Potenzialanalyse für Flüchtlingskinder: Wo die Digitalisierung der Schulen tatsächlich voranschreitet

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MAINZ/LUDWIGSHAFEN. Schulen haben Enormes geleistet, um Flüchtlingskinder aufzunehmen und in den Unterricht zu integrieren. Ein besonderes Problem stellt dabei die „passgenaue“ Zuordnung der Kinder und Jugendlichen dar, deren Deutschkenntnisse oft noch nicht mit dem eigentlichen Kenntnis- und Ausbildungsstand korrespondieren. Einige Bundesländer stützen sich dabei auf ein spezielles Computerprogramm, meist finanziert mit Bundesmitteln. Auch in Rheinland-Pfalz soll dessen Einsatz nun ausgeweitet werden.

Nach einer Testphase an fünf Schulen in der Pfalz und in Rheinhessen ist ein computergestützter Kompetenztest für neu zugewanderte Kinder mit geringen Deutschkenntnissen ausgeweitet worden. Weil man sehr gute Erfahrungen mit dem Programm gemacht habe, nähmen 34 weitere Schulen daran teil, berichtete eine Sprecherin des rheinland-pfälzischen Bildungsministeriums. «Dazu gehören eine Grundschule, 19 Realschulen plus, vier Realschulen plus mit angegliederter Fachoberschule, eine Integrierte Gesamtschule, sechs berufsbildende Schulen sowie drei Gymnasien.»

Den tatsächlichen Leistungsstand von Flüchtlingskindern einzuschätzen ist nicht immer leicht. Computer können dabei helfen. Foto: DFID / flickr (CC BY 2.0)
Den tatsächlichen Leistungsstand von Flüchtlingskindern einzuschätzen ist nicht immer leicht. Computer können dabei helfen. Foto: DFID / flickr (CC BY 2.0)
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Bei dem Programm «2P – Potenzial und Perspektive» soll ohne großen sprachlichen Aufwand geklärt werden, welchen Wissensstand die Schüler in Deutsch, Englisch und Mathematik haben. Anhand diverser Aufgaben, die der Schüler am PC bearbeiten muss, werden seine Kenntnisse getestet, aber auch die Merk- und Konzentrationsfähigkeit sowie das logische Denken. Danach wird mit dem Lehrer besprochen, wie es weitergeht.

Entwickelt wurde 2P von einer Firma aus Baden-Württemberg, wo das Programm nach früheren Angaben des Unternehmens flächendeckend an weiterführenden allgemeinbildenden und beruflichen Schulen eingeführt worden ist.

In Rheinland-Pfalz war zunächst die Integrierte Gesamtschule Ludwigshafen-Gartenstadt dabei, wo Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) 2P im Februar vorgestellt hatte. Außerdem die Realschulen plus in Edenkoben, Haßloch und Alzey sowie die berufsbildende Schule Worms. Zu den nun 39 Schulen können nach Angaben der Sprecherin noch weitere hinzukommen. Die Kosten für die Technik trägt der Bund.

Auf die Frage, inwieweit sich die Einordnung der Schüler mit Hilfe von 2P bewährt habe, sagte die Sprecherin: Die Rückmeldungen der fünf Pilotschulen und die Bewertung seitens des Ministeriums hätten ergeben, dass das Verfahren in zweierlei Hinsicht erfolgversprechend sei: «Zum einen lässt sich über das Analyseverfahren sehr gut filtern, welche Schulart und welche Klassenstufe für die neu zugewanderten Kinder und Jugendlichen geeignet ist.» Darüber hinaus könne sehr gut der Fortschritt im Fach Deutsch bestimmt werden und damit auch der Zeitpunkt, wann die Schüler bereit seien, in allen Fächern in den Regelunterricht integriert zu werden.

Nach Angaben des Ministeriums gab es im Schuljahr 2016/17 an allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen in Rheinland-Pfalz 10 461 Schüler mit Sprachförderbedarf im Fach Deutsch. Insgesamt wurden im Schuljahr 2016/17 an diesen Schulen 536 615 Schülerinnen und Schüler unterrichtet. (dpa)

www.news4teachers.de/2017/05/computer-test-der-das-potenzial-von-fluechtlingskindern-herausfinden-soll-kommt-jetzt-in-niedersachsen-zum-einsatz/

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