierenden abhängig. An meiner Uni war das stupide Arbeitsheft-Abarbeiten verpönt. Guter Deutschunterricht umfasst allerdings auch sehr viele Aspekte. Viele KollegInnen gestalten diesen sehr unterschiedlich.

Wichtig sind mir besonders:

  • systematischer Rechtschreibunterricht (inkl. Regellernen mit Regelheft oder Regelboxen im Schreibheft)
  • Arbeit mit Strategien (Verlängern, Ableiten etc.)
  • Arbeit mit Lernwörtern, v.a. die 100 häufigsten Wörter nach Menzel, dann die nächsthäfigen etc., gelegentlich ergänzend thematischer Wortschatz
  • Aufsatzerziehung mit früher eigener Textproduktion im Schreibheft (kein Zuordnen von Schnipseln, nur selten Einfüllen einzelner Sätze/Wörter)
  • regelmäßiges explizites Thematisieren von Grammatik und Fachbegriffen (Merkmale eines Nomens, Verbs, Adjektivs…)
  • Leseübungen in Lesebuch und sinnvolle Übungen (z.B. auch nach Menzel), regelmäßiges Lautlesenlassen
  • Literatur (mind. eine Lektüre, i.d.R. zwei pro Schuljahr) im Klassenverband, um über Literatur ins Gespräch zu kommen, eine Kultur des Lesens zu etablieren

Da die Deutschstunden in der Grundschule eher knapp bemessen sind angesichts der vier Kernbereiche, die es abzudecken gilt, ist das aber durchaus in heterogenen Klassen mti entsprechendem Differenzierungsbedarf herausfordernd. Es lohnt sich aber!

lehrer002
3 Monate zuvor
Antwortet  Honigkuchenpferd

Fast vergessen: Zur Literatur gehören bei mir auch Gedichte, u.a. Vom Büblein auf dem Eis, Der Herbst steht auf der Leiter, Eis bedeckt den Badesee, Ich träume mir ein Land, Er ist’s, Herr von Ribbeck, Zauberlehrling, Erlkönig u.v.m.
Ich stelle gerade hier auch fest, dass vielen Kindern, die sonst eher lesefaul sind, diese einen ganz tollen Zugang zu Literatur ermöglichen.

Pit2020
3 Monate zuvor
Antwortet  lehrer002

@lehrer002

Ein ganz anderer Ansatz, aber toll für lesefaule Kids, hier ab 8 Jahren (geht aber auch gut bei älteren Kindern/Jugendlichen):
https://www.thalia.de/shop/home/artikeldetails/A1062609248
(Auftakt zu einer dreiteiligen Serie, bisher ist nur der erste Teil auf Deutsch erschienen. Im englischsprachigen Original gibt es alle drei Teile.)

https://www.thalia.de/shop/home/artikeldetails/A1062609674
(Empfohlen ab 14 Jahren.)

Jan
3 Monate zuvor

Ich bin ja „nur“ ein Elternteil und beobachte die Dinge. Wenn ich aber sehe, mit welchen „Fertigkeiten“ die Kinder zum Teil eingeschult werden, dann wundern mich solche Ergebnisse nicht. In der Klasse meines Kindes ist es wohl so, dass nicht mal jedes Kind regelmäßig seine Sportsachen dabei hat. Wenn das schon nicht klappt, kann man sich denken, dass bspw. regelmäßiges Lesen zu Hause sicher nicht an der Tagesordnung ist. Wahrscheinlich werden nicht mal die Hausaufgaben kontrolliert. Corona und die unsäglichen Schließungen haben sicher ihren Teil beigetragen, aber das kann man nicht als alleinige Ursache ausmachen. Es ist ein Ergebnis aus vielen Fehlern.

Mariechen
3 Monate zuvor
Antwortet  Jan

Das haben Sie richtig erkannt. Das ist Teil des Problems. Die Kinder kommen mit viel zu geringen Kenntnissen in die Schule. Die Sprache fehlt, das Sozialverhalten stimmt nicht und viele andere Dinge auch nicht. Wir brauchen mehr Verpflichtungen für die Eltern und weniger Freiwilligkeit. Ein verpflichtendes Vorschuljahr, verpflichtender Kigabesuch und die Pflicht an Elternabenden teilzunehmen. Aber sowas will man in der Politik nicht hören. Diese extremen Defizite können in der Grundschule nicht mehr aufgearbeitet werden. Ich habe allerdings die Hoffnung verloren, dass sich noch was ändert. Es sitzen viel zu viele Leute in entscheidenden Positionen, die keine Ahnung von Didaktik, Methodik, Erziehung haben und die wissen, wie man dieses praktikabel umsetzen kann. Hauptsache wieder einen neuen Flyer drucken, natürlich Hochglanz und irgendein neues Projekt in die Welt setzen. Es macht keinen Spaß mehr zu sehen, wie alles den Bach runtergeht und die schlechten Ergebnisse dann den Schulen und Lehrern angelastet werden. Es muss an vielen Stellschrauben gedreht werden, aber bitte liebe Eltern: Übernehmt endlich wieder die Verantwortung! Erzieht eure Kinder!

