STUTTGART/ULM. Die fremdenfeindlichen Gesänge auf dem Sommerfest einer Stuttgarter Privatschule beschäftigen inzwischen nicht nur die Schulgemeinschaft, sondern auch Fachleute. Der Ulmer Kinder- und Jugendpsychiater Jörg Fegert warnt davor, den Vorfall als bloße Provokation Jugendlicher abzutun. Hinter der massenhaften Verbreitung des missbrauchten Partyhits stecke eine Strategie der extremen Rechten, Tabus gezielt aufzuweichen. Zugleich verschärft sich die Debatte über den Umgang der betroffenen Schule mit Rassismus – nachdem ein ehemaliger Schüler der Schulleitung schwere Vorwürfe gemacht hat.

Für Jörg Fegert ist der inzwischen vielfach imitierte Missbrauch des Songs „L’amour toujours“ von Gigi D’Agostino längst mehr als ein wiederkehrender Partyscherz. Der Kinder- und Jugendpsychiater spricht von einem Internet-Meme, das sich seit dem Sylt-Skandal 2024 immer weiter verbreitet habe. „Das entspricht der rechten Strategie, im Internet Unsagbares sagbar zu machen“, sagte Fegert dem SWR. Selbst Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund stimmten die Parolen inzwischen mit an – unter anderem deshalb, weil sie dazugehören wollten.
Fegert appelliert deshalb an Eltern und Lehrkräfte, solche Vorfälle nicht zu ignorieren. Sie sollten aktiv das Gespräch mit Kindern und Jugendlichen suchen und ihnen deutlich machen, dass entsprechende Inhalte nicht weiterverbreitet, sondern gelöscht werden sollten. Was im realen Leben gesellschaftlich geächtet oder verboten sei, dürfe im Internet nicht zum Kult werden, warnt der Psychiater.
Auslöser der Debatte waren fremdenfeindliche Parolen beim Sommerfest der Merz Schule in Stuttgart. Nach dem offiziellen Teil der Veranstaltung hatten einige Jugendliche den Refrain „Deutschland den Deutschen, Ausländer raus“ zu dem bekannten Partyhit angestimmt. Der DJ unterbrach die Musik sofort, ein ehemaliger Schüler wurde des Geländes verwiesen und zeigte später nach Angaben der Schule Reue. Die Schulleitung sichtete anschließend Videoaufnahmen und führte in der folgenden Woche mit allen Klassen der Mittel- und Oberstufe Gespräche über den Vorfall. Weil sich weitere Beteiligte nicht eindeutig identifizieren ließen, setzte die Schule auf eine pädagogische Aufarbeitung.
Schulleiter Frederik Merz hatte den Vorfall bereits kurz nach Bekanntwerden im SWR deutlich verurteilt. „Für uns war wichtig, dass wir eine sehr klare Einordnung finden konnten, dass diese Rufe zu uns als Schule überhaupt nicht passen“, sagte er. Die Schule verstehe sich als internationale Schulgemeinschaft mit Schülerinnen und Schülern unterschiedlichster Herkunft.
„Dann seid ihr als Schule nicht nur Nebensteher dieses Rassismus, zu diesen volksverhetzenden Aussagen, dann seid ihr wirklich Fahrer des Busses“
Inzwischen wird jedoch auch die Schule selbst kritisiert. Der Comedian, Podcaster und Influencer Aurel Mertz, der nach eigenen Angaben früher die Merz Schule besuchte, widerspricht der Darstellung, die Gesänge stünden im Widerspruch zum Geist der Schule. „Zum Kotzen, 20 Jahre später zu sehen, dass sich da nichts geändert hat, und noch mehr zum Kotzen finde ich, dass man sich jetzt hinstellt und so tut, als hätte man davon nichts gewusst“, erklärte er in einem auf Instagram veröffentlichten Video.
