DÜSSELDORF. Deutschlands Kinder werden dicker. Nach aktuellen Daten ist inzwischen fast jedes sechste Kind übergewichtig, ein erheblicher Teil sogar adipös. Neben ausreichend Bewegung gilt auch eine gesunde Ernährung als ausschlaggebender Faktor, dieser Entwicklung entgegenzutreten. Experten fordern deshalb mehr Gesundheitsbildung an Schulen. Die verfügen bereits häufig über ein noch unterschätztes Instrument mit großem Präventionspotenzial: ihre Mensa.

Laut Fitnessbarometer 2025 gelten inzwischen rund 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland als adipös, weitere etwa 20 Prozent als übergewichtig. Experten warnen seit Jahren vor den gesundheitlichen Folgen: Diabetes, Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und psychische Belastungen. Durch Bewegungsmangel und ungesunde Ernährung bei Kindern und Jugendlichen steuere eine riesige Welle von Diabetikern auf Deutschland zu, mahnte jüngst der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt (News4teachers berichtete). Prävention, so forderte er, müsse für alle Kinder deutlich früher ansetzen, etwa durch Gesundheitsbildung in Schulen.
Mehrheit wünscht sich Gesundheitsbildung an Schulen
Ein Schulfach „Gesundheit“ findet auch Anklang innerhalb der Bevölkerung. In einer YouGov-Umfrage im Auftrag der Krankenversicherung HanseMerkur unterstützten 71 Prozent den Vorschlag, Kindern frühzeitig zu vermitteln, wie sie Verantwortung für ihre eigene Gesundheit übernehmen können. Allerdings: Es muss nicht immer gleich ein neues Schulfach sein. Viele Schulen verfügen bereits über Möglichkeiten, gesunde Ernährung zu fördern – mithilfe ihrer Mensa.
Denn Schulmensen können weit mehr, als nur die Schüler:innen im Laufe des Tages mit Essen zu versorgen. Richtig organisiert werden sie zu Orten der Ernährungsbildung, der sozialen Begegnung und der Gesundheitsförderung.
Speisenangebot mit Präventionspotenzial
„In Kindheit und Jugend ist eine gesunde Ernährung besonders wichtig“, betont das Bundeszentrum Kita- und Schulverpflegung auf seiner Internetseite. Ausgewogene und bedarfsgerechte Mahlzeiten seien die Basis für eine gesunde körperliche und geistige Entwicklung. „Zudem prägen sich in dieser Zeit Geschmacksvorlieben und Essgewohnheiten aus, die häufig bis ins Erwachsenenalter beibehalten werden.“ Eine gesunde Ernährung in der Schule habe daher in vielerlei Hinsicht Präventionspotenzial. Sie könne dazu beitragen, ernährungsbedingte Krankheiten zu verhindern, die Leistungsfähigkeit der Schüler:innen fördern sowie das persönliche Ess- und Trinkverhalten nachhaltig positiv beeinflussen. „Die Esskultur, die von einem Speisenangebot ausgeht, hat deshalb Signalwirkung.“
Dabei bietet die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) Orientierung, was ein ausgewogenes Mittagessen in der Schule ausmacht. In ihrem Qualitätsstandard für die Verpflegung in Schulen empfiehlt sie unter anderem täglich Gemüse, regelmäßige Vollkornprodukte und wenig Zucker.
Erfolgsfaktoren der Schulverpflegung
Doch selbst ein ausgewogenes, qualitativ hochwertiges Mensa-Angebot verfehlt seine Wirkung, wenn Schüler:innen es nicht annehmen. Es gilt also, die Kinder und Jugendlichen von der Mensa zu überzeugen. „Schon mit kleinen Veränderungen kann man oft viel bewirken“, schreibt die Vernetzungsstelle Schulverpflegung NRW. Sie hat Tipps zusammengetragen, wie Schulen die Akzeptanz ihres Essensangebots fördern können. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Gestaltung der Mensa.
„Eine angenehme Essatmosphäre gehört neben der Qualität des Essens zu den wichtigsten Erfolgsfaktoren in der Schulverpflegung“, betont die Vernetzungsstelle. Wandfarbe, Raumteiler und Mobiliar bieten demnach zahlreiche Möglichkeiten, Mensen freundlicher, ruhiger und altersgerechter zu gestalten.
Bling Mensa ist die neue Bestell- und Bezahlplattform für Schulkantinen – modern, intuitiv und für Schulen komplett kostenlos, mit fairer Preisgestaltung ohne versteckte Transaktionsgebühren.
Eltern registrieren sich selbst, laden Guthaben in Echtzeit auf, wählen Menüs und hinterlegen Allergene. Am Terminal hält das Kind seine NFC-Karte an den Leser – fertig. Das System vereint Bestellung, Bezahlung, Kioskverkauf und BuT-Abrechnung in einer Lösung. Bildung-und-Teilhabe-Bescheide werden digital geprüft, Eigenanteile automatisch berechnet, Quartalsberichte auf Knopfdruck erstellt – und an der Ausgabe sieht niemand, welches Kind BuT-berechtigt ist. Schulen werden entlastet: Kein Papierkram, keine Datenpflege, keinen Elternsupport – das übernimmt Bling. Als Web-App ist Bling Mensa in wenigen Tagen einsatzbereit, wird laufend aktualisiert und bereits an Dutzenden Schulen von Zehntausenden Kindern genutzt.
