Lehrer in Sorge: Diese Woche beginnt der Ramadan – und immer mehr Schüler fasten

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KASSEL. In der kommenden Woche beginnt der Ramadan – und bereits jetzt gibt es Streit darum: Ein berufliches Gymnasium im hessischen Kassel hat mit der Einladung zu seiner Abiturfeier Empörung in rechten Kreisen ausgelöst. In dem Schreiben heißt es, das Buffet werde wegen des Fastenmonats erst nach Sonnenuntergang um 21 Uhr geöffnet. Damit versuchten die Organisatoren aus der Schülerschaft, ihren Mitschülern „muslimische Bräuche und Verhaltensweisen aufzuzwingen“, so behauptet die AfD – was von der Schule entschieden zurückgewiesen wird. Tatsache allerdings ist, dass der Ramadan in diesem Monat in eine entscheidende Phase des Schuljahres fällt. Das dürfte für Probleme sorgen. Denn immer mehr Schüler in Deutschland beteiligen sich offenbar am rituellen Fasten.  

Kinder während des Ramadans in einer Moschee. Foto: Lion Multimedia Production U.S.A. / flickr (CC BY 2.0)
Kinder während des Ramadans in einer Moschee. Foto: Lion Multimedia Production U.S.A. / flickr (CC BY 2.0)

So viele muslimische Schüler fasten im Ramadan, dass sich bereits im vergangenen Jahr Schulen genötigt sahen, mit Briefen an die Eltern vor Auswüchsen zu warnen. „Es ist sicherlich wünschenswert, dass sich Kinder mit religiösen Traditionen auseinandersetzen und verständlich, dass gerade jüngere Kinder stolz darauf sind, an diesen Traditionen teilzuhaben“, so hieß es beispielsweise in dem Schreiben eines Kölner Gymnasiums, aus dem der „Kölner Stadt-Anzeiger“ zitierte. „Sie, liebe Eltern, sollten sich aber darüber im Klaren sein, dass Ihre Kinder in der Schule sehr beansprucht werden und Kraft und Konzentration benötigen, um den Leistungsanforderungen gerecht zu werden.“

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Der Ramadan, neunter Monat im islamischen Mondkalender, verschiebt sich von Jahr zu Jahr zehn oder elf Tage im Jahresverlauf nach vorne. In diesem Jahr beginnt der Fastenmonat am 16. Mai; er dauert bis zum  14. Juni  – und fällt damit, deutlicher noch als in den Vorjahren, größtenteils in eine entscheidende Schuljahresphase. Während des Ramadans dürfen Gläubige von der Morgen- bis zur Abenddämmerung  weder essen noch trinken. Derzeit geht in Deutschland die Sonne gegen 5.45 Uhr auf und gegen 21.15 Uhr unter. Das bedeutet in der Praxis, dass fastende Schüler ohne ausreichendes Frühstück und übernächtigt in die Schule kommen (denn das abendliche Essen in den Familien wird zelebriert). Anfragen besorgter Lehrkräfte beim VBE zeigen, dass sogar vermehrt Grundschüler am Fasten teilnehmen. Das heißt, sie trinken und essen während des gesamten Schultags nichts. (News4teachers berichtete.)

Sind Kinder denn nicht vom Fasten ausgenommen? „Die Fastenvorschrift im Monat Ramadan gilt für jeden geistig zurechnungsfähigen Muslim, Mann oder Frau, der die Pubertät erreicht. Die Pubertät kennzeichnet die Mündigkeit im Islam“, so heißt es auf der Seite des Zentralrats der Muslime in Deutschland. Aber: „Kinder, die die Pubertät nicht erreicht haben, werden ermutigt so viele Tage zu fasten wie sie können. So können sie sich nach und nach mit zunehmenden Alter an dieses Gebot gewöhnen.“ Darüber hinaus ist „Pubertät“ ein unter Muslimen durchaus dehnbarer Begriff. „Allgemein beginnt die Pubertät bei Mädchen im Alter von 8 bis 13 Jahren und bei Jungen im Alter von 10 bis 15 Jahren“, so heißt es auf der Website Islamweb. Dass auch schon Grundschüler fasten, widerspricht also der Lehre nicht.

