Für den Schwimmunterricht: Gymnasium leiht Burkinis an muslimische Mädchen aus

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HERNE. Ein Gymnasium im westfälischen Herne hat Burkinis angeschafft, den sich muslimische Mädchen für den Schwimmunterricht ausleihen können. „Damit hat keiner mehr eine Ausrede, nicht am Unterricht teilzunehmen“, erklärte der Schulleiter gegenüber der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ (WAZ). Während der Integrationsrat der Stadt die Aktion begrüßt, kam scharfe Kritik von der Landesregierung. Sogar CDU-Vize Julia Klöckner hat sich eingeschaltet.

Muslimische Mädchen beim Baden am Strand. Foto: Michael Coghlan / flickr (CC BY-SA 2.0)
Muslimische Mädchen beim Baden am Strand. Foto: Michael Coghlan / flickr (CC BY-SA 2.0)

An einem Gymnasium in Herne stehen 20 sogenannte Burkinis für den Schwimmunterricht bereit, den sich muslimische Schülerinnen für den Schwimmunterricht ausleihen können. 15 Schülerinnen hätten das kostenlose Angebot genutzt, erklärte der Schulleiter laut WAZ-Bericht. Ohne den Burkini, eine zweiteilige Badebekleidung für Frauen, die bis auf Gesicht, Hände und Füße den gesamten Körper bedeckt, wären sie wohl nicht mit den männlichen Mitschülern ins Becken gestiegen, heißt es. Tatsächlich, so erfuhr die WAZ aus Schulkreisen, nehmen viele muslimische Jugendliche aus Glaubensgründen nicht am Schwimmunterricht teil, der an dem Gymnasium in der sechsten und achten Klasse erteilt wird. Laut „Bild“-Zeitung stammt das Geld für die Anschaffung der Kleidungsstücke – 400 Euro – aus einem Spendenlauf.

“Absolut falsches Signal”

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NRW-Integrationsstaatssekretärin Serap Güler (CDU) kritisierte dem Bericht zufolge die Aktion scharf. „Während in Saudi-Arabien Frauen für ein bisschen Freiheit ihr Leben riskieren, sollten wir nicht in Deutschland auf Burkinis für Mädchen setzen. Ich halte dies für das absolut falsche Signal und für völlig falsch verstandene Toleranz. Es ist fatal vor allem aus emanzipatorischer Sicht“, erklärte sie. Auch Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) lehnt die Maßnahme ab: „Zu den Aufgaben von eigenverantwortlichen Schulen gehört es auch, vor Ort auf verschiedene Herausforderungen lebenspraktisch zu reagieren, aber die Beschaffung von Burkinis gehört nicht zu den Grundaufgaben einer Schule“, so wird sie von „Bild“ zitiert. Sie betonte darüber hinaus, es sei juristisch eindeutig geklärt, dass auch muslimische Schüler der Verpflichtung zum Schwimmunterricht nachzukommen hätten. Einen Anspruch auf geschlechtergetrenntes Schwimmen gebe es nicht.

Mittlerweile hat sich auch Bundeslandwirtschaftsministerin und CDU-Vize Julia Klöckner in den Fall eingeschaltet. „Damit zementiert eine Schule ein Frauen diskriminierendes Rollenverständnis an einem Ort, an dem Kinder und Jugendliche gerade das Gegenteil lernen und sich frei entfalten sollten“, sagte Klöckner laut einem Bericht der „Welt“. Die Ministerin erklärte, hinter der Vorstellung, dass Mädchen ihren Körper bedecken sollten, stecke „ein voraufklärerisches, patriarchalisches Verständnis von der Rolle der Frau“ – der weibliche Körper sei Grund des öffentlichen Anstoßes. „Das setzt gerade auch noch aufgeklärte muslimische Mädchen und deren Familien unter Druck, sich angeblich so anständig zu verhalten wie diejenigen, die nur gänzlich bedeckt zum Schwimmunterricht gehen.“

