Nach Rumpel-Prüfung im Abitur: Kultusministerin prüft „Handy-Service“ für Schulleitungen

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HANNOVER. Nach einem Einbruch in eine Schule war die schriftliche Abiturprüfung im Fach Politik-Wirtschaft niedersachsenweit unterbrochen worden. Die Kommunikation soll in einem solchen Fall künftig besser laufen.

Kommt ein Handy-Warnsystem für Schulleitungen? (Symbolbild). Illustration: Shutterstock

Nach den Verzögerungen bei den schriftlichen Abiturprüfungen im Fach Politik-Wirtschaft hat Niedersachsens Kultusministerin Julia Willie Hamburg eine bessere Kommunikation mit den Schulen angekündigt. «Wir schauen beispielsweise, ob wir ergänzend eine Art Handyservice zur Verfügung stellen können, damit Schulleitungen nicht immerzu auf die Mails gucken müssen, sondern wir sie zusätzlich aktiv informieren», sagte die Grünen-Politikerin in Hannover.

Man denke derzeit über einen SMS-Verteiler nach, in dem sich dann mehrere Personen eintragen könnten, die an Schulen beschäftigt seien. «Das ist ein gängiges Kommunikationsmittel. Die regionalen Landesämter sollen künftig zudem mit eingeschaltet werden, um im Notfall unterstützen zu können», sagte die Ministerin. Im Grundsatz sei auf diese Notsituation souverän reagiert worden, betonte Hamburg. Man wolle aber die technischen Voraussetzung verbessern, um die Aufgaben schneller bereitstellen zu können.

Nach einem Einbruch in eine Schule in Goslar waren die schriftlichen Abiturprüfungen im Fach Politik-Wirtschaft vor zwei Wochen landesweit unterbrochen worden. Unbekannte hatten einen Tresor aufgebrochen, danach lagen die Abiprüfungen verteilt auf dem Schulhof. Das Ministerium forderte betroffene Schulen auf, die Aufgaben nicht auszuteilen oder einzusammeln, weil die Schülerinnen und Schüler die Aufgaben theoretisch hätten einsehen können.

Neue Aufgaben wurden hochgeladen. Dabei kam es zu einer Wartezeit. Schülerinnen und Schüler konnten entscheiden, ob sie die Prüfung zeitversetzt beginnen oder die Prüfung am 8. Mai schreiben. Einige Prüflinge bekamen von ihrer Schule allerdings keine Wahlmöglichkeit.

Laut Ministerium waren rund 8.100 Schülerinnen und Schüler zu der schriftlichen Prüfung in dem Fach gemeldet. Rund 80 Prozent von ihnen haben demnach noch am selben Tag die Ersatzklausur geschrieben. Etwas mehr als 1500 Schülerinnen und Schüler hätten sich entschieden, den Nachholtermin zu nutzen. Rund 700 Prüflinge haben demnach von ihren Lehrkräften und Schulleitungen keine Nachschreibeoption angeboten bekommen und daher die Klausur am selben Tag geschrieben. Wenn sie möchten, dürfen auch sie am 8. Mai noch einmal die Klausur schreiben. News4teachers / mit Material der dpa

Nach Rumpel-Prüfung: Kultusministerin sucht gerechte Lösung für Abiturienten

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Realist
2 Monate zuvor

„damit Schulleitungen nicht immerzu auf die Mails gucken müssen, sondern wir sie zusätzlich aktiv informieren“

Ha ha, wie selbstverräterisch. Ministerium gibt zu, dass es vorher nur „passiv“ war.

Der Zauberlehrling
2 Monate zuvor

Robust und zuverlässig war das Nokia 3510i.

Jetzt wird es richtig kompliziert. Das System erstickt in seinen eigenen Regelungen und die (digitale) Revolution frisst ihre Kinder.

Man kann jetzt niemandem mehr zumuten, vor seinem Rechner zu sitzen und auf E-Mails zu warten.

SMS? Datenschutz?

Mika
2 Monate zuvor

Und der Berg kreiste schwer und gebar… eine Maus. Wenn die heiligen Ministerialen über einen“Handy-Service“ und einen „SMS-Verteiler“ nachdenken, weil dies „gängige Kommunikationsmittel“ seien, sollten sie in ihre Überlegungen gleich das Wort „Diensthandy“ einbeziehen. Das ist nämlich die gängige Art und Weise, wie dienstlich kommuniziert wird. Soweit wirds nicht kommen, wetten? Wie, keiner hält dagegen?

Hans Malz
2 Monate zuvor
Antwortet  Mika

Die SMS als gängiges Kommunikationsmittel … die Kultusministerin am Puls der Zeit. Ohne Worte… Ein Diensthandy gibt es erst, wenn dieses als Kommunikationsgerät in der Bevölkerung durch das nächste abgelöst wurde.

Rotstiftprofi
2 Monate zuvor

Ein paar Kolleginnen und ich tauschen angesichts der Meldung gerade auf WhatsApp ein paar weitere Vorschläge zur Signalübermittlung aus. Als da wären:

– Brieftauben
– Brennende Büsche vor den Schulgebäuden
– Weißer bzw. Schwarzer Rauch aus dem Zentralschornstein des Kultusministeriums, per Livestream in die Schulgebäude übertragen
– Leuchtfeuer auf den niedersächsischen Hügeln und Bergen, wie bei „The Lord of the Rings“

Mir persönlich gefällt Letzteres gut, es verliehe der ganzen Chose dann gleich etwas Heroisches.

Dil Uhlenspiegel
2 Monate zuvor

Zeigt her eure Privathandynummern. Nur Spaß, natürlich haben die SL Dienstgeräte, die SMS-fähig sind.

Palim
2 Monate zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

Wo? Wann?

Dil Uhlenspiegel
2 Monate zuvor
Antwortet  Palim

Jetzt. Hier. Nicht?

Kentuckyschreit
2 Monate zuvor

Wäre die einfachste Lösung nicht, die Dienstmails über das Handy abzurufen?
Bei uns machen die meisten Lehrkräfte das (ich nicht, weil ich nicht noch abends um 23.54 Uhr erreichbar sein will, aber ich bin auch kein SL)
Da kann man dann auch laute Töne, Lichter, Pop-ups und Vibration einstellen, sodass man schon merkt, wenn die extrem wichtige Mail zum Rumpel-Abi eintrifft. So müsste man auch seine private Handy-Nummer nicht preisgeben.

Aber sicher mache ich einen eklatanten Denkfehler, auf den man mich alsbald aufmerksam machen wird.

mama51
2 Monate zuvor

SMS = gängiges Kommunikationsmittel ???? Hä? 🙁 Wie bitte?
Und wenn es zu viel Text sein sollte mutiert die SMS in MMS ???
…mit manchen Anbietern kann man sogar ein Fax vom Händi schicken, wie wäre das denn?
Wir werden immer fortschrittlicher – ich bin begeistert und falle vom Glauben ab. Menno 🙁