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Bestürzende Studie: „Willkommensklassen“ für Flüchtlingskinder machen eine Menge Probleme – Lehrkräfte müssen sich durchwursteln

BERLIN. Theoretisch klingt das Prinzip einfach und einleuchtend: Flüchtlingskinder, die ohne Deutschkenntnisse in die Schule kommen, werden zunächst in gesonderten Lerngruppen sprachlich fit gemacht, bevor sie in Regelklassen Aufnahme finden. In der Praxis allerdings, dies hat nun eine aktuelle Studie aus Berlin ergeben, birgt insbesondere dieses verbreitete Modell der sogenannten „Willkommensklassen“ eine Menge Probleme. Fazit der Forscher: „Die Beschulung neu zugewanderter Kinder und Jugendlicher wird bisher kurzfristig und kurzsichtig organisiert.“ Die Lehrkräfte werden mit den Schwierigkeiten weitgehend allein gelassen – sie müssen sich durchwursteln.

Sogenannte "Willkommensklassen" für Flüchtlingskinder werden von Wissenschaftlern kritisch gesehen. Foto: DFID / Flickr (CC BY 2.0)

Sogenannte „Willkommensklassen“ für Flüchtlingskinder werden von Wissenschaftlern kritisch gesehen. Foto: DFID / Flickr (CC BY 2.0)

Rund 300.000 Flüchtlingskinder sind im vergangenen Jahr in Deutschlands Schulen aufgenommen worden. Je nach Bundesland gab und gibt es unterschiedliche Wege zur Integration. Mal werden die geflüchteten Schüler rasch in reguläre Klassen aufgenommen, woanders sind Sprachtests Voraussetzung für eine Teilnahme am Regelunterricht, oder aber ein Übergang ist erst nach einer vorgegebenen Zeit vorsehen – zunächst steht der Unterricht in einer sogenannten „Willkommensklasse“ an. Nach maximal einem Jahr sollen junge Flüchtlinge für Regelklassen dann sprachlich fit sein. Eine aktuelle Studie aus Berlin, die die praktische Arbeit mit Flüchtlingskindern an Berliner Grundschulen untersucht hat, nährt allerdings Zweifel, ob das tatsächlich in solchen Sondergruppen gelingt. Denn die Ergebnisse der Erhebung, die von der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung gefördert wurde, sind zum Teil bestürzend.

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„Die separierte Beschulung in ‚Willkommensklassen‘ produziert eine ganze Reihe von organisatorischen Problemen“, so berichten die Wissenschaftler. Das beginnt bei den fachlichen Inhalten: „Für ‚Willkommensklassen‘ an Grundschulen ist kein Curriculum vorgesehen, darum variieren die Inhalte des Unterrichts von Schule zu Schule und selbst von Klasse zu Klasse. Auch das im Leitfaden angegebene Ziel, intensiv Deutschkenntnisse zu vermitteln, damit die Kinder am Regelunterricht teilnehmen können, wird von den Lehrkräften unterschiedlich ausgelegt.“

Zudem benutzen die Pädagogen unterschiedliche Materialen: Die Mehrzahl der Lehrkräfte hat sich selbst eine Materialsammlung angelegt mit Vorlagen aus dem Internet, von Kollegen oder von Fortbildungen. Weder finde eine regelmäßige Dokumentation des Lernstandes der Kinder statt, noch sei der Übergang in die Regelklassen formal geregelt. „Vielmehr entwickelt jede Lehrkraft in Abstimmung mit der Schulleitung eigene Kriterien dafür“, so heißt es. Häufig werde dies mit der Durchführung eines selbst erstellten Tests nachgewiesen.

Der Lehrkörper der „Willkommensklassen“ setzt sich der Untersuchung zufolge zum einen aus Lehrkräften aus dem regulären Kollegium zusammen, die sich für diese Aufgabe entschieden haben oder von der Schulleitung dafür bestimmt wurden. Diese Lehrkräfte hatten in den untersuchten Fällen keine Ausbildung für das Unterrichten von „Deutsch als Zweitsprache“ (DaZ). Zum anderen wurden viele Lehrkräfte neu eingestellt, insbesondere Quereinsteiger, von denen die meisten eine DaZ-Ausbildung absolviert oder entsprechende Lehrerfahrungen haben. Immerhin: Nur wenige der befragten Lehrkräfte hatten weder auf Lehramt studiert noch eine DaZ-Ausbildung. Aber: Die neu eingestellten Quereinsteiger werden deutlich schlechter bezahlt als reguläre Lehrer und erhalten nur befristete Verträge.