Schulleiter: Jedes Mädchen soll schwimmen lernen

Der Schulleiter weist die Kritik zurück, wie “Spiegel online” berichtet. Das Projekt laufe bereits seit zwei Jahren und die Erfahrungen damit seien gut. Jeder solle schwimmen lernen und er habe dafür die Bedingungen geschaffen. Die Schule helfe “einzelnen Schülerinnen und Schülern, die aufgrund ihrer sozialen Herkunft, ihres familiären Umfeldes oder ihres kulturellen Hintergrundes Schwierigkeiten haben, am Sportunterricht, am Unterricht allgemein und am gesamten Schulleben inklusive Klassenfahrten teilzunehmen”, so wird der Schulleiter zitiert. bibo / Agentur für Bildungsjournalismus

Auch auf der Facebook-Seite von News4teachers wird das Thema heiß diskutiert:

Grundsatz-Urteil: Keine Befreiung vom Schwimmunterricht für muslimische Mädchen

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45 KOMMENTARE

  1. Und für die jungen moslemischen Männer holen wir die Badeanzüge aus Kaisers Zeiten aus der Mottenkiste, mit der sich Friedrich Ebert skandalumwittert ablichten ließ. Das hat Geschmäckle und schaut urig aus, ja mei, is des schön.

  2. Wie wäre es denn mal mit einer repräsentativen Umfrage unter den Mädchen, was die selber wollen? Ob sie freiwillig oder nur gezwungenermaßen diese Burkinis anlegen?

  3. Wenn sie so großen Wert darauf legen, warum kaufen sie diese Burkinis dann nicht selbst?? Warum muss zunehmend die Schule dafür sorgen, dass die Schüler*innen mit den nötigen Materialien ausgestattet werden?

  4. Für mich sieht die Sache ganz einfach aus:
    – Teilnahme am Schwimmunterricht in selbst angeschaffter Badebekleidung.
    – Abmeldung vom Schwimmunterricht nur durch ärztliches Attest, wobei man da ein gesundes Misstrauen an den Tag legen sollte. Bei einem dem Namen nach muslimischen Arzt darf man zum Beispiel sehr misstrauisch sein.
    – Bei einem gültigen Attest gehen die Mädchen mit ins Schwimmbad und setzen sich ohne Handy an den Rand. Sie fertigen für jede Stunde ein sehr ausführliches Protokoll an, das die Lehrkraft besonders bei tendenziell Gefälligkeitsattesten sehr streng beurteilt.

  5. Ja, Integration ist eine große Aufgabe und sie erfordert Anstrengung und Opfer … von den Alteingesessenen.
    Ich meine, unter den gegebenen Bedingungen tut die Schule das beste, was sie tun kann.

    • Was ist eigentlich das Ziel des Schwimmunterrichts? Dass jeder überhaupt schwimmen lernt und ein “Freischwimmerzeugnis” erwirbt (oder wie immer das heute heißt) ? Aber warum müssen diejenigen, die schon schwimmen können, daran teilnehmen und die anderen durch allerlei Unsinn stören? Oder geht’s um mehr “fortgeschrittenes” Schwimmen, also auch Rückenschwimmen, kraulen, tauchen etc.? Schwimmen lernen ist etwas, das man auch in privaten Schwimmkursen lernen kann. Es hat mit der sonstigen Schule nichts zu tun. Fahrrad fahren ist meines Wissens auch kein Schulfach, wenngleich es einen Fahrradführerschein gibt, den man (freiwillig) in der Schule erwerben kann.

      • @cavalieri ein ziel des schwimmunterrichtes, der ein wesentlicher schwerpunkt im fachbereich sport darstellt, ist unsere schülerschaft vor dem ertrinken zu schützen. beginnt in der regel mit erster wassergewöhnung bis hin zum erlernen der vier schwimmstile. in ihrem unmittelbaren umkreis scheint es weniger probleme mit wasserleichen gegeben zu haben oder wie möchten sie ihren kommentar verstanden wissen?

        • Ich bin ja völlig einverstanden, dass es um den Schutz vor dem Ertrinken geht. Aber wieso gilt das gleichzeitig als Sport? Das ist nicht dasselbe! Und wieso müssen diejenigen, die nachweislich schon schwimmen können, auch daran teilnehmen? Früher war das jedenfalls so, Sie haben sich dann einen Spaß aus allem gemacht und sind überall rumgehopst und haben viel Wasser verspritzt und diejenigen, die erst noch schwimmen lernen mussten, massiv behindert.