Zurückhaltung bei Moscheevereinen

Die Politik ist alarmiert. „Wenn das Fasten im Ramadan dazu führt, dass es Kindern in der Schule nicht gut geht, sie nicht am Sportunterricht teilnehmen und in Prüfungen schlecht abschneiden, ist das ein Problem“, sagte die heutige Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) im vergangenen Jahr noch als Neuköllner Bezirksbürgermeisterin. Gemeinsam mit der Schulaufsicht wandte sich Giffey deshalb an gut 20 Moscheevereine, um einen an einem Runden Tisch abgestimmten Verhaltenskodex für Schüler und Eltern herauszugeben – den dann allerdings nur zwei Imame unterschrieben. Selbst ein so zurückhaltend formulierter Hinweis wie „Im Islam ist es nicht erwünscht, dass wegen des Fastens die Leistungen in der Schule schlechter werden“ fand offenbar bei den meisten muslimischen Geistlichen keine Zustimmung. Giffey machte keinen Hehl aus ihrer Enttäuschung über so wenig Kooperationsbereitschaft: „Das Ergebnis ist ein Minimalkonsens, für den ich mir noch mehr Unterstützer – auch in den Neuköllner Moscheen – wünsche.“

An dem Kölner Gymnasium, von dem der „Stadt-Anzeiger“ berichtete, habe man in den vergangenen Jahren bereits Fünftklässler erlebt, die auch bei größter Hitze nichts aßen und tranken. „Sie waren nicht in der Lage, dem Unterricht zu folgen, geschweige denn, sich auf Klassenarbeiten vorzubereiten“, so erzählt die stellvertretende Schulleiterin. Eine Lehrerin meint, dass es oft gar nicht die Eltern sind, die von den Kindern das Fasten erwarten. „Bei vielen wird das Gebot lockerer genommen, das gemeinsame Fasten zum Beispiel aufs Wochenende beschränkt.“ Entscheidender sei wohl der Gruppendruck unter Gleichaltrigen – und der Wunsch, sich so abzugrenzen.

Der Satz in der Einladung des Kassler Gymnasiums ist nach Angaben der Schulleitung ein Missverständnis. Gegenüber „EchtJetzt“ widersprach der Direktor  der Darstellung, das Buffet sei wegen des Ramadan verschoben worden. Das Buffet werde traditionell immer zwischen 20:30 und 21:15 Uhr eröffnet – und stehe jedem offen: Vegetariern, Nicht-Vegetariern, Veganern, Allergikern und eben (auch) fastenden Muslimen. News4teachers

Kolumne zum Schulrecht: Lehrer sind für die Gesundheit fastender Kinder im Ramadan verantwortlich

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35 KOMMENTARE

    • Kinder, Kranke und schwer arbeitende Menschen sind vom Fasten ausgenommen.
      Warum Eltern ihre Kindern diesen archaisch anmutenden Riten unterziehen zeugt nicht gerade von Verantwortungsbewusstsein oder gar von der Assimilation westlicher Wertvorstellungen.
      Vorher wurden die Kinder zweier arabischer Kollegen, 9 und 7 Jahre, noch in die schriftliche Koranprüfung geschickt.

    • @xxx: Gibt’s solche Kommentare eigentlich auch in “schlau”? Was schlagen Sie denn als Sanktion vor? Zwangsernährung?

      • Wenn nichts anderes hilft, Geldstrafen für die Eltern oder Emigration in ein Land, das so einen Wahnsinn gutheißt. Details haben andere hier schon geschrieben.

      • @Küstenfuchs
        Das steht im Koran so drin, erzählte mir einer der Teilnehmenden Araber.
        Eine Möglichkeit sind Ordnungsstrafgelder.

        • Ordnungsstrafgelder, weil jemand nichts isst und trinkt (aus welchen Gründen auch immer)? Da würde sich der Staat viel zu sehr in die Welt der Bürger einmischen, in anderen Zusammenhängen würde man da völlig zu Recht vom Polizeistaat reden.

          • Stimmt, Ordnungsgelder sind übertreiben, aber man sollte mit den Eltern darüber reden, schließlich sind Kinder, Schwangere ,körperlich schwer arbeitende und Kranke vom Fasten ausgenommen und da wäre es eine Aufgabe des örtlichen Iman dieses Thema anzusprechen, vorausgesetzt es handelt sich um einen moderaten Vertreter dieser Glaubensrichtung.
            Selbst meine orthodox-orientierten arabischen Kollegen nehmen ihre Kinder von dieser Rosskur aus.
            Ab heute läuft die Uhr, die Suren-Schriften liegen zum Teil in den Schubladen der Narkosegeräte und die Konzentrationsfähigkeit wird wieder abnehmen.
            Und ewig grüßt das Murmeltier…….

