
An sächsischen Schulen schwindet das Interesse an der russischen Sprache. Im aktuellen Schuljahr lernen 14.035 Schülerinnen und Schüler Russisch, fünf Jahre zuvor waren es noch 19.354, wie aus einer Statistik des Kultusministeriums in Dresden hervorgeht. Auch die Zahl der Russisch-Lehrerinnen und -Lehrer ging in diesem Zeitraum zurück – von 2.215 im Schuljahr 2020/2021 auf 1.462 im derzeitigen Schuljahr.
Russisch-Lehrer gehen in den Ruhestand
«Der Rückgang der Russisch-Lehrkräfte hat zunächst nichts mit der Attraktivität von Russisch-Unterricht zu tun. Vielmehr haben die meisten Russischlehrer ihre Ausbildung noch in der Zeit der DDR erhalten und gehen nun in den nächsten Jahren in den Ruhestand», erklärte das Ministerium. Nach der Wende hätten sehr wenige junge Menschen Lehramt Russisch studieren wollen. Das Interesse sei vielmehr in Richtung Sprachen wie Spanisch, Italienisch und Französisch gegangen. Ein Trend, der sich auch bei den Schülern beobachten ließ.
Englisch wird in Sachsen bereits in der Grundschule ab Klasse 3 angeboten und ist folgerichtig die dominierende Fremdsprache. Im aktuellen Schuljahr betrifft das 423.587 Mädchen und Jungen. Dahinter rangieren Französisch (58.079), Spanisch (31.193) und Latein (16.974). Die tschechische Sprache erlernen 3.819 Schülerinnen und Schüler, Italienisch 2.119 und Polnisch 1.783. Für Griechisch haben sich 93 entschieden – und damit weniger als vor fünf Jahren (157).
Griechisch als Nischenfach
Neben Russisch und Griechisch ist im Fünf-Jahres-Vergleich zudem die Zahl der Polnisch-Schüler rückläufig. Bei Französisch und Latein blieb das Interesse nahezu konstant. Besonders stark stieg es bei Spanisch an. Im Fach Englisch resultiert der Zuwachs allein schon durch die steigende Gesamtzahl der Schüler. Im Fach Englisch gibt es somit auch die meisten Lehrkräfte: 3.800. Dahinter folgen die Russisch-Lehrer und Lehrkräfte für Französisch (736), Latein (284) und Spanisch (162).
Nach Angaben des Ministeriums wird für alle Schüler Englisch aus der Grundschule ab Klassenstufe 5 weitergeführt. Bis zur gymnasialen Oberstufe sind zwei Fremdsprachen verpflichtend. Ab Klasse 6 kann Französisch, Italienisch, Latein, Polnisch, Russisch, Spanisch oder Tschechisch erlernt werden. An ausgewählten Gymnasien beginnt der Unterricht in der zweiten Fremdsprache bereits ab Klassenstufe 5.
Ab der 8. Klassenstufe kann eine weitere Fremdsprache erlernt werden. Mögliche Sprachen sind Französisch, Griechisch, Italienisch, Latein, Polnisch, Russisch, Spanisch oder Tschechisch. An Gymnasien mit vertiefter sprachlicher Ausbildung bestehen bilinguale Klassen für Englisch, Französisch, Polnisch und Tschechisch. News4teachers / mit Material der dpa
Russisch-Unterricht immer weniger beliebt – die AfD will das wieder ändern
Keine Überraschung. Russland ist nicht der Nabel der Welt und aktuell auch nicht sonderlich beliebt.
Dafür lernen die Russen jetzt vorwiegend Englisch, manche auch noch Deutsch und (hört, hört) Chinesisch:
https://www.imove-germany.de/de/alle_news/22629.htm
Vermutlich gibt es einen wachsenden Kulturaustausch zwischen Moskau und Peking. Es sei erinnert an den Freundschaftsvertrag von 1950 zwischen Stalin und Mao:
https://zeitgeschichte-online.de/themen/unheimliche-freunde-china-und-russland
Russisch ist halt viel schwieriger als Französisch und Spanisch und wird in weniger Länder gesprochen. Und Russland ist auch touristisch für viele weniger interessant.
„Russisch ist halt viel schwieriger“
Jaja, das wird der Grund sein…
Was heißt „Putin ist ein Kriegsverbrecher, der Zivilist*innen gezielt beschießen lässt!“ auf Russisch? 😉