Was bringen digitale Tafeln für den Unterricht? – Zukünftige Lehrkräfte forschen in Oldenburg praxisnah

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OLDENBURG/DORSTEN. Digital ist besser als Kreide? Studierende des Masterstudiengangs im Lehramt an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg wollten es genau wissen und prüften ein Semester lang gemeinsam mit Prof. Dr. Ines Oldenburg interaktive Tafeln, sogenannte ViewBoards, des EdTech-Herstellers ViewSonic auf ihre Eignung in verschiedenen Unterrichtsfächern. Die Ergebnisse der Analysen werden in die weitere Entwicklung von Board und Software einfließen. So viel vorweg: Die digitalen Displays haben der analogen Tafel einiges voraus – wenn man weiß, wie man sie nutzen kann.

Rund 50 angehende Lehrerinnen und Lehrer erforschten an der Uni Oldenburg, inwieweit sich das ViewBoard, die digitale Tafel von ViewSonic, in ihrem Fachunterricht sinnvoll anwenden lässt. Foto: ViewSonic

Gespannte Aufmerksamkeit im voll besetzten Computer-Raum des Instituts für Pädagogik: Zum Abschluss des Sommersemesters im Juli präsentierten insgesamt 50 angehende Lehrkräfte die abschließenden Ergebnisse ihrer Untersuchungen zum Praxiseinsatz von interaktiven Displays. Möglich machte die praxisorientierten Forschungsseminare im Modul „Medienbildung und Digitalisierung“ eine Kooperation zwischen der Universität Oldenburg und ViewSonic, einem EdTech-Hersteller mit Sitz im westfälischen Dorsten. Drei mobile Geräte hatte der Spezialist für Präsentationstechnik dem Institut ein halbes Jahr lang kostenlos zur Verfügung gestellt – inklusive technischer Betreuung durch das Trainer-Team.

„Für uns hier im Bereich der Lehrerbildung ist die Kooperation eine Win-win-Situation: Wir bekommen von ViewSonic neueste Technik zur Verfügung gestellt, mit der wir direkt arbeiten können. Und die Ergebnisse, die wir hier in zwei Seminaren erzielt haben, kann ViewSonic direkt für die Weiterentwicklung der Boards nutzen. Das ist natürlich auch für Studierende toll, zu sehen, dass ihre Arbeit eine unmittelbare Wirkung auf die Praxis hat“, erläutert Ines Oldenburg, Professorin für Erziehungswissenschaften mit dem Schwerpunkt Didaktik des Sachunterrichts an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg ihre Intention für das Kooperationsprojekt.

Forschung, Praxis und Produktentwicklung im Zusammenspiel

Unter dem Seminartitel „Evaluation von inklusiven Lernsettings mit digitalen Medien“ beleuchteten angehende Lehrerinnen und Lehrer aller Lehrämter (Grundschule, Sek I und Sek II, Sonderpädagogik) mit unterschiedlichen Studienfächern, wie Mathematik, Physik, Deutsch, Englisch sowie Religion, Musik, Sport und Sonderpädagogik, die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten des ViewBoards und der dazugehörigen Software myViewBoard. Diese stellt beispielsweise bereits vorbereitete Tafelhintergründe sowie verschiedene Tools wie Taschenrechner oder Timer zur Verfügung, ermöglicht das einfache und werbefreie Einfügen von Bildern und Videos aus dem Internet sowie die betriebssystem-unabhängige Verbindung zu allen gängigen Endgeräten wie iPads, Laptops und Smartphones. In kleinen Teams hatten sich die Student:innen dazu Forschungsfragen speziell für ihre Schulfächer und Schulformen gestellt und dann die Geräte auf die Probe gestellt.

Zu den Abschlusspräsentationen war auch ein Team von ViewSonic angereist, das interessiert Lob und Kritik entgegennahm. Trainer Phillip Meier beantwortete Fragen und gab Auskunft zu Hintergründen der Software-Entwicklung und den auf dem Markt befindlichen Varianten interaktiver Displays für den Schulbereich. „Wir sind als Trainer auch Mittler zwischen den Software-Entwickler:innen und den Lehrkräften, die im Schulalltag tatsächlich mit den digitalen Tafeln arbeiten“, sagt Phillip Meier. „Diesen Austausch zwischen Herstellern und Praxis brauchen wir ganz dringend, wenn die Digitalisierung an Schulen funktionieren soll. Und zwar in dem Sinne, dass sie alle Beteiligten bei ihren Aufgaben sinnvoll unterstützt und vielleicht sogar ein bisschen Spaß an der Technik bringt.“

Freuen sich schon auf das nächste Projekt mit Lehramtsstudierenden: Phillip Meier und Antonia Schroer von ViewSonic. Foto: ViewSonic

