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Immer mehr Kinder mit Sprachdefiziten (und anderen Auffälligkeiten) vor der Einschulung – vor allem Jungen betroffen

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BERLIN. Immer mehr Kinder kommen mit sprachlichen Defiziten in die Schule. Gesundheitsämter berichten zudem von wachsenden Problemen bei Konzentration, Motorik und Verhalten. Die Ergebnisse der Schuleingangsuntersuchungen verschlechtern sich seit Jahren – bundesweit. Darüber hinaus zeigt sich ein auffälliges Muster: Jungen sind deutlich häufiger betroffen als Mädchen.

Startschwierigkeiten (Symbolbild.) Illustration: News4teachers

In Niedersachsen hat inzwischen jedes vierte Kind Probleme mit der Sprache. Das geht aus Daten der Schuleingangsuntersuchungen hervor, über die der NDR berichtet. Grundlage ist eine Antwort der Landesregierung auf eine parlamentarische Anfrage. Demnach hatten 2023 knapp 25 Prozent der Kinder Schwierigkeiten bei der Sprachentwicklung. In einzelnen Regionen fallen die Werte noch deutlich höher aus: In Salzgitter betrifft dies fast die Hälfte eines Jahrgangs, in Hannover etwa ein Drittel. Die Entwicklung zeigt seit Jahren nach oben.

Auch in den praktischen Untersuchungen vor Ort bestätigt sich dieser Trend. „Ein hervorstechendes Ergebnis ist, dass ein hoher Anteil von Kindern Auffälligkeiten in der Sprache zeigt. Und dieser Anteil nimmt leider auch zu“, sagt die im Landkreis Uelzen zuständige Kinderärztin Dr. med. Sigrid Kaczmarek im NDR. „Das betrifft unter anderem Aussprachestörungen, zum Teil können längere Sätze nicht gebildet werden oder das Kind hat Schwierigkeiten, sich grammatikalisch richtig auszudrücken. Viele dieser Kinder sind vor der Einschulung bereits in Sprachtherapie.“

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„Wir haben einen zunehmenden Anteil von Kindern mit auffälligem Verhalten. Dazu zählen Konzentrationsprobleme und Unruhe“

Die Ursachen seien vielfältig. „Die Pandemie hat da eine Rolle gespielt und auch die veränderte Mediennutzung. Auch das soziale und familiäre Umfeld ist bei der Sprachentwicklung wichtig: vorlesen, miteinander reden. Aber auch chronische Erkrankungen können zu Sprachdefiziten führen.“ Besonders häufig betroffen sind Kinder aus bildungsfernen Familien sowie Kinder mit Migrationshintergrund. Dort zeigen sich überdurchschnittlich oft Probleme beim Sprechen, beim Satzbau oder beim Sprachverständnis.

Doch nicht nur im Bereich Sprache gibt es Probleme. „Wir haben einen zunehmenden Anteil von Kindern mit auffälligem Verhalten. Dazu zählen Konzentrationsprobleme und Unruhe. Und Schwierigkeiten im sozialen Miteinander führen dann auch häufig zu Problemen in der Schule. Durch Studien eindeutig belegt ist der Zusammenhang zwischen Verhaltensauffälligkeiten und übermäßigem Medienkonsum. Kinder, die mehr als zwei Stunden täglich digitale Medien nutzen, haben daher ein besonders hohes Risiko“, sagt die Ärztin.

Diese Entwicklungen sind kein regionales Phänomen. Auch außerhalb Niedersachsens berichten Gesundheitsämter von einer Verschlechterung der Ergebnisse. Laut SWR beobachtet beispielsweise das Gesundheitsamt Trier seit Jahren, dass Kinder bei den Schuleingangsuntersuchungen „immer schlechter abschneiden“.

Die Leiterin der Behörde, Sabine Becker, beschreibt einen breiten Rückgang grundlegender Kompetenzen. „Wir sehen schon einen Trend“, sagt sie. „Wir sehen bei vielen Kindern Konzentrationsstörungen. Eine Untersuchung dauert 20 Minuten. Die Kinder haben da Schwierigkeiten, ruhig auf dem Stuhl sitzen zu bleiben.“ Zugleich betreffe die Entwicklung mehrere Bereiche gleichzeitig: „Es gibt aber auch Schwierigkeiten bei der Stifthaltung und den Sprachkenntnissen. Das hat sich alles in den letzten Jahren zum Negativen verändert.“

Becker macht deutlich, dass sich die Ursachen nicht auf einen einzelnen Faktor reduzieren lassen. „Es gibt eine Vielzahl von Ursachen“, erklärt sie. Neben fehlenden Sprachkenntnissen nennt sie vor allem Veränderungen im Alltag von Kindern: „In den Elternhäusern [werden] teilweise keine Gesellschaftsspiele mehr gespielt oder […] nicht mehr vorgelesen. Auch die Medien werden zu viel genutzt.“ Gleichzeitig fehle es zunehmend an freiem Spiel und sozialen Erfahrungen: „Die Kinder haben oft einen vollen Terminkalender, dass die nicht mehr spontan miteinander spielen können und dabei ihre Gruppenkompetenzen erfahren und begreifen können.“

Auch die Tests selbst stoßen unter diesen Bedingungen an Grenzen. „Es ist schwierig, ein Kind zu untersuchen, das kein Wort Deutsch spricht“, sagt Becker. „Dann versteht es die Anweisungen und Anleitungen meistens nicht und es ist sehr schwierig, die Fähigkeiten und Kenntnisse der Kinder einzuordnen.“

Bemerkenswert ist dabei, dass einige dieser Entwicklungen laut Becker unabhängig vom sozialen Hintergrund auftreten. Probleme bei Konzentration, Motorik und Sprache beträfen Kinder aus unterschiedlichen Milieus. Das deutet auf strukturelle Veränderungen im Aufwachsen hin, die über klassische Risikofaktoren hinausgehen.

Eine weitere Dimension rückt erst allmählich in den Fokus: Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen. Eine Auswertung von Schuleingangsuntersuchungen in zwölf Bundesländern durch das Medium Correctiv zeigt, dass Jungen deutlich häufiger von Sprachproblemen betroffen sind als Mädchen. Im Durchschnitt liegt der Unterschied bei knapp sechs Prozentpunkten. In einzelnen Regionen ist die Differenz deutlich größer. So wurde etwa in Thüringen bei rund 30 Prozent der Jungen ein Sprachförderbedarf festgestellt, gegenüber rund 19,5 Prozent der Mädchen.

Warum diese Unterschiede bestehen, ist bislang nicht abschließend geklärt. „Das muss sich ändern“, fordert der Kindheitspädagoge Prof. Tim Rohrmann laut Correctiv mit Blick auf die Studienlage. Nur wenn die Ursachen verstanden würden, könne auch eine passgenaue Förderung entwickelt werden. Als mögliche Erklärungen werden unterschiedliche Interessen und Verhaltensweisen von Jungen und Mädchen diskutiert, die bereits im Kita-Alltag sichtbar werden. Kinder, die häufiger im engen Kontakt mit pädagogischen Fachkräften stehen, erhalten mehr sprachliche Anregung. Gleichzeitig könnte es verstärkende Effekte geben, wenn Fachkräfte eher mit Kindern sprechen, bei denen Kommunikation leichter fällt.

„Selbst vermeintlich einfache motorische Fähigkeiten wie den Stift halten oder die Schere richtig benutzen, müssen heute in der Schule gelernt werden“

Auch gesellschaftliche Rollenbilder spielen möglicherweise eine Rolle. Das Bundesbildungsministerium verweist dem Bericht zufolge darauf, dass Väter sich seltener am Vorlesen beteiligen. Dadurch fehlten Jungen männliche Vorbilder im Umgang mit Sprache und Lesen.

Die Folgen dieser frühen Unterschiede zeigen sich später im Bildungssystem. Studien belegen, dass Mädchen in der Grundschule beim Lesen im Durchschnitt besser abschneiden als Jungen. Die aktuellen Daten legen nahe, dass diese Unterschiede bereits vor der Einschulung angelegt sind.