„Hoch motivierte“ Lehrkräfte

„Fast alle befragten Lehrkräfte schätzten sich dennoch selbst als hoch motiviert, empathisch und engagiert ein. Jedoch beklagt die Mehrheit von ihnen einen Mangel an personeller Unterstützung. Es besteht ein großes Interesse an Fortbildungen, die reichhaltig angeboten, aber nicht immer genutzt werden können, weil es an vielen der Schulen keine zufriedenstellende Vertretungsregelung gibt“, so heißt es in dem Papier.

Zu den inhaltlichen Problemen der Sondergruppen gesellen sich gewichtige organisatorische. Zum Beispiel stellen die Forscher fest: „In den ‚Willkommensklassen‘ herrscht eine sehr hohe Fluktuation. Zum einen kommen das ganze Schuljahr hindurch Kinder in die Klasse, die gerade neu in Deutschland angekommen sind. Zum anderen verlassen die Kinder die Klassen, die aus den Erstaufnahmeeinrichtungen ausziehen und damit meist auch die Schule wechseln müssen, und die Kinder, die in Regelklassen aufgenommen werden. Diese Situation beschreiben die Lehrkräfte als große Herausforderung, weil es die Etablierung von Strukturen und gruppendynamischen Prozessen erschwert.“

Auch die Trennung wird als Problem wahrgenommen – von den Pädagogen selbst: „Generell ist bei vielen Lehrkräften die Wahrnehmung verbreitet, dass die ‚Willkommensklassen‘ aufgrund ihrer Separiertheit im Schulalltag häufig ‚vergessen‘ werden, beispielsweise bei den Bundesjugendspielen, Einschulungsfeiern, dem Schulfest, der Vergabe von Turnhallenzeiten oder der Beteiligung an Theaterstücken.“

Ehrenamtliche Unterstützung spiele an vielen der untersuchten Schulen eine große Rolle. Von Schulen mit separaten „Willkommensklassen“ werde häufig ein großer Bedarf an ehrenamtlicher Unterstützung formuliert und hier fänden sich auch deutlich mehr ehrenamtliche Aktivitäten als an Schulen mit einem integrativen Ansatz. „Offenbar mildern hier Ehrenamtliche Problemlagen, die aus der getrennten Beschulung entstehen“, so schlussfolgern die Wissenschaftler.

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Aber: Die Untersuchung zeige, dass die Beschulung neu zugewanderter Kinder und Jugendlicher in gesonderten Klassen keineswegs alternativlos sei. „So haben sich einige Schulen dazu entschlossen, diese Kinder und Jugendlichen in altersentsprechende Regelklassen einzugliedern und dies mit täglichem Deutschunterricht zu ergänzen“, so heißt es in der Untersuchung.

„Diese Schulen haben mit deutlich weniger organisatorischen Problemen zu kämpfen. So werden die Kinder von ausgebildeten Grundschullehrern unterrichtet und erhalten Unterstützung durch DaZ-geschulte Lehrkräfte. Ein Curriculum und Fachunterricht sind gewährleistet, es besteht Kontakt zu Kindern der Regelklassen und der komplette Übergang in diese erfolgt einfach, wenn kein zusätzlicher Deutschunterricht mehr besucht wird. Bei einer direkten Eingliederung der neu zugewanderten Kinder und Jugendlichen in die Regelklassen werden diese zudem von Anfang an nicht als scheinbar homogene, gesonderte Gruppe sichtbar. Dies wirkt möglichen Stigmatisierungen und Kulturalisierungen dieser Kinder entgegen und sie werden einfach als Teil der Schülerschaft angesehen.“ Agentur für Bildungsjournalismus

Hier geht es zu einer Zusammenfassung der Studie.

Frau Merkel, übernehmen Sie! Lassen Sie die Schulen mit der Eingliederung der Flüchtlingskinder nicht allein!

 

Hintergrund: Flüchtlingskinder in der Schule

Warum gibt es bei der Beschulung von Flüchtlingskindern in Deutschland nicht mehr Einheitlichkeit?