Jan
3 Monate zuvor
Antwortet  Mariechen

Hinzu kommt, dass – zumindest in unserer Gegend – die ESUs nicht stattfanden. Eine Art Vorschule gibt es wohl auch nicht in jeder Einrichtung. Fakt ist aber, dass keine Einrichtung alles „richten“ kann oder gar muss, was von zu Hause nicht mitgegeben wird.

Nur: Ohne neue Konzepte, die im Kindergarten ansetzen, wird es auch nicht besser. Die Idee, eine KIGA-Pflicht und solche Sache einzuführen, klingt gut. Dann könnten in der 1. Klasse vielleicht mal alle Kinder Schuhe bindern oder selbst auf Toilette gehen…

Last edited 3 Monate zuvor by Jan
Cuibono
3 Monate zuvor
Antwortet  Jan

In Berlin gehen über 92 %aller Kinder in die Kita. Die Beiträge gibt’s schon lange nicht mehr.
Und gucken Sie sich die Berliner Ergebnisse an!
Auch die Kitas können es nicht richten, wenn zu Hause nicht erzogen wird. Da bräuchte man viel mehr erzieherInnen, kleinere Gruppen, Sprachdurchmischung.

DerechteNorden
3 Monate zuvor
Antwortet  Cuibono

„Da bräuchte man viel mehr erzieherInnen, kleinere Gruppen, Sprachdurchmischung.“ Genau das!

Darfdaswahrsein
3 Monate zuvor
Antwortet  Jan

Wenn es denn in Kiga etc genügend Personal gäbe.
Da fängt das Problem doch schon an.
Kein Kiga und keine Vorschule kann ersetzten was zu Hause fehlt.

Riesenzwerg
3 Monate zuvor
Antwortet  Darfdaswahrsein

Keine KiTa kann liebevolle und ihren Kindern zugewandte Eltern ersetzen!

Verdammt noch eins – auch wenn es in vielen Elternhäusern ganz anders aussieht bzw. aussehen muss, kann das Abgeben und schon gar das erzwungene Abgeben nicht die Lösung von irgendwas sein!

Meine Meinung!

Kinder und Eltern gehören zusammen.

Sonst Reagenzglas-Kids im Genlabor bitte!
Das spart auch den nötigen Akt, das Austragen und für die Aufzucht ist ja auch schon woanders gesorgt….

Kindergeld kann abgeschafft werden und … ich denke hier bewusst nicht weiter, doch mir schwirren Begriffe im Kopf herum, die vor langer Zeit das Leben in Deutschland prägten….

Mir wird schlecht, wenn ich an die Möglichkeiten denke…

Riesenzwerg
3 Monate zuvor
Antwortet  Jan

Ich finde die Kiga-Pflicht nicht gut und fühle mich als Elternteil entmündigt!

Wieso – in aller Welt! – sollen oder müssen sich andere, fremde Menschen um mein Kind kümmern dürfen und/oder müssen?!

Gerade in der wichtigen Zeit der Prägung?

Mir menschlich, psychologische und pädagogische absolut unverständlich.

Pflicht doch wohl, damit alle Eltern ungehindert arbeiten gehen können….

Und das ist und bleibt m.E. falsch, falsch, falsch!

DerechteNorden
3 Monate zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

??? Sprache lernen, gutes Sozialverhalten trainieren, intrinsische Motivation entwickeln …
Wie wollen Sie es denn händeln, wenn immer mehr Eltern ihren Kindern eben jene Fertigkeiten nicht mehr vermitteln (können)?
Es ist nicht möglich, nur bestimmte Eltern zu verpflichten, ihre Kids in die Kita/den Kiga zu geben. Also muss es für alle gelten.
Unsere Gesellschaft geht vor die Hunde wenn wir das nicht angehen und viele Ressourcen in dieses Unterfangen geben.
Ich mlchte kein Deutschland, in dem eine abgehobene Elite sich über „die Doofen da unten“ abwechselnd echauffiert und lustig macht.

Marion
3 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Sie wollen tatsächlich alle Eltern zwingen, ihre Kinder in die Kita zu schicken? Ab welchem Alter soll das dann gelten? Ab drei, vier oder fünf Jahren? Für wieviele Stunden täglich? Und wenn Eltern sich weigern? Werden die Kinder dann von der Polizei abgeholt?
Ich finde solche Forderungen unsäglich. Das ist sowas von übergriffig. Ehrlich, da gruselt’s mich.
Dabei ist das sowas von überflüssig, weil der allergrößte Teil der Eltern seine Kinder doch eh schon ganz freiwillig in den Kindergarten schickt.
Mangelnder Kitabesuch ist nun wirklich nicht unser Problem.

DerechteNorden
3 Monate zuvor
Antwortet  Marion

Offensichtlich macht es Ihnen nichts aus, dass ganz viele Kinder von vornherein abgehängt werden. Ja, leider gibt es auch solche Erzieher*innen. Vielleicht ist es der Stress? Das will ich Ihnen mal zugute halten.
Aber nach Ihrer Argumentation müssten Sie auch gegen die Schulpflicht sein, denn die ist ja dann auch komplett „übergriffig“, oder nicht?

Die Bedingungen sind nicht gut in Kitas, das ist de facto so, ja!
Natürlich muss man zuerst die Bedingungen verbessern.

