Lernen, wie es mir gefällt: Was freie Alternativschulen anders machen

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. Den ganzen Vormittag draußen spielen, Spielzeug ausprobieren und keine Hausaufgaben machen. Das klingt wie ein Kindertraum, freie Alternativschulen werben mit diesem Konzept. Kinder und Jugendliche von 6 bis 16 Jahren lernen dort, was und wie sie wollen.

Geht es da zu wie in der Villa Kunterbunt?                                             Foto: Stadtbibliothek Chemnitz / flickr / CC BY 2.0

Die Freie Humanistische Schule liegt am Dorfrand von Huntlosen in der Nähe von Oldenburg. Sie ist eine von rund 100 Schulen, die dem Bundesverband der Freien Alternativschulen angehören. Selbstbestimmt lernen, die Regeln der Schule demokratisch mitbestimmen und respektvoll miteinander umgehen – das sind die Grundprinzipien, die alle Freien Alternativschulen miteinander teilen.

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«Die Schüler haben ein entscheidendes Mitspracherecht, was, wann und wo sie lernen», sagt Tilmann Kern, der Geschäftsführer des Verbands. Alle Schulen sind klein und überschaubar, viele von ihnen verzichten auf Noten, einige setzen einen künstlerischen oder naturpädagogischen Schwerpunkt.

In Huntlosen beispielsweise ist der Schulwald Spiel- und Lernort zugleich. In der Werkstatt entstehen Stelzen aus Holz, Skulpturen oder Scherenschnitte. «Wir machen Angebote, und die Schüler können diese annehmen oder auch nicht», sagt die Schulleiterin Katharina Krebs. Sie ist überzeugt, dass die Kinder und Jugendlichen besser lernen, wenn sie sich aus freien Stücken für eine Aufgabe entscheiden. Auch bei den gemeinsamen Regeln dürfen die Schüler mitbestimmen, beispielsweise ob das Handy mit in die Schule darf.

Christiane Gaefke hat die Schule in Huntlosen bei einem Tag der offenen Tür kennengelernt und war sofort begeistert. Ihre neunjährige Tochter Carlotta ist nach der ersten Klasse hierher gewechselt. 40 Schüler in 10 Jahrgangsstufen besuchen die Schule. Im Grundschulbereich lernen derzeit 16 Kinder altersübergreifend in wechselnden Kleingruppen. Das Schulgeld wird einkommensabhängig berechnet und beginnt bei 150 Euro plus 10 Euro Materialgeld pro Kind.

Beete, Pferdemist und Gemüseschößlinge

Für Katharina Krebs ist die überschaubare Gruppengröße ein Grund dafür, dass selbstbestimmtes Lernen hier so gut funktioniert. Sie und ihre Kollegen können jedes einzelne Kind im Blick behalten und herausfinden, was es braucht. Wenn es beim Lesen oder Rechnen hakt, versuchen sie beispielsweise über ein Lieblingsthema die Lust an Zahlen und Buchstaben zu wecken.

Die Kinder und Jugendlichen machen aber auch viele Dinge, die auf den ersten Blick nichts mit Schulfächern zu tun haben. So haben Carlotta und ihre Freundinnen mehrere Tage damit verbracht, Beete umzugraben, Schubkarren voller Pferdemist zu schieben und Gemüseschößlinge einzupflanzen.

Viele Alternativschulen sind aus Elterninitiativen entstanden, und das nicht nur in Großstädten wie Hamburg oder Berlin. Auch in ländlichen Gegenden, wo die Schulwege oft weit sind, gründen Eltern eigene Schulen. Von anderen Privatschulen, beispielsweise konfessionellen, internationalen oder Waldorfschulen, unterscheiden sich die Freien Alternativschulen in ihrer pädagogischen Ausrichtung: Lernen ist auch hier wichtig, aber es funktioniert anders. An Freien Alternativschulen ist es zum Beispiel ganz normal, dass nicht jedes Kind zur gleichen Zeit lesen lernt.

Gute Unterstützung beim Übergang

Aber was passiert bei einem Schulwechsel, zum Beispiel nach der Grundschulzeit oder bei einem Umzug? Manche Eltern befürchten, dass ihr Kind auf einer Regelschule nicht mehr klarkommt. Wie der Wechsel in solchen Fällen gelingt, dazu gebe es bisher kaum empirische Studien, sagt Prof. Kai Maaz, Leiter der Abteilung Struktur und Steuerung des Bildungswesens am Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung in Berlin. «Wenn ein Kind sehr langsam oder auch sehr schnell lernt, und das nicht mehr mit dem Regelstoff übereinstimmt, kann es bei einem Wechsel tatsächlich zu Problemen kommen», sagt der Wissenschaftler. Darum sei es wichtig, dass Schule und Eltern die Kinder auf die neue Situation vorbereiten.