Weil es dem deutschen Föderalismus widerspräche, wenn eine Bundesbildungsministerin mal eben das Heft in die Hand nähme. Die zuständige Kultusministerkonferenz der Länder (KMK) verweist darauf, dass die Voraussetzungen bei der Beschulung von Flüchtlingen regional auch sehr unterschiedlich waren. «Die einen Länder profitieren beispielsweise noch von der demografischen Rendite, weil die Zahl der Kinder zurückgegangen ist, die Schulen aber nicht mitgeschrumpft sind. Geflüchtete Kinder können so im System aufgenommen werden», sagte die scheidende KMK-Präsidentin Claudia Bogedan (SPD). «In anderen Ländern sind Kommunen gewachsen. Dort wird es zunehmend schwieriger, den Kindern einen Schulplatz zu geben, ein Ausbau ist notwendig.» Zentrale Ansätze gebe es aber durchaus – vor allem in der Lehrerausbildung für Integration und immer heterogenere Klassen.

Wer stemmt den Unterricht in den Flüchtlingsklassen?

Zu Beginn des Flüchtlingsandrangs waren es viele Ehrenamtliche und pensionierte Lehrer, die sich der Mega-Aufgabe stellten. Aber die Länder haben inzwischen auch kräftig neu eingestellt. In Berlin hat sich die Zahl der betroffenen Schüler im September 2016 gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt – auf über 12.000 Kinder und Jugendliche in gut 1000 Willkommensklassen. Dafür stellte der Stadtstaat rund 1000 Lehrer ein.

Insgesamt sei «in den Schulen Beeindruckendes geleistet» worden, lobte KMK-Chefin Bogedan. Da der Migrationsdruck 2016 geringer wurde und damit die Dringlichkeit von Unterricht für neue Flüchtlinge, ist von einer Beruhigung der Lage auch im Bildungssystem auszugehen. Dennoch: Die Friedrich-Ebert-Stiftung beziffert den Gesamtbedarf auf zusätzlich etwa 20.000 Lehrer, den finanziellen Mehraufwand auf jährlich gut zwei Milliarden Euro.

Wie wird die deutsche Integrationsleistung international beurteilt?

Insgesamt positiv. Der oberste Bildungsexperte der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), Andreas Schleicher, lobt Deutschland, propagiert zugleich aber ebenfalls die schnelle Integration der Flüchtlingskinder in den Regelunterricht. Reine Willkommensklassen seien «keine Ideallösung», sondern nur «aus der Not geboren». Denn wer aus seiner Heimat schon gute Mathe-Kenntnisse mitbringe, habe damit in einer Regelklasse rasch Erfolgserlebnisse – und lerne zusätzlich im Kontakt mit deutschen Schülern die Sprache. dpa

31 Kommentare

  1. In dem Artikel geht es noch um Grundschulen. Was ist mit den weiterführenden Schulen und dementsprechend vor sich hin pubertierenden Jugendlichen? Man muss dabei bedenken, dass etliche unter ihnen kaum jemals eine Schule von innen gesehen haben und sich aufgrund ihrer Sozialisation von Frauen absolut nichts sagen lassen — wenn sie sie überhaupt anschauen.

    • Sprechen Sie aus Erfahrung – oder nur vom Hörensagen?

      • Eine Kollegin hat das erlebt mit offiziell 17-jährigen Syrern

        • Und wie kommen Sie darauf, dass das „etliche“ sind – und nicht „einzelne“?

          • Das ist immer die einfache Antwort: „Ihr Beispiel ist nur ein Einzelfall.“
            Warum gibt es denn keine Umfrage unter den Lehrkräften?
            Warum gibt es hier nur Positivbeispiele aus Grundschulen wie „http://www.news4teachers.de/2017/01/fluechtlingskinder-sofort-in-regelklassen-aufnehmen-erfahrungsbericht-eines-grundschullehrers-es-geht/“
            An meiner Schule existiert auch eine „Willkommensklasse 7“ mit 18 Kindern, von denen 15 sehr geringe oder keine Vorerfahrungen in Sache „Schule“ mitbringen. Dies beinhaltet Vorwissen, Arbeits- und Sozialverhalten.

          • Ich behaupte nicht – ich frage.

  2. Nicht doch xxx, denken Sie an unsere Willkommenskultur. Schließen Sie sich dem Gedanken von Frau Göring-Eckardt an, dass nicht Menschen gekommen sind, die uns durch ihre Anzahl und fremde Kulturprägung Schwierigkeiten bereiten, sondern dass wir Menschen geschenkt bekommen.
    Unter diesem Gesichtspunkt wird aus der Menge an Problemen, die momentan in Schulen und anderswo herrschen mögen, bald schon ein menschlicher Segen.
    Wie gesagt: Wir müssen die Dinge nur mit willkommensfreudigem Herzen betrachten, dann findet sich alles fast von allein.