Mertz schildert, er habe die Privatschule dank eines Stipendiums besucht und dort selbst Rassismus erlebt. „Ich habe alle rassistischen Erfahrungen, die ich in meiner Jugend gemacht habe, mit Schülern dieser Schule oder auf dieser Schule gemacht“, sagt er. Es sei damals um seine Herkunft, sein Aussehen und soziale Unterschiede gegangen. Deshalb greife es aus seiner Sicht zu kurz, den aktuellen Vorfall als Ausnahme darzustellen.
Besonders scharf kritisiert der Influencer die Reaktion der Schulleitung. „Wenn man sich als Schulleiter jetzt so naiv hinstellt und sagt: ‚Ja, eigentlich hat sowas auf unserer Schule keinen Platz und es tut uns leid‘, dann greift das viel zu kurz, weil das hat eine lange Tradition, dass diese Schüler durch die Stadt laufen, rassistisch sind“, sagt Mertz. Schulen müssten sich aus seiner Sicht stärker mit sozialen Privilegien und strukturellem Rassismus auseinandersetzen. Wenn Kindern nicht erklärt werde, welche Privilegien sie mitbrächten, werde sich nichts ändern. „Dann seid ihr als Schule nicht nur Nebensteher dieses Rassismus, zu diesen volksverhetzenden Aussagen, dann seid ihr wirklich Fahrer des Busses“, wirft er der Schule vor.
Unter dem Instagram-Beitrag meldeten sich weitere ehemalige Schülerinnen und Schüler zu Wort und schilderten ähnliche Erfahrungen. Schulleiter Frederik Merz reagierte öffentlich auf die Vorwürfe. „Was du beschreibst, macht mich betroffen“, schrieb er an Aurel Mertz. Für vieles aus der Vergangenheit trage er keine persönliche Verantwortung, „für die Zukunft aber sehr wohl“. Sein Wunsch sei, „dass aus dieser schwierigen Situation etwas entsteht, das größer ist als Empörung: mehr Aufmerksamkeit füreinander […] und mehr Mut, gemeinsam für eine offene und vielfältige Gesellschaft einzustehen.“
Auch politisch wird der Fall inzwischen als Warnsignal verstanden. Nach Angaben des baden-wuerttembergischen Kultusministeriums stieg die Zahl gemeldeter rechtsextremistischer und rassistischer Vorfälle an Schulen im Land von 38 im Jahr 2023 auf 70 im Jahr 2025. Kultusminister Andreas Jung (CDU) sieht deshalb zusätzlichen Handlungsbedarf. Demokratiebildung werde bereits an vielen Schulen geleistet, sagte er. „An unseren Schulen muss Demokratie gelernt, vor allem aber auch gelebt werden.“ News4teachers
Migrantenfeindliche Gesänge auf Schulfest: Selbst migrantische Schüler grölen mit
Natürlich ist das nur die Spitze eines Eisberges, der von mehreren Seiten bestiegen verschiedene Facetten zeigt. Gruppendruck ist eine dieser Facetten. Die andere zeigt sich darin, wie manche Schüler deutscher Herkunft an Brennpunktschulen von Mitschülern mit Migrationshintergrund behandelt werden, sodass dieser Hass reflektiert wird. Nun scheint diese Privatschule keine Brennpunktschule zu sein, sodass wir hier noch die Facette „Wohlstandsverwahrlosung“ mit einbeziehen können. Eine Elite möchte sich abgrenzen. Wahrscheinlich wissen einige Schüler nicht einmal bewusst, was genau sie da singen und warum, was die Facette jugendlicher Leichtsinn oder grob gesagt Dummheit mit abbildet.
Schade um das schöne Lied mit einem eigentlich schönen Text, das von Idioten zerstört wurde. Strafrechtlich relevant sind die gesungenen Äußerungen im Übrigen nicht. Moralisch verachtenswert sind sie auf jeden Fall.