Welche Auswirkungen die zunehmenden Defizite konkret im Schulalltag haben, berichten Lehrkräfte aus der Praxis. Laut NDR-Bericht schildert die Grundschullehrerin Kirsten Steffen aus Großhansdorf in Schleswig-Holstein, dass sich die Voraussetzungen der Kinder deutlich verändert haben. „Heute muss ich viel öfter Bewegungspausen in den Unterricht einbauen“, sagt sie. Zudem sei sie „häufiger damit beschäftigt, Streitigkeiten zwischen Kindern zu klären“. Grundlegendes sei nicht mehr selbstverständlich vorhanden: „Selbst vermeintlich einfache motorische Fähigkeiten wie den Stift halten oder die Schere richtig benutzen, müssen heute in der Schule gelernt werden.“

Diese Entwicklungen binden Zeit, die eigentlich für das Lernen vorgesehen ist, so Kirsten Steffen: „Zeit fürs Lesen, Rechnen oder Schreiben geht dadurch verloren.“ News4teachers

Hier geht es zu allen Beiträgen des News4teachers-Themenmonats “Frühe Bildung”. 

Briefe von der Grundschule: Wie Kindern die Einschulung erleichtert wird (Praxistipp)

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Susanne M.
8 Tage zuvor

Das sind genau die Felder für eine Vorschule, die schon der Grundschule angeschlossen ist. Die Kooperation war unbezahlbar, die Kinder nach einem Jahr Vorschule oft wie verwandelt. Ich werde nie verstehen, weshalb man sie abgeschafft hat.

Fräulein Rottenmeier
8 Tage zuvor
Antwortet  Susanne M.

Vorschulen kosten eben …..Geld……nicht nur Personal in Form einer SoFa, sondern auch Räumlichkeiten, Ausstattung, etc. Da ist doch der Stuhl dazu für ein drittes Jahr Schuleingangsphase viel günstiger…….

Und nein, ich werde es auch nie verstehen, wie man so ein wirklich sinnvolles Instrument einstampfen konnte……Ich schaue oft neidisch nach Niedersachsen…..

Palim
8 Tage zuvor

Was soll es denn in Niedersachsen geben, das Sie neidisch werden lässt?

  • Vorschulen wurden irgendwann um 2000 abgeschafft,
  • Sprachförderung vor der Einschulung wurde eingespart und soll jetzt im KiGa erfolgen, Ausnahmen gibt es nur, wenn Kinder nicht in einem KiGa angemeldet sind (zuvor war es Schulpflicht, zur Sprachförderung zu erscheinen)
  • Es gibt vereinzelte Zurückstellungen in Schulkindergärten (Schulpflicht, aber nicht schulfähig, bei sehr viel großzügigeren Kriterien zur Einschulung, als früher), vielerorts sind SKG eingestellt (wenn Eingangsstufe besteht)
  • Anerkennung sonderpädagogischer Unterstützungsbedarfe nur mit extremen Hürden vor der Einschulung oder in den ersten 2-3 Schuljahren, klassenexterne Förderung beschränkt sich dann auf die sog. Grundversorgung (max. 2 Stunden pro Klasse pro Woche).
Fräulein Rottenmeier
7 Tage zuvor
Antwortet  Palim

Aber gibt dort doch „Schulkindergärten“? Wir haben von dort ein Kind bekommen und es hat sich dort super entwickelt…..und als ich einen Umzug einer Familie nach Hannover begleitet habe, habe ich ein Kind der Familie in den hiesigen Schulkindergarten mit vermittelt…..

ed840
7 Tage zuvor

Dafür ist es in NRW gerechter verteilt , weil der Abstand der Jungs auf die Mädchen nur 2,52% Pkte beträgt.

Palim
6 Tage zuvor

Der SKG ist ja nicht für alle.
Er wird von Soz-Päds oder Lehrkräften geführt.
Die SL kann einzelne Kinder mit sehr vielen Auffälligkeiten zurückstellen,
wenn die Untersuchungsergebnisse entsprechend ausfallen,
wenn es nicht allein auf Grund von sprachlichen Defiziten geschieht,
wenn es örtlich noch einen SKG gibt – und keine Eingangsstufe,
Eltern können Widerspruch einlegen.

Bei uns kommt manchmal eine Klasse zusammen (ich glaube 14-20 SuS), aus mehreren Schulen mit insgesamt etwa 10-12 Klassen.
Sind es nicht genug Schüler:innen für eine Klasse, werden alle regulär eingeschult.

Fräulein Rottenmeier
6 Tage zuvor
Antwortet  Palim

„Der SKG ist ja nicht für alle.
Er wird von Soz-Päds oder Lehrkräften geführt.
Die SL kann einzelne Kinder mit sehr vielen Auffälligkeiten zurückstellen,
wenn die Untersuchungsergebnisse entsprechend ausfallen“

Ja, das würde ja vollkommen hinreichend sein. Es muss ja nicht für alle Kinder ein SKG Platz vorgehalten werden, sondern nur für Kinder, denen es an den wichtigen Vorläuferfähigkeiten mangelt. Und da kommen bestimmt je nach Quartier so einige zusammen….(wenn ich so auf meine Schuldatenblatt 😉 schaue, hätten wir eine Rücktrittsquote zwischen 10 und 15 % und entsprächen etwa 5 bis 8 Kinder) Bei zwei oder max 3 Schulen kämen da also eine Klassenstärke zusammen….

Bla
7 Tage zuvor

Aufbewahrung und Betreuung ist halt günstiger.
Und die Eltern können trotzdem arbeiten.
Politisches Ziel [AG/Staat] ist doch erreicht?

Fräulein Rottenmeier
7 Tage zuvor
Antwortet  Bla

Ein Schulkindergarten wäre ja direkt an der Schule angeschlossen inkl. OGS…..Betreuung wäre also gesichert…..

Palim
6 Tage zuvor

Der SKG ist an EINER Schule angeschlossen, die Kinder werden per Taxi eingesammelt und dorthin gefahren.

Die Unterrichtsstunden entsprechen nicht dem Tag eines Erstklässlers, die verbleibenden Stunden werden die Kinder zurückgebracht ODER sie gehen dann zusätzlich in eine 1. Klasse (on top).

Das, was Sie sich vorstellen, wäre eine Vorschule, die täglich 4-5 Stunden abdeckt und im Anschluss den regulären Ganztag ermöglicht.
Kann man sich wünschen, gerade an Schulen wie Ihre, es muss dann aber auch entsprechend ausgestattet werden, sonst wird einmal mehr erwartet, dass man bestehenden Mitteln zusätzlich leistet.
Das ist dann wie “Eingangsstufe” … da gibt es auch Glorifizierungen, dass man da immer doppelt gesteckt ist und die Kinder besonders individuell begleiten kann.

Fräulein Rottenmeier
2 Tage zuvor
Antwortet  Palim

Also ich habe ja während meiner Ausbildung und auch noch kurz danach SKGs in NRW kennengelernt und die dortigen Kinder hatten 20 U-Stunden in der Woche. Erstklässler haben in NRW auch 20-22 Stunden….
Darüber hinaus gab es auch nur Schwerpunktschulen, die ein SKG hatten….allerdings wohnortnah….daher kein Schülerspezialverkehr….
OGS gab es damals noch nicht, aber das scheint mir eher ein nachrangiges Problem zu sein, was man bestimmt lösen könnte…

blau
7 Tage zuvor

3 Jahre Schuleingangsphase sind wirklich keine Lösung. Kinder, die überfordert sind, sitzen dann noch ein ganzes Schuljahr da und fühlen sich vollkommen unnormal, weil sie mit den anderen Erstklässlern nicht mitkommen. Erst wenn die neuen Erstklässler kommen, können sie wieder von vorne starten. Bis dahin ist Ohr Selbstwertgefühl im Eimer. Vorschule 1000x besser.

Fräulein Rottenmeier
7 Tage zuvor
Antwortet  blau

Sie wissen das, ich weiß das und alle LK der Grundschule wissen das auch…..interessiert nur niemanden….und es wäre so einfach dahin zurückzukehren. Nicht jede Schule bräuchte einen Schulkindergarten, daher schaut man nach Schulen, die Räumlichkeiten haben, diese stattet man entsprechend aus….fertig ist die Kiste……und kassiert das dritte Jahr der Schuleingangsphase wieder ein…..

