„Klima der Entgrenzung, Übergriffigkeit und Sexualisierung“: Gewalt im Kirchen-Kontext (auch an Schulen)

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DÜSSELDORF. Die Kinderschutzkommission des nordrhein-westfälischen Landtags hat ein heikles Thema auf der Agenda: «Gewalt im kirchlichen Raum». Dahinter verbirgt sich Erschütterndes. Die geladenen Sachverständigen nehmen kein Blatt vor der Mund.

In kirchlichen Heimen oder Internaten sei auch eine Art «verordnete Mittäterschaft» beobachtet worden, heißt es: Kinder sollten andere Kinder drangsalieren. Foto: Shutterstock

Trotz der bisherigen Anstrengungen zur Aufarbeitung von Gewalt und Missbrauch im kirchlichen Bereich sehen Expertinnen und Experten noch viel Handlungsbedarf – auch beim Gesetzgeber. Das geht aus zahlreichen vorab veröffentlichten Stellungnahmen für eine Sachverständigen-Anhörung im Düsseldorfer Landtag hervor. Dort beschäftigt sich die Kinderschutzkommission am Donnerstag mit dem Thema: «Gewalt im kirchlichen Raum.»

Mit viel Selbstkritik gegenüber der eigenen Institution und teils drastischen Beispielen schildern die Vertreter der katholischen und der evangelischen Kirche, Wissenschaftler sowie Beauftragte, die aus Gesprächen mit Opfern Einblicke haben, das Problemfeld: Was sind typische Risiko-Faktoren? Was begünstigt Missbrauch im kirchlichen Kontext? Welche offenen Baustellen gibt es?

Vertuschung und Versetzung

Das Fazit der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs zum aktuellen Stand in den beiden großen Kirchen fällt zunächst ernüchternd aus: Lange habe Schadensbegrenzung im Mittelpunkt gestanden, «die sehr häufig zu Vertuschung und der Versetzungsstrategie von Tätern» geführt habe. Opfer seien «kirchenrechtlich-bürokratisch administriert», meist zur Geheimhaltung verpflichtet und in der Regel sehr bescheiden entschädigt worden – wenn überhaupt.

Auf Bundesebene werde inzwischen eine gesetzliche Verankerung der Aufarbeitungsstrukturen vorbereitet, lobt die Kommission. Auch NRW brauche aber ein Landesgesetz zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt und zur konsequenten Entwicklung von Schutzkonzepten und Präventionsmaßnahmen.

Auch andere Experten betonen in ihren Stellungnahmen die gesamtgesellschaftliche Herausforderung und den staatlichen Handlungsbedarf über die eigenen Aufklärungsaktivitäten der Kirchen hinaus. Die Katholische Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz NRW fordert, Missbrauch im Rahmen eines Seelsorgeverhältnisses ausdrücklich im Strafgesetzbuch zu verankern.

Handlungsbedarf gebe es aber bei weitem nicht allein im kirchlichen Raum, unterstreichen mehrere Sachverständige. Auch andere Bereiche wie der Sport, Schulen und die öffentliche Verwaltung müssten ihre Verantwortung anerkennen und angemessene Schutzkonzepte entwickeln und umsetzen, fordert der Interventionsbeauftragte im Bistum Essen, Simon Friede. Vor allem im Sport sei der Schutz von Kindern und Jugendlichen dringend zu verbessern. Hier sei bislang «die Beteiligung und Sensibilität auffallend gering».

Klima der Übergriffigkeit

Im kirchlichen Bereich fänden sich in Studien auch Hinweise, wie sich Gewalt, die von Erwachsenen an Schutzbefohlenen verübt werde, auf Jugendliche übertrage, berichtet die Leiterin der Diakonischen Fachstelle «Aktiv gegen sexualisierte Gewalt», Marlene Kowalski. «Das bedeutet auch, dass sich ein Klima der Entgrenzung, Übergriffigkeit und Sexualisierung auf die Handlungsweisen zwischen Jugendlichen überträgt.»

