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„Zum Nichtstun verdammt“: Dobrindts Streichungen betreffen vor allem Ukrainer

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BERLIN. Das Bundesinnenministerium spart bei Integrationskursen. Was ein Kurs kostet und warum Länder wie Hamburg und Niedersachsen vehement protestieren.

Keine Bleibeperspektive? (Symbolfoto.) Foto: Shutterstock

Von den geplanten Kürzungen bei den Integrationskursen sind auch viele Ukrainer betroffen. Wie die Deutsche Presse-Agentur aus dem Bundesinnenministerium erfuhr, laufen aktuell rund 19.500 solcher Kurse mit etwa 300.000 Teilnehmern. 31 Prozent von ihnen sind den Angaben zufolge Ukrainerinnen und Ukrainer.

Das Bundesinnenministerium unter Minister Alexander Dobrindt (CSU) hat Einsparungen bei den Integrationskursen beschlossen. Die Kurse sollen künftig nur noch für Menschen mit «positiver Bleibeperspektive» zur Verfügung stehen (News4teachers berichtete). Begründet wurde dies damit, dass es keine Lösung sein könne, die Kurse auf Dauer unbegrenzt zu finanzieren, da sie pro Teilnehmer mehrere Tausend Euro kosteten.

Laut Ministerium beläuft sich ein allgemeiner Integrationskurs auf rund 3.000 Euro pro Teilnehmer. Teurer sind die Kurse für Analphabeten, da dort mehr Aufwand betrieben werden muss. Hier fallen den Angaben zufolge rund 8.000 Euro pro Teilnehmer an. Die normalen Kurse umfassen 600 Deutsch-Stunden und 100 Stunden Orientierung – unter anderem zur deutschen Rechtsordnung sowie zu Werten wie Toleranz und Gleichberechtigung.

Anders als bisher sollen Ausländer ohne gesetzlichen Anspruch künftig nicht mehr zur kostenfreien Teilnahme an den Kursen zugelassen werden, wenn dort freie Plätze vorhanden sind. Das betrifft unter anderem Asylbewerber, deren Verfahren noch nicht abgeschlossen ist. Ihr Anteil an den Kursteilnehmern liegt derzeit laut Bundesinnenministerium bei rund 19 Prozent. Auch für EU-Bürger, auf die aktuell rund neun Prozent der Plätze in den Kursen entfallen, soll es keine Gratis-Teilnahme mehr geben.

Protest aus den Ländern

Kritisiert wird der angekündigte Sparkurs des Bundesinnenministeriums vor allem aus den Ländern. Hamburgs Bildungssenatorin Ksenija Bekeris (SPD) bezeichnete den Zulassungsstopp als «politisch, menschlich und wirtschaftlich nicht nachvollziehbar». Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) schrieb zusammen mit seiner Stellvertreterin Julia Willie Hamburg (Grüne) an Dobrindt. In dem gemeinsamen Brief hieß es, die damit ausgesendeten Signale seien «integrationspolitisch katastrophal». Mit den Kürzungen würden potenzielle Arbeitskräfte «vom Bund zum Abwarten und Nichtstun verdammt, um ihnen dann später mangelnde Integration vorzuwerfen».

Zur Teilnahme an einem Integrationskurs verpflichtet werden können unter anderem Schutzsuchende, deren Asylantrag positiv beschieden wurde, sowie Ausländer, die vom Jobcenter betreut werden. News4teachers / mit Material der dpa

Bildungsminister rechnet damit, dass ukrainische Familien in Deutschland bleiben

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26 COMMENTS

  1. Die Interessen der Bundesländer werden durch den Bundesrat vertreten.

    Was der an der Neuregelung kritisiert, ließe sich bei Interesse in der Stellungnahme in Drucksache 21/4086 nachlesen.

        • Und inwieweit halten Sie es für wichtig?
          Weicht es nennenswert von den Stellungnahmen im Artikel ab oder was soll Ihr Beitrag zum Artikel genau bringen?

          • „Weicht es nennenswert von den Stellungnahmen im Artikel ab „

            Wenn Sie das wirklich interessiert empfehle ich Ihnen die Drucksache 21/4086 einfach mal zu lesen.

          • Ich nehme Ihnen nicht ab, dass da etwas drinsteht, was vom Artikel abweicht.
            DA Sie aber weiterhin auch nicht Ihre Meinung zum Artikel schreiben wollen/ können, warum sollte ich also eine Stellungnahme, wo das Gleiche wie im Artikel drinsteht?

          • Sie müssen die Drucksache natürlich nicht lesen, wenn Sie Angst haben es könnte vielleicht doch etwas drinstehen was Ihnen nicht gefällt.

          • Warum fragen Sie mich?

            Ob da tatsächlich so etwas drinsteht oder nicht, könnten Sie doch auch ganz einfach selber herausfinden.

    • Bei einer Abbrecherquote von ca. 12,5% könnte man aber auch argumentieren, dass 87,5% der Teilnehmer*innen die Kurse durchgezogen haben.

      • …. und meine Erfahrungen mit den D-Sprachkursen für Flüchtlinge/Migranten:
        würde man durchschnittlichen D-Muttersprachlern diese Prüfungsaufgaben anbieten – würden auch sehr viele diese nicht bestehen. Da werden Dinge verlangt, wo ich als akademisch gebildeter Muttersprachler auch erst mal überlegen und mir die Aufgaben/Texte mehrmals durchlesen oder anhören muss! Und ich meine die „einfachen“ Sprachkurse B1, B2, also nicht mal die für Anerkennung eines akademischen Abschlusses!
        Ich kann verstehen, dass einige vorher aufgeben und ich bewundere „meine“ Nachhilfeschüler (Ukraine, Afghanistan), dass sie trotzdem weiterkämpfen.

  2. Was lässt Herrn Dobrindt phantasieren, 300 000 Flüchtlinge würden bald wieder in die Ukraine zurückkehren?

    Will die CDU endlich Taurus-Marschflugkörper liefern?
    Sofern diese Menschen doch nicht unmittelbar vor der Abreise stehen, könnten die ja doch vielleicht ein wenig Deutsch lernen und bspw. arbeiten – war die Wirtschaft letzte Woche nicht mal ein Thema? Ist wohl echt schwierig mit dem Populismus…

    • Vermutlich andere Gründe als die, die bestimmte Leute phantasieren lassen , dass angeblich nur weniger als 0,1% der Geflüchteten von den Kürzungen betroffen sein sollen.

      • Ich folge da den Aussagen Dobrindts, meinen Sie, der lügt und es geht um Menschen, die sich für längere Zeit in Deutschland aufhalten werden?

        • Welchen Politikern Sie folgen wollen ist Ihre Sache.

          Versuchen Sie einfach mal Ihre Behauptung zu belegen, dass es weniger als 0,1% der Geflüchteten betreffen würde.

          • Tat ich bereits, Sie kommentierten – meinungslos wie immer dazu – und ich konkretisierte, dass es noch weniger wären 😉

            MEINEN Sie, es wären MEHR Menschen ausreisepflichtig, ohne geduldet zu werden?

          • „MEINEN Sie, es wären MEHR Menschen ausreisepflichtig, ohne geduldet zu werden?“

            Warum sind Sie so heiß auf meine Meinung? Dazu gibt es doch nachprüfbare Fakten.

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