Lera
8 Tage zuvor

Naja, noch lange kein Grund, den Kindern die Handys wegzunehmen.

Die müssen doch kompetent werden in den Future skills und Medien und so.

Läuft hervorragend!

unverzagte
8 Tage zuvor
Antwortet  Lera

In hiesiger Großstadt lässt sich laufend beobachten, wie erwachsene Bezugspersonen intensiv mit ihren handys beschäftigt sind, während vor ihnen ein kleiner Mensch diese Zuwendung sicher auch gern hätte. Wen wundert es , dass dies zu Lasten der Persönlichkeitsentwicklung führt ?

Weiter liegt es doch in der Natur der Jungen, dass sie bis zur Pubertät in Ihrer Entwicklung den Mädchen hinterher hinken, nix Neues.

Lera
7 Tage zuvor
Antwortet  unverzagte

SIX säääwäään…

Und ich dachte schon, wir hätten ein Problem.

Dass die Eltern oft ebenso abhängig sind, stimmt.

Denen kann man leider wegen ihrer formal bestehenden Mündigkeit das Heroin nicht wegnehmen.

Ich bin auch gar nicht dagegen, die Heroinverkäufer zu reglementieren.

Aber das passiert realistisch gesehen wohl nicht ganz so bald, da wird ja schon auf EU-Recht verwiesen.

Bleibt also als eine erste Maßnahme: Schreibt ins Gesetz, dass es illegal ist, Kindern Heroin zu geben.

Die Junkies tun es trotzdem weiter, das ist klar. Aber es macht schon einen Unterschied, ob man sagt: „Das ist laut Studie XY schädlich“ ODER „Das ist illegal. Sie verstoßen gegen ein Gesetz.“

Corinna Gonest- Miss 71%
7 Tage zuvor
Antwortet  unverzagte

In hiesigen Dörfern ist es nicht anders.

laromir
6 Tage zuvor
Antwortet  unverzagte

Kleine Menschen, die Zuwendung wollen, sind krass anstrengend. Das hat einem ja niemand vorher gesagt. Und ja, man erntet teils schräge Blicke, wenn man sagt, mein Kind bekommt vor 14 kein Smartphone und eine eigenes Tablet hat es auch nicht.

laromir
6 Tage zuvor
Antwortet  Lera

Merkt man eben erst jetzt, dass der billige Kinderparkplatz nicht so kostengünstig ist, wie erwartet.
Wahrscheinlich werden mangelnde Sprachkompetenz und Grobmotorik einfach als Future skills deklariert. Problem gelöst. Grunzen reicht.

ed840
8 Tage zuvor

In Niedersachsen hat inzwischen jedes vierte Kind Probleme mit der Sprache

Dann scheint die Reform von 2018 noch keine positive Ergebnisse zu zeitigen:

Leon
4 Tage zuvor
Antwortet  ed840

Welche Reform der letzten Jahre zeigt überhaupt noch positive Ergebnisse? Anscheinend sind Reformen allein dazu da, Erfolglosigkeit zu produzieren, um weiter reformieren zu können. „Ist dies schon Wahnsinn, so hat es doch Methode.“ (Shakespeare)

Rainer Zufall
3 Tage zuvor
Antwortet  Leon

Shakespeare kannte ja auch keine Sprachkitas 😉

potschemutschka
2 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Aber Shakespeare wusste:
“Es gibt mehr Ding´ im Himmel und auf Erden, als Eure Schulweisheit sich träumt!”
🙂

Gelbe Tulpe
8 Tage zuvor

Das richtige Halten von Stiften und der Gebrauch der Schere lernte ich auch erst in der Grundschule, und ich bin heute Akademikerin. Much ado about nothing.

Fräulein Rottenmeier
7 Tage zuvor
Antwortet  Gelbe Tulpe

Echt? Waren Sie nie im Kindergarten oder haben zuhause gemalt und gebastelt?

Lera
7 Tage zuvor
Antwortet  Gelbe Tulpe

Genau, die 3584223894338 Grundschullehrer, die sich darüber beklagen, sind alle Vollidioten, denn die gelbe Tulpe konnte vor der Schule keinen Stift halten.

Überzeugend.

# mir hat’s doch auch nicht geschadet

klm
7 Tage zuvor
Antwortet  Gelbe Tulpe

Also ist es egal, ob Kinder vor der Schule immer weniger Basiswissen und -können lernen?

Der Leser
7 Tage zuvor
Antwortet  Gelbe Tulpe

Und was heißt das, dass Sie Akademikerin sind?

Teacher Andi
7 Tage zuvor
Antwortet  Gelbe Tulpe

Sie haben den Artikel nicht so richtig gelesen, oder? Und ihr Einzelfall, wie immer er auch gelagert sein mag, hat sicher keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit.

Teacher Andi
7 Tage zuvor
Antwortet  Teacher Andi

“Ihr” wollte ich groß schreiben, sorry.

potschemutschka
7 Tage zuvor
Antwortet  Gelbe Tulpe

Es gibt ja viele verschiedene Formen von Intelligenz und diese sind auch oft verschieden “stark” ausgeprägt bei einzelnen Menschen. Ich kenne z. B. ein paar Akademiker, die in ihrem Job Top-Arbeit leisten, aber mit den Händen völlig ungeschickt sind (2 linke Hände mit je 5 Daumen dran). Andererseits kenne ich ein paar Menschen ohne Abitur mit “goldenen Händen”, die für jedes praktische Problem eine Lösung finden.
https://hochix.com/20-intelligenzformen-hochbegabung-vielbegabung-und-hochsensibilitaet/
Motorische Entwicklung • Altersstufen und Beispiele · [mit Video]
Ziel von Bildung (vorschulisch und schulisch, sowie eigentlich ein Leben lang) sollte es aber sein, jedem Menschen die Bedingungen zu schaffen, sich auf allen Gebieten bestmöglich zu entwickeln. Und das beginnt schon sehr früh vor der Einschulung. Man nennt das in der Entwicklungspsychologie auch manchmal “Zeitfenster”. Um beim Beispiel Stift und Schere zu bleiben – die beste Zeit dafür ist eben schon im Vorschulalter.

ed840
7 Tage zuvor
Antwortet  potschemutschka

jedem Menschen die Bedingungen zu schaffen, sich auf allen Gebieten bestmöglich zu entwickeln.”

Das scheint in DE allerdings bei Mädchen deutlich besser zu klappen als bei Jungs.

potschemutschka
7 Tage zuvor
Antwortet  ed840

Ist @Gelbe Tulpe ein Junge oder ein Mädchen?

Unverzagte
6 Tage zuvor
Antwortet  potschemutschka

Es ist ein Mensch.

potschemutschka
2 Tage zuvor
Antwortet  Unverzagte

Neurotypisch oder neurodivergent? 🙂

potschemutschka
7 Tage zuvor
Antwortet  ed840

Dann wird es Zeit, auch für die Jungs bestmögliche Bedingungen zu schaffen. Nur, wie sähen die aus?
Und warum sind diese “Geschlechtsunterschiede” in den schulischen Leistungen nicht bei allen Jungs und Mädchen vorhanden?

ed840
6 Tage zuvor
Antwortet  potschemutschka

Und warum sind diese “Geschlechtsunterschiede” in den schulischen Leistungen nicht bei allen Jungs und Mädchen vorhanden?

Ich bin kein Experte, und kann Ihnen die Frage deshalb nicht schlüssig beantworten.

Wenn ich mutmaßen sollte, dann würde ich tippen, dass das Geschlecht nicht allein ursächlich für schulische Leistungen sein könnte.

potschemutschka
6 Tage zuvor
Antwortet  ed840

Das mutmaße ich auch!

ed840
6 Tage zuvor
Antwortet  potschemutschka

Da Sie vermutlich vom Fach sind, bestärkt es mich, dass ich damit richtig liegen könnte.

potschemutschka
6 Tage zuvor
Antwortet  potschemutschka

Männer und Frauen unterscheiden sich (zum Glück), aber so stark wohl nun auch wieder nicht, wie oft betont (von Männern und auch Frauen).
https://www.geo.de/wissen/forschung-und-technik/geschlechterforschung-wie-sich-frau-und-mann-unterscheiden-verblueffende-30179942.html
Ich persönlich fände es ziemlich langweilig, wenn Frauen und Männer vollkommen gleich wären.

