Home Nachrichten Lehrkräfte nicht mehr verbeamten: Proteste gegen Sparpläne eskalieren in Brüssel

Lehrkräfte nicht mehr verbeamten: Proteste gegen Sparpläne eskalieren in Brüssel

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BRÜSSEL. Der Widerstand gegen eine umstrittene Bildungsreform in Belgien hat zu heftigen Protesten in Brüssel geführt. Bei einer Demonstration von Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern sowie Gewerkschaften gegen geplante Sparmaßnahmen im französischsprachigen Bildungswesen kam es am Donnerstag zu Zusammenstößen mit der Polizei. Darüber berichtet das belgische Nachrichtenportal flanderninfo.be.

Verteidigt die Einsparungen: Valérie Glatigny, Bildungsministerin der Französischen Gemeinschaft in Belgien. Foto: Par © European Union, 1998 – 2026, Attribution

Nach Angaben des Portals versammelten sich Tausende Demonstrierende in der Hauptstadt. Am Brüsseler Hauptbahnhof wurden Leihfahrräder und andere Gegenstände in Brand gesetzt, zudem zündeten einzelne Teilnehmer Feuerwerkskörper. Polizei und Feuerwehr waren mit einem Großaufgebot vor Ort. Bereits am Vormittag hatten Demonstrierende versucht, das Parlament der Französischen Gemeinschaft zu erreichen. Die Polizei meldete Störungen an mehreren Orten der Stadt sowie Beeinträchtigungen im öffentlichen Nahverkehr.

Auslöser der Proteste sind umfangreiche Sparpläne der Regierung der Französischen Gemeinschaft Belgiens, die für das französischsprachige Bildungswesen zuständig ist. In den kommenden Jahren sollen dort nach Angaben von Flanderninfo.be rund 300 Millionen Euro eingespart werden.

Bildungsministerin Valérie Glatigny plant unter anderem, die Unterrichtsverpflichtung von Lehrkräften an Sekundarschulen um zwei Wochenstunden zu erhöhen, ohne die Gehälter entsprechend anzupassen. Zudem soll das bisherige System der Verbeamtung reformiert werden. Neue Lehrkräfte sollen ab 2027 nicht mehr verbeamtet, sondern mit unbefristeten Arbeitsverträgen beschäftigt werden. Weitere Maßnahmen betreffen die Arbeitsbedingungen von Lehrkräften nach längeren Krankheitszeiten sowie die Finanzierung von Hochschulen und Schulgebäuden.

Die Studiengebühren an Universitäten und Hochschulen sollen deutlich steigen und künftig bei rund 1.200 Euro pro Jahr liegen. Gleichzeitig sind Kürzungen bei der Sanierung älterer Schulgebäude vorgesehen.

„Wir werden mehr arbeiten müssen für denselben Lohn, und die Arbeitsbedingungen werden sich verschlechtern, mit mehr Menschen in größeren Klassen“

Die belgische Bildungsministerin verteidigt die Pläne mit Verweis auf die angespannte Haushaltslage. Trotz notwendiger Einsparungen werde weiterhin in neue bildungspolitische Maßnahmen investiert, erklärte Glatigny laut flanderninfo.be bereits im April. Bis 2029 seien dafür rund 75 Millionen Euro vorgesehen.

Unter den Demonstrierenden stößt insbesondere die geplante Ausweitung der Unterrichtsverpflichtung auf Kritik. Die Lehrerin Marie, die an einem Gymnasium in Basse-Wavre unterrichtet, sagte gegenüber flanderninfo.be: „Wir werden mehr arbeiten müssen für denselben Lohn, und die Arbeitsbedingungen werden sich verschlechtern, mit mehr Menschen in größeren Klassen.“

Kritisiert wird zudem das politische Verfahren. „Wir haben den Eindruck, dass das nicht auf demokratische Weise geschieht. Die Regierung will diese Maßnahmen um jeden Preis durchsetzen“, erklärte die Lehrerin. News4teachers

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2 Kommentare
Hans Malz
2 Stunden zuvor

„Wir werden mehr arbeiten müssen für denselben Lohn, und die Arbeitsbedingungen werden sich verschlechtern, mit mehr Menschen in größeren Klassen“

Na das hört sich ja nach einer massiven Verbesserung der Bildung in unserem Nachbarland an. Später nur nicht jammern.

dickebank
2 Stunden zuvor
Antwortet  Hans Malz

Am Meer arbeiten statt mehr arbeiten

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