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„Pädagogische Bankrotterklärung“: Lehrerverbände schießen gegen Söders Hymnenpflicht an Schulen – und fordern (echte) Demokratiebildung ein

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MÜNCHEN. Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband wirft der Staatsregierung vor, Demokratie- und Wertebildung auf symbolische Maßnahmen zu reduzieren. Anlass ist ein neues Schreiben des Kultusministeriums, das ab dem kommenden Schuljahr verpflichtende Hymnen bei Schulabschlussfeiern vorsieht. BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann hält die Debatte für pädagogisch verfehlt. Demokratie müsse im Schulalltag erlebt werden, nicht durch verordnete Rituale. „Es braucht eine partizipative Schulkultur, in der diese Werte täglich gelebt werden.“ Auch die GEW kritisiert die Vorgabe scharf.

Hymnenpflicht. Illustration: News4teachers

Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) reagiert mit deutlicher Kritik auf die geplante Hymnenpflicht an bayerischen Schulen. „Wir brauchen keine detaillierte Gängelung von oben“, sagte BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann der „Abendzeitung“. Viele Schulen spielten die Hymnen bereits heute bei entsprechenden Anlässen. Entscheidend sei jedoch nicht das Ritual selbst, sondern die pädagogische Haltung dahinter.

„Für uns ist das eine Frage der Haltung, und die vermitteln wir weder in einer Verfassungsviertelstunde noch durch verpflichtendes Hymnensingen: Dafür braucht es eine partizipative Schulkultur, in der diese Werte täglich gelebt werden – und Rahmenbedingungen, die es Lehrkräften ermöglichen, genau das auch in den Mittelpunkt ihrer Arbeit zu stellen“, erklärte Fleischmann. Hintergrund: Die sogenannte Verfassungsviertelstunde hatte die Staatsregierung im vergangenen Schuljahr eingeführt. Einmal pro Woche sollen sich Schülerinnen und Schüler dabei mindestens 15 Minuten lang mit den Grundwerten der Verfassung, Demokratie und gesellschaftlichem Zusammenleben beschäftigen.

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Besonders irritiert zeigt sich der Verband nun über einen Passus im ministeriellen Schreiben, der auf §90a des Strafgesetzbuches verweist. Darin wird die „Verunglimpfung des Staates und seiner Symbole“ unter Strafe gestellt. „Das zeigt, welcher Geist dahinter steckt“, kritisierte Fleischmann in der „Abendzeitung“. In die gleiche Kerbe hatte schon die GEW geschlagen: „Offensichtlich befürchtet das Ministerium, dass die staatlich verordnete Singstunde nicht von allen so bierernst genommen wird wie gewünscht und schwenkt schon mal vorsorglich die Keule des Strafgesetzbuches“, so Gewerkschaftsvize Markus Weinberger.

„Es muss uns an den Schulen gelingen, eine wirkliche Haltung der Menschenwürde zu leben, auch des Pluralismus“

Mit dem Schreiben an die Schulleitungen konkretisiert das bayerische Kultusministerium die von Ministerpräsident Markus Söder angekündigte Hymnenpflicht. Ab dem Schuljahr 2026/2027 müssen bei Abschlussfeiern an weiterführenden Schulen mindestens zwei Hymnen gespielt werden – verpflichtend die Bayernhymne sowie zusätzlich entweder die deutsche Nationalhymne oder die Europahymne (News4teachers berichtete). Damit setzt das Ministerium einen CSU-Vorstoß um, der auf einen Antrag der Jungen Union beim CSU-Parteitag im vergangenen Dezember zurückgeht. Ursprünglich hatte die CSU gefordert, bei Schulabschlussfeiern alle drei Hymnen verpflichtend vorzusehen. Söder hatte zudem bereits Anfang des Jahres gedrängt, die Regelung möglichst noch vor Ende des laufenden Schuljahres einzuführen.

Nun räumt das Kultusministerium den Schulen gewisse Spielräume ein. Ob die Hymnen von Tonträgern abgespielt oder von Musikgruppen vorgetragen werden, liege „im Ermessen der Schulleitung und richtet sich nach den Möglichkeiten der einzelnen Schule“. Eine Mitsingpflicht bestehe ausdrücklich nicht. Gleichzeitig empfiehlt das Ministerium, Textblätter auszuteilen, um „textsicheres Mitsingen“ zu ermöglichen.