    • Was für ein übler Zynismus, bolle. Kein Mensch bestreitet Probleme bei der Integration der vielen Flüchtlingskinder. Treten Sie so auch gegenüber Ihren Schülern auf? (Sie sind doch Lehrer – oder doch nur jemand, der sich in einem Lehrerforum mal auskotzen möchte?)

      • Wusste ich es doch, dass Sie bei meinem Kommentar nicht länger stillhalten können und wieder loslegen müssen. Hätte mich auch gewundert, wenn er für Sie kein rotes Tuch gewesen wäre.
        Richtig ist, dass ich bewusst zynisch geschrieben habe. Jemand, der die Flüchtlingspolitik vornehmlich der Grünen und unserer mit einer schwarz/grünen Koalition liebäugelnden Kanzlerin mit ganz anderen Augen sieht als Sie, kommt an Zynismus kaum vorbei.
        Wurden im Zuge der vielen Flüchtlinge und denen, die sich dafür ausgeben, nicht ständig von einer Bereicherung unseres Landes auf den verschiedensten Gebieten gesprochen?
        Wie es damit aussieht, nicht nur in den Schulen, stellt sich allmählich heraus und allgemeine Ernüchterung und Erbitterung machen sich breit.
        Wollen Sie Zynismus angesichts dessen, was sich immer mehr als Wahrheit aufdrängt, moralisch verbieten?

        • Ich will gar nichts verbieten. Dass Sie meine Frage nicht beantworten, spricht allerdings Bände – daraus schließe ich, dass es Ihnen nicht darum geht, hier Erfahrungen auszutauschen, sondern Dampf abzulassen. Wie es politische Trolle eben so tun.

          • Das mit dem Dampf ablassen und politisch trollen trifft genauso gut auf Sie zu. Kritisch-realer und rosa-roter (bzw. links-grüner) Blick sind ziemlich konträr zueinander gerichtet.

          • Wo trolle ich denn? Ich stelle Fragen – und bekomme keine Antworten. Auch von Ihnen nicht. Daraus kann jeder Leser hier selbst Schlüsse ziehen.

          • Definition Troll gemäß wikipedia:

            Als Troll bezeichnet man im Netzjargon eine Person, die ihre Kommunikation im Internet auf Beiträge beschränkt, die auf emotionale Provokation anderer Gesprächsteilnehmer zielt. Dies erfolgt mit der Motivation, eine Reaktion der anderen Teilnehmer zu erreichen. In darauf bezogenen Bildern wird oft der aus der Mythologie bekannte Troll dargestellt.

            Sie haben auf bolle emotional reagiert und bolle emotional auf Sie. Also haben Sie sich gegenseitig getrollt. Fertig.

          • Und wie nennt man jemanden, der eine eine Geschichte, die er von einer Kollegin erzählt bekommen hat, verallgemeinert, um eine ganze Schülergruppe in ein schlechtes Licht zu rücken?

          • Und wie nennt man jemanden, der offensichtlich vorhandene Probleme bewusst ignoriert?

            Nebenbei: Ich arbeite selber mit jugendlichen afghanischen Flüchtlingen. Sie sind allesamt sehr dankbar und sehr freundlich allen Lehrern und Mitschülern egal welchen Geschlechts gegenüber. So viel zur unzulässigen Verallgemeinerung und ins schlechte Licht rücken.

          • Und warum nicht gleich so? Das las sich eben deutlich anders.

          • @Bernd
            Zitat: „Das Vergnügen, recht zu behalten, wäre unvollständig ohne das Vergnügen, andere ins Unrecht zu setzen.“ (Voltaire)

            Ich hoffe, das sagt Ihnen etwas über die Meinung von Lesern wie mich.

          • Ehrlich gesagt, interessiert mich die Meinung von Lesern „wie Sie“ nicht die Bohne. Mir geht es auch nicht darum, Recht zu behalten – es geht mir darum, deutlich zu machen, dass Menschen (Lehrer), die sich öffentlich in einem Lehrerforum äußern, auch eine Verantwortung für die Folgen ihrer Aussagen tragen – und bei pauschalen (Vor-)Verurteilungen von Schülergruppen/Flüchtlingskindern erscheint es mir schon mal sinnvoll nachzufragen, worauf diese denn bauen.

            Wenn dann am Ende herauskommt, dass die persönlichen Erfahrungen komplett andere sind als die ursprünglich vom Hörensagen geschilderten, dann frage ich mich schon, warum hier nicht von Anfang an ein differenziertes Bild gezeichnet wird. Aber egal: Schön, dass dann schließlich doch mal hier deutlich wird, dass Flüchtlingskinder eben nicht nur Probleme bereiten.