„Die andere zeigt sich darin, wie manche Schüler deutscher Herkunft an Brennpunktschulen von Mitschülern mit Migrationshintergrund behandelt werden, sodass dieser Hass reflektiert wird.“
Rassismus also selbst verschuldet – steile These.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Ursache und Wirkung. Natürlich können wir dies verschweigen und so tun, als gäbe es das nicht. Hilft aber keinem.
Gerne über Ursachen sprechen: Diskriminierungserfahrungen von Migranten in Deutschland, auch von Schülerinnen und Schülern, tausendfach dokumentiert, gerne hier nachlesen: https://www.news4teachers.de/2026/07/prien-streicht-bildungsprojekte-zusammen-und-stellt-zur-begruendung-den-rassismus-in-deutschland-mal-eben-infrage/
Sie schütteln dagegen mal eben eine Täter-Opfer-Umkehr aus dem Ärmel – ohne jeglichen Beleg.
Einfach rechtsextreme Umtriebe als Missstand verurteilen und vielleicht sogar überlegen, was dagegen unternommen werden kann? Geht nicht ohne Seitenhieb auf Migranten. Damit illustrieren Sie unfreiwillig, wie tief die Fremdenfeindlichkeit hierzulande wurzelt.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Dass es beide Seiten gibt, ist für Sie völlig abwegig, oder? Ich arbeite mit sehr vielen Familien und Jugendlichen mit Migrationshintergrund zusammen. Viele davon haben natürlich Diskriminierungserfahrungen erleiden müssen – leider. Ich arbeite aber auch mit Jugendlichen ohne Migrationshintergrund zusammen, die teilweise massiv dafür angegangen werden, keinen Migrationshintergrund oder die falsche Religion zu haben. Natürlich entwickeln diese gewisse Ressentiments gegenüber Migranten. Das Problem ist vielschichtig und hat nichts mit Seitenhieben zu tun, sondern muss benannt werden. Wenn Sie mir dabei Fremdenfeindlichkeit unterstellen möchten, okay, tun Sie das. Probleme lösen Sie damit jedoch nicht.
Was dagegen unternommen werden kann? Zusammenführungen, Gespräche, gemeinsame Aktivitäten und Erlebnisse. Sportvereine sind hier häufig sehr gute Eisbrecher – oder auch die direkte Arbeit in den Stadtvierteln durch Kollegen. Wir sind seitens der sozialen Arbeit dran, doch dazu müssen wir alle Facetten beleuchten und uns nicht nur auf eine konzentrieren.
„Dass es beide Seiten gibt, ist für Sie völlig abwegig, oder?“
Wir bringen eine Story, in der es um fremdenfeindliches Gegröle geht. Und Sie versuchen mit Ihrem Kommentar, das Problem (= Rassismus) einfach umzudrehen – und behaupten deutschenfeindliche Übergriffe von Migranten.
Gerne Belege liefern: Wer hat wann deutsche Schüler diskriminiert, sodass es legitim wäre, dass diese mit migrantenfeindlichem Gegröle antworten? Wann haben migrantische Schüler gegrölt, „Deutschland den Migranten, Deutschländer raus“? In welchen Club werden nur migrantische Jugendliche eingelassen, aber keine deutschstämmigen? In welcher Schule haben migrantische Schüler bessere Bildungschancen als deutschstämmige? Wo werden migrantische Jugendliche bei der Ausbildungsplatzsuche bevorzugt? Und wo bei der Wohnungssuche?
„Natürlich entwickeln diese gewisse Ressentiments gegenüber Migranten.“ Was ist daran „natürlich“? Es ist schlicht geistig arm, menschenfeindlich – und das Schlimmste ist: Ein vom Staat finanzierter Sozialarbeiter wie (angeblich) Sie legitimiert das auch noch.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Ich kann Sie beruhigen, ich arbeite bei einem freien Träger und werde nicht vom Staat finanziert – allenfalls indirekt über Fördergelder, die wir erhalten.