Fleischmann betont, Lehrkräfte seien fachlich ausreichend qualifiziert, um politische Bildung und Wertevermittlung professionell umzusetzen. „Lehrerinnen und Lehrer wissen als ausgebildete Pädagogen genau, wie sie mit diesen Themen umzugehen haben“, sagte sie der „Abendzeitung“.

„Integration, Gemeinschaft und Identifikation stellt man nicht mit Gesangspflichten her“

Auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) greift die Staatsregierung scharf an. „Damit hat sich Markus Söder (CSU) erneut rigoros mit seiner Symbolpolitik gegen Kultusministerin Anna Stolz (FW) durchgesetzt, die das Thema zunächst mit der Schulfamilie diskutieren wollte“, erklärt die GEW-Landesvorsitzende Martina Borgendale. Sie stellt zudem die grundsätzliche Wirkung der Maßnahme infrage. „Integration, Gemeinschaft und Identifikation stellt man nicht mit Gesangspflichten her. Viel wichtiger sind zukunftsfähige Konzepte, wie man in Zeiten des Fachkräftemangels und gestiegener Aufgaben eine Demokratiestärkung und eine Bildung für alle gerecht umsetzen kann.“

Das Kultusministerium verweist dagegen darauf, dass die Beschäftigung mit Hymnen und den darin enthaltenen Werten bereits heute Bestandteil der Lehrpläne sei. Im Musikunterricht, in fachübergreifenden Projekten oder in der sogenannten Verfassungsviertelstunde gebe es vielfältige Möglichkeiten der Auseinandersetzung. Ziel sei es, „die Identität und den Zusammenhalt in unserem Land“ zu stärken.

Zugleich kündigt das Ministerium ein „Festival der Ideen“ an. Schulen sollen kreative Konzepte zum Umgang mit dem Thema Hymnen entwickeln können. Einrichtungen, die das Thema „besonders gelungen“ im Unterricht und im Schulleben umsetzen, sollen ausgezeichnet werden. Die GEW ätzt dazu: „Auf der einen Seite ein ‚Festival der Ideen‘ für einen möglichst kreativen Umgang mit den Hymnen auszurufen und gleichzeitig den Akteur:innen indirekt mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe zu drohen, gleicht einer pädagogischen Bankrotterklärung.“ News4teachers 

Zum Hymnensingen in der Schule: In die Lehrerkonferenz hineingehört (eine Satire)

 

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SekII-Lehrer
4 Tage zuvor

„Integration, Gemeinschaft und Identifikation stellt man nicht mit Gesangspflichten her“ – Ich würde sogar sagen, man erreicht damit das Gegenteil. Ein Staat, der die Bayernhymne („Gott mit dir, du Land der Bayern“…) bei Abiturfeiern oktroyiert, wird damit sicher nicht erreichen, dass sich die Schüler:innen (Vorsicht: an bayerischen Schulen verbotene Schreibweise…) mit dem Staat identifizieren, sondern macht sich im besten Fall durch Weltfremdheit und Autoritätsgehabe lächerlich. Im besten Fall!

Und: Er macht es seinen Beamt:innen noch schwerer, authentisch (!) als Vertreter dieses Staates aufzutreten. Das ist ein Effekt, den man nicht unterschätzen sollte.

Rainer Zufall
4 Tage zuvor
Antwortet  SekII-Lehrer

“macht es seinen Beamt:innen noch schwerer, authentisch (!) als Vertreter dieses Staates aufzutreten.”
Wenn die so schlecht singen wie ich, wird der Unsinn vielleicht früher denn später auffliegen ^^

ed840
4 Tage zuvor
Antwortet  SekII-Lehrer

Vorsicht: an bayerischen Schulen verbotene Schreibweise…) 

Nicht nur an bayerischen Schulen.

Schüler*innen können sie in Bayern aber in schriftlichen Arbeiten verwenden und dürfen deswegen nicht schlechter bewertet werden.