Kern ist überzeugt davon, dass die Alternativschulen genau dies leisten und ihre Schüler beim Übergang gut unterstützen. Von Regelschulen bekommt er oft positive Rückmeldungen: «Da höre ich, dass die Schülerinnen und Schüler von Freien Alternativschulen ein hohes Maß an Selbstverantwortung mitbringen.» So könnten sie fehlenden Stoff selbstständig nacharbeiten.

Für viele Schüler ist ein Wechsel auch gar nicht nötig. Oft schließt sich an die freie Grundschule gleich die weiterführende Schule bis zur zehnten Klasse an. Einige wenige Schulen führen auch bis zum Abitur. Die Prüfungen für die Schulabschlüsse werden meist von anderen Schulen oder Bildungseinrichtungen abgenommen, so auch in Huntlosen. Hier endet die Schulzeit nach der zehnten Klasse. Die Schüler können an der örtlichen Volkshochschule die Prüfungen für den Hauptschul-, Realschul- oder den erweiterten Realschulabschluss ablegen.

Christiane Gaefke ist zuversichtlich, dass ihre Tochter einen eigenen Weg findet. «Wenn Carlotta mit der Schule fertig ist, hat sie viele Möglichkeiten weiterzumachen. Und auch das Abitur ist kein Hexenwerk.» Wichtiger als Wissen nach Lehrplan ist der Mutter, dass Carlotta ihren Bedürfnissen entsprechend lernen und herausfinden kann, was ihr im Leben wichtig ist. dpa

Deutsche Kinder gehen nicht gern zur Schule – mit Ausnahme der Waldorfschüler?

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40 KOMMENTARE

  1. Gibt es eigentlich Statistiken über die Schulabschlüsse an den freien Schulen?

    Mir ist nur bekannt, dass Waldorfschüler, die in Klasse 8 oder 9 an eine öffentliche Schule wechseln, massive Rückstände im Vergleich zu den Mitschülern haben.

  2. Das mit den Waldorfschulen halte ich für übertrieben. Die können ganz schön streng und strukturiert sein. Als Studentin habe ich mehrere Monate in einer Freien Schule hospitiert und meine Zulassungsarbeit geschrieben mit dem Titel: “Selbstregulierung als Konzept für das Lernen des Grundschulkindes dargestellt am Beispiel der….. Schule.” Heraus kam bei mir, dass es nicht funktioniert. 1989 habe ich das geschrieben. Ich habe die Schule in der Presse verfolgt. 15 Jahre später waren sie auch so weit und haben meine Erkenntnis von damals geteilt. Und einige Strikturen geändert. Es kann nicht sein, dass 10 jährige Kinder (meist von akademisch gebildeten Eltern damals) zum Beispiel nicht lesen können, weil sie sich in ihrer Selbstregulation 4 Jahre lang lieber für das Fußballfeld entschieden haben. Was man da den Kindern abverlangt, ist eigentlich irre.

    • Waldorfschulen vergeben den mittleren Schulabschluss nach Klasse 11, das Abitur nach Klasse 13, echten Fachunterricht gibt es ab Klasse 8. Bei den Klassen 12 und 13 habe ich großen Respekt, weil die Schüler in zwei Schuljahren vom nicht auf die Oberstufe vorbereitenden MSA zum Abitur gedrillt werden. Mit Selbstregulation ist dann nicht mehr viel.

      • Waldorfschulen arbeiten nicht mit Selbstregulation wie Freie Alternativschulen. Das sind Privatschulen geführt von Menschen mit anthroposophischem Menschenbild. Mein Sohn war im Waldorfkindergarten. Der war so strukturiert, dass er jeden Tag sagte: “Ich habe noch gar nichtgespielt,” wenn ich ihn abholte.

    • “… nicht lesen können, weil sie sich in ihrer Selbstregulation 4 Jahre lang lieber für das Fußballfeld entschieden haben.”
      Dasselbe gilt nach meiner ketzerischen Meinung für die “Risikoschüler” an Ganztagsschulen, die nachmittags eben Fußball oder anderen Sport machen, aber nicht gezwungen werden, ihre Defizite beim Lesen, Schreiben und Rechnen aufzuholen. So spotte ich gerne, dass die Risikoschüler durch die Ganztagsschule nicht weniger, wohl aber sportlicher werden. Ist doch auch was.

