HALLE. Kein Deutsch, kein Eintritt: Diese umstrittene Regel ist in einem Strandbad in Sachsen-Anhalt eingeführt worden. Nachdem der Chef des Heidebades in Halle am vergangenen Wochenende ein Kleinkind aus metertiefem Wasser retten musste, führte er eine Regel ein, wonach Menschen, die nicht ausreichend Deutsch sprechen und die Baderegeln nicht verstehen, nicht mehr hereingelassen werden. Die DLRG hält das für diskriminierend. Am Wochenende verunglückten unterdessen gleich drei Jugendliche im Rhein-Herne-Kanal – die Stadt Gelsenkirchen mahnt ausdrücklich, nur bewachte Badestellen zu nutzen. Wie Freibäder.

„Wir müssen uns sicher sein, dass die Besucherinnen und Besucher unsere Baderegeln verstehen und so konsequent sein, um die Sicherheit der Badegäste gewährleisten zu können“, sagte Schwimmbad-Chef Mathias Nobel der Deutschen Presse-Agentur. Falle am Eingang auf, dass es Verständnisprobleme gibt, werde im Einzelfall entschieden, wie verfahren wird.
Ihm gehe es vor allem darum, dass die Badegäste wüssten, wie sie sich am und im Wasser verhalten müssten, betonte Nobel. Dabei spiele die Sprache eine wichtige Rolle, aber nicht nur. „Wenn die Sprachkenntnis eher schlecht ist, wir aber das Gefühl haben, dass die Menschen wissen, wie sich am Wasser verhalten wird, dürfen sie natürlich bei uns baden.“ Für seine Entscheidung sei er dennoch auch kritisiert worden, erzählt der Geschäftsführer des Bades. „Wir bleiben da aber konsequent.“
Kleinkind aus tiefem Wasser gerettet
Vor allem an heißen Tagen wie am vergangenen Wochenende sei auch am Einlass des Bades so viel los, dass eine neue Regelung habe gefunden werden müssen – ergänzend zu den Hinweisschildern, die an mehreren Stellen im Bad zu finden sind, sagte Nobel. Seit die neue Einlassregel vor wenigen Tagen eingeführt wurde, seien vereinzelt Menschen nicht hereingelassen worden.
Anlass, die Regel ins Leben zu rufen, sei ein Vorfall vom vergangenen Wochenende gewesen. Nobel – selbst Rettungsschwimmer – musste ein Kleinkind aus dem Wasser retten, das in viel zu tiefem Wasser war. „Unser See ist zum Teil 13 Meter tief. Das ist einfach gefährlich.“
Vor allem die Kinder müssten verstehen, wie sie sich am Wasser zu verhalten hätten und in Aufsicht von Personen sein, die ebenfalls wüssten, wie sie zu handeln hätten. Außerdem müssten die Menschen von den Rettungsschwimmern angesprochen werden können. Komme zum Beispiel eine Gruppe ohne auch nur eine Person, die ausreichend Deutsch verstehe, kämen bei ihm und seinem Team Bedenken auf, sagte Nobel.
Mit der neuen Regelung wolle er auch seine Bademeister entlasten. In der Vergangenheit habe es Diskussionen gegeben, weil diese nicht dazu bereit gewesen seien, die Schwimmregeln einzeln in ein Übersetzungsprogramm zu sprechen, so der Chef des Heidebades. „Mein Personal ist so schon an der Grenze.“
Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) sieht durchaus solche Herausforderungen. Ein Sprecher erklärte gegenüber dem Spiegel, Sprachbarrieren seien „sicher ein Risikofaktor“. Häufig komme es zu Unfällen, weil Gefahren falsch eingeschätzt würden oder nicht bekannt seien. „Wenn Hinweise nicht oder falsch verstanden werden, kann das durchaus ernste Folgen haben.“
Der Sprecher nennt noch ein weiteres Problem: „Unserer Erfahrung nach sind insbesondere zugewanderte Menschen häufiger Nichtschwimmer. Damit sind sie auch gefährdeter, zu ertrinken.“ In vielen anderen Ländern sei es nicht so verbreitet wie in Deutschland, schwimmen zu lernen. Auf den ersten Blick sei die Entscheidung des Heidebads verständlich. Dennoch halte man sie für nicht vertretbar und diskriminierend.