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Tipps für die Gestaltung der Mensa
Mit hellen, frischen Farben in kleinen Räumen lasse sich laut den Expert:innen beispielsweise mehr Weite suggerieren. Erd- und gedämpfte Rottöne sorgten für eine warme Atmosphäre, wirkten aber auch beengend und eigneten sich daher eher für große Räumlichkeiten.
Bei der Einrichtung sollten Schulen auf typische Schulmöbel und Stuhlanordnungen verzichten. Stattdessen rät die Vernetzungsstelle dazu, neben den eigentlichen Essplätzen unterschiedliche Aufenthaltsbereiche zu schaffen, die zum Verweilen einladen, wie „Sitzecken mit ‚Chillcharakter‘“, oder Bereiche zum Arbeiten. Zusätzlich könnten Pflanzen, die große Räume unterteilen, Blumen auf den Tischen oder Collagen und Malereien aus dem Kunstunterricht an den Wänden dazu beitragen, die Mensa zu einem echten Wohlfühlort zu machen.
Entscheidend: Partizipationsmöglichkeiten
Auffällig ist dabei ein Gedanke, der sich durch die gesamte Handreichung zieht: Schülerinnen und Schüler sollen die Mensa aktiv mitgestalten können. Ob bei der Wahl der Wandfarben, der Organisation der Sitzgruppen oder der Dekoration – können sich Kinder und Jugendlichen einbringen, steigt die Chance, dass sie sich mit „ihrer“ Mensa identifizieren und dort gerne Zeit verbringen.
Die Beteiligungsmöglichkeiten enden jedoch nicht bei der Raumgestaltung. Auch bei der Planung des Essensangebots empfiehlt die Vernetzungsstelle, Schülerinnen und Schüler aktiv einzubeziehen. So könnten Schulen etwa regelmäßige Befragungen zur Zufriedenheit mit der Schulverpflegung durchführen und in Zusammenarbeit mit dem Mensabetreiber Aktionstage und Themenwochen organisieren – beispielsweise vegetarische Wochen, internationale Küchentage oder besondere Aktionsmenüs. Darüber hinaus könnten Kinder und Jugendliche in Arbeitsgemeinschaften an der Planung und Weiterentwicklung der Schulverpflegung mitarbeiten.
Modellprojekt in Niedersachsen gestartet
Besonders umfassend versucht derzeit Niedersachsen, die Mensa als Bildungsort zu etablieren. Dort startete 2025 das Modellprojekt „Lernort Mensa“. Ziel ist es, Konzepte zu entwickeln, wie Schulen die Schulverpflegung nutzen können, um bei Schülerinnen und Schülern ein Bewusstsein für gesunde und nachhaltige Ernährung zu schaffen. Dafür erhalten ausgewählte Modellschulen finanzielle, personelle und fachliche Unterstützung. „Ernährungsbildung umfasst viele Aspekte: die Stärkung regionaler Wertschöpfung, die Vermeidung von Lebensmittelabfällen, das Bewusstsein für Bio, für Tierwohl, Klimaschutz und nicht zuletzt die Esskultur und das gemeinschaftliche Genusserleben“, erklärte Niedersachsens Ernährungsministerin Miriam Staudte zum Projektstart.
Modellschulen setzen individuelle Schwerpunkte
An dem Modellprojekt beteiligen sich mehrere Schulen unterschiedlicher Schulformen, die individuelle Schwerpunkte setzen. Erste Maßnahmen sind bereits angelaufen. So hat die Grundschule Wettbergen Hochbeete aufgebaut und gemeinsam mit den Kindern bepflanzt. Sie sollen ihnen die Möglichkeit bieten, Lebensmittel von der Aussaat bis zur Ernte zu begleiten. Die erste Klasse der Grundschule Ganspe besuchte einen Bauernhof, um hautnah zu erleben, wo Lebensmittel eigentlich herkommen und wie viel Arbeit in ihrer Produktion steckt.
Das Projekt läuft noch bis Ende 2026. Die Projektarbeit wird laut Projektbeschreibung engmaschig begleitet und dokumentiert, sodass zukünftig weitere Schulen und Schulträger in Niedersachsen von den Ergebnissen profitieren können. News4teachers
Hier geht es zu allen Beiträgen des News4teachers-Themenmonats „Gesunde Schule”.
Schulverpflegung im Umbruch: Warum die deutsche Mensa jetzt digital wird
Bei uns ist die Mensa gleichzeitig Aula. Muss man halt finanziell ausgestattet sein, um das umzusetzen. Der Caterer liefert und erhöht die Preise und bietet dann noch mehr “Schülergerechtes” an wie Pfannkuchen und Milchreis. Nachfragen bleiben unbeantwortet…
Bei uns kann man im Lernort Mensa lernen, wie man ungesunde Sachen aus maximal verarbeiteten Lebensmitteln frittieren und dann zu überhöhten Preisen verkaufen kann.
Man könnte auch noch die BWL Sicht mitnehmen und rausfinden, warum die Caterer alle paar Jahre insolvent sind…