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PISA-Sonderauswertung: Deutsche Schüler schneiden bei Teamarbeit mit (Schleicher) “sehr gutem Ergebnis” ab

BERLIN. Sozialkompetenzen gewinnen am Arbeitsmarkt an Bedeutung. Nun hat erstmals eine PISA-Studie verglichen, wie gut Schüler in der Gruppe Probleme lösen können. Deutschland schnitt überdurchschnittlich ab – doch es gibt auch Handlungsbedarf.

Die Studie zeigt laut PISA-Chef Andreas Schleicher, dass die Teamfähigkeit dort besser sei, wo Unterricht mehr Raum für Interaktion biete. Foto: re:publica / flickr (CC BY-SA 2.0)

Die Studie zeigt laut PISA-Chef Andreas Schleicher, dass die Teamfähigkeit dort besser sei, wo Unterricht mehr Raum für Interaktion biete. Foto: re:publica / flickr (CC BY-SA 2.0)

Deutsche Schüler sind im internationalen Vergleich recht gut darin, komplexe Probleme im Team zu lösen. In einer am Dienstag veröffentlichten PISA-Studie liegt Deutschland bei dieser Sozialkompetenz zwischen dem 10. und 14. Platz von gut 50 Bildungssystemen. Der PISA-Chefkoordinator der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), Andreas Schleicher, sprach von einem «sehr guten Ergebnis». Dennoch fällt jedem fünften Neuntklässler in Deutschland das Problemlösen in der Gruppe schwer.

Es ist das erste Mal, dass ein PISA-Leistungsvergleich diese Fähigkeit unter die Lupe nimmt. Etwa 125 000 15-Jährige machten den Test, darunter rund 1900 Jugendliche in Deutschland. Sie bekamen am Computer Aufgaben gestellt, für deren Lösung sie mit mehreren anderen zusammenarbeiten mussten – diese wurden dabei von dem Programm simuliert.

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Die OECD hält die Auswertung für wichtig, weil die Bedeutung sozialer Kompetenzen am Arbeitsmarkt zunehme. «Abfragewissen verliert dramatisch an Relevanz, weil Google das besser kann», so Schleicher. Spitzenreiter sind Singapur und Japan, Deutschland liegt etwa auf einer Höhe mit den USA, Großbritannien und Dänemark. Deutsche Schüler kamen im Mittel auf 525 Punkte, deutlich mehr als der Durchschnitt der 32 teilnehmenden OECD-Staaten (500 Punkte). Japan liegt allerdings mit 552 Punkten noch deutlich weiter vorn.

Mehr als ein Achtel (13 Prozent) der Schüler in Deutschland erreicht die höchste Kompetenzstufe beim Problemlösen im Team – im OECD-Durchschnitt sind es nur 8 Prozent. Auch der Anteil derjenigen, die schlecht abschneiden, ist vergleichsweises gering. Trotzdem können 21 Prozent der Schüler in Deutschland nur leichte Probleme lösen, bei denen die Zusammenarbeit wenig komplex ist. Absolut gesehen gebe es sicher noch sehr viel Nachholbedarf, sagte Schleicher. Zudem ist der Abstand zwischen starken und schwachen Schülern in Deutschland größer als im OECD-Schnitt.

Mädchen sind überall teamfähiger

Mädchen sind in allen Ländern besser darin, Probleme im Team zu lösen. In Deutschland haben sie fast ein Schuljahr Vorsprung vor den Jungen. Auffällig: als die PISA-Studie 2012 testete, wie gut Schüler alleine Probleme lösen können, schnitten die Jungen besser ab. «Dies deutet darauf hin, dass die Mädchen vor allem in der Teamarbeit sehr große Fähigkeiten haben», teilte die Technische Universität München mit, die den deutschen Teil der Studie verantwortete.

Die Frage, wie die Team-Kompetenz verbessert werden kann, lässt sich laut Schleicher nicht so leicht beantworten. Die Studie zeige unter anderem, dass die Leistungen besser seien, wo Unterricht mehr Raum für Interaktion biete – zum Beispiel mit Gruppenexperimenten im Naturwissenschaftsunterricht.

