Diese Soziologin leitet künftig ein Forscherteam, das das Geheimnis erfolgreicher Bildungskarrieren ergründen will

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HANNOVER. Die Soziologin Sandra Buchholz hat die Leitung einer der vier Forschungsabteilungen des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) in Hannover übernommen. Dort arbeiten etwa 60  Wissenschaftler an deutschlandweit einzigartigen Langzeitstudien zu Bildungs- und Erwerbsverläufen von Akademikern, die Aufschluss über Voraussetzungen für erfolgreiche Karrieren geben sollen. Die Abteilungsleitung ist außerdem mit einer Professur für Lebensverlaufssoziologie an der Leibniz Universität Hannover verbunden.

Übernimmt eine verantwortungsvolle Position: Sandra Buchholz. Foto: DZHW
Übernimmt eine verantwortungsvolle Position: Sandra Buchholz. Foto: DZHW

Die 41-jährige Sandra Buchholz hat an der Universität Bielefeld studiert und anschließend an der Universität Bamberg ihre Promotion sowie ihre Habilitation abgeschlossen. Vor ihrem Wechsel nach Hannover war sie Interimsdirektorin des Leibniz-Instituts für Bildungsverläufe (LIfBi) in Bamberg und hatte eine Vertretungsprofessur für Bildungsforschung an der dortigen Universität inne. Grundlage für ihre Berufung an die Leibniz Universität Hannover ist ein gemeinsamer Kooperationsvertrag zwischen dem DZHW und der Universität. Bis zum Wechsel von Frau Buchholz nach Hannover wurde die Abteilung kommissarisch von einem Team unter Führung der wissenschaftlichen Geschäftsführerin des DZHW, Monika Jungbauer-Gans, geleitet.

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Die Forschungs- und Arbeitsschwerpunkte von Sandra Buchholz liegen im Bereich der Lebensverlaufs- und sozialen Ungleichheitsforschung. Hier interessiert sie sich besonders für die Analyse von individuellen Bildungsverläufen in Deutschland und im internationalen Vergleich. Außerdem steht die Frage nach dem Einfluss der Bildungsherkunft von Jugendlichen und jungen Erwachsenen auf deren Erfolg im Bildungssystem und damit später auch am Arbeitsmarkt im Mittelpunkt ihrer wissenschaftlichen Arbeit. Dabei geht es ebenso um die Fragen, wie soziale Ungleichheit entsteht und wie sich ungleiche Startbedingungen im Leben auf den späteren Verlauf des Bildungs- und Erwerbslebens eines Menschen auswirken. „Wir freuen uns sehr, dass wir mit Frau Buchholz eine ausgewiesene Expertin im Forschungsfeld der Lebensverlaufssoziologie für das DZHW und die Leibniz Universität Hannover gewinnen konnten. Ihre Forschungsfragen sind angesichts steigender Studierendenzahlen und der anhaltenden Debatte um die starke Selektivität des deutschen Bildungssystems gesellschaftlich hoch aktuell“, betont Monika Jungbauer-Gans zum Amtsantritt.

In der Abteilung „Bildungsverläufe und Beschäftigung“ des DZHW, deren Leitung Frau Buchholz übernimmt, arbeiten etwa 60 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an deutschlandweit einzigartigen Langzeitstudien zu Bildungs- und Erwerbsverläufen von Studienberechtigten, Studierenden und Hochschulabsolventinnen und -absolventen, die zum Teil seit mehreren Jahrzehnten durchgeführt werden und damit über diesen langen Zeitraum hinweg vergleichbare Daten zur Entwicklung in Deutschland liefern. Die Ergebnisse dieser Langzeitbefragungen sind außerdem eine maßgebliche Grundlage für hochschulbezogene Informationen im Rahmen des deutschen Bildungsmonitorings.

Das DZHW betreibt anwendungsorientierte empirische Forschung im Bereich des Hochschul- und Wissenschaftssystems und hat Kooperationsverträge mit der Leibniz Universität Hannover, der Humboldt-Universität zu Berlin sowie mit der Universität Kassel. Zentraler Bestandteil dieser Verträge ist neben der Kooperation in Forschung und Lehre auch die gemeinsame Berufung von Professuren, die mit den Abteilungsleitungen des DZHW verbunden sind. Bis zu seiner Ausgründung im Jahr 2013 war das DZHW über 40 Jahre Teil der HIS Hochschul-Informations-System GmbH. Im Jahr 2016 erfolgte der Zusammenschluss mit dem Institut für Forschungsinformation und Qualitätssicherung (iFQ). Das interdisziplinär forschende Zentrum ist eine von Bund und Ländern geförderte Forschungseinrichtung mit ca. 200 Beschäftigten. News4teachers

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