In anderen BL wären sie als notenrelevanter Rechtschreibfehler zu werten.
Dort wurde sogar vor Nachteilen bei den Abiturprüfungen gewarnt, wenn Genderzeichen verwendet würden.

https://www.hessenschau.de/politik/genderverbot-an-schulen-in-hessen-wird-scharf-kontrolliert—kritik-an-entgender-wahn-v1,genderverbot-schulen-hessen-kritik-100.html

https://taz.de/Abiturpruefung-in-Schleswig-Holstein/!6005834/

usw.

SekII-Lehrer
3 Tage zuvor
Antwortet  ed840

Ob Schüler:innen gendern oder nicht bzw. ob man das bewertet oder nicht, fällt angesichts der durchschnittlichen Rechtschreibfähigkeiten nicht ins Gewicht. Verboten ist Gendern für Lehrkräfte.
Bei dieser Verordnung geht es allein um Populismus, das ist selbst der Staatsregierung klar. Und ebenso ist dies der Fall bei diesem Hymnengebot.

ed840
3 Tage zuvor
Antwortet  SekII-Lehrer

 “Verboten ist Gendern für Lehrkräfte.”

In Behörden in Bayern sind im dienstlichen Schriftverkehr und der Normsprache die Rechtschreibregeln einzuhalten, somit wären Binnenzeichen in solchen Schriftstücken auch im schulischen Kontext nicht zulässig.

Ob es bei “Genderverboten” allein in Bayern um Populismus geht, muss jeder für sich selber entscheiden.

Ich fände es jedenfalls besser, wenn es in den betroffenen BL bei schriftlichen Leistungsnachweisen, beim schriftlichen Abitur etc. nicht als Fehler gewertet würde. Aber diese Meinung muss niemand teilen.

SekII-Lehrer
3 Tage zuvor
Antwortet  ed840

Glauben Sie tatsächlich, dass es der bayerischen Staatsregierung dabei um Rechtschreibung geht…? Dass Sie so naiv sind bzw. die Diskussion darum so wenig verfolgt haben, kann ich nicht glauben.

Das ist übrigens kein „Genderverbot“, sondern ein Genderverbot. Wo wir doch so kritisch mit Satzzeichen sind. Ich hab das entsprechende KMS gelesen. Und es betrifft in allererster Linie Lehrkräfte, selbst in der internen Kommunikation von Kollegin zu Kollege. Und umgekehrt und zwischen Kolleginnen und Kolleginnen und Kollegen und Kollegen ebenfalls.

Wenn ich mich richtig erinnere, gab es an genau einem Lehrstuhl an genau einer Universität Fälle, in denen nicht-gendernde Seminararbeiten schlechter bewertet wurden. Das halte auch ich für falsch.
Es ist kein einziger Fall bekannt, dass an einer bayerischen Schule Nicht-Gendern irgendeinen Nachteil für Schüler:innen hatte. Und im Abitur? Auch nicht. Natürlich nicht. Da macht es noch nicht mal mehr einen Notenpunkt Unterschied, wenn Schüler:innen kein einziges Komma setzen.

Das Genderverbot ist Populismus in Reinform.

Rainer Zufall
2 Tage zuvor
Antwortet  SekII-Lehrer

Jup, aber ed kann nur so tun, als würde es ihm um sachlichen Austausch gehen und nicht das CSU-Programm (oder schlimmeres)?

ed840
2 Tage zuvor
Antwortet  SekII-Lehrer

Alles klar.

Wenn Sie nur die Regelungen in Bayern stören, nicht die in anderen Bundesländern, kann ich das schon tolerieren.

Rainer Zufall
2 Tage zuvor
Antwortet  ed840

“Ob es bei “Genderverboten” allein in Bayern um Populismus geht, muss jeder für sich selber entscheiden.”
Was spricht dagegen? Die Rechtschreibkommission hat es nicht verboten, will es stattdessen sogar im Auge behalten.

Augen auf, Bayern hat mit seinen Sprachverboten eine Tür geöffnet, eines Tages anderen das generische Maskulinum zu verbieten, anstatt – wie es die Genderbeführworter*innen vorsahen, sich in einer offenen, freien Sprache freiwillig und durch gute Argumentation durchzusetzen.

