
Zum ersten Mal wird Plattdeutsch an einer Schule in Niedersachsen zum regulären Unterrichtsfach. Das Land genehmigte die Einführung von Niederdeutsch als zweite Fremdsprache an der Oberschule Uplengen im Landkreis Leer. Die ersten Schülerinnen und Schüler, für die die Genehmigung gilt, sind die kommenden Sechstklässlerinnen und Sechstklässler.
Kultusministerin Julia Willie Hamburg sprach von einem Meilenstein. «Die Förderung unserer Regionalsprachen ist für uns ein wichtiges Anliegen auch und gerade zur Pflege der Sprachenvielfalt im Land», sagte die Grünen-Politikerin. Indem man diesen Sprachen Raum im Klassenzimmer gebe, gebe man ihnen auch eine Zukunft, getragen von einer neuen Generation.
Landesweit tragen laut Ministerium inzwischen 50 Schulen den Titel «Plattdeutsche Schule» oder «Saterfriesische Schule», weil sie sich besonders für den Erhalt und die Förderung dieser Sprachen einsetzen.
Niedersachsens Landtag hatte die Weiterentwicklung des Niederdeutsch-Unterrichts hin zu einem ordentlichen Unterrichtsfach 2017 beschlossen. Bisher erfolgt der Unterricht häufig in AGs oder Ganztagsangeboten. News4teachers / mit Material der dpa
Plattdeutsch als Schulfach: Uni bildet Lehrkräfte aus – warum eigentlich?
Der Zug ist abgefahren. Man lernt dann dort einen deutschen Dialekt, der nicht mehr zu retten ist. Unsere Großeltern haben ihn aufgegeben, unsere Eltern beherrschen ihn schon nicht mehr. Es gibt kein plattdeutsches Sprachmilieu im Alltag mehr in wohl kaum einem Ort in “Niederdeutschland”, wo man Plattdeutsch im Alltag in allen Generationen verwendet. Das ist wie Latein lernen oder Esperanto und kaum jemanden haben, mit dem man das sprechen kann. Da steht ja sogar das Niedersorbische in Brandenburg besser da, da gibt es noch drei oder vier Grundschulen, die einige Fächer auf Niedersorbisch unterrichten und trotzdem steht die Sprache kurz vor dem Aussterben. Es verwendet eben fast niemand mehr im Alltag.