Beispielhaft für das Wegschauen in Strukturen, in denen es «eine Kultur der sexualisierten Nähe und Übergriffigkeit» gegeben habe, seien etwa Pfadfinder im jesuitischen Aloisius-Kolleg Bonn oder beim Verband Christlicher Pfadfinder. Die Grenzüberschreitungen seien begünstigt worden durch die Nähe: gemeinsam ums Lagerfeuer sitzen, zelten, gemeinsam im Wald sein, in der Ferne übernachten. «Im Nachhinein haben Jugendliche, die zum Teil dann selbst betroffen waren, auch berichtet, dass sie erlebt haben, wie andere Jugendliche
sexualisierte Gewalt erfahren haben, sie aber selbst nichts dagegen unternommen haben», schreibt die promovierte Erziehungswissenschaftlerin.

Verordnete Mittäterschaft bei Dusch-Ritualen

In Heimen oder Internaten sei auch eine Art «verordnete Mittäterschaft» beobachtet worden. Teilweise seien Kinder und Jugendliche dort von Erwachsenen ausdrücklich aufgefordert worden, Gleichaltrige zu drangsalieren. So habe kirchliches oder diakonisches Personal seine institutionelle Macht- und Autoritätsposition dazu genutzt, Erniedrigungen und Herabwürdigungen zu übertragen.

Betroffene hätten etwa von Dusch-Ritualen in katholischen Internaten berichtet, wo ein Junge in Anwesenheit eines Paters von älteren Jungen festgehalten und mit einem Gegenstand anal vergewaltigt worden sei. Die sei als «Aufnahme-Ritual» bezeichnet worden.

Das Tabu brechen

Das Evangelische Büro NRW forderte, «immer wieder das Tabu zu brechen» – jedem Verdacht müsse nachgegangen werden. Neben den bereits angestoßenen kirchlichen Gutachten zum Thema Missbrauch sei auch eine Dunkelfeld-Studie erforderlich.

Das Katholische Büro NRW verwies auf die 2018 veröffentlichte große Studie zu sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche. «Im Ergebnis wurden darin 1670 beschuldigte Kleriker ausgemacht, denen nach den Personal- und Handakten insgesamt 3677 Kinder und Jugendliche als von sexuellem Missbrauch betroffen zugeordnet werden konnten. In der Folge hätten mehrere Bistümer Studien zu dem Thema vorgelegt und veröffentlicht.

«Bitchen und Sexting »

Asymmetrische Machtbeziehungen führten auch in kirchlichen Strukturen zu Formen von psychischer Gewalt, räumte das Katholische Büro ein. Häufige Formen seien Drohungen, Nötigungen und Angstmachen. In der Seelsorge könne es zudem zu verbaler Gewalt wie Mobbing kommen.

Im Bereich der pädagogischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen träten auch in kirchlichen Einrichtungen wie Schulen, Kitas, Jugendverbänden oder offenen Ganztagsangeboten psychische und physische Gewalt auf, heißt es in der Stellungnahme. Beispiele seien: «Schreien, Bitchen (zu deutsch etwa: Anzicken), Schlagen, Kneifen, in die Brust fassen, Genitalien berühren, Schütteln». Auch Sexting, Cyber-Grooming und andere Formen digitaler Übergriffe kämen vor. Die katholische Kirche werde alles dazu beitragen, in ihrem Bereich umfassend und transparent aufzuklären. Von Bettina Grönewald, dpa

Sexueller Missbrauch: Fehlt es in Schulen an einer „Kultur des Hinschauens“?

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Fräulein Rottenmeier
6 Monate zuvor

Beim Lesen ist mir schlecht geworden und es kroch Wut hoch und die feste Überzeugung, dass diese toxischen Strukturen zerschlagen werden müssen. Neben der schonungslosen Aufklärung, muss dafür gesorgt werden, dass sowas nicht mehr passieren kann.
Ich bin so froh, dass ich aus dem Laden ausgetreten bin. Dieses Sünderblabla ist mir immer schon suspekt gewesen. Die wirklichen Sünder sitzen auf der anderen Seite des Beichtstuhls.

IusRespicitAequitatem
6 Monate zuvor

Nancy Faeser will Clan-Mitglieder auch dann abschieben, wenn sie keine Straftaten begangen haben. Vor diesem Hintergrund muss man auch den Umgang mit der Katholischen Kirche neu überdenken.