Warten wir ab, ob andere Parteien so viel Bock auf Sprachpolizei haben wie die CSU ^^

ed840
2 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Wenn Sie das Genderverbot in Ihrem Bundesland nicht als Populismus empfinden wollen, werde ich das natürlich tolerieren.

Rainer Zufall
16 Stunden zuvor
Antwortet  ed840

Ich empfinde es in jedem Bundesland als störend.
Es wäre eine erfrischende Abwechslung, wenn Sie nicht bei jeder Kleinigkeit wie wild auf andere Bundesländer zeigen, weil jemand irgendetwas an der CSU/ in Bayern kritisiert.

Ihre Nachfrage, ob wir das in anderen Bunddsländern nicht auch kritisieren? JA, KLAR! Außer Ihnen erklärt niemand das eigene Bundesland zur Ausnahme von der Regel! 😀

ed840
5 Stunden zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Wer ist “wir”?

Warum konnten Sie sich dann hier bisher nicht dazu durchringen, die Regelung in BL mit Abwertung bei Schülerleistungen zu kritisieren?

Stört es Sie, wenn ich darauf hinweise, dass im Gegensatz zu anderen BL Schüler*innen in Bayern Genderzeichen verwenden können ohne Nachteile bei der Benotung befürchten zu müssen?

Rainer Zufall
2 Tage zuvor
Antwortet  ed840

“Schüler*innen können sie in Bayern aber in schriftlichen Arbeiten verwenden und dürfen deswegen nicht schlechter bewertet werden.”
Aber sie werden als falsch angestrichen

ed840
2 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Stimm, nach meinen Informationen soll angestrichen werden, was nicht den Rechtschreibregeln entspricht.

Würden Sie es denn besser finden, wenn die Leistungsnachweise der Schüler*innen in Bayern deshalb auch noch abgewertet würden, so wie in anderen Bundesländern?

Rainer Zufall
16 Stunden zuvor
Antwortet  ed840

Im Gegensatz kritisiere ich diese Politik, wie auch die Hymnenoflicht in ALLEN Fällen und verbiege mich nicht, um mein eigenes Bundesland vor jeglicher Kritik zu schonen 😉

ed840
5 Stunden zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Mag sein dass Sie das glauben wollen, allerdings habe ich hier in diesem Thread noch keine Kritik z.B. zum Genderverbot in BW gelesen.

SekII-Lehrer
14 Stunden zuvor
Antwortet  ed840

In welchen Bundesländern ist das so? Mich würden die konkreten Verordnungen interessieren.

ed840
5 Stunden zuvor
Antwortet  SekII-Lehrer

In welchen Bundesländern ist das so? “

Auf zwei davon habe ich oben schon verlinkt.

Mich würden die konkreten Verordnungen interessieren.

Was hindert Sie daran diese zu lesen?

Rainer Zufall
4 Stunden zuvor
Antwortet  SekII-Lehrer

Wozu? Macht es für irgendwen einen Unterschied (außer für ed), WELCHES Bundesland so eine Politik verfolgt?

Meiomei
3 Tage zuvor
Antwortet  SekII-Lehrer

Wenn sie es ein Schulleben lang erreicht haben, Integration, Gemeinschaft und Indentikation,
Dann wird das Hymnen anhören (Mitsingen müssen sie ja nicht) die SuS nicht aus der Bahn werfen. Falls nicht, ist das mit der Hymne auch egal.

Und warum ich es aufgrund des Abspielen einer Hymne (die wird auch zu anderen Anlässen abgespielt Landtag, Bundestag, Länderspielen…) ein Problem haben authetisch (!) als Vertreter des Staats aufzutreten, kann ich nicht nachvollziehen.

SekII-Lehrer
3 Tage zuvor
Antwortet  Meiomei

Unsinn. Meine Schüler fühlen sich von derartigem Populismus bei ihrer (!) Abiturfeier verarscht. O-Ton.
Ich kann nicht authentisch hinter populistischen, unpädagogischen Verordnungen stehen. Wenn Sie das können, bitte. Ist ne Frage der Integrität.

E.S.
3 Tage zuvor
Antwortet  SekII-Lehrer

„Integration, Gemeinschaft und Identifikation stellt man nicht mit Gesangspflichten her“.
Dem würde ich energisch widersprechen. Gemeinsames Singen und Musizieren schafft durchaus Gemeinschaftsgefühle. Außerdem ist es konkreter als der immer gleiche Singsang von Demokratie und Demokratiebildung.