„Kein noch so heißer Tag ist es wert, ihn gegen das Leben einzutauschen“
Tatsächlich zeigen aktuelle Unglücke in Gelsenkirchen, welche Folgen das Baden gerade in unbewachten Gewässern haben kann. Am Samstagabend geriet ein 16-Jähriger beim Schwimmen im Rhein-Herne-Kanal nahe eines Parks in Gelsenkirchen in Not und ging unter. Er wurde zwar aus dem Wasser geborgen, starb jedoch in der Nacht im Krankenhaus. Nur einen Tag später kam es an nahezu derselben Stelle zu einem weiteren schweren Badeunfall: Zwei Brüder im Alter von 14 und 19 Jahren wurden am Sonntagabend als vermisst gemeldet. Taucher fanden die beiden rund 20 Minuten später im Wasser. Sie kamen mit lebensgefährlichen Verletzungen in Krankenhäuser.
Nach den Unglücken warnten Stadt, Feuerwehr und Polizei eindringlich vor dem Baden im Rhein-Herne-Kanal. Die Wasserstraße sei kein Badegewässer, sondern durch Schiffsverkehr, starke Strömungen und gefährliche Sogwirkungen lebensgefährlich. Gelsenkirchens Oberbürgermeisterin Andrea Henze sprach von „erschütternden“ Ereignissen und rief gemeinsam mit der Stadt dazu auf, zur Abkühlung ausdrücklich Freibäder oder andere bewachte Badestellen zu nutzen. Die Polizei appellierte ebenfalls, auf das Schwimmen in unbewachten Gewässern zu verzichten: „Kein noch so heißer Tag ist es wert, ihn gegen das Leben einzutauschen.“ News4teachers / mit Material der dpa
Debatte ums Schwimmenlernen: Ohne Bronze-Abzeichen nur mit Eltern ins Freibad?
Ich stelle mir gerade vor, was es für einen Aufschrei gäbe, würde man folgende Meldung lesen: Mallorca lässt Touristen nicht mehr an den Strand, wenn sie die Baderegeln auf Spanisch und Mallorquin nicht verstehen….
Man kann übrigens ein Handy auch an ein Schild halten; Google Lens hat eine Übersetzungsfunktion.
Die Begründung des Freibads scheint nachvollziehbar zu sein. Es würde nicht verwundern, wenn es bald zahlreiche Nachahmer gäbe.
Nicht nur den DLRG würde dies verwundern, es wird auch allgemein als nicht vertretbar und damit falsch erkannt.
Ich sehe das anders. Für mein Kleinkind bin ich als Elternteil verantwortlich, muss Gefahren einschätzen und abwehren. Ob ich meiner Verantwortung nachkomme, hängt nicht von meinem Sprach Verständnis ab. Soll heißen, mein Kind würde nicht in Finnland eher ertrinken als in England, weil ich besser englisch spreche.
Bei uns im Freibad übertreiben ab und zu Jugendliche beim Spielen im Wasser oder passen beim Wasserrutschen oder ins Wasser Springen nicht auf. Der Bademeister mischt sich dann ein und sagt ihnen was. Ein bisschen Sprachverstand wäre dann wichtig.
Es sitzen tatsächlich Eltern mit Handys, während ihre Kleinkinder im Wasser planschen. Oder laufen einige Kinder mit dem Essen ins Wasser. Alles braucht Sprachkenntnisse, um Eltern hinzuweisen.
Sonst gibt es immer die Hoffnung auf gesunden Menschenverstand.
Ich ergänze noch :
Ich brauche doch keine mündlichen Hinweise oder Hinweisschilder diesbezüglich. Es ging um ein Freibad. Da ist Wasser. Ich habe ein Kleinkind. Dieses kann genau genommen auch in 20cm hohem Wasser ertrinken – und zwar lautlos! Wasser ist Wasser und Kleinkind ist Kleinkind. Sprache egal. Gesunder Menschenverstand reicht.
Ich denke, es dreht sich nicht nur um Kleinkinder…
Ich beobachte zunehmend insbesondere Jugendliche (12 – 17 J.) und junge Erwachsene, die in unserem Freibad die Baderegeln entweder nicht kennen (wollen) oder missachten. Darauf von der Badeaufsicht angesprochen, reagieren sie mit:
„Ich nix verstehn, ich nix deutsch spreche“,… und machen unverfroren mit ihrem Verhalten weiter. Was dann schon mal zur Folge hat, dass sie des Bades verwiesen werden!
„Wir müssen uns sicher sein, dass die Besucherinnen und Besucher unsere Baderegeln verstehen und so konsequent sein, um die Sicherheit der Badegäste gewährle!isten zu können“ (…)
Diesem Ansinnen kann ich zu 100% zustimmen.
Was Sie und @Opossum beschreiben, klingt aber eher nach Ignoranz.
Man kann Leute des Platzes verweisen, die ignorant sind – sie vorher identifizieren kann man aber nicht. Die Geste für Platzverweis ist unmissverständlich, egal welche Sprache.
