Gesundheitsökonomin: Adipositas kostet Deutschland 1,8 Billionen Euro

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MÜNCHEN. Übergewicht kostet: Der deutsche Staat wird bis zum Lebensende der heute übergewichtigen Kinder und Jugendlichen 1,8 Billionen Euro Folgekosten aufbringen müssen, schätzt die Gesundheitsökonomin Diana Sonntag. Frühe Prävention sei deshalb eine ökonomische Notwendigkeit.

Die Gesundheitsökonomin Diana Sonntag bringt durch ihre Arbeit bedrohliche Zahlen hervor, Zahlen wie diese: Wenn alle heute über-gewichtigen Kinder lebenslang übergewichtig bleiben, ergeben sich für den deutschen Staat 1,8 Billionen Euro Mehrkosten im Gesundheitswesen mit sich. Pro Fall liegen die Kosten des lebenslangen Übergewichtes bei 8.000 Euro für Jungen und bei 9.000 Euro für Mädchen.

Auf rund 1,8 Billionen Euro schätzt Gesundheitsökonomin Diana Sonntag die Folgekosten kindlicher Adipositas. Foto: Robert Lawton / Wikimedia Commons (CC BY-SA 2.5)
Auf rund 1,8 Billionen Euro schätzt Gesundheitsökonomin Diana Sonntag die Folgekosten kindlicher Adipositas. Foto: Robert Lawton / Wikimedia Commons (CC BY-SA 2.5)
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In Deutschland ist zirka die Hälfte der Erwachsenen übergewichtig, 18 Prozent gelten als adipös. Von den 1980-er Jahren bis in die 2000-er Jahre sei ein massiver Anstieg zu erkennen, berichtet Sonntag beim Kamingespräch der Stiftung Kindergesundheit in München. Bereits bei 3- bis 6-jährigen Kindern seien 6 Prozent übergewichtig und 3 Prozent adipös. Die gesundheitlichen Folgen sind hinlänglich bekannt: Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Einschränkung, Leid. Dies vor allem, wenn Übergewicht ein Leben lang anhält, was meist der Regelfall und nicht die Ausnahme sei.

Anstelle sich gesellschaftlich auf hohe Therapiekosten einzurichten, wäre ein konsequentes Investment in Vorbeugung durch Gesundheitsbildung und Kompetenzvermittlung in Familien, Kindertagesstätten und Schulen und die Etablierung fester Regeln und Standards zu relevanten Risikofaktoren sinnvoller, so die Stiftung. Warum die Politik sich so wenig diesem Problem annimmt, sei schwer nachvollziehbar. Dies könne nur mit einem sehr kurzfristigen Denken der Politiker und Entscheidungsträger erklärt werden. Denn derartige ökonomische Folgekostenabschätzungen überspannten mehr als 50 Jahre, was zirka zwölf Legislaturperioden ausmacht. (zab,pm)

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