Marion
3 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Es ist nicht der Streß.
Und es werden auch keine Kinder abgehängt, weil wir keine Kitapflicht haben.
Aber pauschal allen Eltern das Recht abzusprechen, selbst zu entscheiden, was sie für ihr Kind als gut und richtig erachten, halte ich für übergriffig.
Bei der Schulpflicht geht es um etwas ganz anderes.
Jedes Kind soll ja mal in der Lage sein zu lesen, zu rechnen und zu schreiben. Um dieses Recht für alle Kinder verwirklichen zu können, braucht es eine Schulpflicht. Es gibt aber durchaus Länder, in denen es erlaubt ist, seine Kinder selbst zu unterrichten. Also so abwegig, wie sie tun, ist das nun auch wieder nicht. Trotzdem bin ich für eine Schulpflicht.
Aber keiner kann mir weismachen, daß es uns weiterbringt, wenn wir alle Kinder schon vor der Einschulung verpflichtend in den Kindergarten zwingen. Gerade WEIL ja sowieso schon die überwältigende Mehrheit eine Kita besucht. Was wollen sie damit eigentlich erreichen?
Die sinkenden Leistungen der Grundschulkinder werden doch nicht davon verursacht, daß zu wenige einen Kindergarten besucht haben.
Ich würde es mir ganz sicher nicht gefallen lassen, wenn mir der Staat vorschreiben wollte, ob ich mein Kind in eine Kita geben soll oder nicht. Damit bringt man Eltern doch nur völlig unnötig gegen sich auf.
Ich war als Kind selbst nie in einem Kindergarten, genausowenig wie all die anderen in meinem Alter, die auf dem Land groß geworden sind.
Woher kommt der Gedanke, aus Kindern könne nur etwas werden, wenn sie möglichst von morgens bis abends einen durchstrukturierten, durchgetakteten, von Erwachsenen bestimmten Tagesablauf haben, und alles was sie tun, darauf abzielen soll, später mal fit für die Schule und noch später fit für’s Berufsleben zu sein.
Laßt Kindern doch mal wieder etwas mehr Zeit einfach nur Kind zu sein, ohne sie ständig anzuschieben und in eine bestimmte Richtung lenken zu wollen.
Kinder lernen so viel ganz von alleine. Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man ständig daran zieht.
Im Gegenteil, es wird von seinen Wurzeln abgerissen und verkümmert.
Ich halte Kindergärten übrigens für eine ganz hervorragende Erfindung. Mich stört nur, daß sie inzwischen zur meist ganztägigen Pflicht für nahezu alle Kinder geworden sind, ohne Rücksicht darauf, ob das für das jeweilige Kind gerade gut oder schlecht ist.
Wir reden doch dauernd soviel über die individuelle, komplexe Persönlichkeitsentwicklung, die bei jedem Kind anders verläuft. Und trotzdem erwarten wir, daß sie sich alle von ganz klein auf in große Gruppen einfügen, wo sie eben häufig nicht die Zuwendung bekommen, die sie bräuchten.
Natürlich ist jedes Kind anders.
Das eine liebt es täglich unter vielen anderen Gleichaltrigen zu sein, dem anderen ist das aber vielleicht zu viel Lärm und Streß und es bräuchte viel mehr Ruhe und Rückzugsmöglichkeit.
Jeder Jeck is nu mal anders.
Das ist doch nun wirklich nicht so schwer zu verstehen.

DerechteNorden
3 Monate zuvor
Antwortet  Marion

Also sind Sie auch für die Abschaffung der Schulpflicht? Denn Ihre Argumentation basiert ja darauf, dass jedes Kind anders ist. Und das ändert sich ja nicht plötzlich im Alter von 6-7 Jahren, oder?

In anderen Ländern ist es übrigens ganz normal, dass Kinder ab 4 Jahren eine Art Vorschule besuchen und die fahren damit gut, ohne dass Kinder zu wenig Kindheit hätten.

Saskia
3 Monate zuvor
Antwortet  Marion

Nein, liebe Marion, das ist in der Tat nicht schwer zu verstehen. Es sei denn, man wäre ungeheuer staatsgläubig und misstraute jeder elterlichen Eigenverantwortung und allem, was Eltern für ihr Kind als gut und richtig ansehen.

DerechteNorden
3 Monate zuvor
Antwortet  Saskia

So wie Menschen in Schweden, Frankreich, im UK usw.
So?

Indra Rupp
3 Monate zuvor
Antwortet  Mariechen

Ich glaube nicht, daß die motorisch unfähigen Kinder Zuhause waren und die anderen in der Kita – auch da wäre eine Studie interessant.

Mariechen
3 Monate zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Darum geht es nicht. In der Kita werden auch sprachliche und vor allem soziale Fähigkeiten gefördert.

KaGe
3 Monate zuvor
Antwortet  Mariechen

Falls dort genügend Personal ist…

Carsten60
3 Monate zuvor
Antwortet  Mariechen

So wird es immer gesagt. Aber stimmt es wirklich?

Palim
3 Monate zuvor
Antwortet  Carsten60

Gucken Sie sich mal das Verhalten der Kinder an, die nicht in einer KiTa waren und dann eingeschult werden, im Vergleich zu denen, die durch den Besuch der KiTa Abläufe und Miteinander bereits kennen.

Gerade den Umgang und das Verhalten innerhalb einer Gruppe müssen diese Kinder erst noch lernen, neben allem anderen, das in Klasse 1 auch zu lernen ist und auch die anderen Kinder zum Schulanfang durchaus fordert.