Als Sozialarbeiter weiß ich, dass es durchaus Fälle gibt, in denen deutsche Schüler aufgrund ihrer Herkunft als „Kartoffel“, „Alman“ oder „Bio-Deutscher“ beleidigt, ausgegrenzt oder unter Druck gesetzt werden – insbesondere an Schulen mit sehr hohem Migrantenanteil. Das ist ebenso abzulehnen wie jede Form von Rassismus gegen Menschen mit Migrationsgeschichte. Solche Vorfälle werden regelmäßig von Lehrkräften und Schulleitungen berichtet, auch wenn sie statistisch deutlich schlechter erfasst sind als strukturelle Diskriminierung. Dass es sie gibt, wird dadurch aber nicht widerlegt.
Ihre Fragen nach Wohnungssuche, Ausbildungsplätzen oder Clubs gehen am Thema vorbei. Der ursprüngliche Punkt war nicht, dass Deutsche strukturell benachteiligt würden, sondern dass gegenseitige Ressentiments und Feindbilder entstehen können. Diese sollte man erklären, ohne sie zu rechtfertigen.
Deshalb hilft es nicht, Rassismus gegeneinander aufzurechnen. Wer „Ausländer raus“ grölt, handelt falsch. Wer deutsche Kinder wegen ihrer Herkunft beleidigt oder ausgrenzt, ebenfalls. Beides sollte man benennen können, ohne das jeweils andere zu relativieren.
„Ich arbeite bei einem freien Träger und werde nicht vom Staat finanziert“ – doch, werden Sie. Ihr freier Träger bekommt sein Geld vom Staat.
„Ihre Fragen nach Wohnungssuche, Ausbildungsplätzen oder Clubs gehen am Thema vorbei“ – nein, gehen sie nicht. Weil dies der alltägliche Rassismus ist, den Migranten in Deutschland zu spüren bekommen.
Wir haben trotzdem noch nie von Migrantengruppen gehört, die deutschenfeindliche Lieder gegrölt hätten. Dass es auch doofe Migranten gibt – geschenkt.
Ist aber immer das Gleiche hierm insbesondere von rechts: Wir beschreiben ein gesellschaftliches Problem – und sofort wird, statt einfach mal auf das Thema einzugehen und mögliche Lösungen zu diskutieren, auf andere gezeigt.
Es sind nicht Migranten, die die AfD zur aktuell stärksten Partei in Deutschland machen. So viele gibt’s davon nämlich hierzulande nicht.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Ihr freier Träger bekommt sein Geld vom Staat.
Wir bekommen Fördermittel, korrekt. Wir werden aber auch über Spenden und Mitgliedsbeiträge finanziert. Aber danke, dass Sie mich darüber aufklären möchten, wie mein Arbeitgeber zu seinem Geld kommt.
Um mögliche Lösungen zu finden, muss man das gesamte Bild dazu anschauen. Sie möchten Teile dieses Bildes ausblenden, die bei der Lösungsfindung eine wichtige Rolle spielen können. Da geht es manchmal nicht nur um „ein paar doofe Migranten“, sondern um ganze Gruppen. Mit meinen Einlässen versuchte ich mich an Erklärungsansätzen.
Den Bogen zur AfD möchte ich hier nicht mal schlagen, aber ähnlich wie es Kinder mit Migrationshintergrund gibt, die das Lied mitgröhlten, gibt es nicht wenige Migranten, die die AfD wählen. Grund hier liegt meiner Interpretation nach am autoritären Charakter der Partei, der sich u.a. gegen LGBTQ positioniert.
Wie wäre es, Sie würden sich mit Ihrer – durchaus stimmigen – These von der Anziehungskraft des Autoritären mal auf die beziehen, die die AfD zahlenmäßig mit Abstand am stärksten stützen: vermeintlich normale rassistische Deutsche.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Dem habe ich nichts entgegenzusetzen. Die Frage ist, woher autoritäre Strukturen ihre Anziehungskraft beziehen.