    • Hier jedenfalls mal zur Information die Beschreibung durch diese Schule (Grundschulteil) selbst:
      http://www.freie-humanistische-schule.de/download/FHS_GS_Konzept_2016.pdf
      Sowas hört sich immer gut an: “Die Lernformen an der Freien Humanistischen Schule fördern die Entwicklung entspannter sozialer Beziehungen zwischen den Kindern. In ihnen erleben sich die Kinder als Gemeinschaft.”
      Von “Massenkinderhaltung” hälte man nichts: “Die Freie Humanistische Schule beabsichtigt insgesamt höchstens 58 Kinder der Altersjahrgänge 5-10 aufzunehmen.” Das wäre mit 4 Grundschuljahrgängen an staatlichen Schulen wohl kaum möglich. Aber kleine Klassen bringen ja nichts, sagt die Wissenschaft 🙂

      • @Cavalieri
        Danke für den Link und in die Einblicke in dieses pädagogische Gesamtdesaster einer neuen Bewegung den eigenen Kindern selbst bestimmt die Zukunft zu verbauen.
        Da fehlt nur noch der Guru aus dem fernen Indien und das Glück ist perfekt.
        Diese Kinder tun mir wirklich leid.

        • Man mekrt sofort, dass sie noch nie an einer solchen Schule waren und sich ihre Bilder aus schlichten Voruteilen speisen – undifferenziert, ohne eigene Beispiele, keinerlei Abwägung.

          Aber das laute Tönen klappt dafür ja ganz gut.

          • @Klaus
            Sie können gerne Ihre Kinder auf derartige Schulen schicken.
            Sie können aber nicht verhindern, dass andere Bürger ihr Recht auf Meinungsfreiheit nutzen und sich kritisch zu Abspaltungstendenzen im allgemeinbildenden Schulsystem äußern, die sich in Richtung Alternativschulen bewegen, die zudem einseitig fragwürdige Lernmethoden anwenden, deren Ineffektivität in einer großen Metaanalyse, der Hattie-Metaanalyse bestätigt wurde.
            Im Link von Cavalieri ist die Unterrichtsmethodik und deren geistig-spiritueller Hintergrund detailgetreu aufgeführt. Und so habe ich es mir nicht nehmen lassen, den Geschriebene zu erfassen.
            Im übrigen hat sich weiter oben missisippi bereits zu diesen Schulformen geäußert. Aber vielleicht können Sie uns durch Beschreibungen des Schulalltags einen realistischen Eindruck von diesen Schulformen liefern.

          • @Klaus
            Wenn Sie das Erlernen von Kulturtechniken, des Lesens, des Schreibens , des Musizierens und was auch immer , als vom Inneren gesteuerten Vorgang betrachten, so liegen Sie vollkommen falsch.

            Jeder Lernprozess ist ein individueller Vorgang und dieser erfolgt bei reifenden Gehirnen, bei denen die sich ausbildenden Synapsen eine Größenzunahme des Gehirns bewirken mit einer vierschichtigen Nervenzellanordnung. In den sich durch äußere Reize bildenden synaptischen Verbindungen werden die erlernten Inhalte gespeichert und durch Wiederholungen der Inhalt umstrukturiert und weiter verfestigt. Erkennbar sind diese Prozesse in bildgebenden Verfahren, die diese Umbauaktivitäten nachweisen.

            Durch eine strukturierte Vermittlung der Lerninhalte, versetzt man die Kinder schneller in die Lage Gesetzmäßigkeiten zu erkennen und kommt dem Gehirn in seiner Funktion entgegen, sich die Inhalte anzueignen.
            Eine Steuerung von innen heraus ist Unfug und zeugt von naiven Erklärungsansätzen zur Erlernung von Kulturtechniken.
            Trotzdem wünsche ich diesen Kindern, dass Sie ihren Weg gehen werden.

          • Im übrigen wende ich selber erfolgreich Montessori-Methodik im Bereich der Behandlung von Rechenschwäche an. Ich kann aber nicht verstehen , wie sich Lehrer nur als Lernbegleiter verstehen, anstatt auch gezielt steuernd in die Lernprozesse der Kinder einzugreifen, denn nur ca.15 % der Schüler gelingt es mit Hilfe der Eltern und Geschwister geeigneten Lernwege zu entwickeln. Ein guter Lehrer fördert Eigenentwicklung, hilft Lernprozesse besser zu aktivieren und ist ein erfahrener Ratgeber bei individuellen Lernproblemen.
            Und so ist die Entwicklung zum selbstständigen Lernen ein begleitender Prozess, an dessen Ende der selbstständige arbeitende ,geistig reife und verantwortungsbewusste Mensch steht.
            Ohne äußere kulturelle Leitstrukturen und die Vermittlung einer eigenständigen Lernkultur, bleiben die Schüler unter ihren Möglichkeiten.

          • @Klaus
            Was haben Sie denn vorzuweisen außer der Fähigkeit, andere zu diffamieren, deren Meinung Sie ablehnen, sich aber nicht trauen, den Meinungsstreit auf der Sachebene auszutragen?