Sollte sich dann herausstellen, dass fehlende Sprachkenntnisse der Grund war, ist das trotzdem um der Sicherheit willen OK und dann muss die Person diese Erfahrung machen und sich die Regeln genauer anschauen, zB im Internet. Sollte sich herausstellen, dass überproportional viele Migranten des Platzes verwiesen werden, ist das auch OK, sofern es um dieses Verhalten geht und diese Regeln für alle gleich gelten – dann haben sich halt vor allem Migranten aus welchen Gründen auch immer, da verkehrt verhalten. Oder vor allem Männer, oder vor allem junge Mütter,…
Dann sind alle draußen, die aus Ignoranz oder wegen Sprache oder anderem sich oder andere in Gefahr bringen.
Auch jmd mit geistiger Behinderung, der durch sein Verhalten dort deutlich macht, dass er eigentlich ohne Betreuer gar nicht dort sein dürfte, darf des Platzes verwiesen werden – um nicht zu ertrinken!
Es geht aber nicht, von vorn herein für alle, die zB kein Deutsch sprechen, solche Regeln zu machen.
Ich habe den Eindruck, manche Leute die ignorant sind, schieben mitunter ihre fehlenden Sprachkenntnisse vor, um Ruhe zu haben und ihr Verhalten nicht ändern zu müssen („ich nix verstehen“).
Und dieser Bademeister nimmt dann das Argument Sprache, wohlwissend, dass das nicht das eigentliche Problem ist, auf, um alle für ihre Sprache zu diskriminieren.
Kurz, er benutzt das Fehlverhalten einiger und deren Argument („nix verstehen“) um alle „legal“ unter dem Deckmantel Sicherheit zu bestrafen.
Und dann ist es zufällig Sachsen – Anhalt, wo die Wahrscheinlichkeit von Afd – Sympathie nicht nur auf 40% angestiegen ist, sondern auch angesichts eines sehr wahrscheinlichen Wahlsieges dieser Partei der Mut in der Gesellschaft bezüglich solcher Vorgehen steigt. Dies nur als Nebengedanken, es gilt die Unschuldsvermutung. Btw : Auch hier sortieren wir nicht im Vorfeld alle Bademeister aus Sachsen-Anhalt aus, weil die ja mit 40%iger Wahrscheinlichkeit Migranten diskriminieren könnten und wie man hier im Forum liest, werden die Sicherheitsbedenken ernst genommen.
Neu ist die Idee auch nicht, Migranten in Freibädern auszuschließen, Orte in Schweiz oder Österreich hatten da schon was vor gemacht.
Manches ist so klar wie Kloßbrühe : Man braucht kein Kleinkind alleine ohne Begleitung ins Schwimmbad lassen, dass es dann in Gefahr wäre ist einfach offensichtlich. Dasselbe bei stärkerer geistiger Behinderung, es braucht dann halt Begleitung.
Nichtschwimmer zu sein, wäre dagegen kein Argument. Nichtschwimmer, wie zB mein verstorbener Onkel Jahrgang 1930, können sich meist selbst einschätzen und haben ein Recht auf die Gemeinschaft und darauf sich abzukühlen. Genauso ist man auch nicht bei fehlender Sprachkenntnisse in Gefahr.
Problem ist wohl eher, dass sich die Menschen, die potenziell eine Gefahr für sich oder andere darstellen könnten, mehr werden.
Handy Eltern, ESE, Sprache, Beeinträchtigungen.
Früher war es nicht schöner, als die Leute, die nicht ins Bild passten, in ihren Heimen verblieben.
Heute haben wir unsere Diversität vor Augen plus mehr Zuwanderung plus mehr Verhaltensauffälligkeiten aus verschiedenen gesellschaftlichen Gründen.
Das da ein Bademeister nicht reicht, kann man nachvollziehen und das man nicht immer nur nach mehr Personal und Geld schreien kann, ebenfalls.
Dann müssen Lösungen gefunden werden. Begrenzte Zeiten, dafür mehr Personal, oder Personenzahl am Ort eingrenzen.
Es geht nicht, bestimmte Gruppen auszuschließen und damit, wie hier schon jmd schrieb, die ganze Gruppe zu diskriminieren und unter Generalverdacht zu stellen.
„Ich ergänze noch :
Ich brauche doch keine mündlichen Hinweise oder Hinweisschilder diesbezüglich.“
Nein, Sie offensichtlich nicht. Das Problem scheint mir hier in der meines Erachtens falschen Grundannahme zu liegen, dass Sie dem Rest der Welt ausnahmslos eine vergleichbare Intelligenz unterstellen. Basierend auf den bisherigen Erfahrungen meines Lebens muss ich leider sagen: Das ist nachweislich falsch:
Aber wie „entfremdet“ muss die Menschheit denn sein, wenn Eltern nicht mehr wissen, dass ihre Kleinkinder im Wasser ertrinken könnten? Dann dürfte man sie gar nicht auf die Straße lassen.