  1. Bei Muslimen ist das Fasten wichtiger, als irgendwelcher Unterricht.
    Niemand interessiert sich für die Gesundheit von diesen Kindern, sonst würde man nicht so einen
    großen Terz veranstalten und mehr Rücksicht auf die Kinder nehmen. Das Fasten ist eine Säule des Islams
    und eine Pflicht. Wenn nun die Schule an den Erfolgen der Kinder interessiert ist, so muss sie dies berücksichtigen. Wenn nicht, dann soll sie weiterhin so tun, als ob sie Interesse am Wohl der Kinder hätte.

    • Dazu kommt, dass sich diese Familien nach Sonnenuntergang, also ab frühestens 21 Uhr, feiernd den Bauch vollschlagen und die Schüler entsprechend spät ins Bett gehen. Am Folgetag beginnt die Schule aber gewohnt um 8 Uhr morgens. Die Schüler sind folglich nicht ausgeschlafen und spätestens ab 12 Uhr wegen Flüssigkeits- und Nahrungsmangel zu überhaupt nichts mehr zu gebrauchen.

    • “.. so muss sie dies berücksichtigen.”
      Sie meinen, unsere Schule muss sich von religiösen Minderheiten die Spielregeln regelrecht diktieren lassen? Vielleicht generell schulfrei im Ramadan? Oder nur 2 Stunden täglich? Steht das auch im Grundgesetz? Und wenn noch mehr Religionen zuwandern und komplementäre Vorschriften haben? Hier wird übrigens präzisiert, wie das bei Kindern sein soll (von Schule wird nicht geredet, das scheint in der Tat nicht zu interessieren):
      http://www.islamweb.net/grn/index.php?page=articles&id=169773

  2. Woran mag es denn liegen, dass immer mehr Schüler fasten? Kommen die von selbst auf diese Idee, oder helfen Funktionäre oder Betonköpfe nach? Oder kontrollieren sich die Schüler gegenseitig und haben Angst, gemobbt zu werden? Ist das nun ein Zeichen für eine gelingende Integration oder eher das Gegenteil? Ich finde es absurd, dass altertümliche religiöse Regeln im aufgeklärten Westeuropa überhaupt noch wörtlich beachtet werden. Man könnte es ja bei einem symbolischen Fasten belassen, genauso wie die Taufe auch nur symbolisch ist (ein paar Tropfen Wasser, kein Untertauchen mehr). Die Aleviten fasten meines Wissens nicht.
    Hinzu kommt: Die Vorschrift “von Sonnenaufgang bis -untergang” hat in der arabischen Welt eine ganz andere Bedeutung, weil Tag und Nacht immer annähernd gleich lang sind. Nördlich des Polarkreises wird das vollkommen unsinnig, was uns zeigt, dass diese Vorschrift nicht von einem allmächtigen und allwissenden Gott, sondern von Menschen mit eingeschränktem Kenntnis-Horizont erfunden wurde.
    FRAGE: Wie gut oder schlecht passt eigentlich die Ganztagsschule zum Ramadan? Was sagen die Befürworter der Ganztagsschule? Am besten würde m.E eine Halbtagsschule mit viel hitzefrei passen.

    • Die einfachste Antwort ist: es gibt mehr muslimische Kinder. In Kreuznach nach Aussage der Kindergärten etwa 50% Nichtdeutsche.

      • Nicht annähernd alle Migranten sind Muslime. Die Zahl hat sich erhöht, aber warum erhöht sich nicht auch die Zahl derer, die soweit integriert sind, dass sie das Fasten einfach sein lassen, weil es nach unseren (!) Gesetzen nicht gefordert wird und insbesondere nicht zu unserem (!) Alltag passt? Das mit dem wachsenden “sozialen Druck” innerhalb der Community scheint eine bessere Erklärung zu sein. Davon spricht hier sogar eine deutsch-türkische Journalistin:
        http://www.deutschlandfunk.de/islam-ich-frage-mich-ob-dieses-inszenieren-des-ramadan.886.de.html?dram:article_id=357460
        Wörtlich sagt sie: “Hier in Deutschland ist der soziale Druck gestiegen, auch unter den Schülern. Wir mir erzählt wird, gibt es – neudeutsch gesagt – ein Dissen, wenn muslimische Klassenkameraden nicht fasten. Genauso geht das auch mit dem Kopftuchtragen.”

