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Erziehung = Frauensache = billig

Die Bildungsjournalistin Nina Braun

Die Bildungsjournalistin Nina Braun

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Ein Kommentar von Nina Braun.

Ob es ein Anachronismus ist, Lehrer für unterschiedliche Schulformen unterschiedlich auszubilden, sei mal dahingestellt. In einem Punkt allerdings hat die GEW recht: Das Gehaltsgefälle im Lehrerberuf ist ungerecht und sachlich nicht zu rechtfertigen.

Warum verdient ein Hauptschullehrer weniger als ein Studienrat, obwohl ersterer doch die schwierigere Klientel zu unterrichten hat? Warum liegt das Einkommen einer Grundschullehrerin unter dem einer Kollegin, die in der Sekundarstufe I unterrichtet, obwohl die Verantwortung  für die Vermittlung von Grundbildung nicht geringer ist als die für deren Vertiefung? Und wenn wir gerade dabei sind: Wieso ist das Einkommen von Erzieherinnen, dem nach einer aktuellen Studie mit am stärksten belasteten Beruf in Deutschland, mit durchschnittlich rund 2.200 Euro so schlecht? Weil hierzulande „erziehen“ weniger Wert ist als „bilden“ – und das hat Tradition. Erziehen galt früher nämlich als Frauensache, und war deshalb schon mal per se kaum  anerkannt. Konnte ja auch irgendwie jede (Mutter) und kam deshalb als akademisches Fach von vorneherein nicht infrage. Schluss damit.

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Dieses Wertgefälle zwischen – männlicher – Bildung und – weiblicher – Erziehung ist ein Anachronismus.

Zum Bericht: GEW fordert den „Einheitslehrer“ – Grün-Rot gibt das Vorhaben auf

Die Bildungsjournalistin Nina Braun. Foto: www.bildungsjournalisten.de
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