Teacher Sachsen
6 Monate zuvor

Von den Missbrauchsfällen auf die Gesamtkirche schließen. Und von da direkt auf den gesamten christlichen Glauben.
Den man ja eh schon immer abgelehnt hat. Und sich nun bestätigt weiß.
Ich finde diese Argumentation zu einfach und schlichtweg unredlich.
Es geht doch eher darum, welche Strukturen Missbrauch begünstigen und wie damit umgegangen wird.

Lisa
6 Monate zuvor
Antwortet  Teacher Sachsen

Die Täter konnten nur deshalb tätig werden, weil so viele Kirchenmitglieder weggeschaut haben. Diese wegschauenden Ermöglicher sind auch schuldig.
Kirchenmitglieder, die akzeptieren, dass vier Prozent aller Priester Täter sind, sind ebenfalls schuldig.
Wer weiterhin Mitglied in einer Täterorganisation ist, ist ebenfalls schuldig.

HorchHorch
6 Monate zuvor
Antwortet  Teacher Sachsen

Ich finde es unredlich, Mitglied in einer Kirche zu sein, in der vier Prozent aller Priester Täter sind.

Was würde passieren, wenn an einem normalen Berufskolleg mit deutlich über 100 Kolleginnen und Kollegen 4 Täter wären? Da würde niemand wegschauen oder vertuschen.

Warum regen sich die Kirchenmitglieder nicht genauso über ihre Priester auf, wie sich KuK, SuS und Eltern darüber aufregen würden, wenn 4 Täter in einem BK-Kollegium wären?

Teacher Andi
6 Monate zuvor
Antwortet  Teacher Sachsen

Und wer ist verantwortlich für die Strukturen und wer weigert sich stur, daran irgendetwas zu ändern? Und schon sind wir wieder bei den Kirchen und darum geht es, nicht um den Glauben. Die Institution Kirche ist eine heuchlerische und geldgierige Einrichtung, von den „Würdenträger“ forciert und zu einem unantastbaten System ausgebaut, man sollte dies getrennt vom Glauben sehen. Auch die Trennung des konfessionellen Religionsunterrichts fällt in dieses System und gehört längst überarbeitet.

Lanayah
6 Monate zuvor
Antwortet  Teacher Sachsen

Homophobie, Zöllibat, Vertuschen, hierarchische und patriachale Strukturen, um nur einige Strukturen zu nennen. Der Umgang damit ist ja immer wieder zu erleben, irgendwie passiert gar nichts, wenn nicht massiver Druck von außen kommt.
Fräulein Rottenmeier hat sich zum christlichen Glauben gar nicht geäußert, und auch nicht dass und ob sie den christlichen Glauben ablehnt. Eine völlige Überreaktion Ihrerseits also. Warum?
Ich kenne einige gläubige Christen, die aufgrund der Missbrauchsfälle und des Umganges damit aus der Organisation Katholische Kirche ausgetreten sind.

Fräulein Rottenmeier
6 Monate zuvor
Antwortet  Lanayah

Stimmt, über meinen Glauben habe ich mich nicht geäußert und das tut tatsächlich auch nichts zur Sache. Tatsächlich war ich 51 Jahre Mitglied der katholischen Kirche und würde es aus Gewohnheit wahrscheinlich immer noch sein, wenn mich deren Strukturen mich im Laufe der Jahre nicht immer mehr gestört hätte. Das Schirmchen auf der Sch..ße war dann die Aufdeckung der vielen, sehr vielen Missbrauchsskandale und die unsäglichen Versuche diese zu vertuschen und die Diskreditierung der Betroffenen. So einer Organisation will ich nicht angehören, nie wieder!
Die Hoffnung des synodalen Weges auf mehr Gleichstellung innerhalb der Kirche, die Abschaffung des Zölibats (meiner Meinung nach einer der Hauptursachen des Missbrauchs) hat der Papst ja nun auf dem letzten Kirchentag eine deutliche Absage erteilt.
Dann kann ich nur sagen, Kirchenmänner bleibt unter Euch und der Rest sollte schnell sehen, dass er/sie so weit wie möglich Land gewinnt.