  3. Na, da sind ja endlich wieder alle Vorurteile beieinander – was der gemeine Muselmane alles so tut, schlimm, schlimm. Fasten zur Fastenzeit? Das würde einem Christenmenschen natürlich niemals einfallen.

    Doch, es gibt noch eine gesellschaftliche Gruppe in Deutschland, die die genannten Attribute aufweist (und das sind KEINE Vorurteile): die Rechtspopulisten nämlich. Nur mit dem Ramadan haben die nichts am Hut.

    • Christen fasten nicht auf eine Art, die bei warmem Wetter für Heranwachsende gefährlich sein kann. Muslimische Schüler sind davon ausgenommen.

      Zitat wikipedia zum Fasten im Islam: “Während des Monats Ramadan besteht für alle Muslime (außer für Frauen in der Menstruation oder nach der Geburt), die in vollem Besitz ihrer Geisteskräfte (‘aqil), volljährig (baligh), körperlich dazu imstande (qadir) und nicht auf Reisen sind, die Pflicht, von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang dem Körper keinerlei Substanzen zuzuführen. Das bedeutet, auf die Aufnahme von Speisen, Getränken und auf das Rauchen zu verzichten.”

      Zitat wikipedia zum Fasten im Christentum: “Fasten ist hier überwiegend mit dem Verzicht auf bestimmte Nahrungsmittel tierischen Ursprungs verbunden und bedeutet keinen kompletten Nahrungsverzicht.”

      Mich würde mal interessieren, wie viele der rauchenden Schüler dies während des Ramadans auch weiterhin tun.

      Jetzt packen Sie bitte wieder Ihre gesammelten Vorurteile über alle Ihre Kritiker ein und genießen den Sonntag.

    • Wenn man seine Arbeit nicht mehr verantwortungsvoll ausführen kann und damit Menschenleben gefährdet, so sollte man besser seinen Urlaub in diesen Zeitraum legen.
      Ich habe diesen Zustand der Konzentrationsschwäche mit einer rapiden Abnahme der Leistungsfähigkeit bei diesen religiösen Anhängern mehrfach erlebt .

    • Das entscheidet inzwischen jeder für sich selbst. Einer trinkt in dieser Zeit keinen Alkohol mehr, ein anderer isst keine Süßigkeiten mehr. Das ganze ist nicht zentral organisiert und wird nicht mehr so genau genommen. Es ist auch nicht Bestandteil einer geistigen Haltung im Christentum; der Religion kommt mehr die Bedeutung der Regelung des Verhaltens der Menschen untereinander zu.
      Jeder kann hier nach seinen Wünschen seinen religiösen Riten nachgehen, solange er andere nicht gefährdet durch sein Verhalten.
      Deshalb ist es untragbar, dass medizinisches Personal, Feuerwehrleute, Piloten, Zugführer oder andere Berufsgruppen in einem sensiblen Bereich sich während der Arbeitszeit diesen archaischen Riten unterziehen.