          • erneute realsatire bzw. wenn schwimmen eine nichtsportart ist, dann unterrichten wir dies eben im fach bewegungskultur oder doch lieber in physik? und warum findet eigentlich nach der erfolgreichen vermittlung des einmaleins weiterer matheunterricht statt? ich fühlte mich da auch immer massiv behindert durch die, die schon mit zahlen jonglieren konnten.

          • unverzagte, bitte äußern Sie sich auch mal zum Thema Burkini.

            Übrigens finde ich es traurig, wenn Kinder in Klasse 1 oder später noch ans Wasser gewöhnt werden müssen. Das geht schwer in Richtung Elternversagen.

          • Wieviele Stunden insgesamt wird eigentlich heute Schwimmunterricht gegeben? Das Internet gibt keine klare Auskunft. Es gibt Schwierigkeiten:
            http://www.ab-ins-nass.de/schwimmunterricht-schule.htm
            Wenn aber der Schutz vor dem Ertrinken im Vordergrund steht, dann müsste eigentlich gelehrt werden, wie man mit einem Rettungsring umgeht, was man machen soll, wenn man mit Kleidung ins kalte Wasser fällt, wie man in einem Kanal oder kanalisierten Fluss eine Stelle findet, an der man auch hochklettern kann usw. Geschieht das? Oder gilt das nur als Nebenzweck? Irgendwo las ich, dass Nichtschwimmer manchmal vom Schwimmunterricht ausgeschlossen werden, welcher Quatsch.
            Ich glaube, man macht anderes und findet anderes wichtig: Wettschwimmen, tauchen, vom-Turm-Springen, spezielle Schwimmstile usw., alles im Chlorwasser Das alles könnte aber auch freiwillig sein, es gehört nicht zur Allgemeinbildung. Und Sport mit Burkini? Sport allgemein dient ja angeblich der Gesundheit, aber nicht jede Sportart ist gesund: beim Geräteturnen würde ich ein dickes Fragezeichen daran machen. Das dient anderen Zwecken. Alles wird reformiert in der Schule, nur die Turngeräte sind noch so wie zu Zeiten von Turnvater Jahn. Lieber schafft man das kleine 1×1 ab als das Reck.
            Lesen, Schreiben, Rechnen kann man damit nicht vergleichen, das ist viel umfangreicher und auch bei der Allgemeinbildung wichtiger.
            unverzagte: Sie scheinen zu übersehen, dass Sport das einzige Schulfach ist, das auch “big business” ist und schon deshalb eine Sonderstellung hat. Wir sehen das gerade bei der F’ußball-WM. Die Sportfunktionäre mischen intensiv mit, es gibt Sport-Eliteschulen, aber keine anderen. Die Historiker werden nicht gefragt, wenn der Geschichtsunterricht reduziert wird, die Mathematiker und Physiker auch nicht. Aber Sportfuktionäre sind wichtig, und sie wissen immer mitzuteilen, warum gerade sie so wichtig sind. Der Sport braucht finanzielle Förderung, gespart werden soll woanders.

          • Das Erlernen des Schwimmens bzw. das Erlernen des Vermeidens des Ertrinkens wird mit dieser Art Badekultur nicht gefördert, und es stellt eine erhebliche Beeinträchtigung beim Erlernen des Schwimmens dar.
            Mit Sport hat diese Veranstaltung nicht mehr viel gemeinsam und darum geht es wohl auch gar nicht, denn man erlernt erst beim Ablegen des Rettungsschwimmerabzeichens in voller Montur zu schwimmen, um andere Menschen zu retten.
            Der Vergleich mit der Mathematik hinkt gewaltig.
            Geht es bei der Verhüllung der Frauen doch darum, durch nach außen getragene Keuschheit der Frau, vermeintlich sexuellen Begierden der Männerwelt zu begegnen und die Ehre der Familie durch das keusche Verhalten der Frauen zu erhalten.