Mariechen
3 Monate zuvor
Antwortet  Palim

Meine volle Zustimmung!

Carsten60
3 Monate zuvor
Antwortet  Palim

Wenn das so pauschal stimmt mit dem Sozialverhalten, dann müsste ja in Berlin mit 92 % Kita-Anteil (siehe Cuibono oben) alles relativ in Ordnung sein. Das ist aber nicht der Fall. In Berlin ist auch jede Grundschule eine Ganztagsschule. Und was hat es bewirkt? Die Berliner Ergebnisse bei allen Vergleichstests sind miserabel.
Dieses pauschale Zählen von Ganztagsschulen und Kita-Plätzen nach Art von Bertelsmann ist einfach zu oberflächlich. Man müsste mal evaluieren, was da tatsächlich gemacht und — vor allem — was da tatsächlich erreicht wird.

Riesenzwerg
3 Monate zuvor
Antwortet  Palim

DAS kommt auf die Mitarbeier:innen, deren Alter, Einstellung und das Konzept der KiTa an.

Zwei Freundinnen in Hamburger KiTas können leider nur noch berichten, dass Freiheit und „mach was du willst und wann du willst“ oben an stehen und Gemeinsamkeit eher nicht so die Rolle spielt.

Eine davon ist die Einzige in ihrer KiTa, die noch feste Lernangebote macht.

Ansonsten können die Kids von einem Raum in den anderen im fliegenden Wechsel ….

Ach ja, sie will jetzt die KiTa wechseln, da sie das nicht mehr mit ihren Ansprüchen und Einstellungen vereinbaren kann.

Acht Stunden KiTa, nicht bei Mama oder/und Papa oder den Geschwistern… Trägt prima zur Identitätsbildung und Familienformung bei.

Ironiedetektor dringend erforderlich 😉
Vieles ist leider wahr.

Mariechen
3 Monate zuvor
Antwortet  Carsten60

Was ist denn die Alternative?
Und ja, natürlich sollte eine Kita personell gut ausgestattet sein. Das gilt für alle Institutionen.

Carsten60
3 Monate zuvor
Antwortet  Mariechen

Aber haben Sie auch die hier geschilderten Probleme bedacht?
https://www.kindergartenpaedagogik.de/fachartikel/kinder-mit-migrationshintergrund/799/
Solange eine deutliche Mehrheit der Kinder deutschsprachig ist und einige eben nicht, wird das vielleicht gut funktionieren mit der Sprachförderung, was aber, wenn es umgekehrt kommt?

Riesenzwerg
3 Monate zuvor
Antwortet  Mariechen

M.M. nach – Eltern!

(ja, weiß ich auch!)

Marion
3 Monate zuvor
Antwortet  Mariechen

Verpflichtender Kitabesuch?
Es gehen doch eh schon fast alle Kinder spätestens ab drei Jahren in den Kindergarten.
Und da lautet das Motto seit Jahren: Masse statt Klasse.
Leute, schaltet halt mal das Gehirn an. Ihr wollt autonome, selbstbewuße Kinder. Ihr wollt, daß wir ihre Wünsche, Bedürfnisse und Interessen ernstnehmen und sie an Entscheidungen teilhaben lassen. Wenn sie trotzig oder wütend sind, wenn sie sich weigern das zu tun, was wir von ihnen erwarten, dann sollen wir Verständnis zeigen und versuchen gemeinsam mit ihnen Kompromisse zu finden. Wir sollen sie ernstnehmen, ihnen zuhören und ihnen nicht einfach etwas verbieten sondern ihnen erklären und mit ihnen diskutieren. Ihr möchtet, daß euere Kinder zu nichts gedrängt werden und daß sie sich in ihrem eigenen Tempo entwickeln können. Wenn sie streiten, sollen wir beide Seiten anhören, die Ursachen für ihre Konflikte herausfinden und gemeinssm mit ihnen Lösungsmöglichkeiten erarbeiten. Wir sollen hellhörig sein und merken, wenn es einem von ihnen nicht gut geht. Ihr wünscht euch, daß jedes einzelne von ihnen in seiner ganzen Individualität gesehen und wahrgenommen wird.
Gut so. Wir versuchen das jeden Tag.
Aber warum, um Himmels willen,
glauben alle, daß das nur gelingen kann, wenn wir Kinder in großen Gruppen auf engem Raum zusammenpferchen, wo sie von, im Vergleich dazu doch sehr wenigen, Erwachsenen betreut werden.
Jetzt mal ganz konkret an alle Eltern, Bildungs- und Familienpolitiker da draußen: Stellt euch 25 selbstbewußte, autonome Drei bis Sechsjährige auf einem Haufen, über viele Stunden des Tages hinweg, vor -und dazu zwei Erwachsene. Und jetzt beantwortet mit schonungsloser Ehrlichkeit folgende Frage:
Glaubt ihr wirklich, daß es da stets so bedürfnisorientiert wie oben beschrieben, zugeht?
Wenn wir solche idealen Zustände wollen, dürfen wir Kinder nicht in Massen betreuen und alle Verantwortung an Schul- und Kitatüren abgeben.
Das ist das heutige Dilemma: Schulen und Kindergärten sollen bitteschön ALLES auffangen, wozu die Gesellschaft nicht in der Lage ist und sie sollen das bitteschön billig und in Masse leisten. Kann man so machen, aber wird dann halt nix, wie man deutlich sehen kann.