          • Die Haltung von Michael Winterhoff stehen den Montessori-Ansätzen in jungen Jahren diametral entgegen:
            https://www.youtube.com/watch?v=PjWLLJeP8jo
            Er zeigt wunderbar auf, dass die heutigen “Problemkinder” entwicklungspsychologisch auf dem Stand von Kleinkindern unter zwei Jahren stehen geblieben sind.

          • XXX
            Danke für den sehr gut strukturierten und informativen Vortrag vom Kinderpsychiater Dr. Winterhoff.

            Vergegenwärtigt man sich den Inhalt des Gesagten, so fördern gerade diese Alternativschulen eine narzisstische Persönlichkeitsstruktur bei den Kindern.

          • Auch wenn die Schule “Frei” heißt und andere Unterrichtskonzepte darstellt, heißt das doch nicht, dass jeder dort macht, was er will.
            Und das Wort “Lernbegleiter” wird hier gerne als Vorwurf genommen, aber was bedeutet es denn?

            Im Dokument wird doch deutlich gesagt, dass es Regeln gibt, die allgemein gültig sind und welche, die gemeinsam abgesprochen werden. Diese Regeln werden durchgesetzt, erläutert an einem allgemein verständlichen Beispiel: Wenn du deinen Platz nicht aufgeräumt hast, kannst du nicht auf dem Hof Fußball spielen.
            Es werden keine Strafen angedroht, nein, aber die deutliche Konsequenz (kein Fußball) ist eine deutliche Grenze für das Kind.
            Andernorts nennt man es “Fußballverbot”. Die Konsequenz ist also die gleiche, nur der Name ein anderer.

            Im Hinblick auf den Platz, den ein Kind für die eigene Aufgabe nutzen möchte (Beispiel Lernteppiche) wird gesagt: ” Es ist Aufgabe der Erwachsenen, ein Kind, das selbst nicht stark
            genug ist, in diesem Recht zu unterstützen” Die Erwachsenen helfen dem Kind also, die eigenen Rechte durchzusetzen und anderen Kindern, die dieses Recht missachten, die Grenze zu setzen.
            Kurzum: Die Lehrkräfte setzen Regeln und sorgen für die Einhaltung. Das ist die Aufgabe als “Lernbegleiter”: Kindern lernen zu ermöglichen, indem Rechte und Regeln eingehalten werden.
            Und: Kinder zu erziehen, sodass sie Regeln einhalten, Rechte anderer achten und Konflikte möglichst selbstständig lösen können.

            Zum Lernen:
            Im Konzept wird auch dargestellt, dass es zu den Kulturtechniken Kurse gibt, dass man sich an den Nds. Richtlinien orientiert und dafür Sorge trägt, dass die Kinder im Jahresverlauf in allen Fächern die geforderte Stundenzahl erreicht haben. Das kann nicht gelingen, wenn man Kinder den ganzen Tag Fußball spielen lässt. Es gibt auch diese freien Konzepte, in dieser Schule wird es aber offenbar anders umgesetzt. Freiraum und gemeinsames Handeln wechseln sich ab, der Schultag ist dabei erheblich länger als in Regelschulen.

          • Zum Lernen:
            Im Konzept wird auch dargestellt, dass es zu den Kulturtechniken Kurse gibt, dass man sich an den Nds. Richtlinien orientiert und dafür Sorge trägt, dass die Kinder im Jahresverlauf in allen Fächern die geforderte Stundenzahl erreicht haben. Das kann nicht gelingen, wenn man Kinder den ganzen Tag Fußball spielen lässt. Es gibt auch noch freiere Konzepte, in dieser Schule wird es aber offenbar anders umgesetzt, es gibt Kurse, Projekte und AGs und im Tagesablauf ausgewiesene Zeiten dafür. Freiraum und gemeinsames Handeln wechseln sich ab, der Schultag ist dabei erheblich länger als in Regelschulen.
            Die Lehrkräfte sorgen dafür, dass angemessene Lernangebote zur Verfügung stehen. Sie kümmern sich um die Kinder und beobachten genau, um zu erkennen, an welcher Stelle das Kind gerade lernt. Die Lernbegleitung besteht also nicht in einem „machen lassen“, sondern darin, genau zu schauen, was das Kind macht und was das Kind braucht.
            Aufgabe der Lehrkraft ist es
            „ihren [der Kinder] Entwicklungsstand zu kennen, sich mit der Geschichte und den Reifezyklen der Kinder vertraut zu machen und ihre sensiblen Phasen zu erspüren, um daraus ableitend Lernangebote vorzubereiten und sich den Kindern entsprechend ihrem Interesse zur Wissensvermittlung und mit Tätigkeitsangeboten zur Verfügung zu stellen;
            [sowie] Lernhemmnisse und Entwicklungsprobleme der Kinder zu erkennen, Ursachen aufzudecken und Wege zu deren Überwindung zu finden“
            Der Lernprozess der Kinder wird also unterstützt und gefördert, aber indirekt kann er auch gesteuert werden.