          • Guter Beitrag cavalieri. Beim Schulsport oder Sport allgemein scheint die Inklusion auch nicht wichtig zu sein. Es käme niemand auf die Idee, einem Rollstuhlfahrer Hürdenlauf beibringen zu wollen oder einen Bewegungslegastheniker in der ersten Mannschaft trainieren zu lassen. Generell wird in vielen Sportvereinen leistungsdifferenziert gearbeitet, in der Schule soll das kontraproduktiv sein.

          • Also ich möchte mich einmal in diese Diskussion über den Sinn oder Unsinn des Shwimmunterrichts (ohne das Thema Burkini zu thematisieren) einklinken.

            Ich bin ein wenig über Cavalieris Beiträge erschrocken (obwohl ich ihn sonst eigentlich ganz gerne lese). Das mag vielleicht daran liegen, dass ich selber in gewisser Weise als Kind betroffen war und daher der Relevanz des Schwimmunterrichts eine andere Gewichtung geben würde.

            Als Kind ging ich in eine Schule, wo es kein Schwimmbad in der Nähe gab, also gab es auch keinen Schwimmunterricht. Von meiner (alleinerziehenden) Mutter, konnte ich aber auch keine Hilfe erwarten, da sie selber nicht schwimmen kann und es aus finanziellen Gründen kein Auto gab.
            Um Schwimmen zu lernen, gab es in meiner Schullaufbahn nur eine Ausnahme: der Sportlehrer hat in den Ferien einen Tageskurz zum Ablegen des Schwimmpferdchens gegeben.

            Wenn ich mir überlege, dass ich bei der Bundeswehr als Wehrpflichtiger dann mit Kleidung in ein Schwimmbecken musste, Einstellungstests bei Polizei und Lehramtsstudium für Sport obligatorische Schwimmtests enthalten (um nur einige Beispiele zu nennen), dann ist das Schwimmen eben nicht einfach mehr nur Freizeitvergnügen, sondern ist ein wichtiger Bestandteil für die Chancengerechtigkeit bei den beruflichen Möglichkeiten der Schüler.

            Und nein, ich bin kein Sportlehrer (hätte den Sporttest beim Schwimmen eh nicht bestanden 😉 ), sondern in den Fächern, die Cavalieri nannte.

            @xxx
            Wenn Schwimmunterricht an der Inklusion scheitern sollte (als Vorwand), dann auch Geschichtsunterricht (Leseschwäche), Mathematik (Rechenschwäche), Physik (Rechenschwäche), Sport allgemein (oder können Rollstuhlfahrer besser joggen als schwimmen?).

            @Ignaz Wrobel
            Über die “Badekultur” zu lästern (worüber durchaus diskutiert werden kann), um die Abschaffung des Schwimmunterrichts generell zu fordern, entspricht ungefähr der Forderung nach Abschaffung des Deutschunterrichts wegen “Schreiben nach Gehör”.

          • “Wenn Schwimmunterricht an der Inklusion scheitern sollte (als Vorwand), dann auch Geschichtsunterricht (Leseschwäche), Mathematik (Rechenschwäche), Physik (Rechenschwäche), Sport allgemein (oder können Rollstuhlfahrer besser joggen als schwimmen?).”

            Das meinte ich nicht. Ich meinte, dass laut den Bildungspolitikern und Kämmerern in jedem Fach die Inklusion gelingen wird, generell schwebt gerade die Maxime des Bildungssozialismus (Abitur für Alles und Jeden) durch die Gegend. Die gegenteiligen Erfahrungen diverser Lehrer, Ausbildungsbetriebe und Hochschulen spielen für sie keine Rolle. In Sportvereinen hingegen ist es allgemein anerkannt, dass die Besten in die erste Mannschaft, die nächst Besten in die zweite Mannschaft usw. kommen, den Untalentiertesten wird ein Austritt nahe gelegt. Mit anderen Worten findet im Sport die Bestenauslese und äußere Differenzierung statt, in allen anderen Fächern an der Schule zunehmend weniger.