Gudrun
6 Monate zuvor
Antwortet  Lanayah

Es gibt auch immer mehr Menschen, die gerade weil sie Christen sind, aus den zwei großen Kirchen ausgetreten sind. Die Gemeinschaft der Anständigen kehrt den zwei großen Kirchen den Rücken zu.

Teacher Andi
6 Monate zuvor

Leider finanzieren auch die Ausgetretenen die Kirchen kräftig mit, da Milliarden aus dem Steuertopf genommen werden. Ich habe kein Verständnis mehr für diese Unterstützung, wenn man den Gegenwert betrachtet, und aus den Schulen gehört jeglicher konfessionelle Religionsunterricht generell verbannt.

IusRespicitAequitatem
6 Monate zuvor
Antwortet  Teacher Andi

Die Steuerzahler finanzieren nicht nur Bischöfe, sondern auch ganz normale Mitarbeitende, die in beamtenähnlichen Arbeitsverhältnissen arbeiten und später eine Pension erhalten.
Aber ich sehe hier keine Vergleichbarkeit mit Beamtinnen:
https://www.katholisch.de/artikel/46455-klage-gegen-erzbistum-koeln-gericht-gibt-mitarbeiterin-recht

Fräulein Rottenmeier
6 Monate zuvor
Antwortet  Teacher Andi

Ja, das stimmt, aber das kommt nun immer öfter in den Medien und wird immer breiter diskutiert, ob solche Titel aus dem vorletzten Jahrhundert noch zeitgemäß sind.

gehtsnoch
6 Monate zuvor
Antwortet  Teacher Andi

602 Millionen Euro p.a. sog. „Staatsleistungen“ an die Kirchen, weil diese vor langer Zeit ihre Ländereien verloren haben.
Hat über Jahrzehnte nicht gestört und nun – 2023 – ein Problem?

Hilli
6 Monate zuvor
Antwortet  gehtsnoch

Es hat schon immer gestört, nur durfte man das früher nicht sagen oder anonym auf news4teachers schreiben. Heute dürfen wir unsere Meinung in einer geschützten Umgebung frei äußern und das ist gut so.

Die Zeiten in denen die Kirche Abweichler verbrennen, foltern oder anders mundtot machen konnte sind hoffentlich vorbei.

HorchHorch
6 Monate zuvor
Antwortet  Hilli

Bitte Ertränken nicht vergessen. Rothaarige Frauen wurden nicht selten von der katholischen Kirche als Hexen ertränkt. Die, die nicht ertranken, wurden dann verbrannt. Ist lange her – aber die katholische Kirche legitimiert sich ja aus Ereignissen, die noch länger her sind.

Teacher Andi
6 Monate zuvor
Antwortet  gehtsnoch

Es ist erwiesen, dass die Kompensationszahlungen den „Verlust“ (wie hat die Kirche ihre Ländereien bekommen, denken Sie mal ganz scharf nach) längst ausgeglichen haben, aber die Kirche darauf natürlich nicht freiwillig verzichtet und als „Ablöse“ eine solch horrende Summe verlangt, dass man dem nicht nachkommen kann. So geht Kirche, immer am goldenen Ball.
Diese Abgaben haben schon immer gestört, da sie zur Kirchensteuer und sonstigen Zuschüssen/Gahaltszahlungen/Vergünstigungen noch on top kommen und jedes Jahr erhöht werden. Unsere Kassen sind nahezu leer und die Kirchen bräuchten dieses Geld nicht. So viel zur christlichen Einstellung.

Hilli
6 Monate zuvor
Antwortet  Teacher Andi

Es ist total irrelevant, ob die Kirchen dieses Geld brauchen oder nicht. Diese Zahlungen müssen endlich mal ein Ende haben. Ein klarer Auftrag an die Politik, die diesen Auftrag einfach nur aussitzt.

Teacher Andi
6 Monate zuvor
Antwortet  Hilli

Mit der jetzigen Regierung noch undenkbarer als vorher. Die lässt sich von allen Seiten unterbuttern und ausnehmen.

