Arbeitgeber-Präsident warnt: Neue Pflegeausbildung überfordert Berufsanfänger

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Arbeitgeber-Präsident Ingo Kramer hat vor einer Verschärfung des Pflegenotstandes durch überzogene Ausbildungsanforderungen für Pflegekräfte gewarnt. «Wir brauchen junge Menschen mit normalen Schulnoten aber viel Herzenswärme und Geduld gerade in der Altenpflege», sagte der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) der «Bild»-Zeitung. «Wenn wir sie mit Anforderungen eines Studiums “Medizin light” abschrecken und überfordern, verschärfen wir den Pflegenotstand.»

Sind die Anforderungen an die neue Ausbildung zu hoch?                                        Foto: Gerhard Martin / flickr / CC0 1.0

Kramer verwies auf die nun vorgelegte Ausbildungsverordnung für den künftigen Beruf einer Pflegefachfrau beziehungsweise eines Pflegefachmannes. Er soll ab 2020 die bisher eigenständigen Berufe des Altenpflegers, des Krankenpflegers und des Kinderkrankenpflegers ablösen. Pflegekräfte sollen dem Bericht zufolge danach künftig unter anderem über «ein breites Verständnis von spezifischen Theorien und Modellen zur Pflegeprozessplanung» verfügen. Außerdem sollen sie «pflegebezogene Daten anhand von pflegewissenschaftlichen Erkenntnissen erheben und interpretieren».

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Diese Anforderungen seien völlig überzogen, warnen die Arbeitgeberverbände. Mehr als die Hälfte der Auszubildenden in Pflegeberufen habe nur den Hauptschulabschluss. dpa

Pflege als Schulfach? So könnten Pflegeberufe wieder interessant werden

 

 

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5 KOMMENTARE

  1. So wie es den Einheitslehrer nicht geben kann, kann es die Einheitspflegekraft auch nicht geben. Die Versorgung von Kleinkindern, Kindern und Jugendlichen, Erwachsenen sowie Senioren unterscheidet sich fundamental voneinander.

    • So ist es, und deshalb bedeutet die Zusammenfassung dieser Berufsgruppen in eine Ausbildungseinheit auch einen Schuss in den Ofen, mit einer nachhaltig negativen Auswirkung auf die Qualität der Ausbildung der einzelnen Berufe , eine unzureichende Heranführung an die Berufspraxis und letztlich noch weiter sinkende Bewerberzahlen.
      Herr Gröhe und andere Bildungspolitiker sind einmal wieder voreilig den Wünschen von Arbeitgebervertretern gefolgt, und diese wollen flexiblere Arbeitnehmer haben, die man in einem breiteren Berufsfeld einsetzen kann. Außerdem will man den Beruf der Altenpflegerin aufwerten. Kinderkrankenschwestern und Altenpflegerinnen unterscheiden sich aber in ihren Tätigkeiten enorm, und somit werden diese in der Ausbildung nur noch unzureichend auf ihre Tätigkeiten vorbereitet.

      • Die gemeinsame Ausbildung bezieht sich ja nur auf die gemeinsamen Grundlagen, nicht aber auf die Spezialisierung in den unterschiedlichen Fachrichtungen.
        Wodurch unterscheidet sich den die Tätigkeit von Pflegekräften z.B. auf geriatrischen Stationen von denen auf den Pflegestationen von Altersheimen?

        • Ihrer Anmerkung zur Geriatrie und der Altenpflege stimme ich zu. Das könnte auch nur ein erster Schritt in die langfristig geplante Einheitsrichtung sein. Die Lehrer machen es ja vor.

  2. Was für ein Unfug von den Arbeitgebern wieder kommt!
    Haben die immer noch nicht verstanden Pflege ist ein Heilberuf ,In Deutschland stehen Wir an Drittletzter Stelle im Europäichen Raum, eben wegen der Ungenügenden und schlechten Ausbildung in der Pflege.
    Pflege ist nun mal Moralich , Verantwortlich und Medizinich ein Hochanspruchsvoller Beruf.
    Da kann man eben nicht mal eben Helfen weil man dieses gerne macht. Man muss Wissen und das Umfassend.
    Das Die Arbeitgeber Jammern war klar , lieben Sie doch Kleinlaute Hilfskräfte für Billiges Geld die leicht zu Übervorteilen sind.
    Und noch einmal die Hiesiee Deutsche Pflege Ausbildung ist mangelhaft bis ungenügend , deswegen ja auch der Mangel an Pflegefachkräften!
    Durch solch Unprofesionelle Aussage wie von den Arbeitgebern wird es nur noch schlechter und der Nachwuchs bleibt weiterhinn aus!

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