Mrs. Braitwhistle
3 Monate zuvor
Antwortet  Marion

Genau so ja auch die Lösung in der Corona-Bildungspolitik: es sollen einfach alle da sein im Gebäude. Punkt. Weiter nichts im Konzept. Als Antwort auf den Mangel an individuellen Hilfen wie KiJu-Psychotherapie und so!

Mariechen
3 Monate zuvor
Antwortet  Marion

Ich sehe Defizite bei vielen Erstklässlern, die im Kiga waren. Aber die, die nicht dort waren… die sind schlicht und einfach nicht schulreif!

Marion
3 Monate zuvor
Antwortet  Mariechen

Ich sehe Kinder, die sind mit einem Jahr nicht „krippereif“ und mit drei Jahren nicht „kigareif.“
Eigentlich nicht verwunderlich, daß sie mit sechs auch nicht „schulreif“sind.
So weit ich weiß, besuchen mittlerweile über 90% aller Kinder einen Kindergarten.
So viele, die keinen besucht haben, kann es dann ja nicht geben.
Deshalb erübrigt sich meiner Meinung nach eine Kigapflicht.

Mariechen
3 Monate zuvor
Antwortet  Marion

Es geht mir in meinem Post auch in erster Linie nicht um eine Kigapflicht. Es geht mir darum, dass die Politik ehrlich ist und an Eltern Forderungen stellt. Es gibt nicht nur Elternrechte, sondern auch Elternpflichten. Das wird zu wenig kommuniziert.

DerechteNorden
3 Monate zuvor
Antwortet  Mariechen

Wie soll man diese Pflichten denn durchsetzen? Nur vermitteln reicht nicht.
Die meisten Eltern wissen, dass sie Pflichten haben.

Mariechen
3 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

So wie in anderen Institutionen auch Pflichten durchgesetzt werden. Wie sie ja sagen: nur vermitteln reicht nicht. Seit vielen Jahren werden stattdessen die Elternrechte gestärkt. Eltern fordern und bekommen fast immer recht. Nach 25 Jahren schone ich mir meine Nerven und gebe, was Sie wollen: gute Noten, die Empfehlung usw. . Die meisten meiner Kolleginnen tun das auch. Wir haben aufgegeben.

DerechteNorden
3 Monate zuvor
Antwortet  Mariechen

Ich gebe Ihnen ja recht. Im Prinzip müssten Schulen wieder einfacher sanktionieren können und Kids mit massiven Verhaltensproblemen diese auch immer attestieren dürfen. Jetzt müssen wir erst Gespräche führen, alles dokumentieren und wenn genügend zusammen gekommen ist, können wir vielleicht etwas in die Wege leiten. Und hier sind wir dann sowieso raus.
Bei betuchten Eltern ist ja das Problem ein anderes: Klagewut und Stress für Schulleitung und Lehrkräfte.

Bei krasseren Fällen von Gefährdung des Kindeswohls frage ich mich, wie man von Leuten, die kein Geld haben, Bußgelder eintreiben will. Man kann diese Leute ja nicht wegsperren, wenn sie nicht zahlen können. Und dass sich Gesetze ändern dahingehend, dass Menschen, die sich nicht kümmern, nur noch Gutscheine für die Bedürfnisse ihrer Kids erhalten (Halte ich persönlich für am besten.), wird auch nicht passieren. Ihnen die Kinder wegnehmen, geht auch nicht. Da braucht jemand nur zu versprechen, dass man sich von nun an kümmern wird und nichts passiert für weitere drei bis vier weitere Jahre.

Mariechen
3 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Ich sag ja: Wir haben aufgegeben. Traurig, aber wahr.

Lera
3 Monate zuvor
Antwortet  Mariechen

Sehr ehrlich!

Lera
3 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Reicht nicht, aber wäre mal ein Anfang.

Bislang suggeriert die Politik den Eltern ja eine all-inclusive-Vollversorgung.

Indra Rupp
3 Monate zuvor
Antwortet  Mariechen

Es spielt vermutlich eine Rolle in welcher Situation Sie das feststellen. Sind es Eltern, die nicht aus dem Bett kommen, zB wegen Alkoholsucht und deshalb das Kind lieber vorm TV haben, als zum Kiga zu bringen? Oder sind es Migranten Familien, für die es normal ist, die Kinder den ganzen Tag auf der Straße und im Hinterhof spielen zu lassen und die dann mit den starren deutschen Regeln und Anpassungen in der Schule nicht klar kommen? Sind es Querdenker, Sekten, Verschwörungstheoretiker oder Anthroposopheneltern, die manipulativ auf ihr Kind einwirken wollen, eine falsche Welt vermitteln und im Kind etwas ganz anderes sehen als es wirklich ist? Sind es Helikopter-oder Wolkenkuckucksheimeltern, die einfach an das gute Kind glauben und meinen, alles herum muss einfach nur lieb und nett sein? Oder sind es Eltern, die das aus Überzeugung lassen, weil sie die Zustände in Kigas kennen und meinen, das Kind bräuchte eher sein Zuhause und Eltern und Geschwister/Freunde als Bezugspersonen?