PISA ist der weltweit wichtigste Schulvergleichstest. Er wird alle drei Jahre von der OECD organisiert, zuletzt 2015 – aus diesem Jahr stammen auch die Daten zur Teamarbeit. Kern von PISA sind die Kompetenztests für Naturwissenschaften, Mathematik und Leseverständnis, hier wurde die jüngste Auswertung bereits vor knapp einem Jahr veröffentlicht. Die Deutschen lagen dabei im oberen Drittel der internationalen Ranglisten. dpa

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21 Kommentare

  1. meines Wissens gibt es in Singapur extremen Drill, in Japan extreme Obrigkeitshörigkeit. Fachwissen scheint mit Problemlösefähigkeit zu korrelieren.

    Mein Fazit aufgrund meiner Erfahrung lautet: Gute Schüler werden in guten Gruppen besser, schwache in schwachen Gruppen schlechter. In gemischten Gruppen ziehen sich die Schwachen gerne zurück.

    Die Didaktiker mögen bitte die Förderung von Problemlösefähigkeit in der Gruppe mit der Individualisierung des Unterrichts vereinbaren.

  2. Vielleicht darf man hier mal die Frage stellen, inwieweit die Bildungsziele an allgemeinbildenden Schulen bereits der sog. “Employability” unterworfen werden. Es wird immer bestritten, dass dies ein Bildungsziel ist. Wie ein Hamster im Laufrad am Computer im Team zu arbeiten — das sieht mir doch etwas nach Arbeitgeberinteressen aus. Dass die OECD ökonomische Ziele verfolgt, das ist ja allgemein bekannt. Und was “Problemlösekompetenz” bei PISA bedeutet, das sollte man sich auch mal genauer ansehen.

    • Humboldt wurde den wirtschaftlichen Interessen geopfert. Deutschland ist eher Forschungs- als Produktionsstandort. Nur erfordert das wissenschaftliche Kompetenz und Exzellenz, die in der gegenwärtigen Bildungspolitik sträflich vernachlässigt wird. Heterogenität, Gleichmacherei und Gender Mainstream haben Vorrang.

    • @Cavalieri
      Aber warum sollte das Eine das Andere ausschließen? (Vielleicht habe ich den Satz nur falsch verstanden)
      Mir ist immer noch der Satz in Erinnerung, dass die SchülerInnen für das Leben lernen und nicht für die Schule und da nimmt die Arbeit (also die “Employability”) einen der größten Bereiche ein. Dieses Faktum ausschließen bedeutet die SchülerInnen nicht mehr fürs Leben auszubilden.

      Problematischer finde ich viel eher, dass Lehrer in den Fächern, in denen man gerade diskutieren und unterschiedliche Aspekte betrachten könnte, sich eher unkritisch und angepasst verhalten und damit meine ich keine Kurvendiskussionen im Mathematikunterricht. @xxx wird bestimmt wissen was ich meine.

      Wenn also hier schon eine unkritische Erziehung erfolgt, kann eine schulische Bildung im Fach “Employability” 😉 schlimmstenfalls der Rettungsanker im Leben der SchülerInnen für ihr späteres Leben sein, um einen Beruf zu erlernen, der es ihnen ermöglicht sich diese kritischen Freiräume (dank finanzieller Unabhängigkeit) leisten zu können.

      • Das ist ein schwieriges Thema: Allgemeinbildung vs. Berufsausbildung.
        In den Hauptschulen hatte man ja schon immer Bezüge zur Berufspraxis, in der Oberstufe der Gymnasien zu einem späteren Studium.
        Es geht bei der “Employability” aber letztlich um die totale Unterwerfung eines Bildungssystem unter die Ökonomie. Finden Sie das gut? Der OECD wäre das wohl am liebsten. Ein extra Schulfach “Employability” oder “Berufspraxis” ist nicht gemeint, soweit ich das sehe.
        Und wenn Sie das konsequent zu Ende denken, dann müsste schon im Kindergarten eine “Abrichtung” auf solche Kompetenzen erfolgen, die den Arbeitgeberinteressen dienen (“Teamwork nach genauen Vorschriften”). Der Begriff der Allgemeinbildung ist aber eben nicht auf Verwertbarkeit ausgerichtet. Sollen wir den einfach kampflos aufgeben?
        Drastisch ausgedrückt: Die Bildung des Menschen sollte nicht einer gezielten Erziehung von Polizeihunden oder Blindenhunden entsprechen.

        • Ich glaube, dass wir gar nicht so weit auseinander liegen mit unserer Meinung, sondern nur aneinander vorbeireden.