Ich finde schon, dass der Artikel mit zweierlei Maß misst: Wenn rein deutsche Kinder den verhunzten Partyhit anstimmen, tun sie es als Strategie der extremen Rechten und Rassisten; tun es migrantische Kinder, so gewiss nur, weil sie dazu gehören wollen.
Dabei können die Hintergründe ganz andere sein. Ich war als junge Lehrerin in Ägypten beispielsweise. Niemals wieder bin ich solch unverhohlener Bewunderung für A.H. begegnet.( Gekoppelt natürlich an Antisemitismus) Lange Rede, kurzer Sinn: Auch Migranten können rechts geprägt sein..
Natürlich können sie das. Sie sind aber nicht für strukturellen Rassismus verantwortlich, weil der nunmal von der Mehrheitsgesellschaft ausgeht. Deutschstämmige werden nicht diskrminiert – weder in der Schule, noch bei der Jobsuche, noch auf dem Wohnungsmarkt.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
„[…] tun es migrantische Kinder, so gewiss nur, weil sie dazu gehören wollen.“
Welch bequeme Ausweichdiskussion, um sich nicht um den Rassismus scheren zu müssen.
Die anderen taten es ja auch (um hoffentlich nicht oder als Letzte an die Reihe zu kommen)
Wenn Sie wirklich an Lösungsansätzen interessiert sind, müssen Sie in einem weiter gefassten Korridor denken. Rassismus löst sich nicht einfach in Luft auf. Das hat mit Ausweichdiskussionen nichts zu tun, sondern mit einer Analyse.
… die darin mündet, den Rassismusopfern die Schuld für Rassismus zu geben. Aha.
Und was genau haben Sie da analysiert?
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Ich mache deutlich, dass manche Opfer gleichzeitig auch Täter sein können. Die Welt wäre einfacher, wenn wir sie nur in die Kategorien schwarz und weiß einteilen könnten. Sie übersehen die Graustufen oder blenden diese bewusst aus.
„Ich mache deutlich, dass manche Opfer gleichzeitig auch Täter sein können.“
Nennt sich Whataboutism – nicht dass nachher noch über rechtsextreme Schüler*innen gesprochen wird, wo Sie doch mindestens genau so viel Schuld bei den Opfern erhoffen
Ach, komplexe Antworten wie, die armen Weißen reflektieren bestimmt den Hass der bösen Ausländer, oder die anderen wollen dazugehören?
Schätze, tiefer geht es bei manchen nicht, welche sich vor „dem Elfenbeinturm“ fürchten.
Aber lassen Sie mich raten: ist nicht so gewesen und wenn doch, war es nicht so gemeint und wenn doch, war ea nicht so schlimm und wenn doch, haben die es verdient – Hauptsache, das hat nichts mit „Uns“ zu tun (gähn)
An meiner Schule gehen gerade diverse Kinder deutscher Familien an Privatschulen im Umkreis weil die Eltern die tagtäglichen Bedrohung und die Gewalt durch bestimmte Schüler nicht weiter für ihre Kinder ertragen wollen. ich bereicherte schonmal in einem anderen Threads über die Probleme unserer Brennpunktschule.
Es gibt leider einerseits Rassismus von Seiten der Deutschen aber eben auch Rassismus von Seiten aller anderer Ethnien. Da scheint irgendwas im Gehirn zu sein das „Andere“ erstmal komisch betrachtet werden.
„Dass es beide Seiten gibt, ist für Sie völlig abwegig, oder?“
Kenne ich schon: „Many good people – on both sides“
„Ich arbeite aber auch mit Jugendlichen ohne Migrationshintergrund zusammen“
Vergessen Sie nicht zu schreiben, dass Sie auch Freunde mit Migrationshintergrund haben 😉
„Natürlich entwickeln diese gewisse Ressentiments gegenüber Migranten.“
Anscheinend nicht nur die…
Wie Sie, wenn Sie strukturellen Rassismus „übersehen“?