          • @Smity
            Wo habe ich gefordert, dass der Schwimmunterricht abgeschafft werden sollte?
            Man kann mit einer derartigen Badeausrüstung nur schwer das Schwimmen erlernen, und die Bereitstellung einer derartigen Kluft, ist dem Umstand geschuldet, dass man diesen archaischen Vätern fälschlicherweise entgegenkommen will.
            Mit einer Erziehung zur Integration hat diese Anbiederung nichts zu tun.
            Und Ihr Vergleich mit Abschaffung des Deutschunterrichts durch eine Abschaffung von LDS und anverwandte Methoden hinkt gewaltig, weil man mit einer strukturierten und angeleiteten Heranführung an den Schriftspracherwerb und durch systematische und strukturierte Leseprogramme deutlich effektiver und schneller automatisiert orthographisch richtig schreibt und mit einer richtigen Betonung liest, als dies mit den lernwegsorientierten Methoden des Spracherfahrungsansatzes im eigen initiativen und selbsterforschenden Lernen möglich ist.

          • @xxx vermeintlich elitäre clubs mögen derart “leistungsorientiert” verfahren. in der regel freuen vereine sich vielmehr über niemals komplett talentbefreites interesse, solange er oder sie sich gern bewegt. dies geschieht aus allzu nachvollziehbarem grund: sie leben primär von deren mitgliedsbeiträgen. die zeiten der “auslese” oder noch geschmackloser als “selektion” bekannt sind hoffentlich nicht nur im schulsport endgültig vorbei.

          • Smity: Ich habe nicht gesagt, dass man nicht schwimmen lernen sollte. Natürlich sollte man, schon um die Gefahr des Ertrinkens zu reduzieren. Wer schwimmen kann, geht auch meist im Sommer ohne Stress ins Freibad oder an einen See. Aber das, was man den Rekruten zumutet, mutet man Schülern normalerwiese sowieso nicht zu. Meine Erfahrung beim Schwimmunterricht in der Schule war, dass ich viel Chlorwasser geschluckt habe, weil es in dem überfüllten Becken sehr hektisch zuging. Ich konnte aber einigermaßen schwimmen.
            Wenn in der Schule bestimmte Sportarten intensiver gepflegt werden sollen, muss das wohlbegründet sein. Drachenfliegen, Tennis und Golf gehören sicher nicht dazu. Zugegeben: An die Rekruten hatte ich nicht gedacht. Mir war nicht klar, dass die MIlitärs so heimlich bei unseren Lehrplänen mitreden.
            Zu Ihrer Beruhigung: Ich hatte vor längerem mal vorgeschlagen, dass jeder eine Schwimmerzertifikat vorlegen muss, dass dieses aber auf Wunsch auch im Privatunterricht erreicht werden könnte. Dann wären die Mädchen mit ihren Burkinis unter sich, und wir hätten ein Problem weniger.

  6. Mit dem entgegenkommenden Angebot der Schule an die Schülerinnen dieser desintegrierten Familien, wird durch diese absonderlich archaisch anmutenden Verkleidung, ein falsches Zeichen an die Adresse der Väter und Imame gesendet, die sich somit in ihrer Denkweise, der allein seligmachenden Auslegung des Koran als dominierende Religion, sich bestätigt fühlen.

  7. Mir stellt sich da auch ganz praktisch noch die Hygienefrage. Ich selber würde definitiv nicht in einem Leih-Badeanzug schwimmen gehen. Werden die Teile nach jeder Stunde professionell gereinigt?

    • stellt sich ihnen diese frage auch beim fußball? traditionsgemäß leiht oder tauscht man dort gern die t-shirts nach dem spiel…

      • Es stellt sich dann auch die Frage, warum nicht allen Schülern Badeanzüge zur Verfügung gestellt werden. Es bleibt aber ein falsches Signal an nicht integrationswillige Eltern.

        • nein, diese frage stellt sich zumindest im integrationswilligen schulsport niemals oder geht die frage richtung schwimmuniform?

          • Die Frage geht eindeutig in Richtung Burkini. Warum soll ein solcher Familien kostenfrei gestellt werden, wenn sich deren Kultur und der in Deutschland und Mitteleuropa gepflegten Lebensweise widersprechen? Gerade das in diesen Familien gelebte Menschen- und Frauenbild hat mit modernen westlichen Werten nichts gemeinsam.

        • “solche” familie haben ebenso wie sie und ihresgleichen ein bleiberecht in unserem einwanderungsland und zahlen dieselben steuern, von denen selbst taucheranzüge finanziert werden, wenn es entsprechenden bedarf gibt: integration ist keine einbahnstrasse und noch weniger lässt sie sich erzwingen.