          “Das ist ein schwieriges Thema: Allgemeinbildung vs. Berufsausbildung.”

          Ich finde nicht, dass das ein schwieriges Thema ist, denn das Eine baut auf das Andere auf, dazu unten aber mehr.

          “In den Hauptschulen hatte man ja schon immer Bezüge zur Berufspraxis, in der Oberstufe der Gymnasien zu einem späteren Studium.”

          Was ist ein Studium denn Anderes als eine Berufsbildung (“Berufspraxis” ist hier eine falsche Begrifflichkeit, denn die Berufsbildung besteht immer auch aus einem hohem Theorieanteil).

          Wofür studiert jemand denn Medizin, Informatik, X/Y/Z auf Lehramt, Ingenieurwesen, wenn er später nicht vorhat als MedizinerIn, InformatikerIn, LehrerIn oder IngenieurIn zu arbeiten?

          Und natürlich gehört zur Berufsbildung nicht nur im Werkunterricht mal eine Pfeile gehalten oder ein Stück Holz gesägt zu haben.

          Zur Berufsbildung gehören gefestigte Mathematikkenntnisse, Verständnis über physikalische Vorgänge, sicher angewandte Sprach- und Schreibfähigkeiten und noch eine Menge andere Kompetenzen aus dem Bereich der allgemeinen Bildung.

          Aber gerade hier sehe ich die größten Probleme, denn immer weniger ist diese Erreichung als Ziel garantiert.

          Ich behaupte, dass ein Schüler, mit einem guten allgemeinbildenden Ausbildung, immer auch eine gute berufliche Ausbildung absolvieren wird, deshalb ist es wichtig diese beiden Seiten, Allgemeinbildung und Berufsbildung, nicht als Gegensatz zu sehen, sondern dass das Eine auf das Andere aufbaut. Zieht man die unteren Karten weg, dann wird auch der obere Teil des Kartenhauses zusammenbrechen.

          “Es geht bei der “Employability” aber letztlich um die totale Unterwerfung eines Bildungssystem unter die Ökonomie. Finden Sie das gut? Der OECD wäre das wohl am liebsten. Ein extra Schulfach “Employability” oder “Berufspraxis” ist nicht gemeint, soweit ich das sehe.”

          Das mit dem Schulfach war nur etwas ironisch gemeint.

          Diese “Unterwerfung an die Ökonomie” kann nicht so stattfinden, weil sie von vorneherein zum Scheitern verurteilt wäre (denn keine Bildung bedeutet auch keine ökonomische Verwertbarkeit), allerdings sehe ich diese Gefahr auch nicht von dieser Seite, sondern eher die Gegenteilige, denn anstatt sich auf das Schaffen eines wirklichen Bildungsfundament zu konzentrieren, wird eher versucht dieses mit allerlei Esoterik, Ideologie und “Schneeflöckchentum” zu zerstören.

          • Mark Steiner: Hier wird der Widerstreit besser geschildert, als ich es je könnte:

            http://www.schiller-institut.de/seiten/erziehung/humboldt.htm

            Thema sind die Ideen Humboldts zur Bildung und — als Kontrast dazu — die heutige Employability. Am Schluss heißt es:

            “Nicht Vermittlung von abfragbarem Wissen, keine Abrichtung durch praxisorientierten Unterricht, sondern Bildung des jungen Menschen zur abgerundeten, individuellen Persönlichkeit lautet der Ruf unserer Zeit.” Das ist aber nicht die Einschätzung de OECD.

  3. Meine Tochter (4. Klasse steht auf der Tur, aber dort wird sie null auf Niveau 4. Klasse beigebracht) kann nicht in sehr offener Unterricht lernen. Wie kann ich das zu den Jugendamt erklären, so dass die das Wechseln zu einer lehrende Schule nah zu unserer Wohnung genehmigung werden? Sie lernt sehr gut und hat sogar Spaß mit Lehrin-zentriertem Unterricht. 1.2., Klasse, Nachmittags und Wochenende Kursen, Sports Training…war Lehrerin/Trainierin/Dozentin geleitet und ging sie sehr geren dorthin und hat Lernfortschritt, Erregung, Ermutigung, Gemeinschaftkeit und Spaß gehabt.