Naja, manchmal ist es für einige Eltern wichtiger, das Smartphone im Auge zu behalten als das Kind. Leider!
„.. Wir haben es offenbar nicht geschafft, zu vermitteln, dass wir im Sinne der Jüngsten von Eltern erwarten, sich selbst und ihre Kinder bestmöglich zu bilden – und dass dazu gehört, rasch fehlerlos Deutsch zu lernen und Bildung in all ihren Facetten aktiv zu erarbeiten. Stattdessen vermitteln wir: Satt und sauber reicht, und für beides sorgt der Staat. .. „
https://www.cicero.de/kultur/bildungsbericht-2026-betreut-aber-nicht-gebildet
Damit ist vermutlich schon alles gesagt. Wenn die Familie, oft über Generationen hinweg, die Erfahrung gemacht haben von Hunger und Krieg bedroht zu sein sind ist Essen und Sicherheit das wichtigste.
Es besteht zunehmend keine Notwendigkeit mehr gründlich deutsch zu lernen, weil es im Alltag nicht wirklich gebraucht wird, man lebt und arbeitet in der eigenen Community.
„.. Wir haben es offenbar nicht geschafft, zu vermitteln, dass wir im Sinne der Jüngsten von Eltern erwarten, sich selbst und ihre Kinder bestmöglich zu bilden – und dass dazu gehört, rasch fehlerlos Deutsch zu lernen und Bildung in all ihren Facetten aktiv zu erarbeiten.“
Kinder können sich nunmal nicht selbst „bestmöglich bilden“ – und Deutsch lernen auch nicht. Eltern, die kein oder kaum Deutsch können, können’s ihnen auch nicht vermitteln. Da kann die (einheimische) Gesellschaft so viel erwarten, wie sie will – ohne obligatorische Sprachförderung in Kita und Schule kann das nicht klappen. Und klappt ja auch nicht, wie wir an den Ergebnissen von PISA und Co. sehen. Die Crux ist: Deutschland ist seit Jahrzehnten ein Einwanderungsland, lebt aber mit der Lebenslüge, keins zu sein (und glaubt deshalb auch, dass es die Infrastruktur eines Einwanderungslandes, wozu vor allem auch ein entsprechend aufgestelltes Bildungssystem gehört, nicht benötigt).
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Und immer wieder grüßt das Murmeltier.
Kinder können die angebotenen Lerngelegenheiten (DaZ etc.) aber nutzen. Den Weg kann man zeigen, gehen muss jeder selbst.
Wenn Lernangebote bzw. Förderstunden plangemäß stattfinden würden, wäre das ein echter Weghinweis.
Fakt ist leider, dass sie als erstes dem Vertretungsunterricht geopfert werden.
Seit wann entscheiden Grundschüler, ob sie einen Unterricht nutzen möchten oder nicht? Das können sie nur, wenn das Angebot freizeitmäßig unverbindlich mal ein bisschen draufgesetzt wird (oder eben nicht, wenn die Schule keine Ressourcen dafür hat). Darum geht es aber – genau nicht.
Es geht um eine obligatorische kontinuierliche schulische Sprachförderung, wie sie Einwanderungsländer selbstverständlich vorsehen.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
// Kinder können sich nunmal nicht selbst „bestmöglich bilden“ – und Deutsch lernen auch nicht. //
Jetzt erstaunen Sie mich aber, denn in der hier sonst propagierten Pädagogik/Didaktik sind Selbstbestimmung in der KiTa und das selbstständige und selbstorganisierte Lernen mit Lerncoach in der Lernwelt doch Garant für beste Ergebnisse!
Haben Sie den verlinkten Artikel weitergelesen?
// Aber anstatt dem Rechnung zu tragen, arbeiten Kindergärten kontraproduktiv: Sprachliche Instruktion hat heute in Kindergärten nicht mehr denselben, sondern einen sehr viel geringeren Stellenwert als noch vor 20 oder 40 Jahren. Grund: Der von mir schon vielfach beschriebene Irrweg der „Selbstbildung“ und der „Situationsansatz“, der direkte Instruktion, einen rhythmisierten Tagesablauf und vom Erwachsenen verantwortete und geplante Lernaktivitäten ablehnt. Kinder sind heute in der KiTa primär sich selbst überlassen. Die Erzieher sprechen wenig mit ihnen – nicht annähernd so viel, wie nötig wäre, um in größerem Umfang sprachliche Förderung zu erzielen. Hinzu kommt, dass die pädagogische Ideologie es Erziehern verbietet, Kinder gezielt zu korrigieren und zu instruieren. //
Oha, sie hat Jehova gesagt.