Müssen alles Einzeltäter*inenn sein 😉
„der von mehreren Seiten bestiegen verschiedene Facetten zeigt“
Was außer Rechtsextremismus fällt Ihnen zu dieser Parole der Rechtsextremen ein?
Sind die Grünen wieder schuld? 😀
„Die andere zeigt sich darin, wie manche Schüler deutscher Herkunft an Brennpunktschulen von Mitschülern mit Migrationshintergrund behandelt werden, sodass dieser Hass reflektiert wird.“
Achja, die vielen Brennpunkt-Privatschulen, die habe ich ganz vergessen.
Welches Internetmeme geht diesbezüglich viral und wird auf Abschlussfeiern gesungen?
„Eine Elite möchte sich abgrenzen.“
An der Privatschule?? Geh nach Hause! 😛
Aber was hat das mit Rechtsextremismus zu tun, außer dass Sie den überall, bei den Schwächsten, den Wohlhabenden, „anderen Seiten“ vermuten und seltsamerweise nicht bei den Rechtsextremen, die sich Leichtsinn/ Dummheit leisten? Da fehlt plötzlich der von Ihnen vermutete Hass, ist das nicht interessant?
Haben Sie meinen Beitrag oben überhaupt komplett gelesen? Dass die Privatschule höchstwahrscheinlich keine Brennpunktschule ist, habe ich einen Satz später ausgeführt. Ansonsten liest sich Ihre Antwort sehr diffus für mich, scheint aber Teil Ihres Stils hier zu sein. Lösungsansätze zeigen Sie leider nicht. Sehr gerne können Sie aber ausführen, wie Sie es verhindern möchten, dass bei besagtem Lied erneut der falsche Text mitgegröhlt wird. Das Lied einfach nicht mehr spielen? Super, damit bekämpfen wir das Grundproblem.
„Dass die Privatschule höchstwahrscheinlich keine Brennpunktschule ist, habe ich einen Satz später ausgeführt.“
Jup, SIE haben Brennpunktschulen angeführt. Sorry, ich dachte, es hätte einen Sinn gehabt
Danke an den DJ, der die Musik sofort gestoppt hat.
Warum hat er die aufgelegt?
Waren die jungen Gäste ganz große Nostalgiefans eines 25 Jahre altem Lied?
Wenn ja, wussten weder diese „Fans“ noch der DJ um die „Skandale“, die ihrer Regelmäßigkeit nach vielmehr zum Ritual werden?
Aber hey, zumindest haben andere Schulen und Veranstalter das garantiert fest auf den Schirm bis zum nächsten Sommer (augenroll)
Wenn etwas Schmiss hat, dann hat es Schmiss.
Einem DJ wird es mehr um die Stimmung gehen, als um politische Botschaften, weil er für Stimmung bezahlt wird.
In Norddeutschland wird auch bei jeder Feier, zumindest bei älteren Semestern, früher oder später Hans Albers gespielt. Das ist auch kein Statement für Prostitution oder das Nazi-Regime.
Es geht um einen der größten Partytracks der Weltgeschichte, der von hunderten Millionen Menschen geliebt und seit Jahrzehnten safe auf jedem Fest gespielt wird.
Der wird bestimmt nicht auf die schwarze Liste kommen, nur weil sich ein paar Kinder nicht benehmen können. Da könnten wir direkt die Nationalhymne verbieten, weil da singen auch manchmal Nazis mit.
Jaja, meine Schüler*innen hören dies ständig.
Kleiner Scherz, die sind nicht rechtsextrem, wo in deren Alltag sollten sie das hören 😛
„Wenn etwas Schmiss hat, dann hat es Schmiss.“
Rechtsextreme Memes von denen wir alle paar Monate lesen?