    Unsere Nachbar Schule stellt sich aber den ‘Unterrichtskonzept’ ‘in Richtung Selbständiges Gemeinsames Lernen, in dem es darum geht, systematisch kompetenzorientierten Unterricht, passende Lernarrangements …. die jedes Kind unserer Schule individuell im Lernen begleiten’ .

    Also nebenan Sitzen aber nicht lehren, kein Schulbücher sondern Aufgaben Hefte.

    Die Klasse meiner Tochter is die Versuchsklasse dieses Konzept und sie ist dewegen schwerer betroffen als Kinder in den anderen Klassen, und in die nicht Inklusion Klassen.

    Ich möchte nicht sagen, dass das Konzept schlecht ist, nur dass meiner Tochter absolute dafür nicht geeignet ist.

    Meine Tochter hat eine Hospitation Woche in einer traditionellen unterichtenden Katholische Schule, 4. Klasse, die sehr strukturiert Deutsch und auch andere Fächer lehrt, ja die LEHREN noch, nicht nur nebenan sitzen und sagen ‘mach doch Deine Lehrplan weiter, was ist in Deinem Lehrplan, frage doch mal Deine Mitschüler, knobel mal sebst’ aber nicht LEHREN.
    Tochter will unbedingt ab sofort die privat Schule besuchen, da die dort Deutsch und Rechnen, u.A., lehren, besonders ganz viel Deutsch, was ich ihr zu Hause selbst nicht lehren kann.

    Sie hat das JA- geschickte Person, die sehr pro Inklsionklassen ist (Tochter ist in einer Inklusion Klasse, Lernstand Vorschule bis circa 5 Kinder Lernstand Anfang 4. Klasse, aber auf der Tur gibts ein ‘4’.) erklärt, dass sie die Schule wechseln will, weil sie in ihrer jetzigen Schule nichts lernt aber in der wünsche Schule lernt.

    Sei hat sogar eine ausführliche Gutachten von ein Kinderpsychiater bezüglich der dringende Notwendikeit fürs Lernumgebung Wechsel in richtung hochstrukturiert/Frontalunterricht gezeigt, aber diesen Rat war bei der JA-geschichte Person ignoriert.

    Leider für meine Tochter ist die einzige traditionelle Unterrichtende Schule ohne Lateinpflicht (nichts gegen Latein, aber Tochter hat schon Interesse in andere Sprachen, und hat 0 Schulisch Bildung in Deutsch, ihrer Muttersprach, für mehr als 1 Schuljahr und also gutes schriftliches Deutsch nachzuholen und dann weiterzugedeihen ist die Priorität, und das kann sie nur mit viel Lehrinput mit Struktur Schulmorgens) in den sie vielleicht aufgenommen werden kann nimmt mit Vorrang Kinder von den Katholische Grundschulen hier, also trifft ihre Bildungschancen auch für die 5-12/13 Klassenstufen.

  4. Wie soll man das verstehen?

    Sie können sehr gut zusammenarbeiten, aber sie lernen dabei nichts?

    (… weil ansonsten die Ergebnisse ja nicht berauschend sind.)

  5. ZITAT: “Meine Tochter hat eine Hospitation Woche in einer traditionellen unterichtenden Katholische Schule, 4. Klasse, die sehr strukturiert Deutsch und auch andere Fächer lehrt, ja die LEHREN noch, nicht nur nebenan sitzen und sagen ‘mach doch Deine Lehrplan weiter, was ist in Deinem Lehrplan, frage doch mal Deine Mitschüler, knobel mal sebst’ aber nicht LEHREN.”

    Ja, sicherlich zugespitzt, aber das ist heutiger offener Unterricht oft.

    • Wenn Sie denken dass es zugespitzt ist, diese sind die Wörter meiner Tochter (aber sie spricht deustch richtig), dann kommen Sie bitte zu der Lernentwicklungsgespräche in Dezember in HH um zu versuchen, was überhaupt in Fächer Deutsch und Mathe die 3 Erwachsene im Klassenzimmer seit Aug. 2016 dort ihr überhaupt beigebracht haben. Oder schreiben Sie bitte einen Brief an den Klassenlernplanerin, um zu fragen.

      Nicht zugespitzt. Leider die bittere und extrem frustriende Realität meiner Tochter, sehr wissens begierig, die Bald ins Obhut gebracht wird, weil sie diese Situation nicht ertragen kann.