Ich gebe aber zu, mit dem Dauerlärm, Mobbing, den vielen verzogenen Mitschülern, den vielen Gemeinheiten hat man dann bei der Einschulung noch nicht gelernt, klar zu kommen. Muss man das allerdings schon sehr früh ertragen, hat das ebenfalls schlechte Auswirkungen, weshalb immer die Frage gestellt wird, ob Krippen aggressiv machen. Nachzugeben, Regeln akzeptieren, sich anpassen, Struktur, kann man schon auch Zuhause und mit Freunden und Geschwistern lernen. Meiner Meinung wäre ein Mittelding richtig :Kiga ab 4 Jahren und bis 11.30 Uhr!

Maren
3 Monate zuvor
Antwortet  Indra Rupp

„Ob Krippen besonders aggressiv machen“, weiß ich nicht, könnte es mir aber vorstellen. Wovon ich aber überzeugt bin: Sie sind für unsere Kleinsten auf jeden Fall ein Trauerspiel und können ihnen unmöglich geben, was sie brauchen, nämlich den Ersatz eines liebevollen, entspannenden und persönlichen Zuhauses.

In einer Studie wurde vor Jahren bei Krippenkindern das Stresshormon Cortisol gemessen und eine erschreckende Höhe festgestellt. Solch eine ständige Hormonausschüttung macht natürlich was mit den Kindern.
Das Ergebnis der Untersuchung tauchte nie in den Schlagzeilen auf. Stattdessen las man von zu wenig Krippenplätzen und dem Recht darauf. Könnten die Kleinen schon sprechen, würden sie garantiert rufen: Bitte, bitte verschont uns vor Krippen!

Marion
3 Monate zuvor
Antwortet  Maren

In unseren Krippen konkurieren die Kleinsten um die rare Aufmerksamkeit ihrer überforderten Bezugserzieherinnen. Das führt zu mehr Stress und dazu, daß die Kinder möglichst laut werden müssen, um die gewünschte Zuwendung zu bekommen.
Kommen diese Kinder dann in den Kindergarten, fallen viele von ihnen (nicht alle), durch besondere „Kratzbürstigkeit“ und psychische Instabilität auf.
Soviel zum Thema „soziales Lernen“ in der Krippe.

Indra Rupp
3 Monate zuvor
Antwortet  Marion

Ich hab die Lösung! Jedes Kind in der Kita kriegt eine Mama… wenn es nicht genug Personal dafür gibt, wird einfach die eigene Mama genommen… und die Erzieherinnen kümmern sich um die Mamas, damit die auch brav Streit schlichten, vorlesen und erziehen… 😉

Georg
3 Monate zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Und jede Mama wohnt mit dem Papa des Kindes harmonisch zusammen in derselben Wohnung oder demselben Haus.

Riesenzwerg
3 Monate zuvor
Antwortet  Marion

Grandios und leider sehr treffend zusammengefasst!

Kann man auch auf Lehrys übertagen. Hier sind die Anforderungen an uns – natürlich nicht an die Kids, die auch mal Zurückhaltung und Warten lernen MÜSSEN, ebenso, hm, lustig.

Soll mal zu Hause gemacht werden. Ach, zu anstrengend? Naja, dann ….

Indra Rupp
3 Monate zuvor
Antwortet  Jan

Man beherrscht im Grunde das, was man im praktischen Leben braucht. Wenn auf unserem Reithof eine Fünftklässlerin ein Pferd anleinen soll (nicht mit dem schwierigeren Panikknoten /Pferde Knoten, sondern mit einfachem Doppelknoten), dann muss ich immer kontrollieren, ob das Kind auch nicht nur meint, es könne das und am Ende den Strick nur zigmal um den anderen gewickelt hat. Mittlerweile kenne ich auch schon Eltern, die mit „leinen Sie das Pony einfach mit Doppelknoten an“ scheinbar überfordert sind. Dazu kommt noch, dass sie dies scheinbar nicht mal wissen. Grund ist wohl, dass man das zum Schuhe tragen heute nicht mehr dringend braucht und auch andere motorische Dinge weniger nötig sind. Wenn es um die Nutzung des Handys geht, sieht es dagegen ganz anders aus. Das will man und braucht man und das geht deshalb wie von selber. Somit werden die Menschen eigentlich nicht dümmer, nur anders.

Mariechen
3 Monate zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Es geht nicht um Schuhe binden. Klar gibt es den Klettverschluss und dann braucht man das nicht mehr. Es geht um die Ausbildung der Feinmotorik. Und die braucht man eben nicht nur für die Handschrift, die ja auch nicht mehr wichtig ist. Aber vielleicht ist sie ganz hilfreich für Chirurgen, Friseure, Elektriker….

Mariechen
3 Monate zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Doch. Leider werden sie dümmer oder zumindest sinkt das Bildungsniveau. Darüber reden wir doch. Das ist doch das Problem!

lehrer002
3 Monate zuvor
Antwortet  Jan

Danke für diesen wertvollen Beitrag aus Elternsicht! So sehe ich das auch und wohl auch die Mehrheit der Grundschullehrkräfte. Leider wird gerade in den betroffenen Elternhäusern diese Problematik nicht so erkannt. Auch der Gedanke, dass ein Kind sich nicht immer in den Mittelpunkt stellen darf, man sich in einer großen Gemeinschaft auch zurücknehmen muss, ist aktuell vielen Kindern nicht klar.