Rainer Zufall
5 Tage zuvor
Antwortet  ed840

Sie persönlich mutmaßen das?
Sie sind sich nicht sicher?

ed840
6 Tage zuvor
Antwortet  potschemutschka

Jungs bestmögliche Bedingungen zu schaffen. Nur, wie sähen die aus?

Da kann ich als pädagogischer Laie nur darauf verweisen, was Leute schreiben, die vermutlich mehr Ahnung haben als ich:

hier heißt es z,B. weniger selbstorganisierte Unterrichtsformen , sondern mehr klare Strukturen, Bewegung und direkte Ansprache.

https://www.news4teachers.de/2025/10/warum-jungen-im-schnitt-schlechter-durch-kita-und-schule-kommen-und-dann-anfaellig-fuer-autoritarismus-werden/

Oder weniger Stereotype etc.

https://www.forschung-und-lehre.de/forschung/geschlechter-klischees-entmutigen-jungs-beim-lesen-2563

oder mehr spielerische Elemente

https://www.libraryjournal.com/story/boys-left-behind-editorial

Bla
3 Tage zuvor
Antwortet  potschemutschka

Weil Menschen durchaus unterschiedlich sind?

Der Faktor “Geschlecht” ist ja nur eines von vielen Merkmalen von “Schulerfolg/Leistung”.
Dazu kommen mitunter, Familiäre Faktoren und Biologische und Neurologische.

Beispielsweise: Armut
Beispielsweise: Neurodivergenz
Beispielsweise: Familiäre Erziehung und Förderung
Beispielsweise: Örtlichkeit [Schule, Lehrpersonen, Kommune – Investment]
Beispielsweise: Sprengelschule – Privatschule
Beispielsweise: Intrinsische Motivation (vs. extrinsische Motivation) [oder beides als “Überlappung” oft]

Selbstverständlich kann man Schulerfolg nicht nur am Geschlecht erklären.

Aber “die Schule” [System] ist im Schnitt eben:
– Neurotypisch geprägt
– Weiblich geprägt [sowohl als Fachkräfte, als auch systematisch]
– Extrinsisch [Noten, Leistung, “Druck”, Zeitfaktor, Lehrplan, …]

Dazu eben Standortfaktoren wie “wie reich ist die Kommune”.

Dazu kommt eben noch die “privaten Faktoren”
– Nachhilfe leistbar?
– Privatschule leistbar? [Bspw. bei Prüfungsangst]
– Zeit, Wissen und Geld für familiäre Bildung?

Dazu müsste man ebenfalls erheben, ob “Jungs” bei männlichen Lehrkräften potentiell besser abschneiden oder nicht. Usw. usf.

Aber klar könnte man Sachen machen … Rein hypothetisch theoretisch… Damit man generell Schule besser gestaltet.
Dazu gehören eben auch Fachbereichsräume und Förderräume. Beispielsweise für ADHS einen Ort, wo man sich kurz mal auspowern kann.
Aber … Ist ja alles zu teuer und so.
Oder Ruheorte für A-S-S.
Für AuDHD eben beides. Je nach Empfinden.

“Und das beginnt schon sehr früh vor der Einschulung. Man nennt das in der Entwicklungspsychologie auch manchmal “Zeitfenster”. Um beim Beispiel Stift und Schere zu bleiben – die beste Zeit dafür ist eben schon im Vorschulalter.”

Bei Montessori würde man das in “Entwicklungsstufen” und “sensitiven/sensiblen Phasen” einstufen.
Hier wäre beispielsweise das Lesen und Schriftverkehr schon ab ca. 4 Jahren als Phase sinnvoll. Hier begeistern sich recht viele Kinder für Sprache. Kann man dann mitunter auch “spielerisch” geprägt dem Kind beibringen.
Und natürlich kann – falls das Wissen vorhanden – das auch das Elternhaus stützen.

Also … Wie “gerecht” will man Schule sich vorstellen, ohne die Rahmen tatsächlich nicht nur zu überlegen, sondern auch zu schaffen?
Und wie stellt man sich das bitte vor, wenn “wir” (systemisch) schon bei absoluten No-Brainer als “Standard” scheitern?
Sei es Räumlichkeit, Materialien, Personal, Deputat/Zeit, Klassenteiler.
Oder sei es “Unterricht ab 9 Uhr”.
Man muss knallhart sagen: Betreuung hat aktuell die höhere (politische) Priorität.

potschemutschka
2 Tage zuvor
Antwortet  Bla

Gibt es überhaupt Menschen, die in allen Bereichen neurotypisch/”normal” sind? Wer genau legt fest, was in der jeweiligen Zeit/ Gesellschaft der “Norm” entspricht? Irgendwo las ich mal: “Ein gesunder Mensch ist nur noch nicht ausreichend untersucht/ getestet worden.” – Trifft das auch auf die Schüler zu? Werden irgendwann alle Kinder von Geburt an auf alles mögliche getestet und jede kleine Abweichung wird als “behandlungsbedürftig” eingestuft? Irgendwann werden normierte Kinder in der Retorte produziert, um der “Norm” zu entsprechen? Oder wird irgendwann jeder mit einem Etikett herumlaufen: “Seht her, ich bin anders!”
Wo wollen wir hin?

Bla
1 Tag zuvor
Antwortet  potschemutschka

“Gibt es überhaupt Menschen, die in allen Bereichen neurotypisch/”normal” sind?”

Stellen Sie sich das als “Mischpult vor”. Manche haben den Regler “unter der ‘Norm'” und manche drüber. Je nach Reglerverteilung sind Sie/generell Menschen eben in einem bestimmten “Bereich”/”Spektrum”. Also “ganz gleich” ist hier gar nicht die eigentliche Frage/Antwort. Sondern, wie weit “weicht man ab” und in welchem Bereichen ist “man” unterwegs.
Beispielsweise gibt es Menschen mit totaler Aphantasie. Deren Regler ist in dem Bereich sehr weit oben. Hier wären sie definitiv “neurodivergent”.
Ich habe bspw. funktionale Aphantasie. Bei mir ist der Regler “weiter unten” – aber er ist definitiv da. Daher bin ich ebenfalls neurodivergent, aber das “Spektrum” ist ein anderes.
Ist ja bei A-S-S auch so. Früher (leider häufig heute auch noch) scherte man alle Autisten über einen Kamm. Asperger. Ruhig. Wenig soziale Kontakte. “Irgendwie komisch”. Je nach “Zeitgeist” dazu “unterschätzt” (da eben ruhig und oft weniger “Beteiligung an Wissen als Output).
Bei Autismus sprechen wir [im Fachbereich] definitiv von einem Spektrum.
Warum denken “Sie”, dass das “anderswo” nicht so wäre? [Retorische Frage … Ich denke, dass Sie so nicht denken]
Schaut man bei Mutismus … Totaler Mutismus ist anders einzuordnen als (s)elektiver Mutismus. Beides ist aber Mutismus. Und ebenfalls die Art und Weise [“Prägung”] des elektiven Mutismus sind anders.
Es spielen eben auch “andere Regler” [v. A. auch Komorbiditäten] eine Rolle.
A-S-S -> Asperger
ADHS -> “die Hibbeligen”
AuDHD -> Oft weniger “bekannt” und “erkannt” – warum? Weil hier beide Regler sich maskieren. Also der A-S-S Anteil will evtl. “Gerne Struktur und Ruhe” und der ADHS Anteil will “Aktion”. So. Das “rauszufinden” ist natürlich massiv schwieriger als “Starker Regler bei A-S-S bei Asperger Spektrum und sehr schwacher Reglner bei ADHS”.
Gerade bei AuDHD im Erwachsenenalter kommt noch das massive functional Masking oft dazu. Sonst wäre es ja erkannt worden. Dazu die Copings, welche man evtl. hat(te), aber damals als “leichte Ticks” abstempelte. Das sind oft erlernte Mechaniken, welche man dann ggf. ablegt(e).
Bei “1-2 Copings” … Okay. Bei 15? Ergibt sich ein Bild/Muster.