      Nächstes Schuljahr kann sie auf Antrag wiederholen, wird dann ab Sept. morgens die wochentliche verbindliche Hundkurs für alle 4.te Klässler mit festem Stundenplan beginnen.

      Für Deutsch/Mathe/Sachkunde aber weder Stundeplan noch Schulbücher. Diese Fächern sind durch selsbgesteuertes individulisiertes kompentenzorintiertes inklusion (Blätter allein ausfüllen oder eben nicht, kann auch ein fach malen die ganze Zeit) ersetzt. Das JA findet das toll, ‘alle lernen von einander’, Kind ist tief traurig und hat in die letzte zwei Wochen 80% den Tage ins Frust und Traurigekiet geschswänzt, der Richter ist es ihn egal, nur ein Jahr mehr in des Lebens eines Kindes verloren, und eine Seele gebrochen.

      Hier ist ein Hilfeschrei. Wer kann meine Tochter hören und helfen? Sie hat Briefe geschrieben an die Leute in HH die ihr helfen sollten (Breife schreiben hat sie in der eine Woche in der Katholische Schule beigebracht bekommen), sie hat mehrmals die Situation zu diese Leute erklärt. Wer kann meine Tochter helfen, sie will zu einer normale Schule. Einfach eine normale Schule wo die noch Deutsch und Rechnen lehren.

  6. @ xxx (ZITAT)

    “Gute Schüler werden in guten Gruppen besser, schwache in schwachen Gruppen schlechter. In gemischten Gruppen ziehen sich die Schwachen gerne zurück.”

    Hmmm … meine Erfahrung (nicht unbedingt ein Widerspruch) ist aber, dass gerade die leistungsstarken Schüler die Gruppenarbeit NICHT mögen, weil sie “das Gefühl” haben, da müssten sie immer alles alleine machen und die anderen dallern nur rum bzw. erfüllen ihren Anteil nicht. Dann macht es der leistungsstarle Schüler aus Sorge, ansonsten eine schlechte Note zu bekommen. Oder aus Pflichtbewusstsein.

  7. Hier kann man erahnen, welche “komplexen Aufgaben” da im Team gelöst werden sollen:

    http://www.pisa.tum.de/beispielaufgaben/

    Mit echten Problemen scheint das nichts zu tun zu haben, eher schon mit der “Komplexität”, sowas wie die Jamaika-Verhandlungen zu führen (im Mini-Format).

    • PISA muss ja per Computer ausgewertet werden können. Das ist bei wirklicher Problemlösung, die wirklich komplexe Denkstrukturen erfordern, nicht möglich. Außerdem sind komplexe Denkstrukturen entgegen den Interessen der OECD, der Politik oder der lobbyierenden Wirtschaft.

      • @xxx
        Es ist trotzdem zweifelhaft ob es wirklich förderlich ist den längsten Fluss aus den Symbolen eines imaginären Planeten/Inselstaates herauszusuchen und ich bin mir ziemlich sicher, dass man auch bei wirklichen Problemlösungen, die sich an “echten Problemen” orientieren eine Aufgabenstellung konstruieren ließe, die per Computer auswertbar ist.

  8. “Die OECD hält die Auswertung für wichtig, weil die Bedeutung sozialer Kompetenzen am Arbeitsmarkt zunehme. «Abfragewissen verliert dramatisch an Relevanz, weil Google das besser kann», so Schleicher.”

    Diese Aussage zeitigt, meiner Meinung nach, Herrn Schleicher als inkompetent, der überhaupt keine Ahnung vom Arbeitsmarkt hat.

    Keine Kunde wird 40€/h bezahlen, wenn ihm eine “Fachkraft” auf eine Frage entgegnet, dass sie erst einmal nachgooglen muss (das kann der Kund auch selbst) und zeugt schon von ziemlicher “Kompetenz”. Es ist auch keine “soziale Kompetenz” wenn man nur ahnungslos etwas schwafelt und, im schlimmsten Fall, wegen fehlender Fachlichkeit Schäden anrichtet.

    Weiß Herr Schleicher überhaupt wie Berufe heutzutage aussehen? Ohne dieses “Abfragewissen”, allgemein als Grundkenntnisse bezeichnet, ist eine berufliche Ausbildung/Tätigkeit so gut wie gar nicht möglich.

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