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Wumms!? Prien kündigt Milliarden-Investitionen des Bundes in die Bildung an

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BERLIN. Der Bund wird in den kommenden Jahren Milliarden in Kitas und Schulen investieren. Das Geld kommt zu einem großen Teil aus dem Sondervermögen für die Infrastruktur. Dies hat die neue Bundesbildungsministerin Karin Prien in einem ersten großen Interview nach ihrer Amtsübernahme klargestellt. Weitere Punkte auf ihrer Agenda: Handy-Verbote an Grundschulen – und Gendern, aber ohne Sonderzeichen.

Will Milliarden investieren: Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU). Foto: Shutterstock / penofoto

Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) fordert bundesweit einheitliche Regeln zum Gendern an Schulen. «Gerade in einem Einwanderungsland ist es wichtig, dass nach einheitlichen Regeln unterrichtet und geschrieben wird», sagte Prien den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Schulen und Behörden sollten sich ihrer Einschätzung nach deshalb an die Regeln des Rats der deutschen Rechtschreibung halten, erklärte sie. «Geschlechtersensible Sprache ist wichtig, aber Sonderzeichen wie Sternchen, Doppelpunkt oder Unterstrich sollten in der Schule nicht gelehrt und nicht genutzt werden», sagte Prien.

Mit Gendern ist das Verwenden bestimmter sprachlicher Mittel gemeint, um Menschen aller Geschlechtsidentitäten sprachlich sichtbar zu machen. Prien betonte, dass ihr einheitliche Regeln hier wichtig seien und sie diese auch in ihrem eigenen Ministerium befolgen werde. Da Bildung Ländersache ist, kann der Bund keine bundesweit einheitlichen Regeln vorschreiben.

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«In der Grundschule sollte die private Handynutzung verboten sein. An den weiterführenden Schulen sollten möglichst altersgerechte Regeln gefunden werden»

Zuvor hatte sich die CDU-Politikerin auch gegen die private Nutzung von Handys an Grundschulen positioniert – und damit zu einem weiteren Thema Stellung bezogen, das Millionen von Schülerinnen und Schüler bundesweit betrifft. Grundsätzlich sei der Umgang mit Mobiltelefonen in Schulen Sache der Länder, ihre Haltung dazu sei aber klar, sagte Prien ebenfalls den Zeitungen der Funke Mediengruppe: «In der Grundschule sollte die private Handynutzung verboten sein. An den weiterführenden Schulen sollten möglichst altersgerechte Regeln gefunden werden.»

«Die Studienlage wird zunehmend klarer: Zu lange Bildschirmzeiten führen zu schlechteren Lernleistungen, zu geringeren sozialen Kompetenzen und zu psychischen Problemen», sagte die CDU-Politikerin. «Wir müssen uns damit sehr schnell und sehr intensiv beschäftigten.»

Der Bund werde den Prozess der Länder unterstützen, indem er die wissenschaftliche Grundlage liefere, sagte sie weiter. «Aus meiner Erfahrung geht es darum, die private Handynutzung weitgehend, aber altersgerecht aus den Schulen zu verbannen.» Die Erfahrung zeige, dass die Schulen und die meisten Eltern dankbar seien, wenn es klare, einheitliche Vorgaben gibt.

«Dazu wollen wir bundesweit verpflichtende diagnostische Tests für alle Vierjährigen und verpflichtende Förderung für Kinder mit Nachholbedarf einführen»

Prien kündigte zudem bundesweit verpflichtende Sprachtests für alle Vierjährigen an, um Kinder besser auf die Schule vorzubereiten. Zunächst müsse man Eltern stärker machen und dann in den Kitas gezielt fördern. Das Problem beginne nicht in der Kita, sondern im Elternhaus. «Aber es gilt: Keine Förderung ohne Diagnostik», sagte Prien. «Wo hapert es noch beim Wortschatz, wo gibt es Defizite bei den Deutschkenntnissen? Dazu wollen wir bundesweit verpflichtende diagnostische Tests für alle Vierjährigen und verpflichtende Förderung für Kinder mit Nachholbedarf einführen.»

Konkret sollen Sprachkitas wieder aktiviert und Kitas in sozialen Brennpunkten, rund um die Schulen im Startchancen-Programm, unterstützt werden. Dadurch werde stark in Kita-Bau und -Qualität investiert, sagte Prien, die auch Bundesfamilienministerin ist und damit das Thema Kita in ihren Verantwortungsbereich übernommen hat. Prien ist seit Anfang Mai neue Bundesministerin für Familie und Bildung im Kabinett von Kanzler Friedrich Merz (CDU). Zuvor war sie Bildungsministerin in Schleswig-Holstein. News4teachers / mit Material der dpa

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