Hilli
6 Monate zuvor
Antwortet  Teacher Andi

Offensichtlich haben wir ein Demokratieproblem. Die Mehrheit der Bevölkerung ist nicht Mitglied in den zwei großen Kirchen und die Politik schiebt diesen Kirchen – trotz einer unübersehbaren Austrittswelle – immer noch das Geld zu.

gehtsnoch
6 Monate zuvor
Antwortet  Teacher Andi

Zumindest könnte es nicht völlig abwegig sein, dass auch KiTa´s in kirchlicher Trägerschaft damit finanziert werden …

Dietmar
6 Monate zuvor
Antwortet  gehtsnoch

Die Finanzierung der KiTa´s sieht doch genauso aus wie die Finanzierung der Schulen: Weit über 90 Prozent trägt der Staat und einen klitzekleinen Betrag trägt die Kirche. Doch die schreibt ihren Namen auf die KiTa/Schule, drückt ihr ihr Arbeitsrecht auf und tut so als ob sie der Gesellschaft etwas Gutes täte.

Richtig ist, Erzbischöfe verdienen B10 – auch wenn sie wegen Fehlverhaltens ein halbes Jahr nicht arbeiten: https://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/rainer-maria-woelki-kardinal-bekommt-waehrend-auszeit-volles-gehalt-a-4a57ade8-432a-416c-bfc6-0a7bcb77be8d

gehtsnoch
6 Monate zuvor
Antwortet  Dietmar

B10 ist ja gut belegt worden, aber doch eher eine andere „Baustelle“.
Die „weit über 90 % Förderung“ als Finanzierung einer KiTa durch den Staat kann sicher auch mit prüffähigem Recherchematerial angefüttert werden.

Dietmar
6 Monate zuvor
Antwortet  gehtsnoch

Vielleicht beginnen Sie damit, Ihre Behauptung mit prüffähigem Rechenmaterial zu belegen. Dann kann ich mir besser vorstellen, wonach Sie sich hier konkret erkundigen.

Vermutlich reicht es Ihnen nicht, wenn ich hier berichte, dass an der katholischen Schule, an der ich früher mal gearbeitet habe, 96 Prozent der Lehrergehälter vom Staat finanziert wurden.

Teacher Andi
6 Monate zuvor
Antwortet  gehtsnoch

Sie wissen schon, dass aus dem großen Batzen Geld, den die Kirchen erhalten, kaum soziale Einrichtungen bezahlt werden, die sind alle zu 70 bis 90% steuerfinanziert, da schmückt sich die Kirche mit fremden Federn. Die Gehälter ihres „niederen Bodenvolks“ zahlen die Kirchen schon, die fallen auch entsprechend spärlich aus, aber die üppigen Gehälter der hohen „Würdenträger“ werden wiederum vom Steuerzahler finanziert. Verstehen kann man das nicht.

gehtsnoch
6 Monate zuvor
Antwortet  Teacher Andi

Einen kirchlichen Haushaltsplan einer Gemeinde mal aus Interesse (Neugier) als Gemeindeglied zu analysieren könnte Licht ins Dunkel bringen.
Und bei der guten alten Kammeralistik zu kirchlichen Finanzen fangen die Probleme auch schon an …

Teacher Andi
6 Monate zuvor
Antwortet  gehtsnoch

Ein Teil der katholischen Einnahmen geht nach Rom, der Prunk dort ist ja nun auch ein enormer Kostenfaktor. Und ist in den Augen der Kirchen weitaus wichtiger als soziale Gaben. Wo haben die Kirchen eigentlich schon mal bei den großen Krisen wie Migration, Corona, Kriege, Unwetterkatastrophen etc. ihre Schatztruhen aufgemacht? Sie haben sogar staatliche Mietenzahlungen eingesackt, wenn sie Flüchtlinge in ihren Immobilien untergebracht haben. Das stinkt alles gewaltig „zum Himmel“.

Dietmar
6 Monate zuvor
Antwortet  gehtsnoch

Ganz schön nebulös. Welche Probleme sehen Sie denn ganz konkret bei der kirchlichen Kameralistik in Bezug auf die Erfassung der von Ihnen angesprochenen KiTa-Finanzierung? Und inwieweit konnten diese Probleme durch die Einführung des neuen kirchlichen Finanzwesens behoben werden? Welche Ungenauigkeiten werfen Sie dem aktuellen Verfahren genau vor?

