Neues Schulgesetz soll Tohuwabohu bei der Schullaufbahnempfehlung beseitigen

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SCHWERIN. Wenn es um die Gymnasialempfehlung geht, legen Grundschulen in Mecklenburg-Vorpommern unterschiedliche Standards an. Reicht einigen Schulen ein Notendurchschnitt von 2,5, fordern andere einen Schnitt von 2,0. Wieder andere legen nur den Notenschnitt der Hauptfächer an. Die kommende Schulgesetznovelle soll jetzt verbindliche Standards bringen. Darüber waren sich zuletzt zwar alle Landtagsparteien einig. Das hinderte die Linke aber nicht daran, die Forderung nach einheitlichen Kriterien erneut zu bekräftigen.

Die Linke fordert einheitliche Zugangsbedingungen für Gymnasien in Mecklenburg-Vorpommern, rennt damit nach Angaben des Bildungsministeriums in Schwerin aber offene Türen ein. Die Forderung sei in der Inklusionsstrategie des Landes bereits enthalten, an deren Erarbeitung auch die Linke beteiligt gewesen sei. Die Umsetzung verbindlicher Standards für Schullaufbahnempfehlungen solle im Zuge der anstehenden Schulgesetz-Novelle erfolgen, erklärte Ministeriumssprecher Henning Lipski in Schwerin.

Mit diesem Durchschnitt wird es wahrscheinlich auch in Zukunft schwer, eine Gymnasialempfehlung zu bekommen. Foto: Spacekid /Wikimedia Commons (CC0 1.0)
Mit diesem Durchschnitt wird es wahrscheinlich auch in Zukunft schwer, eine Gymnasialempfehlung zu bekommen. Foto: Spacekid /Wikimedia Commons (CC0 1.0)
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Er reagierte damit auf eine Mitteilung von Linksfraktionschefin Simone Oldenburg. Darin hatte die Oppositionspolitikerin verbindliche Vorgaben zum Notendurchschnitt von mindestens 2,5 für den Zugang zum Gymnasium verlangt. Bislang herrsche ein «Tohuwabohu», beklagte sie. So legten einige Schulen bei ihren Schullaufbahnempfehlungen einen Notendurchschnitt von 2,0 für den Abiturgang zugrunde, andere von 2,5 und wieder andere nähmen den Durchschnitt nur der Hauptfächer.

Anlass für die neuerliche Forderung nach einheitlichen Kriterien war die Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linken. Daraus geht hervor, dass sich an Gymnasien die Zahl der Schüler, die eine Jahrgangsstufe wiederholten, wieder erhöhte. Während im Schuljahr 2015/2016 von Klasse 8 bis Klasse 12 genau 662 Schüler ein Jahr wiederholten, was 2,5 Prozent entsprach, seien es im Folgeschuljahr mit 776 Schülern 3,0 Prozent gewesen. Laut Oldenburg hat ein Drittel der Schüler, die regulär mit Klasse 7 auf das Gymnasium wechseln, keine Empfehlung für diesen Bildungsgang. Am Elternwillen zur Schullaufbahn der Kinder will die Linke aber nicht rütteln. (dpa)

“Zu viele ungeeignete Schüler am Gymnasium”: Philologen fordern Rückkehr zur Schullaufbahn -Empfehlung

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8 KOMMENTARE

  1. Wenn es beim freien Elternwillen bleibt, macht der ganze Aufwand keinen Sinn.

    Meinetwegen kann es beim freien Elternwillen bleiben und am Gymnasium entscheidet sich dann, wer wieder gehen muss oder nicht; aber dieser ganze Aufwand für die Grundschulen (jetzt mit neuer Regulierungswut) ist doch dann total umsonst. Jede Menge Arbeit für die Lehrer und am Ende für die Katz`.

      • Man kann einfach eine unverbindliche Empfehlung aussprechen – als Klassenlehrer oder Fachlehrer (z.B. beim Elternsprechtag), ohne die ganze Dokumentiererei und Protokolliererei, weil UNVERBINDLICH. Die Eltern können sich dann daran halten oder nicht.

        Am Gymnasium entscheidet sich dann nach 1 Probejahr aufgrund von bestimmten Kriterien, wer bleiben darf und wer nicht – manche Eltern haben dann aufgrund dieses Probejahres vielleicht selbst schon die Einsicht, dass Gymnasium für ihren Sprössling nicht passt.

      • @ xxx, haben Sie schon herausgefunden, wo und wie man alle Kommentare im Überblick sehen kann? Oder gibt es das jetzt nicht mehr?

        • Mittlerweile gibt es sie auch auf der Startseite (ziemlich weit unten links) oder in den Artikeln (rechts).

          Ihrem Vorschlag zum Thema stimme ich zu. Die Gymnasien sollten dann im ersten Halbjahr der 5 das Niveau stark anheben, um die viel zu lange Eingewöhnungsphase zu vermeiden. Die kostet nur ewig Zeit und führt zur Angleichung des Wissensstandes nach unten.

          • @ xxx,

            aber man kann nicht mehr schauen, was noch alles geschrieben wurde (ältere Kommentare), oder? Man muss sich merken, wo man selbst was geschrieben hat und das dann suchen, um zu schauen, ob es eine Antwort gab?!?

            (Ich möchte ja nicht, dass mittels Benachrichtigungsfunktion mein Postfach überflutet wird.)

          • Offenbar nicht. Auch ist die Anzahl angezeigter Kommentare geringer als vorher.

            Vielleicht nimmt @die Redaktion Ihre Frage ja zum Anlass, das wieder einzubauen 😉

            (Dieser Wink war schon kein Zaunpfahl mehr, sondern mindestens ein Fabrikschlot)

          • @ xxx,

            vielleicht soll es nicht sein, weil die ausufernden u/o. ausfällig werdenden Diskussionen Überhand nahm und man das Kommentieren einschränken will?

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