Sie schmeißen alles in einen Topf, um sich über eine ungenießbare Suppe mokieren zu können. Wir wissen nicht, wen oder was Sie mit „hier sonst propagierten Pädagogik/Didaktik“ meinen – wenn Sie sich (zum Beispiel) mit dem von uns vorgestellten und von zahlreichen Schulen in Deutschland mittlerweile praktizierten Deeper Learning mal beschäftigen würden, würden Sie feststellen, dass es dabei entscheidend auf die Grundlagen ankommt (wozu eine Beherrschung der Unterrichtssprache durchaus gezählt werden kann). Und selbstverständlich braucht freies Lernen auch Anleitung. Gerne hier nachlesen: https://www.news4teachers.de/2026/02/deeper-learning-warum-es-in-der-schule-der-zukunft-auf-ein-solides-fundament-aus-fachlichen-grundlagen-ankommt/
Aber das zu verstehen, setzt natürlich voraus, sich mal ernsthaft mit dem Sujet zu beschäftigen. Populistisch Herumtrompeten macht mehr Spaß, verstehen wir schon.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Die Crux ist: Deutschland ist seit Jahrzehnten ein Einwanderungsland, lebt aber mit der Lebenslüge, keins zu sein (und glaubt deshalb auch, dass es die Infrastruktur eines Einwanderungslandes, wozu vor allem auch ein entsprechend aufgestelltes Bildungssystem gehört, nicht benötigt).
Richtig. Aus den Flüchtlingen und Asylsuchenden (Personen die das Land verlassen müssten wenn der Fluchtgrund / Asylgrund wegfällt) wurden und werden Einwanderer und Eingebürgerte. Die soziale Sicherung und die kostenlose medizinische Versorgung ist im Vergleich zu den meisten Ländern traumhaft attraktiv und das ohne dafür (viel oder qualifiziert) arbeiten zu müssen.
Die allermeisten Einwanderer und Eingebürgerten leben aber nicht hier auf Kosten der sozialen Sicherung – und dass die medizinische Versorgung kostenlos sein soll, wäre für uns neu.
„Ausländische Beschäftigte steuern 706 Milliarden zum BIP bei“ (und da sind die Eingebürgerten noch nicht mit dabei). Die Summe entspricht in etwa einem Sechstel des BIPs, das Deutschland im Jahr 2024 erwirtschaftet hat. Gerne hier nachlesen: https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/migration-auslaendische-beschaeftigte-steuern-706-milliarden-zum-bip-bei/100149891.html
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Ich finde den Sicherheitsgedanken absolut nachvollziehbar. Ein Badbetreiber muss verhindern, dass Kinder unbeaufsichtigt in tiefes Wasser geraten, Regeln missachtet werden oder Rettungskräfte durch vermeidbare Konflikte zusätzlich belastet werden. Gerade bei einem bis zu 13 Meter tiefen See ist das kein Nebenthema.
Trotzdem ist ein Ausschluss wegen fehlender Deutschkenntnisse der falsche Weg. Entscheidend darf nicht sein, ob jemand Deutsch spricht, sondern ob die Person die Sicherheitsregeln versteht, Kinder zuverlässig beaufsichtigt und sich im Bad regelkonform verhält. Deutschkenntnisse sind dafür höchstens ein Hilfskriterium, aber kein sachgerechtes Zugangskriterium.
Die Regel ist problematisch, weil sie Menschen nicht wegen eines konkreten Fehlverhaltens ausschließt, sondern wegen vermuteter Verständigungsprobleme. Damit geraten vor allem Menschen mit Migrationsgeschichte, Touristen oder neu zugewanderte Familien unter Generalverdacht. Genau darin liegt die diskriminierende Wirkung: Nicht das tatsächliche Verhalten wird bewertet, sondern ein Merkmal, das sehr eng mit Herkunft und sozialer Situation verbunden ist.
Außerdem ist die Maßnahme nicht besonders treffsicher. Ein deutschsprachiger Badegast kann Regeln ignorieren, ein nicht deutschsprachiger Badegast kann sie sehr wohl verstehen. Sicherheit wird also nicht automatisch größer, nur weil man am Eingang Deutschkenntnisse prüft.
Sinnvoller wären klare, für alle geltende Maßnahmen: mehrsprachige Baderegeln am Eingang, QR-Codes für die Regeln, große Piktogramme an Gefahrenstellen, farblich markierte Nichtschwimmer- und Tiefwasserbereiche,… ,aber eben für alle Badegäste nach denselben Kriterien.