Wie gelingt an der interaktiven Tafel die Umstellprobe von Satzgliedern im Deutschunterricht? Was bringt eine digitale Tafel im Sportunterricht? Und welchen Mehrwert hat sie für die Sonderpädagogik? Welche Stärken und Schwächen hat die Software des Geräts im Mathe- und Physikunterricht? Funktionieren die Einstellungen von Lineal, Geodreieck oder Diagrammen so, dass Lehrerinnen und Lehrer im Unterricht damit gut umgehen können? Diesen und vielen weiteren Fragestellungen waren die Studierenden im Sommersemester nachgegangen. Die Ergebnisse waren vielfältig und regten auch Diskussionen über die Grenzen von Technik im Unterricht an. So fand ein Studien-Team zum Beispiel heraus, dass sich Satzgliedkarten viel einfacher in digitaler Form an der Tafel nutzen lassen, weil man sie unter anderem mit einem Fingerwisch hin- und herschieben kann. Allerdings wurden die Satzanfänge nach der Umstellung der Karten nicht automatisch großgeschrieben. Ein Nachbesserungsvorschlag für die Entwickler oder aber eine Aufgabe zum Selbstdenken für die Schülerinnen und Schüler, die die Korrektur dann an der Tafel selbst vornehmen? Das Musik-Pädagogik-Team schlug unterdessen vor, den Nutzen der bereits in der Tafelsoftware integrierten digitalen Klaviatur noch auszubauen, indem visuelle Elemente akustisch hinterlegt würden. „Wir haben auf jeden Fall unsere Hausaufgaben notiert und werden sicherlich einige der guten Ideen aus diesem Seminar umsetzen”, sagt Phillip Meier. „Es war außerdem wunderbar zu sehen, wie kreativ die Studierenden mit den bereits bestehenden Möglichkeiten, die das ViewBoard bietet, umgegangen sind. Die Ergebnisse können wir auch anderen Lehrkräften als Tipps mit an die Hand geben.“

Digitalisierung? Nur mit gut ausgebildeten Lehrkräften

Dass es Zeit bedarf, bis wirklich alle Funktionen des ViewBoards beherrscht werden, ist auch den Technikaffinen unter den Studierenden schnell bewusst geworden. Und so lautete das wohl wichtigste allgemeine Fazit: Zwar kann man als ungeschulte Lehrkraft nach etwa 45 Minuten Einweisungszeit die grundlegenden Bedienungsschritte umsetzen. Doch um einen guten digital gestützten Unterricht zu leisten, braucht es mehr Möglichkeiten, (am besten bereits in der Lehramtsausbildung) die eigene Medienkompetenz zu schulen. Schließlich, darin waren sich die Studierenden einig, sollen Geräte wie die digitale Tafel ja nicht einfach analoge Lehr-/Lernmittel ersetzen: „Letztendlich ist es sehr wichtig, dass man das ViewBoard interaktiv einsetzt und nicht nur als Präsentationsmedium. Es ist wichtig, die Funktionen zu kennen und dieses ViewBoard nicht rein als Beamer zu nutzen“, erklärte eine angehende Grundschullehrerin.

Chance Lernen neu zu denken

In der Tat fanden die Studierenden zahlreiche Einsatzszenarien, in denen eine digitale Tafel wie das ViewBoard mit entsprechender Software oder aufgespielten Apps für gelungene Interaktion zwischen Lehrkraft und Schüler:innen sorgen kann. So lassen sich beispielsweise Dokumente und Tafelbilder zwischen Schüler- und Lehrerendgeräten leicht austauschen oder Dateien direkt an die Tafel senden und gemeinsam bearbeiten. Spielerische Elemente wie Umfragen, Gruppenarbeiten und vieles mehr funktionieren über die Tafelsoftware. Die digitale Tafel könne also durchaus eine Chance sein, Lernen neu zu denken, so eine weitere Lehramtsstudentin aus dem Fachbereich Biologie und Physik: „Für mich persönlich habe ich gelernt, dass Unterricht viel interaktiver sein kann, als man denkt“, lautete ihr Fazit.

Gelingendes Lernen geschehe immer miteinander, in der Kooperation, so auch Ines Oldenburg: „Es war für mich auch noch mal spannend anzusehen, wie viel gemeinschaftliches Potenzial die Arbeit an dieser fokussierenden Tafel birgt.“ Das Kooperationsprojekt hat darüber hinaus für sie den Anstoß zu weiteren wissenschaftlichen Arbeiten gegeben: „Wir haben festgestellt, dass es noch viel zu wenig Forschungen gibt, die sich mit dem Einsatz von interaktiven, digitalen Tafeln im Kontext Schule beschäftigen. Und wir werden versuchen, weitere Forschungsprojekte dazu zu erarbeiten“, so die Professorin. Ebenso habe man die Bedeutung der sogenannten User-Experience für eine anwenderorientierte Produktentwicklung noch mal deutlich erkannt: „Wir sind die User, und wir müssen den Firmen spiegeln: ‚Das brauchen wir.‘ Dann können wir auch gute Produkte erwarten. Und diese Zusammenarbeit war auch für die Studierenden ein tolles Erlebnis. Für mich übrigens auch!“, fügt Ines Oldenburg begeistert hinzu.

Am Deutschland-Standort des weltweiten Marktführers für interaktive Displays zeigt sich Christian Kotulla, Head of Education, ebenfalls hochzufrieden mit dem Forschungsprojekt: „Mit der Universität Oldenburg zu kooperieren war uns eine große Freude und die Chance, das ViewBoard von künftigen Lehrkräften wissenschaftlich fundiert testen zu lassen. Wir waren sehr beeindruckt von den detaillierten Analysen. Die Ergebnisse sind ein wertvolles Feedback, das in die weitere Entwicklung der ViewBoards einfließen wird.“

Dies ist eine Pressemitteilung der ViewSonic Technology GmbH, Dorsten.

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3 Kommentare
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Justus Mager
9 Monate zuvor

EIn tolles Projekt, das wissenschaftlich untersucht, wie die Möglichkeiten der Geräte genutzt werden!

Fakten sind Hate
9 Monate zuvor
Antwortet  Justus Mager

Das ist ein Werbeartikel.