            Dass man sich das außerhalb dieser Schulen nicht vorstellen kann, glaube ich nur zu gern, mir war das im Studium auch suspekt … um dann in der Ausbildung an einer Schule mit Montessori-Zweig zu landen und Freie Arbeit zu sehen: Es geht! Kinder wollen lernen und man sieht in diesem Unterricht die Neugierde und den eigenen Antrieb, selbst bei Kindern aus bildungsfernen Familien.
            Die Kinder, die selbst in diesem Unterricht nicht zum Lernen kommen, sind die, die im herkömmlichen Unterricht auch abschalten und nur mit Mühe motiviert werden können. Sie bräuchten meist ganz andere Hilfen, da ihr Kopf mit anderen Problemen beschäftigt ist.
            Und auch hier sind Regeln gesetzt. Wie mississippi schon schrieb: Gerade die „freien“ Schulen setzen häufig auf klare Regeln.

          • Freie Schulen im Schulsystem/ als Schulsystem

            Die genannten Bedingungen zeigen, dass es hier um etwas ganz anderes geht:
            58 Schüler mit wie vielen Erwachsenen?
            58 SuS sind in den meisten Bundesländern 2 Klassen, manchmal 3 – also 3 Lehrkräfte, die sich allein um die Vielzahl der Kinder kümmern. Da ist es schon zu viel oder zu teuer, mit oder ohne Inklusion, für 5 zusätzliche Stunden in jeder Klasse zu sorgen.

            Die Voraussetzungen, die sich die Freie Schule wünscht, sind neben dem Schulgeld, dass Eltern sich einbringen und um den Lernprozess der Kinder kümmern.
            Das wünschen sich staatliche Schulen auch, können aber nicht grundlegend darauf aufbauen. Es werden Sponsoren gesucht, es werden auch Eltern zur Mithilfe gesucht oder aufgefordert, mit wechselndem Erfolg.

            Ganz sicher werden an keiner Schule Eltern gesucht, die sich gegen die Lehrkräfte stellen, die alles in Abrede stellen oder das Können der Lehrkräfte in Zweifel ziehen, die stets nur das eigene Kind im Blick haben oder die sich um gar nichts kümmern und es knapp schaffen, das Kind morgens aus dem Haus zu schicken.

            Die Unterrichtszeit in staatlichen Schulen ist gesetzt. Die hier genannte Schule hat bereits im 1. Schuljahr mehr Unterrichtsstunden.
            Die Betreuung ab Mittag ist in den staatlichen Schulen meist vom Vormittag und Unterricht unabhängig. Das ist in der Freien Schule ganz anders.
            Wenn ich erheblich mehr Zeit zur Verfügung habe und diese dann nutze, um zu spielen, zu forschen, zu experimentieren, zu musizieren etc. und viele weitere Angebote biete, die Kinder in der Entwicklung fördern, wird sich das auch bei den Kulturtechniken bemerkbar machen.

            Ersatzschulen und Privatschulen bieten für wenige Schüler herausragende Bedingungen, für Familien, die sich ohnehin kümmern können und wollen und ihren Kindern die bestmöglichste Ausbildung bieten möchten.

            Das bedeutet aber auch, dass an den Regelschulen die restlichen Schüler beschult werden müssen und dort im Vergleich mehr SuS sind, deren Eltern sich nicht kümmern wollen oder können. Diesen Schulen fehlt Unterstützung, Ausstattung, Zeit und Personal für die weit herausforderndere Aufgabe.

          • Wie ich das Konzept dieser Alternativschule verstanden haben, legen die Kinder die Lerninhalte und die Abfolge des Erlernten fest.
            Und so wird emotionsgesteuert entschieden, was im Unterricht gerade gemacht wird, weil die Kinder diese Entscheidung treffen.
            Dann wird eben Fußball gespielt, anstatt Leseübungen auszuführen.
            Außerdem ist das Gesamtkonzept nicht auf das Bildungssystem nicht übertragbar, da die wenigsten Eltern Zeit haben während der Schulzeit sich dort einzubringen. So verbleibt ein kleiner Kreis finanziell besser gestellter aus dem Bildungsbürgertum übrig.
            Die Risikokinder verbleiben im restlichen Bildungsbereich.

          • “Wie ich das Konzept dieser Alternativschule verstanden haben, legen die Kinder die Lerninhalte und die Abfolge des Erlernten fest.”
            Woraus lesen Sie das?