          • Endlich meldet sich Bernd mal. Zwar als Pseudonym, aber immerhin.

            Ihr Menschenbild ist aber auch nicht das beste, weil Sie es tolerieren, wenn Mädchen wer weiß wie oft gegen ihren eigenen Willen nicht am lokalen Leben teilnehmen dürfen, sondern von patriarchischen Vätern, Brüdern, Kusengs o.ä. weggesperrt und vielleicht sogar zwangsverheiratet werden.

          • @unverzagte
            Sie scheinen wohl die Ansicht zu vertreten, das die Einwanderer definieren dürfen, wohin sie einwandern dürfen.
            Das sehe ich anders.
            Wir Deutsche haben über den Bundestag das Recht ein Einwanderungsgesetz zu ratifizieren, welches die Bedingungen formuliert , unter denen man hier einwandern darf.
            Wir dürfen die Kriterien festlegen, die erfüllt werden müssen, um von uns aufgenommen zu werden.

      • Aber nicht im Schulsport, nicht mit Unterwäsche (Badebekleidung zähle ich mal dazu) und nicht auf Anweisung von Außen.

        • ging an unverzagte um 22:26.

          Übrigens drehen Spieler die Trikots nach dem Tausch oft auf links oder ziehen sie nicht erst an. Ihr Beispiel zieht also aus vielerlei Gründen nicht.

  8. Da wird man (hier wohl eher frau) als Tochter muslimischer Eltern so richtig vorgeführt. Als Mutter würde ich in dem Fall ALLES daran setzen, dass meine Tochter in einem normalen Badeanzug mitmacht. Würde ich nicht mitmachen und wahrscheinlich verstoßen.

    • Sie sind aber weder in einem extrem patriarchaischem Elternhaus aufgewachsen noch mit einem extremen Patriarchen muslimischen Glaubens verheiratet. Das ist ein wesentlicher Unterschied.

      • Warum machen die Frauen das mit? Irgendwer muss anfangen zu rebellieren, sonst ändert sich nichts. Kann mir niemand erzählen, dass Musliminen das aus Glaubensgründen gut finden.

        • In den Kreisen bekommen Frauen wohl ein Problem, wenn sie rebellieren, wobei Verstoß aus der Familie noch das harmloseste ist. Diese Androhung geht direkt an das emotionale Zentrum im Gehirn und führt in offenbar vielen Fällen zur Fügung. Dazu kommen die Erziehung in diese Richtung von Kleinkindesalter an und, dass die Mädchen im Kleinkindalter aufgrund der Parallelgesellschaften nichts anderes erleben.

          • Deshalb ist der Schwimmunterricht für sie im Zweifelsfall lebenswichtig. Jemand, der, auch vom Elternhaus her, nie mit (tiefem) Wasser in Berührung kommt, kann nicht einmal die Gefahr richtig einschätzen.

          • Das Elternhaus, um das es hier geht, hat nicht in erster Linie die Berührung mit Wasser im Blick, vielmehr die Blicke der männlichen Mitschüler.

            Wie Sie bezweifle ich auch, dass die überwiegende Mehrheit der Mädchen den Schwimmunterricht aus tiefer eigener (religiöser) Überzeugung ablehnen würde.

  9. Upps, zweimal mitmachen ist schlecht. Würde ich weder als Mutter noch als Tochter ertragen. Ja, ich weiß, was jetzt an Reaktionen kommt…..

    • Es gibt ja wohl normale einteilige Badeanzüge, die genügend viel verhüllen. Außerdem beginnt der Schwimmunterricht ja doch in der Grundschule. Da ist Zeit zur Eingewöhnung.
      Richtig dürfte sein, dass eine unübliche Bekleidung die Kinder zu einer Zielscheibe von Spott oder ähnlichem machen könnte. Auch daran muss man denken. Aber jeder Unsinn wird bei uns offiziell akzeptiert, wenn nur die Überschrift “Religion” darüber steht. Der Begriff “religiöser Unsinn” scheint damit geradezu ein Oxymoron zu sein.