HorchHorch
6 Monate zuvor
Antwortet  gehtsnoch

KA, ob Gemeindemitglieder das Recht haben, die Haushaltspläne ihrer Gemeinde einzusehen. Fakt ist aber, dass immer weniger Menschen Mitglieder in Gemeinden sind, und ihnen dieser Weg nicht (mehr) offen steht.

Gudrun
6 Monate zuvor
Antwortet  gehtsnoch

Vor dem Hintergrund der unzähligen Missbrauchsfälle und Vertuschungen stellt sich doch eher die Frage, ob Kirchen überhaupt die Eignung zum Betreiben von KiTa´s haben. In diesem Land darf ja nicht jeder, der ein paar Euro auf den Tisch legt, eine KiTa betreiben.

Maggi
6 Monate zuvor

Es wäre dringend notwendig, dass der Staat hier aktiv die Taten aufklärt und verfolgt. Wenn die Kirche dies durch Vertuschung oder Versetzung verhindert, werden die dafür als Mittäter angeklagt und alle Beteiligten mit internationalem Haftbefehl gesucht. Die Kirchenangehörigen können nur noch zusätzlich dem Kirchenrecht unterstellt werden, aber zuallererst dem weltlichen. Wenn es der Kirche nicht passt wird sie zu einer kriminellen Vereinigung erklärt, die Sexualstraftaten fördert und die Täter schützt. Dann käme auch mal was dabei rum. Einfach das Gesetz ändern und die gesetzliche Sonderstellung der Kirchen aufheben und die Straftaten verfolgen. Dürfte eigentlich nicht so schwer sein.

Fräulein Rottenmeier
6 Monate zuvor
Antwortet  Maggi

Machen wir es wie in Frankreich, Kirche und Staat sehr genau trennen.

Stefan
6 Monate zuvor
Antwortet  Maggi

Ein Staat, in dem die Kirchen so tief verwurzelt sind, soll hier aktiv werden? Ich bin mir nicht sicher, ob das gelingt.

IusRespicitAequitatem
6 Monate zuvor
Antwortet  Stefan

Sehen Sie einen besseren Weg? Wer sollte Ihrer Meinung nach aktiv werden, wenn nicht der Staat?

Bücherleser
6 Monate zuvor
Antwortet  Stefan

„Das vereinte Deutschland ist in seiner Substanz kein christlich geprägtes Land, es ist weder katholisch noch protestantisch. Christlich ist allein die Kirchensteuer.“
(Rudolf Augstein)

Dil Uhlenspiegel
6 Monate zuvor

„jedem Verdacht müsse nachgegangen werden“
„alles dazu beitragen, in ihrem Bereich umfassend und transparent aufzuklären“

Und das beginnt dann wann genau?

Fräulein Rottenmeier
6 Monate zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

Das reicht nicht! Egal wann, es reicht nicht!

0815
6 Monate zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

Aufklärung hat in der Vergangenheit ja nur bedeutet, dass die Katholische Kirche sich intern Klarheit verschafft und die Fakten dann nach außen geleugnet hat.

IusRespicitAequitatem
6 Monate zuvor

Es ist schon ziemlich dreist, wenn Simon Friede den Blick weg von seinem Aufgabenbereich lenken will. Er sollte sich nicht mit dem Span anderswo sondern mit seinem katholischen Balken beschäftigen. Damit hat er genug zu tun – lebenslänglich!

IusRespicitAequitatem
6 Monate zuvor

„Die Katholische Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz NRW fordert, Missbrauch im Rahmen eines Seelsorgeverhältnisses ausdrücklich im Strafgesetzbuch zu verankern.“

Es sollte überhaupt keine juristischen Sonderwege mehr für die katholische Kirche geben. Dass dort nicht aufgeräumt sondern nur vertuscht wird, ist ja nun hinlänglich bekannt. Dieser Sumpf muss trocken gelegt werden.