Walter Hasenbrot
3 Tage zuvor
Antwortet  E.S.

Das gemeinsame Singen fördert ein unkritisches Gmeinschaftsgefühl.

Nicht gerade das, was man demokratisches Denken nennt.
Kein Wunder, dass solche Rituale besonders in Diktaturen eine große Rolle spielen.

DerechteNorden
3 Tage zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Waren die USA auch vor Trump schon eine Diktatur?
Ich sage nur “Pledge of allegiance”. Jeden Morgen.
So einfach scheint es alsso nicht zu sein.

Walter Hasenbrot
3 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Die USA waren schon immer ein imperialistischer Staat, in dem demokratische Spielregeln nur zum Teil gelten. Man muss sich nur den Fall Assange ansehen.

DerechteNorden
2 Tage zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Wow, … Okay, jetzt kann ich Sie einordnen. Nun ja, …

Walter Hasenbrot
2 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Da haben Sie ja glänzend argumentiert.

Wo widersprechen Sie mir? Sind die USA Ihrer Meinung nach kein imperialistischer Staat? Haben die Kriege der letzten Jahrzehnte, die die USA geführt haben, gar nicht stattgefunden? Oder finden sie den Umgang der USA mit Assange vollkommen in Ordnung?

DerechteNorden
1 Tag zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Die EU (also auch Deutschland) ist auch imperialistisch, da sie mit ihrer Wirtschaftspolitik Länder des globalen Süden klein und abhängig hält.

Btw: Demokratien können imperialistisch sein. Das geht sehr wohl zusammen.

SekII-Lehrer
2 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Man singt dort die Nationalhymne. Was in Bayern verpflichtend vorgeschrieben wurde, ist die Bayernhymne. Das ist ein Unterschied.

DerechteNorden
2 Tage zuvor
Antwortet  SekII-Lehrer

Eben, man sollte gemeinsames Singen differenziert betrachten.
@Walter Hasenbrot scheint das aber generell suspekt zu sein.

SekII-Lehrer
3 Tage zuvor
Antwortet  E.S.

Hier geht es um das verpflichtende Abspielen der Bayernhymne bei der Abiturfeier. Wenn Sie tatsächlich glauben, das würde zu einem Gemeinschaftsgefühl führen, sind Sie enorm weltfremd.

dickebank
3 Tage zuvor
Antwortet  SekII-Lehrer

Ist eigentlich die Abspielgeschwindigkeit vorgeschrieben? Ich hätte da nämlich so eine Idee

Hans Malz
3 Tage zuvor
Antwortet  dickebank

Der alte Plattenspieler schafft noch 78 … da singt die Micky Maus.

SekII-Lehrer
3 Tage zuvor
Antwortet  dickebank

Im entsprechenden Schreiben des Kultusministeriums wird dezidiert auf die Strafbewehrung verwiesen, wenn staatliche Symbole lächerlich gemacht werden. An sich nicht unsinnig.
Was die Junge Union, von der die Idee stammt, allerdings nicht sieht: Die CSU macht sich damit lächerlich, vor zig potentiellen Jungwählern.

dickebank
2 Tage zuvor
Antwortet  SekII-Lehrer

Bayernhymne = Stastssymbol?
Hat die Bayernhymne Verfassungsrang?

ed840
2 Tage zuvor
Antwortet  dickebank
dickebank
2 Tage zuvor
Antwortet  ed840

Ist doch super, dann kann man als Nichtbayer die Bayernhymne ja verunglimpfen.

ed840
1 Tag zuvor
Antwortet  dickebank

Probieren Sie es halt einfach mal aus, wenn Ihnen der Sinn danach steht.

dickebank
1 Tag zuvor
Antwortet  ed840

Nun ja es hat schon Gründe warum Otto von B. Bayern aufgekauft hat. Dafür durfte der Kini seine Briefmarken, seine Eisenbahn und das Reinheitsgebot behalten. Da kann man auch so tolerant sein, wenn des Kinis Kronprinz jetzt seinen abgehenden Untertanen die Hymne auf’s Ohr drücken will. Der bayrischen defiliermarsch ist ausgeschlossen, der gefiel schon jemand anderem, der in München die Hauptstadt der Bewegung sah.