Ist schon spannend, wie manche bereit sind, sich jedes Jahr aufs Neue überraschen zu lassen. Ich übe schonmal mein überraschtes Gesicht für die nächste Abschlussfeier, wo niemand etwas gewusst haben will
„[…] der Song sei inzwischen zu einem Meme geworden, zu einem Inhalt, der immer wieder tausendfach geteilt wird.“
Jup, ein Meme bei Rechtsextremen! Wer setzte es auf die Playliste?
Auch Schüler*innen mit Migrationshintergrund sängen mit? Dann erhebt doch wissenschaftlich, um wen es sich handelt, da ist die Integration möglicherweise so schön gelungen, dass sie sich als Deutsch fühlen – bevor die Rechtsextremen sie „remigrieren“ wollen.
Die Schulleitung ist überrascht, der Gesang wer strafrechtlich nicht verfolgbar? Beans, dann muss die Schule wohl selbst arbeiten – hat sie doch wohl hoffentlich vor!
Sinngemäß: Wir haben nichts probiert und haben keine Ideen mehr.
Aber wir wissen zumindest, was passiert, wenn sich jemand auf Nachfrage gegen verfassungsfeindliche Rechtsextremist*innen ausspricht (https://www.news4teachers.de/2026/07/ich-werde-jetzt-einen-praezedenzfall-dafuer-schaffen-dass-lehrer-sich-im-unterricht-gegen-rechtsextremismus-positionieren-duerfen/)
Ermüdend -__-
Über eine Äußerung bin ich gestolpert: „Wenn Kindern nicht erklärt werde, welche Privilegien sie mitbrächten, werde sich nichts ändern.“. Schuldgefühle schaffen meiner Erfahrung nach kein Miteinander. Ich würde gerade bei Jugendlichen sogar mit Widerstand rechnen, wenn es letztlich heißt, dass sie Privilegien abgeben müssen. Das muss anders gehen.
Über die Privilegien bestimmter Gruppen aufzuklären, heißt noch lange nicht, dass man Schuldgefühle schafft. Es geht erstmal darum, ein Bewusstsein zu schaffen, dass die Bedingungen eben nicht für alle gleich sind.
Ich mache mir z. B. als weißer, heterosexueller Mann ohne Migrationshintergrund, ohne Behinderung aus einem studierten Elternhaus erstmal klar, dass ich in meinem Leben noch nicht diskriminiert wurde (wofür auch?) und dass ich es mir erstmal nicht anmaßen sollte, zu wissen, wie sich das anfühlt, was es auslöst etc.
Und dass ich vorsichtig sein sollte mit Urteilen über Menschen, die nicht so einfache Startbedingungen hatten. Das heißt nicht, dass ich Schuldgefühle habe, sondern dass ich mir meine Privilegien klar mache und versuche strukturelle Diskriminierung zu beenden, soweit ich es selber kann.
Ich habe mal eine Diskriminierung von „weißem, heterosexuellem Mann ohne Migrationshintergrund, ohne Behinderung aus einem studierten Elternhaus“ in einer großen deutschen Firma gesehen. Der hatte keine Chance für den Job, weil die Firma den Kurs auf Diversität und Internationalität nahm und suchte sich jemanden mit Migrationshintergrund.
Das ist eine frei erfundene Geschichte. Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) definiert klare Regeln für rechtssichere Stellenausschreibungen. Diskriminierung bei Stellenanzeigen liegt vor, wenn Bewerbende aufgrund bestimmter persönlicher Merkmale benachteiligt werden, die für die Ausübung der Stelle irrelevant sind. Das AGG verbietet die Benachteiligung wegen Rasse, ethnischer Herkunft, Geschlecht, Religion, Weltanschauung, Behinderung, Alter oder sexueller Identität. Verstöße können zu Schadensersatzansprüchen und Reputationsschäden führen.
