Aufgaben zu schwierig? – Schüler starten Petition gegen Englisch-Abi

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STUTTGART. Das Abitur 2018 im Fach Englisch war unfair, finden Abiturienten in Baden-Württemberg. Eine Petition gegen die als zu schwierig empfundenen Aufgaben findet regen Zulauf. Kultusministerin Eisenmann will den Protest prüfen. Für 40.000 Realschüler müssen die Aufgaben im Fach Deutsch geändert werden.

Schüler in Baden-Württemberg haben die Abiturprüfung im Fach Englisch als schwieriger als in den Vorjahren kritisiert. «Eine Petition mit dem Titel Englisch Abitur 2018 Baden-Württemberg unfair!» hatte bis Sonntagmorgen mehr als 23.000 Unterzeichner. Die Zahl stieg rasant. Die Kritik richtete sich vor allem gegen Aufgaben im verstehenden Lesen. «Zusammengefasst finden wir, dass das diesjährige Abitur nicht vergleichbar mit denen der letzten Jahre ist und fordern Sie auf, den Erwartungshorizont anzupassen und die genannten Aspekte bei der Bewertung zu berücksichtigen», heiß es am Ende des Schreibens.

Unzumutbar schwierige Aufgaben? Abiturienten fühlen sich durch die Englisch-Prüfungen gegenüber ihren Vorgängern benachteiligt. Foto: Klaus-Uwe Gerhardt / pixelio.de
Unzumutbar schwierige Aufgaben? Abiturienten fühlen sich durch die Englisch-Prüfungen gegenüber ihren Vorgängern benachteiligt. Foto: Klaus-Uwe Gerhardt / pixelio.de
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Die Petition richtete sich an Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU). Eine Sprecherin des Ministeriums sagte am Nachmittag, dass die Behörde die Petition gründlich prüfen und sich später dazu äußern werde. Auch der Landesschülerbeirat hat den Protest gegen die schwere Abi-Prüfung im Blick, wie der neue Vorsitzende Leandro Cerqueira-Karst sagte.

Es ist nicht der einzige Ärger im Reigen der laufenden Abschlussprüfungen. Eine Schule in Bad Urach steht aktuell in der Kritik, nachdem dort Prüfungsaufgaben im Fach Deutsch in einem geöffneten Umschlag gefunden wurden. Die Folgen sind gravierend. Für rund 40 000 Realschüler im Land müssen neue Aufgaben im Fach Deutsch neu gedruckt werden. Das Examen musste zum Ärger vieler Schüler auf den 27. April verlegt werden. (dpa)

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2 KOMMENTARE

  1. “schwieriger als in den Vorjahren”
    Hat man je gehört, dass es Proteste gab, wenn Aufgaben leichter als in Vorjahren waren? Nein, natürlich nicht. Oder kam das nie vor? Doch, das kam sehr wohl vor. Also dürfen Abituraufgaben tendenziell immer nur leichter, aber nie schwieriger werden. Das natürliche “Atmen” mit Ausschlägen nach oben und unten (typisch etwa für Aktienkurse) findet nicht mehr statt, wenn jede Bewegung in die eine Richtung stillschweigend hingenommen und in die andere verteufelt und verhindert wird.

    • Man müsste mal erfahrene Englischlehrer über die Aufgaben schauen lassen. Vermutlich bleibt dann von “unlösbar schwer” wie meistens nicht viel mehr übrig als “anspruchsvoll, aber fair und machbar”.

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