Carla
6 Monate zuvor

In der Geschichte hatten die Menschen immer wieder guten Grund, an der Institution Kirche zu zweifeln. Ich zweifle auch zunehmend daran, nicht nur wegen der Missbrauchsskandale an Kindern und Jugendlichen, sondern auch wegen der häufigen Anbiederung der Kirchen an Fragwürdigkeiten und Auswüchse des politischen Zeitgeistes.
Allerdings trenne ich zwischen Glauben und der Institution Kirche. Den christlichen Glauben finde ich weiterhin sinnvoll und gut, auch wenn ihn die Kirchen oft mehr veruntreuen als pflegen. Für meinen Glauben brauche ich keine große Kirche, allerdings eine gewisse Gemeinschaft mit anderen Gläubigen.

Teacher Andi
6 Monate zuvor
Antwortet  Carla

Mit welcher Berechtigung darf dann die Kirche diese horrenden Geldsummen einnehmen, und muss nicht mal Steuern dafür zahlen, wenn ihr Ruf doch so geschädigt ist? Und warum pilgern immer noch tausende von Menschen zu Orten, an denen der Papst Auftritt? Ich begreife es nicht.

E.S.
6 Monate zuvor
Antwortet  Teacher Andi

Es ist nun mal so, dass wir Menschen sehr unterschiedlich gestrickt sind und wir andere deshalb oft nicht begreifen.
Hauptsache, man kriegt es fertig, Personen mit anderer Meinung zu respektieren und sie nicht zu beschimpfen oder in verunglimpfende Schubladen zu stecken.

Dass in den vergangenen Jahren so viele Menschen aus sowohl der evangelischen als auch der katholischen Kirche ausgetreten sind und keine Kirchensteuer mehr bezahlen, zeigt aber durchaus eine enorm wachsende Unzufriedenheit der christlichen Bevölkerung mit ihren Kirchen.
Ich glaube, die Kirchen sind ihnen zu politisch geworden und vernachlässigen ihr Kerngeschäft, die Verkündung des Evangeliums statt z.B. die Anpassung an die Genderdoktrin.

Teacher Andi
6 Monate zuvor
Antwortet  E.S.

Auf dem evangelischen Kirchentag wurde sogar propagiert, dass die Kirchen sich mehr politisch einmischen sollen. Dann sollen sie aber auch die Kosten für die Folgen tragen und nciht immer nur anderen aufbürden.

Hilli
6 Monate zuvor
Antwortet  Teacher Andi

Die Kirchen und ihre Vertreterinnen sind nicht demokratisch legitimiert. Die haben in der Politik nichts, aber wirklich gar nichts verloren.

gehtsnoch
6 Monate zuvor
Antwortet  Hilli

Also neben der GG Änderrung noch das „C“ sofort bei einer Partei, die ganz oder zu einem nicht unbedeutendem Teil der christdemokratischen Ideologie und Bewegung folgt streichen?
Oder einem Bürgermeister, der noch im legitimierten Ehrenamt eine religiöse Gemeinschaft öffentlich vertritt sofort aus seinem Hauptamt zu entfernen?

Dietmar
6 Monate zuvor
Antwortet  gehtsnoch

Alles Quatsch. Die Mitglieder der C-Partei fühlen sich bis heute dem C verbunden. Das hat eine aktuelle Mitgliederbefragung ergeben. Aber dass sich jemand den christlichen Werten verbunden fühlt, bedeutet ja noch lange nicht, dass er oder sie Mitglied in einer der zwei großen Kirchen sein muss.

Wie oben schon mehrfach geschrieben wurde, treten viele Christen auch aus den Kirchen aus, weil sie das, was in diesen Kirchen passiert, moralisch nicht mehr mittragen können.

Teacher Andi
6 Monate zuvor
Antwortet  Hilli

Das kommt aber deutlich anders rüber. Allein die Rede Steinmeiers beim Kirchentag ……. völlig daneben. Sobald die Kirchen sich irgendwo einmischen, wird es teuer für den Steuerzahler. Selbst der Kirchentag wird nur zu einem Bruchteil von der Kirche finanziert, und dies aus Eintrittsgeldern. Man kann nur noch mit dem Kopf schütteln, was da an Steuergeldern hinfließt.

Fräulein Rottenmeier
6 Monate zuvor
Antwortet  Carla

Es gibt Freikirchen….vielleicht eine Möglichkeit?