        • @Bernd
          Was Ihre ach so naive Beschwerde über das Ausbleiben einer Antwort von mir angeht: Meinen Sie (in Ihrem Kommentar um 8:28) die Verunglimpfung meiner Person in Form einer Fragestellung?
          Auf solche infamen „Fragen“ gehe ich grundsätzlich nicht ein und wundere mich, dass Sie das überhaupt erwarten.
          Geben Sie sich doch damit zufrieden, dass Sie die Beschimpfung meiner Person als Lehrer, der völlig ungeeignet ist für den Umgang mit Schülern und der „sich in einem Lehrerforum mal auskotzen möchte“ im Schutzgewand einer Frage und damit schönster Manier eines Heckenschützen vorbringen konnten.
          Möchten Sie etwa, dass ich aufjaule und mich verteidige gegen Ihre „Frage“- Behauptungen?
          Sie können mich, wie bereits getan, auch gern noch als politischen Troll bezeichnen, weil ich Ihre Pseudo-Fragen nicht beantwortet habe. Vielleicht fällt Ihnen sogar noch Übleres ein, was Sie „messerscharf“ schlussfolgern und mir liebend gern an die Brust heften.
          Hat Sie mein Ausgangskommentar so maßlos geärgert, dass Sie kein Ende finden und immer Neues unterstellen müssen?
          Übrigens brauchen Sie meine Fragen nicht zu beantworten, denn sie sind ähnlich mies wie Ihre und es wäre mir peinlich, wenn jemand annähme, ich diskutierte jetzt auf Ihrer „sachlichen“ Ebene.

          • Warum ist es eine „Pseudo-Frage“, wenn man Sie fragt, ob Sie Lehrer sind? Sie haben die Frage übrigens noch immer nicht beantwortet.

          • Mit Verlaub, Anna, die Sie hier permanent im Verbund mit Georg, Bernd oder auch beobachter auftreten, so und nicht anders lautete der Kontext zu Bernds Fragen:

            „Was für ein übler Zynismus, bolle. Kein Mensch bestreitet Probleme bei der Integration der vielen Flüchtlingskinder. Treten Sie so auch gegenüber Ihren Schülern auf? (Sie sind doch Lehrer – oder doch nur jemand, der sich in einem Lehrerforum mal auskotzen möchte?)“

            Jeder Leser hier mag selbst beurteilen, ob ganz harmlos und sachlich nach meinem Beruf gefragt wurde.
            Mein Urteil („Pseudo-Frage“) habe ich begründet und keine Lust mehr, auf Ihr oder Bernds unaufrichtiges Getue einzugehen.

          • Und was ist jetzt die Essenz Ihrer Wortmeldung? Unterm Strich: einfach mal anonym und öffentlich über Flüchtlingskinder abgekotzt. Und gegen alle ausgeteilt, die kritisch nachfragen, wie Sie dazu kommen. Nett.

          • @Anna
            bolle kann nicht “anonym und öffentlich über Flüchtlingskinder abkotzen”, wenn er diese mit keinem Wort erwähnt.
            (Muss es übrigens der scheußlich vulgäre Ausdruck “abkotzen” sein?)

            bolle kann auch nicht gegen alle austeilen, “die kritisch nachfragen”, wenn diese nicht da sind. Bernds und Ihre Fragen sind rein rhetorischer Art mit der unverkennbaren Absicht, ihn unfair zu attackieren und ihm zu schaden. Sie beide sind doch schon “alle”, weitere Personen sind dem Disput jedenfalls nicht zu entnehmen.

            Und was ist gegen “anonym” zu sagen, wenn Sie doch auch cyber-vermummt sind. Oder gelten irgendeine “Anna” oder irgendein “Bernd” als bestimmte Personen?

            Ich finde, dass Sie und auch Bernd sich selbst und auch der Werbung für Ihre Ansichten keinen Gefallen tun mit der Art und Weise, wie Sie hier schreiben und mit Meinungsgegnern umspringen. Bei mir kommt das jedenfalls immer wieder schlecht an und daher glaube ich, dass es anderen ähnlich geht. Man schließt ja bekanntlich gern von sich auf andere.

          • @geli
            Ich verstehe auch nicht, wie Anna und Bernd verstanden werden wollen, wenn sie wie in dieser Diskussion Menschen behandeln, die anderer Meinung sind als sie.