            “Und so wird emotionsgesteuert entschieden, was im Unterricht gerade gemacht wird, weil die Kinder diese Entscheidung treffen.”
            Sie sollten wirklich mal in solch einer Schule hospitieren gehen. Sie wären überrascht, wie “emotionsgesteuert” sich Kinder für Rechenübungen, Diktate o.a. entscheiden. Sehr viele Kinder sind in diesem Rahmen bereit, für sie schwierige Aufgaben zu wählen und sich wirklich darum zu bemühen und konzentriert und intensiv zu arbeiten. Sie schätzen sich selbst meist realistisch ein. Zudem bietet die Wahl der Aufgaben wichtig Hinweise auf das Selbstkonzept eines Schülers, das für den Lernerfolg nicht unerheblich ist. Auch das gehört zur Aufgabe einer Lehrkraft oder eines “Lernbegleiters”.

          • Wie sollen sich die Kinder auf Themen einstellen, die von anderer Seite gestellt werden, so wie in der realen Welt. Da kann man nicht einfach dem Problem ausweichen und sich schnell vom Kollegen ablösen lassen, wenn es kritisch wird. Aber genau dieses Verhalten erlebt man auch in der realen Berufswelt.

            Außerdem halte ich dieses Schulmodell nicht übertragbar auf die Gesamtheit der Schüler. Schon allein, wenn diese Verhaltensauffälligkeiten aufweisen, oder die Eltern keine Hilfestellung bieten können, weil sie kognitiv nicht dazu in der Lage sind ihre Kinder zu unterstützen im Reifungsprozess der Persönlichkeit.

          • @Palim
            Aus dem Programm, welches im Link von Cavalieri hinterlegt ist entnehme ich , dass die Kinder selbst bestimmt die Inhalte festlegen.
            Dort nachzulesen, erweitert den Horizont über die Bildungsinhalte und den geistig-spirituellen Hintergrund dieser Schulen.

        • Wenn ich mir ansehe, was unter “1.5 Lerninhalte” in dem Link steht (und auch das bezieht sich ausdrücklich aus die Grundschule), dann finde ich die dort genannte Punkte irgendwie unausgewogen. Die “Kulturtechniken” wie Lesen, Schreiben, Rechnen werden ganz kurz genannt und anderes sehr ausführlich, was aber in der Grundschule eigentlich weniger wichtig sein könnte: Fremdsprachen, Ernährung, Heilpflanzen, Aufbau eines Gartens, Töpfern, Weben, Schneidern, Tischlern, religiöse Traditionen usw.
          Ein wenig scheint mir das auch ein Problem bei den Waldorfschulen zu sein: Man schätzt alles Intellektuelle gering und dafür das Werkeln mit Materialien sowie die Eurythmie hoch. Der Verdacht einer gewissen Ideologie liegt da nicht ganz fern. Ob es den Kindern guttut oder nicht, dazu will ich lieber keine Aussage machen. Für mich wäre das als Kind nichts gewesen.

          • @cavalieri
            Ich würde eher annehmen, dass die Schule darstellt, was neben dem Üblichen noch “geboten” wird.
            Von Schule wird angenommen, dass Lesen, Schreiben und Rechnen vermittelt werden. Das ist klar. Alles andere kommt in dieser Schule hinzu. Abgebildet wird somit eher das breite Angebot, das über das Übliche hinaus geht.

            Im übrigen sind auch in den Vorgaben des Landes Nds. für die Grundschule die meisten von Ihnen genannten Themen enthalten: Pflanzen (SU), Weben-Schneidern (Textiles Gestalten), Töpfern – Tischlern (Werken), religiöse Traditionen (Religion), Fremdsprachen (Englisch). Das findet in jeder Grundschule in Klasse 1-4 statt, mit unterschiedlichen Themen oder Schwerpunktsetzungen aber entsprechend der Vorgaben (… und sofern es die Ausstattung zulässt, z.B. im Bereich Werken)

            Die Freie Schule stellt in ihrem Programm dar, dass sie sich an die Richtlinien hält, selbst wenn sie organisatorisch und methodisch andere Wege geht.

            P.S.
            Der vorherige Beitrag bezog sich auf AvL… warum auch immer der nicht darunter angezeigt wird.
            Das Anzeige-System ist merkwürdig strukturiert und Beiträge leider nicht zu redigieren oder korrigieren.