ed840
1 Tag zuvor
Antwortet  dickebank

Das mag sein

Jemand der in Mönchengladbach zur Schule ging bevorzugte vermutlich eher ein Lied über jemand der in Bielefeld geboren wurde.

dickebank
1 Tag zuvor
Antwortet  ed840

Dafür müsste ja erst einmal die Bieleferldverschwörung widerlegt werden. Wenn es denn Bielefeld geben sollte, ist wichtig zu wissen, ob vorm oder hinter dem Berg. Und in Mönchengladbach ist die entscheidende Frage Mönchengladbach oder Rheydt.
Gemeinsame Lieder werden die mit größter anzunehmender Wahrscheinlichkeit nur singen, wenn sie dem traditionellen Flügel der guten alten Tante SPD angehören.

Hysterican
2 Tage zuvor
Antwortet  dickebank

Verkürzt auch die physischen Qualen … 😉

Ludwig
3 Tage zuvor
Antwortet  SekII-Lehrer

Ja, gut, aber warum werden dann Hymnen bei Sportwettkämpfen gespielt, wenn das alles so sinnlos ist (im Kern gebe ich Ihnen ja sogar Recht).

Die Beamten werden nicht wegen einer Hymnenpflicht zu Angestellten werden wollen. Die Vorteile des Beamtentums sind sattsam bekannt. Die Nachteile des Angestelltenverhältnisses dem gegenüber auch. Glauben Sie wirklich, irgendein Beamten möchte wegen der Hymnenpflicht Angestellter werden?

SekII-Lehrer
14 Stunden zuvor
Antwortet  Ludwig

Hä?

Maybe
4 Tage zuvor

Gefällt mir sehr:

[…] und >Rahmenbedingungen<, die es Lehrkräften ermöglichen, genau das auch in den Mittelpunkt ihrer Arbeit zu stellen“, erklärte Fleischmann."
R a h m e n b e d i n g u n g e n – sind erst mal nötig (menpowermäßig, baulich, LDOmäßig…….)

Danke Frau Fleischmann, ich habe mir dazu die letzten Tage hier die Finger wundgeschrieben

Geplant ist ja nun das "Festival der Ideen". Dürfen dann Sprayer die Bavaria oder Neuschwanstein verschönern? Publicity für den Nockerberg? Luise Kinseer freut sich schon.

Hoffentlich führt das alles nicht zu einem 'Festival der
(herausleuchtenden)Lügen'.
MMn hat der Kieni schlechte PR-Menschen.
Diesen Kontrast: konservativ und modern progressiv packt so mancher Bayer nicht.
Na ja, wenigstens hat er jetzt aufgehört Essen zu posten und König Ludwig II zu geben ( BartTracht).
Und so lange er nicht Schulverhältnisse wie bei Ludwig Thoma und das Königlich Bayerische Amtsgericht einfordert……oder vielleicht doch ? 😉

dickebank
4 Tage zuvor
Antwortet  Maybe

Wenn der “Münchner im Himmel” auch seinen Job derart vernachlässigt, erreicht der göttliche Ratschlag den Kini 2.0 nie.

Meiomei
3 Tage zuvor
Antwortet  Maybe

Hier ein Graffiti-Projekt in Bayern an einem bayrischen Kloster-Gymnasium.
Es ist schon etwas möglich, wenn die Rahmenbedingungen stimmen.
https://ilovegraffiti.de/blog/2012/10/06/st-ottilien-himmel-trifft-erde-graffiti-im-klosterdorf/

Maybe
3 Tage zuvor
Antwortet  Meiomei

Danke dafür.
Tja, es gibt halt auch in der Kirvhe solche und solche.

Muxi
4 Tage zuvor

Ich sag hier lieber nicht was meine Kollegen über diese Sache denken. Fällt aber nicht gerade positiv aus….

S.B.
4 Tage zuvor

Die Schulen werden das schon hinbekommen. Lassen wir ihnen die Freiheit. Gesungen wird aber nur mit Noten, damit die Notenlesekenntnis verbessert wird. Geübt wird das Ganze in der Verfassungsviertelstunde. Den Feinschliff gibt’s dann bei der Fußball-WM.