Kurz gesagt: Sicherheit ist ein legitimes Ziel. Aber ein legitimes Ziel rechtfertigt nicht automatisch jedes Mittel. Wer Badegäste nach konkretem Verhalten, Schwimmfähigkeit, Aufsicht und Regelverständnis behandelt, handelt sachlich. Wer faktisch Sprache zur Eintrittsbedingung macht, riskiert Ausgrenzung. Die bessere Lösung ist nicht weniger Sicherheit, sondern Sicherheit ohne pauschalen Ausschluss.
Danke für diesen klaren, differenzierten Beitrag – dem ist nichts weiter hinzuzufügen .
„Trotzdem ist ein Ausschluss wegen fehlender Deutschkenntnisse der falsche Weg.“
Das entscheidenden Kriterium ist erst einmal die Kenntnis der Baderegeln. Aus dem Artikel:
Ihm (= dem Geschäftsführer des Bades; Anm. von mir) gehe es vor allem darum, dass die Badegäste wüssten, wie sie sich am und im Wasser verhalten müssten, betonte Nobel. Dabei spiele die Sprache eine wichtige Rolle, aber nicht nur. „Wenn die Sprachkenntnis eher schlecht ist, wir aber das Gefühl haben, dass die Menschen wissen, wie sich am Wasser verhalten wird, dürfen sie natürlich bei uns baden.“
Piktogramme, wie von Ihnen vorgeschlagen, helfen da bedingt – nämlich nur dann, wenn sie die Baderegeln sinnvoll abbilden können. Ähnlich sind mehrsprachige Tafeln sicher hilfreich – wenn eine von den Badegästen gesprochene oder verstandene Sprache dort vertreten ist. Nächstes Problem jedoch: Was mache ich, wenn gegen Baderegeln / Aufsichtspflicht für die eigenen Kinder / gesunden Menschenverstand verstoßen wird – und ich als Bademeister nicht verstanden werde?
Aus dem Artikel:
„Außerdem müssten die Menschen von den Rettungsschwimmern angesprochen werden können.“
Da hilft kein Piktogramm, keine mehrsprachige Tafel, keine Übersetzungs-App – weil zu langwierig in einem zum Bersten gefüllten Bad und eventuell einer volatilen Gefahrensituation.
Zu einem weiteren von Ihnen vorgebrachten Argument:
„Außerdem ist die Maßnahme nicht besonders treffsicher. Ein deutschsprachiger Badegast kann Regeln ignorieren, ein nicht deutschsprachiger Badegast kann sie sehr wohl verstehen. Sicherheit wird also nicht automatisch größer, nur weil man am Eingang Deutschkenntnisse prüft.“
Sorry, nicht stichhaltig. Einen deutschsprachigen Badegast kann ich auf sein Fehlverhalten aufmerksam machen, auch unter Zeitdruck in einem prall gefüllten Freibad, und gegebenenfalls vom Gelände verweisen. Bei einem nicht deutsprachigen Badegast dürfte das schwierig werden und per Übersetzungs-App dauert es zu lange (und kommt offenkundig zu häufig vor), um einen sicheren Betrieb des gesamten Bades gewährleisten zu können.
Es steht also zu erwarten, dass die Sicherheit durch die getroffene Maßnahme tatsächlich größer wird.
Dann dürften nicht deutsch-sprechende Ausländer auch nicht am Straßenverkehr teilnehmen – die kann die Polizei auch nicht auf Deutsch auf ihr Fehlverhalten aufmerksam machen. Müssen dann also in ihren Wohnungen bleiben.
Wie lächerlich fremdenfeindlich soll Deutschland eigentlich noch werden?
Herzliche Grüße
Die Redaktion
„Dann dürften nicht deutsch-sprechende Ausländer auch nicht am Straßenverkehr teilnehmen – die kann die Polizei auch nicht auf Deutsch auf ihr Fehlverhalten aufmerksam machen. Müssen dann also in ihren Wohnungen bleiben.“
Falsche Analogie: Die Notwendigkeit, mit Badegästen zu kommunizieren, die die Baderegeln nicht einhalten, ist offensichtlich so oft gegeben, dass das ohnehin schon stark belastete Personal damit überfordert wäre – „Mein Personal ist so schon an der Grenze.“
Mir wäre nicht bewusst, dass (bisher) die öffentliche Ordnung im Straßenverkehr zusammengebrochen wäre, weil die Polizei mit einzelnen nicht deutsch-sprechenden Ausländern nicht kommunizieren konnte.
Wir haben auch noch nie gehört, dass der Badebetrieb zusammengebrochen wäre, weil Badegäste kein Deutsch sprechen. Es ertrinken auch deutsch-sprachige Menschen in Deutschland.