      • @ Cavalieri: In ländlichen Gebieten werden immer mehr Hallenbäder geschlossen, so dass der Schwimmunterricht leider erst in den weiterführenden Schulen stattfindet. Die Anfahrten sind zu teuer und zu weit. Zumindest ist es in meinem Umfeld so. Weiterführende Schulen liegen meist in größeren Ballungsräumen, in denen es nicht so weit zum nächsten Bad ist.

        • “Schwimmen erst in weiterführenden Schulen”
          Da kann ich schlecht widersprechen, jedenfalls sehen die Theoretiker das anders:
          https://www.persen.de/grundschule/sport/schwimmen.html
          Sie diskutieren Brust- und Kraulschwimmen für die 3. und 4. Klasse. Dass man auch im Hochsommer oder in Freibädern mit geheiztem Wasser schwimmen könnte, scheint man nicht in Erwägung zu ziehen. Das findet auch vorzugsweise im Winter statt, wenn das Trocknen der Haare hinterher ein Problem sein kann. Wieviele Trockner gibt’s dann für wieviele Kinder?

  10. @xxx: Dafür ziehen die Mädels im Burkini wahrscheinlich erstmal die Blicke nicht nur der männlichen Mitschüler auf sich. Wahrscheinlich wäre ihnen aufgrund der Erziehung beides peinlich, also einerseits den Burkini zu tragen, andererseits ihn nicht zu tragen. Abmelden vom Schwimmunterricht ist für mich keine Option. Bleibt also nur die Lösung, wer nicht im Badeanzug erscheinen darf, trägt einen Burkini. Und fertig.

    • Wir sind absolut einer Meinung. So wie hier in Deutschland jedes Kopftuch Blicke auf sich zieht (die es laut den Patriarchen ja verhindern soll), ziehen fehlende Kopftücher in konservativen Regionen streng muslimischer Staaten ebenso Blicke auf sich.

      Abgesehen davon halte ich es für noch wesentlich rückschrittiger, wenn Mädchen bereits vor Beginn der Pubertät in Kopftücher versteckt werden. Komplett widersprüchlich wird es, wenn sie sich während der Pubertät noch immer unter einem Kopftuch verstecken müssen, ihnen aber gleichzeitig extrem enge Kleidung und vollkommen übertriebenes Makeup erlaubt wird.

  11. Warum meldet sich Bernd eigentlich nicht zu diesem Thema? Er müsste doch wieder überschäumen vor AfD-Polemik, die hier von allen Seiten getönt wird.

  12. “Die Schule helfe “einzelnen Schülerinnen und Schülern, die aufgrund ihrer sozialen Herkunft, ihres familiären Umfeldes oder ihres kulturellen Hintergrundes Schwierigkeiten haben, am Sportunterricht, am Unterricht allgemein und am gesamten Schulleben inklusive Klassenfahrten teilzunehmen”, so wird der Schulleiter zitiert.”
    So steht es oben. Dahinter steckt aber noch mehr, und das ist nicht mit Leih-Burkinis zu beheben:
    “Die Umgangsformen, die gesamte Atmosphäre und die grundlegenden Logiken unterscheiden sich in Schule und Familie derart, dass sich viele Jugendliche in der Schule permanent unwohl fühlen,”
    Das schreiben Prof. Toprak (selbst aus der Türkei stammend) und Ko-Autor in einer langen Untersuchung zu muslimischen Jugendlichen auf Seite 127 unten:
    http://www.kas.de/wf/doc/kas_28612-544-1-30.pdf?111201141739
    Ich frage mich hauptsächlich, auf wieviele Generationen nach tatsächlicher Zuwanderung der Familien sich dieses beziehen soll bzw. wie lange man auf den “kulturellen Hintergrund” Rücksicht nehmen soll. Ad infinitum? Haben wir nicht eine Integrationspolitik? Was heißt das denn?

  13. “Die Umgangsformen, die gesamte Atmosphäre und die grundlegenden Logiken unterscheiden sich in Schule und Familie derart, dass sich viele Jugendliche in der Schule permanent unwohl fühlen,”

    Vermutlich fühlen sie sich eher zuhause unwohl, weil sie in der Schule diverse Freiheiten sehen, die sie von der Familie nicht bekommen.

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