          • “Von Schule wird angenommen, dass Lesen, Schreiben und Rechnen vermittelt werden. Das ist klar.”
            Ganz so klar scheint das nicht mehr zu sein, auch nicht in den KMK-Bildungsstandards und den offiziellen Bildungsplänen, wenn eben auch so vieles andere daneben (und zumindest scheinbar gleichrangig) genannt wird. Es ist immer auch eine Frage der Prioritäten. Im neuen Schweizer Lehrplan 21 werden angeblich 4000 verschiedene Kompetenzen für die Grundschule (!) genannt. Genau die mangelnden Fähigkeiten beim Lesen, Schreiben und Rechnen werden doch nun vielfach beklagt und sind auch in IGLU- und anderen Tests auch aktenkundig geworden. Da liegt doch der Verdacht nicht so fern, dass man sich verzettelt und zu viele Projekte gleichzeitig verfolgt, zu viele Events und Bespaßung ansetzt, zu viele Freiheiten gewährt usw. Wenn Diktate weitgehend abgeschafft sind, dann ist das für die Rechtschreibung eben nicht gut. Dagegen hilft kein Werken. Selbst am Gymnasium wird manche Freizeitgestaltung als “Arbeitsgemeinschaft” deklariert.
            Nebenbei: In dem Link werden Fremdsprachen zusätzlich zu Englisch (das von Beginn an) genannt, das finde ich seltsam. Selbst das Früh-Englisch ist in die Kritik geraten als ineffizient. Stichwort: verzetteln, um möglichst viel zu “bieten”.

          • Die Stundentafel in den Grundschulen hat sich aber kaum bis gar nicht gewandelt. Englisch ist hinzu gekommen, alles andere gleich geblieben.
            Sicherlich haben sich die Vorgaben gewandelt, in nds. stehen ca. 70 A5 Seiten früherer Rahmenrichtlinien für das Fach Deutsch gegenüber ca. 500 Seiten in unterschiedlichen Dokumenten, die alle Angaben zu den Inhalten des Unterrichts treffen.

            Zu den Diktaten: Die Abschaffung der Diktate ist ja keine Abschaffung des Deutschunterrichts, sonderen eine andere Herangehensweise an das Erlernen der Rechtschreibung. Die Vor- und Nachteile werden diskutiert. Sicherlich ist aber der Erfolg des Rechtschreibunterrichts nicht monokausal an Diktaten festzuschreiben.

          • Ich kann mir erfolgreichen Rechtschreibunterricht ohne Diktate nicht vorstellen. Welchen Sinn (außer Verbergen) macht es überhaupt, auf diese Leistungskontrolle zu verzichten?

        • Auf der Seite der Schule steht:
          “In der Lernzeit von 8 bis 10 Uhr liegt der Schwerpunkt auf den Fächern Deutsch, Mathe und Englisch. Anschließend ist die Besprechung (s.u.) und danach finden Kurse, Angebote und Projekte statt.”
          Die Lernzeit von 2 Stunden täglich ist somit D, Ma und Engl. gewidmet.

          Zu den Kursen steht im o.g. Dokument:
          ” Kurse machen in der Grundschule schwerpunktmäßige
          Angebote zu den Kulturtechniken Lesen, Schreiben und Rechnen. In der Freiarbeitsphase kann durch Kursangebote gelenkt werden. ”

          Das klingt für mich danach, dass es täglich mindestens 2 Stunden feste Arbeitsphase gibt, in der sich Kinder mit Montessori-Materialien oder anderen Aufgaben innerhalb von “Kursen” mit Lesen, Schreiben und Rechnen beschäftigen.
          Immer sind eine Menge Erwachsene da, die helfen können, wenn es notwendig ist und die Kindern, die den Zugang zum Lernen nicht finden, bei Seite stehen. Sie beobachten genau, sie besprechen sich im Team, sie fördern Stärken und Selbstbewusstsein und bieten einen gesicherten Rahmen, in dem das Kind die Erfolge durch Anstrengung und Auseinandersetzung vermittelt bekommt.

          Im Anschluss ist immer noch Zeit dafür, aber auch viel Zeit für die vielen anderen Aufgaben:
          Wenn Kinder schon in der 1. Klasse 26 statt sonst üblichen 20 Unterrichtsstunden haben UND einen gestalteten Nachmittag, kann in der Schule ja auch weit mehr anderes einbezogen werden. Dann ist auch Zeit … und bei einer hervorragend ausgestatteten Schule auch Möglichkeit … für anderes und in dieser Zeit haben Kinder viel Zeit und Raum, eigene Projekte zu suchen und zu entwickeln.

          • “In der Lernzeit von 8 bis 10 Uhr liegt der Schwerpunkt auf den Fächern Deutsch, Mathe und Englisch.”
            In dem obigen Link zu der freien Schule steht auf Seite 13: Von 8 bis 8:30 offener Anfang, danach bis 10 Uhr Freiarbeit, dann bis 10:30 Frühstück und anschließend Projektarbeit. Das klingt doch schon anders als ein gewöhnlicher Stundenplan.