“Wer genau legt fest, was in der jeweiligen Zeit/ Gesellschaft der “Norm” entspricht?”

Nehmer wir mal einen Transfer:
Wer genau legt zu welcher Zeit fest, was gesund ist?
Naja, Wissenschaft – Medizin usw.
-> Zigaretten heute – früher …
Wer genau legt zu welcher Zeit fest, was historisch “richtig” ist?
Naja, Wissenschaft – Geologie, Historiker
-> Vergleiche Sicht auf Bismarck, Sicht auf Kolumbus, Funde zur Archaik

Man muss in der Wissenschaft eben davon ausgehen, dass man nicht alles weiß. Ebenfalls, dass wissenschaftliche “Fakten” zum Teil auf aktuellen Kenntnissen bestehen. Diese können sich jedoch oftmals ändern.
Beispielsweise die Ansicht zu Dinosaurier. Hat sich die letzten Jahre stark geändert durchaus.
Man geht stark davon aus, dass wir hier noch weiter “neue Erkenntnisse” bekommen (die Jahre v. A.).

Und so ist es hier eben auch … Man hat eine Zahl an “Neurotypischen” und eine an “Neurodiversen”. Dazu kommt eben eine (geschätzte) Dunkelziffer. Diese nimmt man wie in anderen Bereichen aus “Schätzung durch Erfahrungswerten usw.”.
Das ist es, womit “wir” aktuell eben arbeiten müssen. Wie auch sonst?
Daher gibt es beispielsweise Zahlen von “5% Neurodiverse” [je nachdem, was man hier auch definiert usw.] – aber mit (starkem) Potential nach oben als Dunkelziffer [die/bei high functional Masking].

“Irgendwo las ich mal: “Ein gesunder Mensch ist nur noch nicht ausreichend untersucht/ getestet worden.” – Trifft das auch auf die Schüler zu? ”

Hier sind wir wieder beim Bereich der Reglner, Abweichungen, Definitionen usw.

Wenn jemand “kaum Anzeichen” hat, wird er/sie normalerweise auch nicht getestet. Der “Regler” wäre hier dann “im Standardbereich” oder schätzt man so. Wenn jemand jedoch sehr sehr starke “Anzeichen/Auffälligkeiten” hat, dann kommt der “Rat” eben oft zur Testung. Und bei sehr starken Regler findet man häufig ja auch “etwas”.
Beispielsweise eben sowas wie PWS. Wenn hier der Regler sehr stark ist … Ist das ja absehbar sag ich mal.
Bei elektiven Mutismus ist es hingegen eben schwieriger, da oft hier “Asperger” oder “AD(H)S” als frühkindliche(r) (Diagnosen als) “Reglerverdacht” auftreten oder “ist halt ruhig gegenüber Fremden”. Dazu eben häufig der Bezug zur Umgebung [1. Klasse oft “erst” ersichtlich/relevant”, Schule als Raum des häufigsten “Erkennens”].

“Werden irgendwann alle Kinder von Geburt an auf alles mögliche getestet und jede kleine Abweichung wird als “behandlungsbedürftig” eingestuft?”

Das ist tatsächliche eine sehr gute und interessante Frage. Die Folgefrage wäre dann: Wie sinnvoll ist das tatsächlich?

Also solange man nicht “leidet” ist es meist wohl eher ein “gut zu Wissen” dann. Oder “Aha”.
Schlimmstenfalls würde man hier Typisieren in Form von Stereotypen und Klischees. Also “sich” einordnen und dann “ich muss so und so sein” als Resultat haben.
Wo macht es Sinn? Wenn man starke Abweichungen hat und bspw. “Leid” und “Probleme im Leben”.

Beispielsweise könnte man bei Bewusstwerdung von funktionaler Aphantasie verstehen, warum man einige Sachen anders besser lernt. Das ist dem “Denkmuster” mitunter geschuldet. Und dann kann man hier bestenfalls individueller herangehen und fördern.
Das heißt nicht, dass man “in einer neurotypischen Struktur” gar nicht “mitkommen kann”. Aber die Frage ist dann eher: Wozu, wenn wir diese auch “ausbauen kann”, wenn wir schon das Wissen inzwischen eigentlich hätten, dass dies sinnvoll wäre. Man verliert hier enormes Potential.

Viele Musiker “hören” den Ton, welchen sie spielen wohl im Kopf als Abgleich.
Das geht bei Anauralie nicht. Du brauchst dann andere Ebenen, welche hier deutlich effektiver sind, da sie vorhanden sind – im Gegensatz zum “Ton vorstellen/hören im Kopf” [das GEHT NICHT bei Anauralie].

Also es geht mir gar nicht mal “primär” um einen Stempel oder “behandlungsbedürftig”. Es geht mir darum, dass eben manche Menschen in anderen Strukturen ganz anders lernen und bedeutend (!) effektiver wären.
Sie würden doch auch einem Menschen ohne Beine den Rollstuhl vorschlagen (und geben)? Oder würden Sie sagen: Der kann sich doch anpassen – der kann auf Händen “gehen” oder eben kriechen/robben.
Und so sehe ich das auch. Es gibt andere – deutlich sinnvollere – Zugänge und Hilfen.
Diese können methodisch sein und/oder materiell.

Warum verwehren – wenn man gewehren kann?

Und klar muss man bei “Realismus” bleiben und ansatzen. Mir ist vollkommen bewusst, dass das aktuell “ein Wunsch”/”eine Ideologie”/”eine Utopie” ist. Absolut klar. Dazu fehlen Ressourcen in jeglicher Hinsicht.

“Irgendwann werden normierte Kinder in der Retorte produziert, um der “Norm” zu entsprechen?”

Darum geht es nicht. Es geht darum, dass man “die Norm” nicht jeden “auflastet”. Da wir (eigentlich) weiter sind in der Erkenntnis. Mit starker Tendenz zu noch mehr Erkenntnis und Bewusstsein dazu/darüber. Dementsprechend könnte man hier rein theoretisch gezielt fördern.
Sie werden jemanden mit einer starken Phobie auch nicht sagen können “hab dich nicht so – ist nicht so schlimm – mach das einfach”. Das wird so normalerweise nicht funktionieren. Eine Arachnophobie hat es eben so an sich, dass man trotzdem “Angstzustände” eben bekommt. Ansonsten wäre es keine Phobie, sondern eher ein (starker) Ekel.
Also … Soll sich die Person dann trotzdem nicht so anstellen und “die berühren”? Wozu? Ist das nötig? Wenn ja: Mit dem “Schlaghammer”?
Die Fragen sollte man sich dann eben stellen.

“Oder wird irgendwann jeder mit einem Etikett herumlaufen: “Seht her, ich bin anders!”
Wo wollen wir hin?”

Warum gibt es den Begriff “Neurodivergent/Neurodivers/Neurodiversität usw.” überhaupt? Naja … Mitunter eben deshalb, dass das Stigmata und die Stereotypen abgebaut werden (können). Um das Bewusstsein etwas anzupassen. Es soll ja eben aufzeigen, dass “neurodivergenz” [also “andersdenken”] eben auch “normal” ist. Es ist vollkommen in Ordnung. Keine “Krankheit”. Es ist eben, wie man denkt. Und das ist gut so. Und die Akzeptanz dahinter ist schonmal ein Schritt, welchen manche dann gehen oder nicht.
Es beantwortet für jemanden selbst eventuell viele “Lebenswege”. Ob das muss? Keine Ahnung. Muss jeder und jede dann für sich wissen.

Gegengedanke wäre hier: Soll jeder und jede neurodivergente Person sich ständig “maskieren” (müssen)? Weil genau das passiert. Oft. Sehr sehr oft. Ist das die “Lösung” denn?
Und meistens merkt man das selbst nicht mal, weil man sich so anpasst, dass andere das gar nicht merken [und man selbst irgendwann oft auch nicht].
Sollte hier nicht das Ziel “mehr Bewusstsein” schaffen sein?
Sollte das Ziel nicht “Akzeptanz” bestenfalls sein? Dann kann man hier gezielter Leben.