    • Bernd: Das ist die billigste Polemik, die man sich vorstellen kann. Dass Sie nicht logisch denken und offenbar wenig Allgemeinbildung haben, das haben Sie schon öfter hier demonstriert. Es geht ja auch darum, dass nichts getrunken wird, was angeblich sehr ungesund ist. Fragen Sie Mediziner. Das schadet also den Kindern, und Religion geht nach unseren (!) Gesetzen nicht über das Kinderwohl. Das gibt auch das Grundgesetz nicht her. Warum ist denn der VBE “in Sorge” (wurde bei n4t berichtet) ?
      Hat man je gehört, dass die christliche Fastenzeit zu Problemen in der Schule führt? Nein, weil — wenn überhaupt — wenig und in vernünftiger Weise gefastet wird: weniger Fleisch, vielleicht auch weniger insgesamt, Wasser trinken ist auf jeden Fall erlaubt. Und der wichtigste Teil davon (die Karwoche) fällt regelmäßig in die Osterferien. Zudem halten die Christen sich meist doch nicht daran, und ein sozialer Druck ist nicht existent. NIemand wird gemobbt, wenn er nicht fastet. Ja mehr noch: Niemand schert sich darum, ob andere fasten.
      Auch Sie wissen, dass die Ganztagsschule zur Förderung der Migrantenkinder (besonders aus unteren Schichten, die besonders religiös sind) eingeführt wurde. Aber durch den Ramadan geht über die ganze Schulzeit de facto fast ein Jahr Lernen verloren. Wenn dann aber die Migrantenkinder schlechter abschneiden bei der Bildung, dann regen sich wieder viele auf und sagen, unsere Gesellschaft sei Schuld. In Wahrheit ist da auch ein gewisser Eigenanteil durch diese verqueren religiösen Regeln mit im Spiel. Man schadet den Kindern.
      Also nochmal: wie ist unsere hochgelobte Ganztagsschule mit dem Ramadan verträglich??? Wer von denen, die bei jeder noch so kleinen Kritik am heiligen Islam aufschreien, möchte antworten ?
      Andere Formulierung: Wenn der Islam angeblich zu Deutschland gehört, gehört dann diese Art des Fastens von Schulkindern auch zu Deutschland? Ich finde, das passt einfach nicht.

    • Hallo Bernd, ich fände es interessant, wenn Sie von Ihren Erfahrungen mit fastenden muslimischen Kindern berichteten.

      • Ich kann aus medizinischer Sicht von türkischstämmigen Patienten berichten,
        bei denen es in der Folge nächtlicher, Fressattacken mit Bulimie zu Krankenhausaufenthalten mit den entsprechenden Symtomen eines Ileus kam.
        Anscheinend fehlt denen der geistig-spirituelle Zugang zum Fasten im Islam, während dessen man auch als finanziell bessergestellter Bürger die Aufgabe hat, ärmere Mitbürger nächtlich beim Fastenbruch zu bewirten und sich selbst in seinem Essverhalten dann auch nachts einschränkt.
        Jedenfalls unterschreiten die arabischen Teilnehmer dieser selbst auferlegten Rosskur nach 4 Wochen deutlich ihr Ausgangsgewicht, die Konzentrationsfähigkeit lässt nach und das Risiko Fehler zu machen erhöht sich ebenso, wie die Kontenance dahin schwindet. Da hält man sich besser aus Konflikten mit denen heraus.
        Aber das Kinder sich an derartigen Ritualen beteiligen geht gar nicht, da das Kindswohl gefährdet ist. In solchen Fällen muss das Sozialamt eingeschaltet werden, ebenso wie beim Verdacht der kindlichen Verwahrlosung und sexuellen Misshandlung der Fall ist. Auch den Zeugen Jehovas werden ihre Grenzen bei einer Kindsgefährdung bezogen auf ihre Kinder aufgezeigt und lebensrettende Bluttransfusionen auf richterliche Anordnung möglich gemacht.

      • Wenn Bernd ein Lehrer ist, dann tun mir seine Schüler leid. Wie sollen sie denn lernen, eine kontroverse Diskussion fair zu führen und nicht die andere Seite einfach niederzubrüllen, ohne deren Argumente auch nur zur Kenntnis zu nehmen?

        • Schule bedeutet eben auch zu lernen mit anderen Diskussionsteilnehmern fair und sachlich umzugehen und Andersdenkende nicht stumpf nieder zu brüllen.
          Dann schon lieber ein paar sprachlich gut ausgearbeitete Standpunkte sachlich vortragen, mit Witz und Humor, verbaler Sprachblüte garniert, die sachbezogen ist und Aufmerksamkeit erweckt.
          Weimar lässt grüßen, denn dort war ein korrekter Umgang seit 1927 miteinander nicht mehr möglich. Eine funktionierende Demokratie ermöglicht den sachlichen Umgang miteinander, den respektvollen Umgang mit Minderheiten und den menschlichen Respekt vor den anderen Mitbürgern.
          Man lernt von den Argumenten der anderen, wenn man bereit dazu ist zu lernen.