Zur Erinnerung: Es gibt ein Diskriminierungsverbot in Deutschland. Artikel 3 Grundgesetz: „Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden.“ Hervorhebung durch uns. Quelle: https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_3.html
Wir glauben kaum, dass die Spaßbad-Regel Bestand haben wird, wenn jemand dagegen klagt.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
„Wir glauben kaum, dass die Spaßbad-Regel Bestand haben wird, wenn jemand dagegen klagt.“
Käme auf den Versuch an, oder? Persönlich möchte ich mir da kein Urteil erlauben (was ja auch nicht in meiner Zuständigkeit läge).
Ziel der Maßnahme ist letztlich, die Sicherheit der Badegäste zu gewährleisten, und überprüft wird beim Einlass immer im Einzelfall. Könnte auch als erlaubte Benachteiligung gewertet werden, da ein sachlich gerechtfertigter Grund vorliegt.
„Ziel der Maßnahme ist letztlich, die Sicherheit der Badegäste zu gewährleisten.“
Ist es das Ziel? „In Umfragen lag die vom Verfassungsschutz in Sachsen-Anhalt als gesichert rechtsextremistisch eingestufte AfD zuletzt deutlich vorn. Die Partei will in der Migrationspolitik vieles verändern.“ Gerne hier nachlesen: https://www.news4teachers.de/2026/06/bedrohung-durch-die-afd-migrantenfamilien-bereiten-sich-auf-wegzug-vor/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Statistische Informationen sagen nichts über den Einzelfall aus. Insofern ist Ihre Andeutung grundsätzlich möglich, bleibt aber an sich Spekulation. Hier bräuchte es eine gerichtliche Überprüfung des vorliegenden Falles.
Stopp!!
Sie stellen Ihre Argumente gerade selber infrage, ohne es zu merken.
Ich konkretisiere mal mein Beispiel mit dem diskriminierten Bademeister aus meinem obigen Kommentar, denn das hilft, denke ich, sehr zur Reflektion :
Es gibt Wahlbezirke, da hat die in Teilen gesichert rechtsextreme Afd bis zu 50% Stimmen und welche, da hat sie unter 10%.
Will man jmd für eine verantwortungsvolle Position einstellen, als Bademeister, Lehrkraft, bei der Polizei, Feuerwehr ect…
dann ist die Wahrscheinlichkeit auf jmd fremdenfeindliches, der zB Migranten diskriminiert und somit anderen schadet, in manchem Wahlbezirk fünf mal so hoch wie in anderen.
Wir haben ein berechtigtes Interesse, dass zB keine Lehrkraft unseren Kindern schadet und damit am Ende uns allen und haben begrenzte Ressourcen ausgiebig jeden Einzelfall zu kontrollieren.
Also wäre es am einfachsten, ein Gefahren Potenzial abzuwenden, indem wir aus solchen Wahlbezirken niemanden einstellen, sondern bevorzugt aus den Wahlbezirken, wo der Anteil an rechtsextremen Wählern möglichst klein ist.
Die Gefahr wäre somit deutlich geringer.
Ist doch nachvollziehbar, oder?
Das würden wir aber nie tun, es wäre ein Unding!
Das wäre genau dieselbe Art von Diskriminierung, wie die im Artikel. In diesem Fall würde die Herkunft die Rolle spielen.
Statistisches Fehlverhalten aufgrund von Sprachschwierigkeiten sagt nichts über den Einzelfall aus. Insofern ist Ihre Andeutung grundsätzlich möglich, bleibt aber an sich Spekulation. Hier bräuchte es eine persönliche Überprüfung des vorliegenden Falles.
Wenn es an einer Badestelle mit Rettungsschwimmern zu einem tödlichen Unfall kommt, wer haftet dann und landet vor Gericht und verliert evtl. seinen Job? Ganz abgesehen davon, dass der Rettungsschwimmer ein Trauma entwickeln könnte, weil er die Sicherheit seiner Badegäste nicht gewährleistete bzw. nicht gewährleisten konnte?
Dann dürften vor allem keine Kinder in Freibäder gelassen werden – denn die verunglücken deutlich am häufigsten.
Geht das schon wieder los, Frau „potschemutschka“? Äußern Sie einfach Ihre Meinung (zum Beispiel: Ausländer raus) – und hören Sie auf, so dämliche Suggestivfragen zu stellen.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Analphabet*innen, Gehörlose und psychisch sowie geistig Kranke wären dann aus Sicherheitsgründen ebenfalls betroffen.
Ob das auch im Sinne der Schwimmbäder wäre? Von humanistischen Aspekten mal ganz abgesehen…
Analphabet*innen: verstehen Deutsch (mündlich). Werden daher beim Einlass mutmaßlich nicht aufgehalten (jedenfalls keine Erwähnung im Artikel). Folgerung: nicht relevant.