            @bolle
            Ich bin einer der Leser, von denen Sie sich eine eigene Beurteilung wünschen. Ich kann Ihnen versichern, dass ich Sie auf ganzer Linie verstehe, auch in Ihrem Anfangskommentar, der Bernd und Anna in Stellung und zur Diffamierung Ihrer Person durch „Pseudofragen“ gebracht hat.
            Ich denke auch, dass im Taumel der allseits gepredigten Willkommenkultur unangenehme Wahrheiten verharmlost und beschönigt wurden, die unseren Politikern, Medien und der Gesellschaft zunehmend auf die Füße fällt und zur allgemeinen Augenöffnung zwingt.

          • Müssen wir jetzt ernsthaft hier eine Textexegese betreiben? Wer ironisierend schreibt – und zwar in einem Kontext, in dem es um die Beschulung von Flüchtlingskinder geht – „unter diesem Gesichtspunkt wird aus der Menge an Problemen, die momentan in Schulen und anderswo herrschen mögen, bald schon ein menschlicher Segen“, der behauptet (nicht mal verklausuliert) Flüchtlingskinder seien alles andere als „ein menschlicher Segen“. Was sind sie bitteschön denn?

            Kritik an Umständen und politischen Entscheidungen ist legitim. Hier aber wird daraus eine Verhöhnung von Kindern, die aus ihrem früheren Leben gerissen wurden und vor Krieg und Terror fliehen mussten. Sind Ihnen die Bilder aus Aleppo derart wurscht, dass Sie glauben, es sei völlig in Ordnung, auf den Opfern herumzutrampeln? Lächerlich, sich dann über die Verwendung einer Vokabel wie „abkotzen“ aufzuregen – über nichts anderes handelt es sich hier aber.

            Und die Frage, ob der Urheber dieser „Abkotzerei“ ein Lehrer ist, was in einem Lehrerforum ja nicht unwahrscheinlich wäre, halte ich im Hinblick auf ein nötiges Mindestmaß an Empathiefähigkeit im Lehrerberuf schon für gerechtfertigt.

          • @Bernd
            Ihre persönliches Textverständnis und Ihre persönliche Meinung dazu brauchen Sie doch nicht gleich mit dem anspruchsvollen Begriff „Textexegese“ zu schmücken.
            Für mich wird das, was Sie sagen, dadurch nicht fundierter oder beeindruckender.

  3. Natürlich hat man weniger organisatorische Probleme, wenn man Flüchtlingskinder in Regelklassen eingliedert. Aber was haben die Kinder davon? Sie sitzen in Unterricht, in dem sie kein Wort verstehen. Im Grundschulalter mag das vielleicht schnell gehen, die Kinder machen gute Fortschritte.

    Aber was ist mit SuS an weiterführenden Schulen (10-16 Jahre) und Berufskollegs (16+ Jahre)? Nach einem halben Jahr Deutschunterricht (20 Std./Woche) in Willkommensklassen und gleichzeitiger Integration in Regelklassen für einzelne Stunden sind die Ergebnisse selbst bei den leistungsstärksten Flüchtlingskinder eher bescheiden und reichen nicht aus, um am Regelunterricht teilzunehmen. Und ja, ich spreche aus Erfahrung.

    Diese SuS werden irgendwie zum Hauptschulabschluss gebracht und dann an die Berufskollegs abgeschoben.

    • Das kann ich bestätigen. Ich arbeite an einem BSZ in Sachsen und habe eine Willkommensklasse mit SuS zwischen 15 und 17 Jahren. Viele Afghanen, die als Analphabeten bei mir begonnen haben, werden es auch nach dem Schuljahr nicht schaffen, die deutsche Sprache auf einem Niveau zu beherrschen, dass für eine Ausbildung/ Arbeit ausreichen würde.Und das, obwohl meine SuS 24h/Woche Deutsch bekommen. Jedoch habe ich das Gefühl, dass dieses Stundenpensum für die SuS einfach zu viel ist, eben weil sie teilweise keine oder nur sehr geringe schulische Bildung vorweisen können. Bei SuS mit guter Schulbildung merkt man deutlich bessere Sprachlernergebnisse und auch eine bessere Konzentrationsfähigkeit.
      Meine SuS wurden sehr schnell, nach etwa 8 Wochen, in die Lehrlingsklassen integriert. Hier kommt man aber an der Krux der Sache nicht vorbei: Die Flüchlingskinder haben keine Ahnung, wieso man einen Beruf lernen sollte, geschweigedenn was das für ein Beruf sein sollte (bei uns Tierwirt, Landwirt, Ernährungsberater etc.). Sie sitzen also in Fächern, die sie nicht verstehen können. Man kann aber auch nicht 10 von ihnen in eine 15 Mann starke Auszubildenenden-Klasse stecken. Die deutschen Schüler belastet das auch, denn sie kennen die Flüchtlinge nicht und fühlen sich teilweise auch einfach überrumpelt.
      Zum Schluss möchte ich noch sagen, dass meine Schüler zu 95% kein Problem mit mir als Lehrerin haben. Man hat jedoch in jeder Klasse einen Ausreißer drin, der diesen Machtkampf aufmachen möchte und dieses Argument dann rausholt. Mein männlicher Kollege kämpft dann aber auch mit so einem einzelnen Schüler, der sich in dem Fall nichts von einem „Nicht-Moslem“ sagen lassen will. Für die anderen Schüler ist das dann mitunter sehr unangenehm. Diese entschuldigen sich dann für das schlechte Benehmen ihres Landsmannes. Alles nicht so einfach, aber auch nicht so schwarz-weiß.

