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Chaos-Start mit Ansage: Zehntausende Familien verlängern eigenmächtig die Ferien

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BERLIN. „Massenhaftes Schwänzen, faule Ausreden: Zehntausende Berliner Schüler ignorieren das Ferienende“, so berichtet der „tagesspiegel“. Was war los? Der Chaos-Start ist offenbar Ergebnis einer missglückten Ferienplanung.

Lust auf Schule? Eher nicht: Silvester-Überreste in Berlin. Foto: Shutterstock

„Am Tag nach Neujahr blieb der Unterricht vielerorts auf der Strecke“, so schreibt der „tagesspiegel“ über das Ende der Weihnachtsferien in der Bundeshauptstadt und berichtete von „derart vielen Schwänzern, dass die Klassenräume luftig und die Schüler-Lehrer-Relation luxuriös war“. Ironischer Seitenhieb: „Ausnahmsweise komfortable Verhältnisse an Berlins Schulen!“

Ist das die neueste Spitze der Leistungsverweigerung durch Deutschlands Spaßgesellschaft? Wohl nicht. Eher ist dies das Ergebnis einer verfehlten Urlaubsplanung der Bildungsbehörden. Das vielköpfige Fernbleiben war durchaus absehbar.

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Denn der Unterricht an den Schulen in Berlin und dem benachbarten Brandenburg begann in diesem Jahr ungewöhnlich früh – bereits am 2. Januar. Und das hatte schon im Vorfeld für Unmut bei Schülerinnen und Schülern sowie Eltern gesorgt, die ihre Urlaubspläne torpediert sahen. Im Internet gab es Petitionen, die für eine Verlängerung der Ferien bis über die gefühlten Brückentage 2. und 3. Januar plädierten.

„Es ist so, wie es ist – und wir werden das Beste draus machen“

Karina Jehniche, Vorsitzende des Interessenverbandes Berliner Schulleitungen (IBS), erklärte gegenüber dem Rundfunk Berlin-Brandenburg: Sie habe Verständnis für den Ärger. Die Grundschulleiterin betonte zwar: „Ein Weg zur Schule lohnt sich natürlich immer.“ Außerdem komme der Schulbeginn nicht überraschend. „Es ist so, wie es ist – und wir werden das Beste draus machen.“ Den Schulleiterinnen und Schulleitern sei allerdings klar, dass viele Kinder an diesen beiden Tagen nicht zur Schule kommen werden. Deswegen werde man nicht am Unterrichtsstoff arbeiten, sondern habe Aufräumaktionen geplant. Richtig in den Unterricht werde erst wieder am Montag eingestiegen.

Brandenburgs Bildungsministerium teilte auf Anfrage der „Märkischen Allgemeinen“ mit, warum die Ferienplanung so unorthodox ausgefallen ist. Es handele sich um eine „komplexere Angelegenheit“, hieß es. So seien die Sommerferien mit 39 Tagen, darunter sieben Samstage, im Rahmen der KMK „gesetzt“. Bleiben laut Ministerium 36 weitere Ferientage für die „kleineren“ Ferien übrig, die sich insgesamt über fünf Samstage erstrecken müssen. Es gebe maximal drei variable Ferientage, die zur Überbrückung von Feiertagen mit Wochenenden genutzt werden können.

Die Brückentage seien aber im laufenden Schuljahr schon anderweitig verplant: Einer war am 4. Oktober (nach dem Tag der Deutschen Einheit), die nächsten sind am 2. Mai (nach dem Tag der Arbeit) und am 30. Mai (nach Christi Himmelfahrt). „Zwar hätten sich der 2. und 3. Januar 2025 als weitere Ferientage angeboten, dies war jedoch nicht mit der Gesamtzahl der Ferientag abzudecken, ohne dass die üblicherweise für Familien wichtigen Brückentage entfallen oder andere Ferienzeiten ‚zerrissen‘ worden wären“, erklärte das Ministerium. Man habe die möglichen Konstellationen bei der Erstellung der Ferienplanung geprüft – und schließlich die verträglichste Variante gewählt.

Sahen offenbar viele Eltern und ihre Kinder anders. Chaos-Start mit Ansage also. News4teachers

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