Gehörlose: können Ausweis vorzeigen & gegebenenfalls schriftlich kommunizieren. Sehr seltener Einzelfall; ohne wahrnehmbare Auswirkungen auf die Gesamtbelastung des Badepersonals. Folgerung: nicht relevant.
psychisch sowie geistig Kranke: benötigen gegebenenfalls Begleitperson (wenn sie potenziell eine Gefahr für sich oder andere darstellen). Voraussetzung für die Begleitperson: dieselben wie für jeden anderen Badegast auch – kennt Baderegeln, versteht Deutsch, plus: beaufsichtigt psychisch bzw. geistig kranken Menschen & ist in der Lage, im Bedarfsfall mit diesem zu kommunizieren.
Ihnen ist also klar, dass mündliche Sprache nur eine von mehreren Kommunikationsebenen ist.
Übrigens ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Badeaufsicht in einem vollen Schwimmbad, aufgrund des Lärmpegels akustisch verstanden werden kann, verhältnismäßig gering.
In der Regel sind Gestik und Mimik in diesen speziellen Situationen meist unmissverständlich.
Dazu fällt mir ein Gespräch mit einem DLRG Kollegen ein, der sein Verhalten während einer Rettungsaktion im Meer folgendermaßen beschrieb: Er würde der ertrinkenden und entsprechend panisch reagierenden Person zuerst auf die Nase schlagen, um diese etwas außer Gefecht zu setzen und sie effektiver abschleppen zu können – soviel zu den angeblich erforderlichen Sprachkenntnissen im Ernstfall .
Ist das Ihr Ernst? Sie führen ein einziges Gegenbeispiel an und implizieren, damit bewiesen zu haben, dass in allen überhaupt denkbaren Ernstfall-Situationen Sprachkenntnisse entbehrlich sind?
Inwiefern meinen Sie dieses Beispiel durch Ihre Fragen entkräften zu können ?
Im Übrigen muss ich hier nichts „beweisen“ – geht vielmehr um alltägliche Erfahrungen von Rettungsschwimmer*innen.
Ich glaube, hier werden zwei Dinge vermischt.
Dass Sprachbarrieren in einem Bad ein Sicherheitsproblem sein können, bestreite ich nicht. Natürlich muss Personal in Gefahrensituationen schnell eingreifen können. Aber daraus folgt nicht automatisch, dass Deutschkenntnisse das richtige Zugangskriterium sind.
Meine schnellen Vorschläge wie mehrsprachige Regeln, QR-Codes, große Piktogramme und farblich markierte Bereiche waren auch nicht als Ersatz für Bademeister gemeint. Sie sollen Risiken vorher senken, bevor es überhaupt zur Gefahrensituation kommt. Ein Schild rettet niemanden aus dem Wasser, aber eine klare Markierung kann verhindern, dass jemand überhaupt in einen gefährlichen Bereich geht.
Problematisch finde ich, fehlende Deutschkenntnisse schon am Eingang wie einen Sicherheitsverstoß zu behandeln. Denn damit wird aus einer möglichen Verständigungsschwierigkeit ein pauschaler Verdacht. Sprache kann in einzelnen Situationen ein praktisches Problem sein. Sie darf aber nicht automatisch als Beweis dafür gelten, dass jemand Regeln nicht versteht, Kinder nicht beaufsichtigen kann oder eine Gefahr darstellt.
Sonst müsste man diese Logik auch in anderen gefährlichen Bereichen anwenden: im Straßenverkehr, an Bahnhöfen, in Freizeitparks, an Flughäfen oder bei Evakuierungen. Auch dort können Sprachbarrieren gefährlich sein. Trotzdem schließt man Menschen nicht pauschal aus, weil sie kein Deutsch sprechen. Man arbeitet mit Symbolen, Standards, klaren Regeln, einfachen Signalen und sanktioniert konkretes Fehlverhalten.
Konsequente Sicherheitsmaßnahmen sind notwendig, sollten aber an konkretem Verhalten, Regelverständnis und unmittelbarer Gefahrenlage ansetzen und nicht an Deutschkenntnissen als praktischem Ersatzkriterium.
Ab was gilt „kein Deutsch“?
Bin gespannt, in welchen Sprachen dieser Hinweis ausgegeben wird…
Aber joa. Schätze, der Urlaub in Spanien, Italien und Frankreich hat sich erstmal erledigt, bis die Deutschen diese Sprachen „gut genug“ beherrschen, um sich sich dort nicht versehentlich umzubringen o.ä. – da gelten von Land zu Land ja komplett unterschiedliche Regeln (augenroll)