  4. Die Beschulung in Regelklassen bringt doch aber die gleichen Probleme mit sich:

    – auch hier erarbeiten sich die KollegInnen das Material selbst und passen Bestehendes den Bedürfnissen an – das 4t-Forum „Unterricht in Sprachlernklassen“ zeugt davon, wie Lehrer händeringend nach Materialien und Möglichkeiten suchen und sich miteinander austauschen und gegenseitig unterstützen

    – auch hier gibt es eine hohe Fluktuation, zumal, wenn Kinder bzw. Familien die Unterkünfte wechseln müssen

    – DaZ-Stunden werden häufig in Ermangelung von Fachkräften UND angesichts des Lehrermangels gar nicht oder nur sehr unzureichend gewährt. Mit einer Vertretungsreserve in den Schulen UND bestehenden Förderstunden wäre es zu Beginn womöglich einfacher gewesen. Sind die Flüchtlinge erst einmal in Regelklassen untergebracht, fällt ja niemandem mehr auf, dass dafür keine Stunden zur Verfügung gestellt werden – das ist bei Willkommensklassen anders, da Stunden eingeplant und Vertretung organisiert werden muss

    – die Alphabetisierung muss nebenbei erfolgen, was wirklich eine große Herausforderung ist. Gleichwohl haben Grundschullehrkräfte immerhin Ahnung von Erstlesen und Erstschreiben, dies erfolgt aber im DaZ-Unterricht für die Kinder in einer Fremdsprache. Da die Lehrkraft diese Sprachen häufig nicht spricht und nicht lesen kann (arabisch, dari, farsi…) kann nur mit hohem Aufwand auf zweisprachige Materialien zurückgegriffen werden. Materialien aus dem deutschen Erstunterricht können nur bedingt für die Alphabetisierung von Flüchtlingen genutzt werden. Immerhin kann ein Teil der älteren Flüchtlinge (Syrien) Englisch, sodass man sich darüber verständigen kann, oder man hat andere Kinder in der Klasse, die dolmetschen können.

    – es gibt ein Curriculum für Grundschulen, klar, aber das oben angemahnte Curriculum für DaZ bzw. Alphabetisierung entsteht ja nicht dadurch, dass die Kinder in einer Regelklasse sitzen.
    Häufig dauert es eine längere Zeit, bis die Flüchtlinge dem Unterricht in Fächern mit sprachlichem Schwerpunkt (Deutsch, Sachunterricht, von Religion sind sie häufig ausgeschlossen) folgen können.
    Sind sie dort permanent überfordert, ist es besser, sie an Aufgaben zur Alphabetisierung und zum Grundwortschatz arbeiten zu lassen.
    Die Teilnahme an musisch-kulturellen Fächern und im Sportunterricht ist einfacher, aber auch da braucht es Sprache zur Verständigung.
    Ein geflüchtetes Kind, das in Mathematik begabt ist, habe ich noch nicht kennenlernen dürfen. Vielmehr kommt es hier bei unseren SuS aus Syrien, dem Irak, Rumänien einer Alphabetisierung gleich: einfachste Grundrechenarten sind unbekannt.

    – Dann gibt es den Ruf nach Sprachsensiblem Unterricht im Unterricht der Regelklasse, in dem die Lehrkräfte sich bemühen, den sprachschwachen SuS Fachbegriffe und Inhalte zu vermitteln, während der übliche Unterricht samt Zielen auch geführt werden muss.
    Im Übrigen gibt es in anderen BL Curricula für DaZ, darin geht es um das Erlernen der Sprache und sie richten sich nicht nach den Curricula einzelner Klassenstufen, es geht vielmehr um einen Grundwortschatz

    – Werden die SuS einzeln oder mit wenigen Kindern in Regelklassen gesetzt, erfolgt der Anschluss an die Klassengemeinschaft schneller. Das denke auch ich. Auch ist es im ländlichen Raum eher problematisch, wenn Kinder für 1 Jahr in eine zentrale Sprachlernklasse gehen sollen, während dieses Jahres am Regelunterricht teilhaben sollen, anschließen aber in einer anderen Schule weiter beschult werden, sodass nach 1 Jahr erneut ein Wechsel stattfinden muss.