Katze
4 Tage zuvor

Festival der Ideen – ach wie scheenBayern macht’s möglich: Demokratie zum Mitsingen – wer braucht da noch Mitreden.
Das Kultusministerium kündigt gleichzeitig ein „Festival der Ideen“ an.
Schulen sollen kreative Konzepte entwickeln, wie man Hymnen pädagogisch wertvoll einsetzt.
Hab da gleich ein paar Ideen:
Demokratie-Playback – Wer die Hymne nicht singen will, darf wenigstens lippensynchron „mitdemokratisieren“.
Hymnen-Flashmob – Überraschung! Demokratie springt dich an.
Bundesländer-Battle – Wer hat die fetzigste Hymne? Bayern tritt gegen Bremen an. Spoiler: Bremen hat keine.
Hymnen-Workshop – „Wie schreibe ich eine Hymne, die niemand singen will, aber alle müssen?“
Die besten Schulen und Lehrer werden ausgezeichnet.
Vielleicht mit einem Orden: „Für besondere Verdienste um die kreative Erfüllung staatlicher Symbolpflichten“.
Und weil’s so schön ist, für Lehrkräfte noch ne kleine Anpassung der Nationalhymne:
Einigkeit und Recht auf Freizeit – klingt doch viel realistischer als das Original.
Schließlich braucht man ja Zeit, um all die neuen Hymnenprojekte kompetenzenkompetent vorzubereiten.

Rainer Zufall
4 Tage zuvor

“Ob die Hymnen von Tonträgern abgespielt oder von Musikgruppen vorgetragen werden, liege „im Ermessen der Schulleitung und richtet sich nach den Möglichkeiten der einzelnen Schule“.”
Mit ausgestreckten Arm oder vorerst noch ohne?

„Lehrerinnen und Lehrer wissen als ausgebildete Pädagogen genau, wie sie mit diesen Themen umzugehen haben“
Darum sind sie dagegen.
Vielleicht lässt es sich in die Verfassungsviertelstunde einarbeiten:
5 Minuten Flaggenappell und Hymnenzwang in Kaiserreich, Nazideutschland und DDR zeigen,
5 Minuten Hymne singen,
5 Minuten diskitieren, was zum Teufel das soll

Meiomei
3 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Sie können doch lesen. Aufgrund des Hinweises auf das Strafgesetz erübrigt sich ihre erste Frage.
Und ja, die SuS dürfen zu den Feiern in Bayern sogar auch ein Regenbogen – Shirt tragen.

Und wenn sie die Inhalte der Verfassungsviertelstunden (die auch zusammengefasst werden können) nicht kenn, sollten Sie nicht mit so abstrusen Gedanken kommen.

Rainer Zufall
3 Tage zuvor
Antwortet  Meiomei

“Aufgrund des Hinweises auf das Strafgesetz erübrigt sich ihre erste Frage.”
Darum räumte ich die Option “vorerst ohne” ein 🙂

“Und ja, die SuS dürfen zu den Feiern in Bayern sogar auch ein Regenbogen – Shirt tragen.”
Wow! Wird das den Kindern noch nicht diktiert? Unglaublich!
Was als Nächstes? Schulpreis dafür, dass bunte Kreide erlaubt wird? XD

Hans Malz
3 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

“Ob die Hymnen von Tonträgern abgespielt oder von Musikgruppen vorgetragen werden, liege „im Ermessen der Schulleitung…”

Hmmm, als alter Ruhrpottler denke ich da an Kreator oder Destruction … könnte lustig werden.

Rainer Zufall
2 Tage zuvor
Antwortet  Hans Malz

Populist*innen können Humor nicht ertragen, dager direkt die strafrechtlichen Aussichten darauf: “Verunglimpfung des Staates und seiner Symbole”

Sonst würde ich jedes Mal die Hymne inbrünstig singen, während Kinder der Kaiserzeit, singende Hitlerjugend und indoktrinierte DDR-Kinder gezeigt würden. Aber Bayern macht da die Geschichte halt greifbarer – Ziel offen…

Hans Malz
2 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Na ja, Jimi Hendrix Woodstock Version gilt ja heute als Kunst. Das ist dann doch keine Verunglimpfung, wenn man so was Ähnliches macht.