Und ja … Jede/r hat seine Steine/Last zu tragen. Viele verstecken sie – ist das gut?
Ab wann wird es ungesund?
Wäre es nicht “besser” dies nicht ständig “tun zu müssen”?
Also ich hatte mitunter wegen meiner Trichterbrust bspw. massivste Probleme mit mir selbst als Jugendlicher. Inzwischen kann ich damit umgehen und “trage dies gerne”. Auch “für andere”. Und das erklärt auch mitunter “warum einige nicht Schwimmen wollen”. So erging es mir Jahre lang. Inklusive starken Depressionen mit Suizidalität als Gedanken damals.
Ich hatte noch nie negative Reaktionen darauf. Kopfsache …
Hilft aber einigen, wenn man darüber sprechen kann und spricht. Dann kommt man durchaus auch bei einigen Kindern auf Verständnis und Erklärungen, welche man sonst nicht “für Fehlverhalten” oder sonst was kommt. Einige empfinden/merken: Ah, so geht’s mir ähnlich. Vielleicht spreche ich das mal mit ihm an. Und schon kann man auf ganz anderer Eben hier pädagogisch bei “Fehlverhalten/Schwimmsachen vergessen” agieren.
Ist jetzt “nur” meine Erfahrung. Mag vllt. auch “nur ein Beispiel” sein. Aber auch das gibt es … Kann ich Ihnen sagen.

potschemutschka
2 Tage zuvor
Antwortet  Bla

Neurotypisch kann man mMn. mit “der Norm entsprechend” = normal übersetzen:
Neurotypisch, neurodivers und neurodivergent
Allerdings wird das, was als normal empfunden wird, immer in Abhängigkeit von der Gesellschaft (der sozialen Gruppe) und dem jeweiligen Zeitgeist unterschiedlich definiert/ empfunden:
https://www.die-inkognito-philosophin.de/blog/normal
Wie sieht heute ein neurotypische*r Schüler*in aus? Gibt es das noch? Wenn ja wie viele?

Bla
1 Tag zuvor
Antwortet  potschemutschka

Siehe andere Kommentare als Antworten von mir.

Wir können natürlich nur mit “aktuellen Verstand/Verständnis/Wissen” agieren.
Das ist etwas wie … Hm. Nehmen wir Platons Höhlengleichnis … Oder Schrödingers Katze … [Unterschiedliche Zeitepochen … Selber Gedankengang].
Rein theoretisch könnte “jeder Mensch (komplett) anders denken”. Dann gäbe es keine “Norm” oder/bzw. “die Norm” wäre eben “das jeweils Einzigartige”.
Aber entweder ist das nicht so oder wir wissen das nicht gesichert. Was wir gesichert wissen: Neurologisch und Neurodivers unterscheiden sich nachweislich im Denkprozess.
Als klares Beispiel wieder:
Jemand ohne Aphantasie sieht normalerweise “Bilder”, “Filme”, “Schatten”, “Farben”, “Strukturen”. Und hat “Tagträume”.
Jemand mit totaler Aphantasie kann das nicht.
Jemand mit funktionaler Aphantasie kann das (“wohl/normalerweise”) rein theoretisch – praktisch aber nicht.
Also als Vergleich mit einem Computer und Bildschirm:
Neurotypisch: Computer und Bildschirm verbunden. Beides ist an. Du siehst ein Bild. Der Computer läuft.
Neurodivergent mit funktionaler Aphantasie: Computer und Bildschirm verbunden. Bild rein theoretisch möglich. Aber Computer an und Bildschirm aus. Du siehst kein Bild. Der Computer läuft aber trotzdem. [Du siehst eben nur Schwarz – Bild zwar nicht da – aber möglich]
Neurodivergent mit Totaler Aphantasie:Computer und Bildschirm sind (wohl) gar nicht verbunden [So die Annahme aktuell]. Computer ist an. Bildschirm ist aus (und eventuell gar nicht angeschlossen – so die Vermutung). Daher gar kein Bild erst möglich. Daher läuft der Computer … Aber es kann (mit unserer Technik aktuell) gar kein Bild entstehen.

Und hier kann man durchaus in dem Bereich schauen, wer “neurotypisch” ist und wer nicht. Sogar in gewisser hinsicht, wo “der Regler” steht. Also ob der Bildschirm/das Bild eben HD ist oder “nur verpixelt”. Das wäre dann aber im Bereich von “naja, sieht ja irgendein Bild”. Also ist beides an. Neurotypisch.
Erst wenn es die extreme Abweichung gibt [Bildschirm aus/kein Bild] wäre es hier bspw. Neurodivergent.

Als anderes Beispiel:
Naja, wenn alle Menschen außer 5% nur noch einen Arm hätten bei Geburt … Dann wäre das irgendwann “Biologisch die Norm”. Aktuell wäre es eben “der Norm abweichend”.
Ist natürlich wesentlich leichter zu erkennen … Daher “ersichtlich”.
Aktueller Stand: “Normal” sind zwei Arme. Aber … Auch Menschen mit “einem Arm” sind “normal”. Aber Abweichend der “Vorstellung”.
Und so in etwa verhält es sich halt.

Und ja …bestenfalls wird alles “normal” irgendwann gesehen. Also als “Akzeptiert”.
Egal ob “Körpergröße” [auch hierfür gibt es ja einen “Standard”] oder eben “Neurologische Denkweisen”.
Nur kann man eben bei Körpergröße auch sowas wie den Stuhl anpassen … Warum sollte man das bei “Neurodiversen” nicht im Bereich der Bildung usw. bspw. machen?
Bei “Köpergröße” [Kita, Schule] ist das Standard … Früher war das absolut kein Standard.
Mitunter Maria Montessori hat das damals ständig angeprangert und extra für das Kinderhaus Material entwickelt für “die kleinen Menschen”.
Heutzutage ist das absoluter No-Brainer und zum Glück “Standard”.
Damals hat das wenigen gejuckt … Waren ja alles “kleine Erwachsene”. Und die haben sich nunmal anzupassen. Nicht andersrum …

Bla
1 Tag zuvor
Antwortet  potschemutschka

Neurotypisch* [statt neurologisch] … “Logischerweise”

potschemutschka
2 Tage zuvor
Antwortet  Bla

„Der Anpassungstheorie liegen folgende Annahmen zugrunde: 1. Jede Gesellschaft als soche ist normal; 2. seelisch krann ist, wer von dem von der Gesellschaft favorisierten Persönlichkeitstyp abweicht; 3. das Gesundheitswesen im Bereich von Psychiatrie udn Psychotherapie verfolgt das Ziel, den einzelnen auf das Niveau des Durchschnittschmenschen zu bringen, unabhängig davon, ob dieser blind ist oder nicht blind.“ Erich Fromm (1900–1980) deutscher Psychoanalytiker, Philosoph und Sozialpsychologe

Quelle: https://beruhmte-zitate.de/themen/normal/

Bla
1 Tag zuvor
Antwortet  potschemutschka

Nur dass damals “krank” eher Richtung “Irre” und “Spinner” oft als Bild existierte.
Dem muss man ebenfalls Personen wie Maria Montessori eben als “Zeitgeist” kritisch sehen, wenn man sich ehrlich macht.
So sehr ich einige/viele Aspekte der Montessori-Pädagogik sehe und auch positiv gegenüber gestellt bin.
Montessori selbst schrieb ebenfalls von “Spinner” und “Kranke” und “Irre”. Genauso von Anormal/Deviant (von der “Norm” abweichend). Also von der Abweichung [“Deviation”](hier als anormal) zur “Normalisation” [“Normaler Verlauf der Entwicklung nach Montessori”]. Dazu im Prinzip Ihr Punkt mit dem “in einem bestimmten Alter ist man für bestimmte Dinge zugänglicher” [Sensiblen Phasen]. Diese können allerdings ausgeglichen werden durch massiven Mehraufwand im späteren Alter. [Also No-Brainer heutzutage]

Und ähnliches gilt anderen Medizinern usw.
Maria Montessori wurde ebenfalls sicherlich und sichtlich davon geprägt. Sie selbst war nicht nur im Reformpädagogischen Bereich aktiv, sondern insbesondere eben auch Medizinerin.
Daher … Schwierig der Zeit und damaligen Ansicht. Sollte man dabei etwas im Kopf haben.
Neurodivergenz/Neurodiversität ist erst seit 2015 wirklich wieder ein aktives Thema. Es gab es immer wieder zuvor. Aber wurde eben nicht wirklich aktiv verfolgt, sondern das Wissen nur kurzzeitig geprägt.
In den letzten 10 Jahren haben “wir hier einen massivsten Sprung (insb. im Vergleich zu “immer”) auch hier gemacht.
So viel, dass der Bedarf tatsächlich nicht abgedeckt werden kann. Also es gibt viel zu wenige Fachexperten. Insbesondere in der Verschiebung der Testungen und “Bewusstwerdung”.
Daher … Nettes Zitat. Jedoch eventuell in der heutigen Zeit etwas “zu hinterfragen”?