Dass Migranten bei der Stellensuche benachteiligt werden, lässt sich auch kaum im Einzelfall nachweisen. Dafür braucht es schon ein experimentelles Setting – fiktive Bewerbungsschreiben -, um das nachzuweisen. Gerne hier nachlesen: https://mediendienst-integration.de/rassismus-und-antisemitismus/rassismus-in-deutschland/rassismus-am-arbeitsmarkt/
Es ist wirklich nichts zu sehr an den Haaren herbeigezogen, um am Thema des Beitrags – Rassismus – vorbeizuschreiben.
Ich kenne einen, der hatte eine Tante, deren Dackel gesagt hat… usw. Wir veröffentlichen solche Erzählungen auch nur, um zu dokumentieren, was alles im Netz so kursiert. Hier aber immerhin nicht unkommentiert.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Ich stimme Ihnen zu, dass einige solche Vorfälle schlicht eine persönliche Empfindung sind oder lassen sich nur schwer prüfen.
Warum lungern Sie als Lehrkraft in einer großen deutschen Firma herum, um die Bewerbungsgespräche fremder Personen und deren Hintergründe zu SEHEN?
Creep! 😀
Im öffentlichen Dienst gibt es sowas zuhauf, da gibt es ja bekanntlich Quotenfrauen.
Sprechen wir doch auch einmal über Klassismus und die damit verbundenen Privilegien. Ich war das “ katholische Arbeitermädchen vom Lande“, also die Zielgruppe der Bildungsreform von Willi Brandt. Und o ja, ich war „weiß“. Im Gegensatz zu den Italinierinnen und Türkinnen in meiner Schule auch ohne Migrationshintergrund. Konnte ich mir dafür etwas kaufen? Nein.
Wenn mir einer mit Privilegien gekommen wäre, die ich doch so reichlich hätte; ins Gesicht wäre ich ihm gesprungen.
Ich setze mich durchaus für die Underdogs in unserer Gesellschaft ein, nicht falsch verstehen. Mein Herz ist bei ihnen. Diese Art von Diskussion sorgt jedoch schön dafür, dass jeder auf seinem Platz und besonders in seiner Gruppe bleibt, sich als Opfer der Strukturen fühlt und davon ausgeht, dass jeder ihm gegenüber eine Bringschuld hat; er aber keineswegs irgendetwas versuchen muss. Und die Gutwilligen sehen “ unheimlich klar“, leiden mit und rufen: Mea culpa, was bin ich aber privilegiert, ich. Ich bekomme die Wohnung für 2000 Euro schon nach der 50. Besichtigung und der andere nicht!
Auf den Gedanken, dass die Wohnungsnot Konsequenz einer fehlgeleiteten Baumpolitik ist und der Staat ( also wir) auch Wiener Verhältnisse schaffen könnte, wenn er denn wollte, kommt man dann erst nicht.
Nach meinen persönlichen Erfahrungen hilft es auch sehr, wenn man sich aus seiner eigenen privilegierten Blase heraus bewegt (Ich gehöre in gewissem Sinne auch zu den Privilegierten) und sich mit echten Menschen verschiedener Herkunft (sozial, ethnisch, religiös, …) unterhält. So ein Blick über den Tellerrand ist sehr lehrreich und bringt einen schnell von der rosaroten Wolke auf die Erde zurück. Allerdings sollte man auch wirklich an Menschen interessiert sein und es auch aushalten/ tolerieren können, dass das eigene „heile Welt Bild“ evtl. kleine Risse bekommt. (nur persönliche Erfahrungen)
Oder einfach mal in einen Sportverein im tiefsten Osten gehen. Da kann man sich schon interessante Aussagen/Diskussionen nach drei Bier anhören.
Was genau meinen Sie?
… und was genau verstehen Sie unter „tiefster Osten:?
Ist der gleiche Grund, warum Frauen gegen ihre Rechte stimmen. Man fühlt sich auf der stärkeren Seite sicherer.
Oder eingeschüchtert.
Gibt ja zig Untersuchungen zu, leider geht es mal wieder nur darum, rechtsextremes Gedankengut zu normalisieren und Taten versanden zu lassen – sind ja Weiß 😉