Riesenzwerg
3 Monate zuvor
Antwortet  lehrer002

Was wir wirklich brauchen, ist eine sehr verbindliche Elternschulung in Sachen

– Erziehung – wie geht das?
– Struktur – wofür?
– Anleitung zur Selbstständigkeit – wie?
– was ist in welchem Reifestadium angemessen?
– was muss ich fordern?
– wie sichere ich das Handy?
– Lernplatz für das Kind – wie und wo?
– Streiterei – was tue ich?

Es gibt da noch viel, viel mehr, was heute Not tut.

Mariechen
3 Monate zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Absolut! Aber wer kommt denn zu der Elternschulung? Die, die keine brauchen.

Dil Uhlenspiegel
3 Monate zuvor

Ähm, ähm, ääääh, ein Wettbewerb muss her! Das schönste Klassenzimmer Deutschlands. – Uff, ging grad nochmal gut.

Riesenzwerg
3 Monate zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

Die hübscheste Frisur der Englichlehrys, das gruseligste Halloween-Makeup der NaWi-Lehrys, die billigste Hose von K.. der Schülys in der ersten Reihe, das große Dönerfressen der Abschlussklassen im Livestream, ….

Dil Uhlenspiegel
3 Monate zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Eines für jeden Monate … ach was, täglich muss das laufen, da MUSS immer was laufen, Leute!

Riesenzwerg
3 Monate zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

Auja!
Und da wir ja alles mitmachen als Lehrys und als faule Säcke eh keinen Bock auf Unterricht haben….
Stellen wir unsere Stunden zum Üben (huch! Schulischer Begriff?! 😉 ) zur Verfügung!

Bevor die nämlich an meine Haare dürfen….. fallen erst mal die anderen 🙂

D. Orie
3 Monate zuvor

Zur Rechtschreibung: Es gibt im Deutschen 41 Phoneme (für 16 Vokale, 3 Diphthonge (Zwielaute) und 22 Konsonanten, die durch 41 Basisschreibungen (Basisgrapheme) und den viel selteneren 43 Nebenschreibungen (Orthographeme) repräsentiert werden. Wenn man den Kindern zuerst die häufigen 41 Basisschreibungen beibringt, dann gelingt der Rechtschreiberwerb ohne Umwege! Bislang bringt man z. B. den Kindern bei, wir hätten im Deutschen fünf (!) Vokale, was einfach falsch ist. Diese fünf Vokale „wirft“ man den Kindern hin und erwartet dann, dass sie alles schon alleine richtig „verschleifen“ (beim Lesen) und richtig schreiben können müssten. Welch ein Irrtum!

447
3 Monate zuvor
Antwortet  D. Orie

Wirklich interessanter Beitrag, danke dafür. Da Sie allerdings auf rationaler Basis ein möglicherweise objektiv durchführbares Projekt vorschlagen und keinerlei agitprop-Stichworte (Klima, Buntheit usw.) verwenden, gibt es leider nicht einmal rote Daumen.

D. Orie
3 Monate zuvor
Antwortet  447

Danke, schön beschrieben! =)

potschemutschka
3 Monate zuvor
Antwortet  D. Orie

Wie war das mit dem Lesen- und Schreibenlernen vor 30 Jahren? Da waren die Leistungen der Kinder wesentlich besser,

potschemutschka
3 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

Und wie lernen Kinder in englisch- oder französischsprachigen Ländern Lesen und Schreiben? Im Deutschen ist die Schreibweise doch noch eher entsprechend der Aussprache als in diesen Ländern.

Carsten60
3 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

Das frage ich mich auch. Französische Kinder hören „o“ und müssen dann entweder „eau“ oder „ot“ oder auch „aux“ oder noch was anderes schreiben.

D. Orie
3 Monate zuvor
Antwortet  Carsten60

Stimmt, Hier ist genau auch das Problem mit der Silbenorientierung. Leider ist die Silbenmethode heute groß in Mode. Für die Rechtschreibung taugt sie aber ebenso wenig wie „Lesen durch Schreiben“.

potschemutschka
3 Monate zuvor
Antwortet  D. Orie

Können Sie das mit der „Silbenorientierung“ bitte erklären. Ich verstehe nicht, was Sie damit meinen (deutsche/französische Silben.

D. Orie
3 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

Das stimmt, Englisch und Französisch haben eine deutlich schwierigere Orthographie als das Deutsche (Ausnahme: die Großschreibung). 63-65 Prozent sind im Deutschen lauttreu, d. h. mit den häufigen, einfachen Basisschreibungen geschrieben. Der Rest sind die 43 schwierigen Schreibungen – kein Vergleich mit der Anzahl im Englischen!