Cornelia
5 Tage zuvor
Antwortet  ed840

Naja, mittlerweile gibt es ja Bauzimmer in Kindergärten, und schon länger gibt es auch Waldkindergärten.
Mein Mann ist ohne Kindergarten aufgewachsen, und von Basteln, Werken, künstlerischem Gestalten wollte er nie viel wissen. Das hat er wohl auch nicht zu Hause gelernt. Eine schöne Handschrift entwickelte er trotzdem, eine schöne Singstimme auch. Klavierspielen durfte er lernen, hat er aber nach einem Jahr abgelehnt.
Trotz den damaligen schlechten Bildungschancen auf dem Land (mehrere Kilometer langer Schulweg durch den Wald zu Fuß bei Eis und Schnee, mit durchnässter Kleidung im Klassenzimmer sitzen), hat er sein Abitur gemacht und studiert.

ABCD
4 Tage zuvor
Antwortet  ed840

Liegt es am irgendwie “Besser-Klappen” oder an der modischen Bevorzugung des weiblichen Geschlechts heutzutage – so als sei es noch benachteiligt wie vor etlichen Jahrzehnten?
Frauen nach wie vor als “Opfer” der Männer zu sehen, hat inzwischen exotische Blüten getrieben.

Unverzagte
3 Tage zuvor
Antwortet  ABCD

Modische Bevorzugung in welcher Form? Weil Männer besser gucken können als denken?
Und in welchen Bereichen sollen Frauen Ihrer werten Ansicht nach nicht mehr benachteiligt sein?

Rainer Zufall
3 Tage zuvor
Antwortet  ed840

Es scheint Mädchen in Deutschland offenbar unter den gegebenen Umständen häufiger zu gelingen – in der Schule.

Ist halt tragisch, aber wie so oft wird bspw. in Deutschland die “Männlichkeit” gerade dadurch definiert, nicht zu weinen, “keine Hilfe zu brauchen”, “es alleine zu schaffen”, sich “durchzusetzen” und sich zu “behaupten”?
Ich sehe da derzeit ehrlichgesagt immense, betonfeste Hindernisse in der Gesellschaft, aber wer es schafft, gilt halt als Norm und der Rest definiert sich dann eben über Körperkraft, emotionale Defizite und Unsicherheit (“Männlichkeit”) 🙁

Es gibt ja ein Konzept, sich schulisch auf individuelle Lernvoraussetzungen, Zugänge und Bedürfnisse zu fokussieren, um den von Ihnen angebrachten Jungen entgegenzukommen, aber das wäre halt… Sie wissen schon 😉

ed840
2 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Sie wissen schon

Mag sein, dass Sie mich als Wissenden einschätzen.

Ich weiß allerdings nicht mal was ich alles nicht weiß.

Ich weiß z.B. nicht, ob die bekennenden Fans skandinavischer Schulsysteme diese besonders gut geeignet für die schulische Entwicklung von Mädchen und Jungs einstufen.

potschemutschka
7 Tage zuvor
Antwortet  potschemutschka

Um zum Ausgangsthema zurück zu kommen: auch für die Sprachentwicklung spielt das Vorschulalter (soziale Kontakte, sprachliche Vorbilder, ….) eine enorme Rolle:
Sprach- und Sprechentwicklung – dbl – Deutscher Bundesverband für Logopädie e.V.

Rainer Zufall
3 Tage zuvor
Antwortet  Gelbe Tulpe

Förderung hätte Ihnen offensichtlich nicht geschadet. Die Frage wäre also, was es Ihnen und Ihren späteren Mitschüler*innen genützt hätte.

Es geht ja weniger um die Gewinner*innen TROTZ der Umstände, sondern um Kinder die AUGRUND dieser ins Hintertreffen geraten.

Alese20
8 Tage zuvor

2 Std. Medienzeit täglich im Kitaalter??? Manchmal zweifle ich an der Vernunft von Eltern. Verrückt!

Lera
7 Tage zuvor
Antwortet  Alese20

Nur 2?

Wo leben Sie? Hinterm Mond 3a?

Alese20
7 Tage zuvor
Antwortet  Lera

Ne, aber mein Kind ist schon fast 15. Bei uns gab es zum ersten Mal ein Minifilmchen mit 4 und das danach auch sehr selten. Handy in dem Alter nie und Kindertablet mit Einschränkungen (nur an ausgemacht Tagen und dann nicht lang vllt. 1 Std) ab 4. Kl. und eigenes Handy erst mit 13 und Social Media (bis auf youtube-Filmchen) bis heute nicht. Ich scheine da aus der Art zu fallen.

Hans Malz
7 Tage zuvor
Antwortet  Alese20

Sehr löblich, aber leider auch sehr die Ausnahme.

Alese20
7 Tage zuvor
Antwortet  Hans Malz

Offensichtlich – leider!

blau
7 Tage zuvor
Antwortet  Alese20

Allein der Einkauf dauert 45min und den verbringen viele Kinder im Einkaufswagen mit Elterns Handy in der Hand

Alese20
7 Tage zuvor
Antwortet  blau

Und das ist nun völlig unnötig. Es gibt Kindereinkaufswagen, da lassen sich die Kleinen wunderbar integrieren. Es gibt nicht Süßeres, als ein Kleinkind, das stolz die Milch selbst in den Wagen packt.

laromir
6 Tage zuvor
Antwortet  Alese20

Ja. Aber das dauert ja länger und das Kind packt manchmal noch andere Sachen ein. Und viele Kinder wissen nicht, wie so eine Milchtüte, Möhren etc. aussehen. Dazu ist ein Supermarkt ja extremst gefährlich, da können auf keinen Fall Kinder herumlaufen… Gründe lassen sich viele finden… Hier gibt es überall Mini-Wagen oder so Körbchen mit Rollen, allerdings oft nur ein Kind weit und breit, dass den mal nutzt. Mein Kind hat sich sobald es ging den großen Wagen geschnappt und wollte los sausen. Viele Kinder gehen hier gar nicht einkaufen oder sobald sie etwas größer sind, bleiben sie am Handy im Auto sitzen. Kinder, die bei uns mal essen, kennen manchmal gar nicht alle Lebensmittel. Es geht ja noch viel mehr verloren als nur die Sprache. Ich kenne Eltern, die fanden eine elektrische Kinderwagenschaukel, Wippe für Maxi Cosi, Kamera am Kinderbett super hip. Da konnte man viel besser Kaffee trinken und musste auch nicht ständig ins Kinderzimmer laufen. So lästig diese unruhigen Kleinen. Und dann wundert man sich echt? Mich hat da vor 10 Jahren schon nichts mehr gewundert.

447
2 Tage zuvor
Antwortet  Alese20

Offensichtlich machen Sie sich um ihr Kind Gedanken…und tun daher das RICHTIGE und nicht das BEQUEME.

Das ist toll!
Und auch genau richtig so.

Leider sind Sie damit Teil einer Minderheit.

Für die Lehrer der weiterführenden Schulen unbekannterseits danke ich Ihnen aber schonmal.

Alese20
1 Tag zuvor
Antwortet  447

Auch, wenn die LuL davon auch profitieren, haben wir das ja nicht ganz uneigennützig gemacht. So viel Investment an Zeit ist das zu Beginn nicht, um ein Kind ins Leben zu integrieren und dazu zu befähigen, sich später auch mal alleine beschäftigen zu können – und zwar ganz ohne Digitales. Dadurch ist das Kind ausgeglichener und glücklicher, hat keine Probleme in Kita/Schule und wir haben kein Terrorkind, wenn wir das Handy/Tablet mal wegnehmen. Win-win-win für alle: Kind, Eltern und Erzieher*innen/ LuL.