    – Auch in Regelklassen muss man sich um ehrenamtliche Hilfe bemühen.

    – Auch ich kenne die Regelung, dass die SuS nach 1 Jahr für den Regelunterricht fit sein sollen – in meinen Augen Unsinn. Kinder der 1. Klasse benötigen 1 Jahr um Lesen und Schreiben zu lernen. Ein nicht beschultes, geflüchtetes Kind innerhalb eines Jahres in einer fremden Sprache zu alphabetisieren und in der Zweitsprache soweit zu bilden, dass es dem regulären Unterricht folgen kann, ist illusorisch. Ich bin mir nicht sicher, ob es in Willkommensklassen besser gelingen kann, weil man mehr Zeit dafür aufwendet. Im Regelunterricht nebenbei und ohne Förderstunden ist es bei vielen Kindern nicht möglich.
    Aber angesichts der 1-Jahres-Regel müssten ja recht viele Willkommensklassen jetzt aufgelöst und die SuS in Regelklassen aufgenommen werden.

    – Erstaunt hat mich die Aussage, dass LuL unterschiedliche Materialien einsetzen. Ja. Das machen sie ständig. Sie erstellen Tests und Klassenarbeiten oder erheben die Leistung auf andere Weise. Sie bewerten das, was die SuS präsentieren. Besonders ärgerlich finde ich den Hinweis, dass die Lehrkräfte nicht alles dokumentieren. Da hat die Priorität der Lehrkräfte wohl auf dem Unterricht und nicht auf der Bürokratie gelegen. Aber sicherlich könnten sie alle über den Leistungsstand Auskunft erteilen und Zeugnisse wird es auch geben.

    Abschließend ist anzumerken, dass davon ausgegangen wird, dass die Lehrkräfte, ob in Regel- oder Willkommensklassen, auch diese Herausforderung ohne weitere Unterstützung meistern müssen.

  5. Monika Niemann

    Was ich nicht verstehe: überall herrscht Lehrermangel und wir sind angewiesen, als erstes den Regelunterricht sicherzustellen und erst dann unsere mageren Förderstunden auf alles Mühseligen und Beladenen zu verteilen. Das heißt doch in der Praxis, dass DAZ-Unterricht – wie bei uns an der Schule so gut wie gar nicht stattfindet. Was macht man also mit diesen Schülern und Schülerinnen, die kein Wlort Deutschsprechen, die in einer achten oder zenten Klasse sitzen und irgendwie mit sinnvollem Material versorgt werden müssen?
    Man wird zum Jäger und Sammler und in jeder Stunde kriegen die Kinder von einer anderen Lehrkraft irgendetwas zum Bearbeiten.
    Klar gibt es jede Menge wunderbare Bücher und kursartig aufgebaute Mateiralien, nur sind die immer auf eine kommunikative Situation ausgerichtet. Sie kommen also für den normalen Chemieunterricht oder Politikunterricht überhaupt nicht in Frage. Da braucht man Material, an dem die Schüler/innen ernünftig arbeiten können, eventuell mit Kopfhörer an Tablets oder am Handy.
    So etwas habe ich aber noch nicht wirkllich gefunden.
    Können sich da die Ministerien nicht mal kurz schließen und so etwas für verschiedene Altersgruppen in Auftrag geben? Wohlgemerkt, ohne, dass es uns ein Vermögen aus unserem Budget kostet?
    Es gibt erfahrene DAZ-Kräfte, die in an den Volkshochschulen schon seit Jahren Integrationskurse geben. Können die Ministerien nicht mal über ihren Schatten springen und diese Leute einstellen, obwohl sie vielleicht nicht die entsprechenden Kriterien von Masterabschluss erfüllen?
    Wo sind die Listen mit entsprechenden Adressen für Dolmetscher/innen, Psychologen und Psychologinnen mit Sprachkenntnissen in Arabisch?
    Jede Schule muss sich irgendwie selbst durchwurschteln, durchfragen, Material zusammen suchen.

  6. Bitte Name der Studie angeben und Quelle bitte!

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