  4. Jedes Jahr die gleichen Artikel zu dieser Zeit des Jahres und immer die gleiche Leier:
    Wir leben in einem toleranten Land mit dem Recht auf Religionsausübung.
    Lehrkräfte, Schulen und Gesellschaft müssen also Rücksicht nehmen.
    Es sind dabei – man belege mir das Gegenteil – in der eindeutigen Mehrheit immer Diskussionen um den Islam in der heutigen Gesellschaft.
    Allgemein werden einerseits dann Diskussionen darüber geführt, dass Eierfeste, Lichterfeste und Winterfeste veranstaltet werden, um allen gerecht zu werden. Mein Lieblingsthema war dabei der Fall, dass man ein Lichterfest bräuchte, weil nicht-christliche Kinder sonst nicht mitlaufen und der ehemalige St-Martin-Marsch nicht stattfinden kann. Direkt dahinter ist der Fall, dass es Beschwerden bei der Post gab, weil sich ein Postangestellter als Weihnachtsmann verkleidet hat. Man entzieht der Schule und dem gesellschaftlichen Raum die religiösen Aspekte gewisser Festtage, obgleich viele “moderne” Imame argumentieren, dass das nicht nötig sei, aber das interessiert die Marktschreier nicht, die laut nach Rechten verlangen.
    (Ich verzichte mal auf diese unsägliche Diskussion ums Schweinefleisch.)
    Andererseits wird der Islam immer stärker in das Bewusstsein aller Menschen gebracht.
    Hierbei treffen der Umstand der “Minderheit” in der Bevölkerung und der der Mehrheit in einer Schulklasse aufeinander. Wenn eine Jahrgangsstufe ihren Schulabschluss in einer Moschee feiert, weil die muslimische Mehrheit das so wünscht, ist das demokratisch. Wenn großte Teile der Klasse aufgrund des Zuckerfestes fehlen und kein regulärer Unterricht stattfinden kann, sondern nur Beschäftigung, ist das grenzwertig, aber legal, wenn dann aber für die vollständige Fastenzeit nach Toleranz gerufen wird, damit Kinder fasten und dies mit Druck aus der Community verbunden ist, ist das Kindeswohl gefährdet. Vielleicht sollte man diesbezüglich ja den Schulbeginn in der Fastenzeit nach hinten verlegen, die Tage kürzer gestalten und Tests und Arbeiten untersagen – Sport findet dann auch nur theoretisch statt, aber nicht zu anspruchsvoll.
    Vielleicht sollten wir als nächstes dann auch Sport- und Klassenunterricht und die Lehrkräfte nach Geschlechtern trennen – dann hätten wir auch keine Probleme mehr mit Kopftuch und Ungleichbehandlung.
    Die logische Konsequenz daraus ist ja, dass die Heranwachsenden ihre Rechte auch als Erwachsene einfordern. Dann gibt es Zeit für ein Gebet – keine Pausenzeit selbstverständlich, Geschlechtertrennung und besondere Rücksicht für Arbeitsnehmer während der Fastenzeit – dann müssen die Nicht-Muslime halt mehr arbeiten – der Toleranz wegen.
    Die Frage, die sich mir dauerhaft stellt, ist – sehr überspitzt ausgedrückt – die:
    Wenn eine Gesellschaft, die in großer Mehrheit ihre Religion zu Hause praktiziert oder keine hat, unter dem Deckmantel der Toleranz einer Minderheitsreligion devot gefallen will, führt das wohin? Zu freiwilliger Unterwürfigkeit?

    • … und die Unterwürfigkeit der Mehrheitsgesellschaft machen Sie genau woran aus? Dass angeblich die eine oder andere Schule Sankt-Martin in Lichterfest umbenannt hat? Wie viele Fälle davon gibt es denn tatsächlich in Deutschland – und wie groß ist das Geschrei um die angeblichen Fälle, die sich bei näherem Hinsehen aber fast immer in Luft auflösen (zum Beispiel weil eine Schule im Herbst immer schon ein Lichtfest gefeiert hat).

      Bleibt als Fakum, dass immer öfter Schweinefleisch von den Menaplänen verschwindet, weil ein zunehmend großer Teil der Schüler und Studierenden (Muslime, Vegetarier, Veganer etc.) eben keins isst. Sonst keine Probleme? Wie wär’s, wir hägen neben Söders Kreuze auch noch Schweinsbraten-Stücke an die Wände der Amtsstuben, damit nur keiner zweifelt, in welchem Absurdistan er sich hier befindet.