Trotzdem Danke 😉

447
21 Stunden zuvor
Antwortet  Alese20

Immer gerne.
Wir lesen hier zu oft schlechte Nachrichten.

Anne
7 Tage zuvor

Damit erübrigt sich die Frage, warum viele Kinder drei Jahre in der Schuleingangsphase verweilen.
Da stimme ich Fräulein Rottenmeier zu, das ist billiger als ein verpflichtendes Vorschuljahr.
Aber geben wir den Kindern diese Chance, denn sie selbst können nichts für die Bedingungen, unter denen sie aufwachsen. Manchmal frage ich mich, was ist nur mit den Eltern los?

Burnout
7 Tage zuvor

Generelles Smartphoneverbot bis kA ca. 14-14. Es gibt meiner Meinung nach KEINEN Grund, warum Kinder ein solches brauchen sollten.

Teacher Andi
7 Tage zuvor

Es war so klar, dass Corona wieder herhalten muss als ein Faktor für die negative Entwicklung. Begründet wird das nicht näher…. Man könnte doch auch der Meinung sein, dass die Eltern dann mehr zuhause waren und sich intensiver mit den Kindern befassen konnten, was offenbar nicht der Fall war. Für mich sind die Haltung zu Materialismus und das Medienverhalten, vor allem bei Eltern, denn die geben das weiter, die Hauptgründe für diese fatale Entwicklung. Kinder werden heute oft (ich pauschalisiere nicht) nicht mehr kindgerecht erzogen, weil sich viele Eltern selbst verwirklichen müssen (die Kinder werden abgegeben), kein Interesse haben und ihre Ruhe wollen, oder sich einfach verweigern, dem Kind eine gewisse Grundbildung zukommen zu lassen, weil sie das nicht für wichtig halten. Kommen mehrere Faktoren zusammen, hat das Kind kaum Chancen. Natürlich können Schulen unterstützend wirken, aber die Last vollkommen auf diese abzuladen, ist schon ziemlich kurzsichtig. Und wenn man die Ausgangssituation der Schulen momentan betrachtet mit ihrem Personalmangel, die Einsparungen an pädagogisch sinnvollen Maßnahmen, die Überlastung der verbliebenen Lehrkräfte und das Zusammenstreichen sozialer Hilfsmaßnahmen, dann kann man wohl unschwer erkennen, dass die Schulen dieses Riesen- Defizit nicht beheben können, zumal man sich in einer Klasse meist um 20 oder mehr individuelle Ausprägungen bei Schülern kümmern sollte.
Eigentlich müssten viele Eltern nochmal in die Schule, da hakt es vielfach am Verstand. Diese Probleme mit Geld zuzuschütten und auf die Eigenverantwortlichkeit der Erziehungsberechtigten zu setzen, war wohl ein Fehler. Mit Rollenbildern zu argumentieren ist nun auch nicht unbedingt angemessen, denn noch nie hat man so viele Väter gesehen, die sich an fer Erziehung beteiligen und sich auch intensiv kümmern. Mir scheint, man möchte da gewisse patriarchalische Strukturen nicht deutlich benennen, die sich aber, hoffentlich, so nach und nach auch auflösen werden.
Alles in allem ist das Problem ein gesamtgesellschaftliches, und eins muss klar sein, die Digitalisierung und der daraus resultierende exorbitante Medienkonsum unter Kindern, Jugendlichen UND Erwachsenen muss als unser größtes Problem angesehen werden, denn dies schafft immer mehr Empathielosigkeit und Desinteresse für die wirklich wichtigen Dinge im Leben.

Osterhase
5 Tage zuvor
Antwortet  Teacher Andi

Mehr noch: Der jüngste Vorschlag unseres Finanzministers

https://www.tagesschau.de/wirtschaft/finanzen/finanzminsterium-ersatz-ehegattensplitting-100.html

erklärt ja deutlich, dass es darum geht, noch die letzten Mütter, die sich vielleicht um ihre Kinder kümmern, in die Fabriken und Büros zu scheuchen, damit sie in Vollzeit arbeiten. Die Abschaffung des Ehegattensplitting kommt einer Steuererhöhung gleich, und die Leute sollen dann eben mehr arbeiten, um das wieder auszugleichen. Das hält man für “gerecht”. Und begründet wird das gern damit, dass die Frau eines Chefarztes sonst keine Motivation hätte, einen bezahlten Job anzunehmen. Ich fürchte nur, gerade die hat auch nach Abschaffung des Splittings keine Motivation. Vielmehr wird der Chefarzt sich nach steuersparenden Maßnahmen erkundigen. Und gerade gutverdienende Unternehmerehepaare können sich die Einkünfte selber aufteilen, sich ihr Splitting also selbst genehmigen. Dann gibt’s halt zwei Geschäftsführer.
Übrigens: Die alleinerziehenden Mütter könnte man ja — unabhängig davon — durch andere Maßnahmen unterstützen.

Ulla
4 Tage zuvor

Ich unterrichte zur Zeit Sport in einer 1. Klasse. Kein Fach, in dem der mündliche Sprachgebrauch bewertet wird, aber dennoch: Ich verstehe einige der (deutschen) Kinder nicht. Sie nuscheln, sie sprechen abgehackt, sie nutzen maximal 3-Wort-Sätze. Sprechen lernt man durch Sprechen und Zuhören, und zwar in den ersten drei Lebensjahren. Wenn aber niemand mit den Kindern spricht, spielt und vorliest, dann Rückfragen zu dem Gelesenen stellt (das können Toni-Boxen nicht), wie soll das Kind dann lernen?
Die Defizite jetzt noch bei den jüngsten Kindern auf die Pandemie zu schieben, ist wirklich lächerlich.

Gabriele Krichbaum
5 Stunden zuvor

Mit diesem Bericht fühle ich mich in meiner regelmäßigen Kritik an der bundesweit zunehmenden Tendenz, im Kleinkindalter die Lernausgangslagen und danach die Lern- und Leistungsstände unserer Kinder und Jugendlichen mit einer immer differenzierteren datenbasierten Leistungsmessung, mit Vergleichsarbeiten, Tests, kompletten Screenings und mehr zu ermitteln und sodann auf die Ergebnisse mit exakt zugeschnittenen Förderprogrammen zu reagieren, bestätigt. Alle Ergebnisse sollen akribisch festgehalten und stetig fortgeschrieben werden. Dabei bleibt alles auf der Strecke, was die eigentliche Voraussetzung für eine körperlich, seelisch und geistig gesunde Entwicklung ist: die Beziehung als notwendige Grundlage für gegenseitiges Vertrauen, die jedem Kind zu ermöglichende Entwicklung der eigenen Individualität, das Lernen in größeren Zusammenhängen, die Gemeinschaft als konstituierendes Moment unseres Zusammenlebens. Wenn Kinder zu Datenpaketen mutieren, Erzieherinnen und Lehrer zu Protokollanten dieser Pakete, dann droht den Kindern und unserer Gesellschaft großes Ungemach. Die Politik sollte den Weckruf doch längst gehört haben. Sie erlebt den Schaden ihres konsequenten Weghörens und setzt zu immer hilfloseren Reparaturmaßnahmen an.
Es gibt so viele seriöse Grundlagen, zum Teil auch sehr alte, aus der erziehungswissenschaftlichen Forschung. Die Psychologie hat immer schon Erkenntnisse geliefert, mit denen man arbeiten kann und muss. Auch heute gibt es zahllose Studien, immer wieder veröffentlichte Erkenntnisse namhafter Wissenschaftler. Man sollte sich davor hüten, seine eigenen Schulerfahrungen oder gar nur seine eigene Meinung zum Maßstab seiner Entscheidungen zu machen, wenn man für die Kinder unserer ganzen Gesellschaft die Verantwortung trägt. Die Politik sollte sich auch fragen, wieso die zahllosen Pädagogenschwurbler im Netz freie Urständ feiern. Sie könnten doch durch solide politische Arbeit deren fragwürdige, zum Teil in Gurumanier veranstalteten pseudopädagogischen Flohmärkte entbehrlich machen.

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