D. Orie
3 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

Ja, die Leistungen sinken seit Jahrzehnten! Vor vielen Jahrzehnten gab es deutlich mehr Unterrichtsstunden im Lesen, Schreiben (und Schönschrift) und Rechnen. Durch u. a. die Menge (nicht die Qualität) des Unterrichts konnten die SuS ihre Leistungen zu steigern.

potschemutschka
3 Monate zuvor
Antwortet  D. Orie

Sind Sie Grundschullehrer? Und wenn ja, wieviele Jahre Berufserfahrung haben Sie, um die Qualität des Unterrichts von früher mit heute vergleichen zu können? Vielleicht irre ich mich, aber ich glaube, Sie gehören zu den Bildungstheoretikern und nicht zu den Praktikern.

potschemutschka
3 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

Schade, dass Sie auf meine konkreten Fragen nicht antworten, Das mit der „Silbenorientierung“ hätte mich wirklich interessiert, denn ich lerne gern dazu.

Lera
3 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

Hier gibt es eine ganz brauchbare Kurzeinführung in die Genese der Methoden des Schriftspracherwerbs – allerdings aus Sicht eines Verlags, der die Silbenmethode ziemlich feiert:

https://www.abc-der-tiere.de/silbenmethode/historische-vorbilder-und-didaktische-vordenker-der-silbenmethode/

potschemutschka
3 Monate zuvor
Antwortet  Lera

Danke für den link, beantwortet aber nicht die Frage, wie ist es im Englischen und Französischen. Die Silbenmethode im D kenne ich natürlich.

Riesenzwerg
3 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

Das kann man nicht vergleichen.

Da haben die Kids einfach gelesen.

Es hat ihnen Spaß gemacht und es hat sich ihnen eine Fantasiewelt eröffnet, die sie befähigte, eigenes Kopfkino einzusetzen und den Inhalt der Texte schlicht und ergreifend zu verstehen.

Heute ist ja alles anders und deutlich besser.

Es gibt Vokalzähler, Hörbücher, Kinderschützer, die das laute Lesen als Schikane bezeichnen, Lesehunde, das WWW …. und die Ergebnisse sind deutlich schlechter!

Ironiedetektor einschalten 😉

D. Orie
3 Monate zuvor

Zu den schlechten Leistungen in Bremen: Ich habe gerade einmal nachgeschaut, wie viele Profs es im Bereich Germanistik/Grundschule/Sprachdidaktik gibt. Man hätte raten können: Es gibt keine einzige Professur (von insgs. 19 Professuren). Muss man sich da wundern?

potschemutschka
3 Monate zuvor
Antwortet  D. Orie

Wenn es einen Prof gäbe, in wievielen Klassen würde er persönlich unterrichten?

Ron
3 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

Man braucht weder Professoren noch Bildungspolitiker für eine bessere Schule. Schauen Sie einfach mal in ein Schulbuch aus den 80er oder 90er Jahren und Ihnen werden die Augen aufgehen. Aber an einem solchen Vorgehen haben weder Verlage noch Bildungsindustrie ein Interesse.

potschemutschka
3 Monate zuvor
Antwortet  Ron

Das habe ich schon vor einer Weile getan. Da ich in den Ruhestand gegangen bin, habe ichl meine Sammlung mit Schulmaterialien ausgemistet.Es war erschreckend zu sehen, was vor einigen Jahren noch so alles möglich war. Vielleicht sollte man mal einen Schulversuch starten, bei dem eine Klasse mit Materialien und Methoden der 80er/90er Jahre unterrichtet wird? 😉

Leseratte
3 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

Das denke ich auch immer öfter…

Dil Uhlenspiegel
3 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

Uhh, retro! 80s and 90s – ich wär dabei, aber nur mit Schulterpolster und Wadenstulpen :o)

Mika
3 Monate zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

Uuuuund: Stirnband! Und auf zur Aerobic!!! Und Rollschuhe, Leute, Rollschuhe!

KaGe
3 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

Ich habe es versucht. Gescheitert.

Material aus Bio Hauptschule Klasse 5 in Klasse 5 Gesamtschule eingesetzt. Für die sus nicht lösbar.

Ich habe am Wochenende entnervt sämtliches Material entsorgt, was älter als 5Jahre war. Jetzt habe ich sehr, sehr viel Platz im Schrank.

Pit2020
3 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

@potschemutschka

„Vielleicht sollte man mal einen Schulversuch starten, bei dem eine Klasse mit Materialien und Methoden der 80er/90er Jahre unterrichtet wird?“

Das würde mich auch brennend interessieren!

Mary-Ellen
3 Monate zuvor
Antwortet  Pit2020

Mich auch!

D. Orie
3 Monate zuvor
Antwortet  Ron

Ihren ersten Satz finde ich komplett daneben.

D. Orie
3 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

Lustig!

potschemutschka
3 Monate zuvor
Antwortet  D. Orie

Ich finde es nicht lustig, wie das Bildungsniveau immer weiter runter geht! Ich war 40 Jahre Lehrer und sehe leider den Unterschied. Mir wird Angst, wenn ich sehe, wie die Zukunft unsres Landes aufs Spiel gesetzt wird.

D. Orie
3 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

Im Gegenteil, das sinkende Bildungsniveau finde ich überhaupt nicht lustig!

potschemutschka
3 Monate zuvor
Antwortet  D. Orie

Meine Rede!

Stromdoktor
3 Monate zuvor
Antwortet  D. Orie

Noch schlechter sieht es bei den Medizinern aus…

…in Bremer Universitäten werden keine Ärzte ausgebildet…

Müsste dann ja Rückschlüsse über die Qualität der medizinischen Versorgung geben, korrekt?