      • “Sonst keine Probleme?”
        Doch, nur ignorieren Sie die mit Ihrer billigen Polemik. Was ist denn das Thema des Artikels?
        Es soll öfter vorkommen, dass Schüler in sommerlicher Hitze zusammenbrechen, weil sie nichts trinken. dann holt man einen Krankenwagen, schafft sie ins Krankenhaus und schließt sie an einen Tropf an. Danach geht’s wieder. Ein Glas Wasser wäre erheblich einfacher und billiger gewesen. Sehen Sie nicht, dass sich hier ein religiöser Wahn breitmacht und Probleme verursacht ? In islamischen Ländern ruht das Leben im Ramadan praktisch, bei uns aber nicht.
        Lokale Besonderheiten wie Ideen von Herrn Söder mit dem weltweiten (!) Speise- und Trinkverbot in Zusammenhang zu bringen, ist albern. Ein Kreuz hängt still an der Wand und beeinflusst das praktische Leben nicht so wie das Nicht-Trinken.
        Unterwürfigkeit? Die Mehrheitsgesellschaft könnte sehr wohl ein Gesetz erlassen, dass im Interesse des Kindeswohls innerhalb von Schulgeländen NICHT gefastet wird und dass jeder Wasser trinken darf und auch soll (!). Zuwiderhandlungen werden als Schulverweigerung interpretiert, wenn etwa deswegen der Kreislauf versagt. Gegenpropaganda gegen den religiösen Wahn! Ich wäre gespannt, was das Bundesverfassungsgericht dazu sagen würde. Was geht vor? Schließlich ist in manchem islamischen Land sogar der Besitz einer Bibel verboten, also ist übertriebene religiöse Rücksichtnahme gar nicht angezeigt. Die Väter des Grundgesetzes hatten sich anderes vorgestellt, da bin ich mir sicher.

    • Aus dem Buch “Raue Sitten, freche Lügen” von Peter Hahne S. 71:

      “Das Schlimmste, so berichtet (Heinz) Buschkowsky, sei ihm auf einer Tagung passiert, wo offen über die Hintergründe sehr milder Urteile unserer Gerichte gegenüber Muslimen gesprochen wurde: ‘Auch Richter haben Angst um ihre Familien.’
      Dasselbe gilt für Polizisten. Ein lapidarer Satz, ein Bankrott für unser System. Wahnsinn, was unser Staat in seinem ‘Der Islam gehört zu Deutschland’-Sonntagsreden-Gesäusel alles seit Jahren und Jahrzehnten duldet. Man sollte der unerschrockenen Kirsten Heisig ein Denkmal setzen. Mir sind persönlich viele Muslime bekannt, die dankbar sind, dass diese mutige Frau den deutschen Leisetretern und den islamischen Hardlinern klare Kante gezeigt hat. Denn die meisten bei uns lebenden Muslime sind selbst entsetzt, was im Land des Grundgesetzes so alles geduldet wird – wider bessere Erkenntnis. Aber auch sie prallen an den beseelten Beschönigern ab. Dass sich unsere Justiz von Scharia-Clans entmündigen lässt, ist der eigentliche Skandal.”

      • Aus dem Buch von Kirsten Heisig (“das Ende der Geduld”), S. 117-118:
        “So ist mir ein Fall bekannt, in dem ein elfjähriges Kind gegenüber seiner Lehrerin äußerte, sie habe ihm gar nichts zu sagen. Sie — die Lehrerin — sei Deutsche. Und Deutsche seine Freunde der Juden, und die seien Feinde der Araber, und deshalb befolge es die Anweisungen der Lehrerin nicht. Intervenierende Maßnahmen der Schule und des Jugendamtes fruchteten bereits zu diesem frühen Zeitpunkt nicht mehr. […]
        Im Gegenteil höre ich von Direktoren von Neuköllner Schulen immer wieder und mit zunehmender Ratlosigkeit, dass die wenigen deutschen Kinder, die diese Schulen noch besuchen, unter starken Druck gesetzt werden und sich mit rassistischen Äußerungen demütigen lassen müssen. So heißt es unter Schülern, Deutsche seien schwul, man brauche die Deutschen nicht, die Araber und Türkein seien sowieso bald in der Mehrheit, und dann werde ohnehin alles anders.”

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