Rainer Zufall
16 Stunden zuvor
Antwortet  Hans Malz

Ach, haben Sie da auch ne Pflicht den Morgens und bei feierlichen Anlässen zu spielen?
Genauso populistisch, genau so wirkungslos und bescheuert.

Ich würde Ihnen zustimmen, wenn Sie einen wahren Fall aus der heutigen Zeit beschrieben hätten.

Meiomei
3 Tage zuvor

Wir brauchen keine detaillierte Gängelung von oben“, sagte BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann der „Abendzeitung“. Viele Schulen spielten die Hymnen bereits heute bei entsprechenden Anlässen.

Wenn ich die Hymne schon spiele, warum rege ich mich dann darüber auf.

Spielt die Hymnen einfach ab und macht kein großes Trara darum. Das dauert insgesamt vielleicht 4 Minuten. Dann kürzen die Redener ihr Vorträge (Es wird halt nicht jeder mehr explizit angesprochen.
Im Mittelpunkt der Abschlussfeiern stehen die SuS und ihr Schulabschluss. Und nicht, wie kann ich gegen den Erlass agieren.

RaLy
3 Tage zuvor

Als Lehrkraft im Auslandsschuldienst habe ich gute Erfahrungen mit dem gemeinsamen Singen der Hymne gemacht. Warum nicht?

Rainer Zufall
3 Tage zuvor

So spannend und erfüllend es auch sein mag, über Söders bedauernswertes Stöckchen zu springen, können wir zumindest zeitgleich Informationen/ Updates zum “Porno-Skandal”, Brennpunktschulen mit Polizeipräsenz und/ oder wissenschaftliche Erkenntnisse bekommen, WENN bereits schon populistischer Bodensatz ausgekratzt wird? (auch wenn ich weiterhin hochgespannt auf die Wiederholung der exakt gleichen Aussagen in einem halben Jahr bin – nach der Panikmache über Freibäder, versteht sich… -___-)

Ludwig
3 Tage zuvor

Ich stimme zwar zu, dass Identität nicht durch eine Hymnenpflicht geschaffen wird, allerdings formt sich Identität durchaus durch Hymnen und viele andere Dinge zusätzlich. Man schaue sich sportliche Wettkämpfe an, bei denen Hymnen gespielt werden. Schlimm? Nein. Nötig? Nein. Gehört irgendwie dazu? Ja. Stiftet Identität und Gemeinschaftsgefühl. Ich denke ja. Natürlich nicht bei denen, die was gegen das “Hymnenobjekt” (z.B. Deutschland) haben. Unsere Schule hat eine Hymne. Sie wurde früher bei feierlichen Anlässen gesungen. Unsere Schule verkauft “Schukleidung” (T-Shirts). Da steht der Name unserer Schule drauf. Soll Identität und Gemeinschaftsgefühl stärken. Vermutlich. Sehe ich genauso wie das Abspielen der Hymne.

Die Frage für mich ist nur, wenn man sich “gemeinsam versammelt” unter einer Hymne, einer speziellen Schulkleidung etc. pp., dann ist das ja immer auch eine Abgrenzung gegenüber denen mit anderer Hymne, Schulkleidung etc. pp. Ist das noch zeitgemäß? Wollen wir das noch?

wiewärsdendamit
12 Stunden zuvor

Auszug aus PM-VLB 01/2026:
Schülerwettbewerb der Bayrischen Staatsregierung 2012 für eine neue dritte Strophe der Bayernhymne.
Siegerinnen des Wettbwerbs waren drei SuS aus Tölz.

Neue Strophe:

Gott mit uns und allen Völkern
ganz in Einheit tun wir kund:
In der Vielfalt liegt die Zukunft,
in Europas Staatenbund.
Freie Menschen, Freies Leben,
gleiches Recht für Mann und Frau,
Goldne Sterne, blaue Fahne
und der Himmel, weiß und blau.

Anscheinend hat der Landtag die Ergänzung seinerzeit abgelehnt, aber man könnte ja noch einmal einen Versuch starten.

Vorteil eine Melodie und Europa ist gleich inbegeriffen.

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