          • Ja?
            Für mich klingt das wie ein ganz normaler Stundenplan einer Regelschule, wie ihn hier die meisten Grundschulen haben:
            Mal beginnen sie um 7.30 Uhr, mal um 8 Uhr, mal irgendwo dazwischen.
            Offener Anfang: 15 min (sozusagen die “Ankommenszeit”)
            im Anschluss 1 Std. D und 1 Std. Ma – je 45 min, (Wenn es vom Stundenplan her geht, legt man die beiden Fächer an den Beginn)
            dazwischen 5 min “Wechselpause”,
            danach gemeinsames Frühstück und anschließend große Pause.

            Die Zeiten sind nahezu gleich.

          • Für Sie, Palim, sind Freiarbeit, Projektarbeit und Gruppenarbeit ganz normaler Unterricht, und das erfolgt im schülergesteuerten Lernmodus und auch mit Schülern , die Grundlagen in den Bereichen Mathematik, Lesen und Schreiben erlernen sollen.
            Feste Anfangszeiten existieren auch nicht, sondern der Unterricht beginnt in einer Gleitzeit zwischen 8 und 8:30, ohne eine feste Regel des Unterrichtsbeginns. Das gehört wohl mit zur Steuerung durch die Schüler. Und wenn die Mehrheit keine Lust hat, dann wird eben gespielt.

          • “Freiarbeit” wird so definiert:
            “Materialien, wie sie vor allem von Maria Montessori entwickelt wurden, geben den Kindern die Möglichkeit, sich durch konkretes Tun und Begreifen individuell und selbst bestimmt mit einem Lerninhalt auseinanderzusetzen. […] Auf diese Weise erwerben die Kinder sich u.a. die Kulturtechniken des Schreibens, Lesen und Rechnens.”
            Merkwürdig, dass das nur mit der “Möglichkeit” alles so quasi von alleine gehen soll. Es geht dabei zwar um die “Kulturtechniken”, aber doch irgendwie frei wählbar. Wer keine Lust zum Schreiben hat, der rechnet, und wer keine Lust zum Rechnen hat, der liest oder schreibt. So muss man das interpretieren. Und das insgesamt 10 Schulstunden pro Woche. Was ist mit dem Rest?

          • “Für Sie, Palim, sind Freiarbeit, Projektarbeit und Gruppenarbeit ganz normaler Unterricht”
            Ja, stimmt. Methoden des Unterrichts, aus denen man neben anderen wählen kann, wenn man sie beherrscht.

            “und das erfolgt im schülergesteuerten Lernmodus und auch mit Schülern , die Grundlagen in den Bereichen Mathematik, Lesen und Schreiben erlernen sollen.”
            Uns unterscheidet, dass ich es mir vorstellen kann und genügend Freie Arbeit gesehen habe, um zu wissen, wie es abläuft.
            Aber auch im Dokument der Freien Schule heißt es: “Die Kursform beinhaltet auch die Möglichkeit von Einführungsphasen (mit einzelnen Lerngruppen) zum Schriftspracherwerb und zur
            Rechenfähigkeit.”

            “Feste Anfangszeiten existieren auch nicht, sondern der Unterricht beginnt in einer Gleitzeit zwischen 8 und 8:30, ohne eine feste Regel des Unterrichtsbeginns. ”
            Das machen Sie daraus.
            “Offener Anfang” ist ein stehender Begriff, der allerdings unterschiedlich eingesetzt wird.
            Manchmal bedeutet es nur die “Bringzeit”, so heißt es hier in der KiTa, die Zeit, in der die Kinder zur Schule kommen und schon in die Klassen gehen können.
            Manchmal bedeutet es auch, dass die Kinder kommen und sich in dieser Zeit auch bereits Aufgaben zuwenden, Arbeiten und Übungen weiterführen u.a. Dann ist es, wie sie es nennen, eine Gleitzeit, an die sich die Phase der Freien Arbeit anschließt.
            Ob es um 8.30 Uhr oder später ein gemeinsames Ritual gibt, ist nicht deutlich.

          • Fassen wir noch einmal ohne euphemistische Umschreibung zusammen: Lernen in Kleingruppen mit 3 bis 5 Schülern, keine festen Anfangszeiten, keine festen Regeln, Einteilung der Unterrichtsabläufe und Abfolgen frei durch die Schüler vom ersten Tag an, sowie Freiarbeit, Gruppenarbeit, Projektarbeit und Stationsarbeit mit einer geringen Effektstärke nach Hattie im schülergesteuerten Unterricht frei nach Peter Petersen. Zusätzlich Schulgeld, das sich nach dem Einkommen der Eltern richtet, sowie Einbringen der Eltern in die Erarbeitung der Lerninhalte.
            Bis auf die kleine Klassengröße, die Gleitzeit und die zusätzlichen Schulgeldbeiträge kenne ich all diese Methoden aus einer unserer hiesigen Grundschulen, die allerdings eine radikale Kehrtwende in der Arbeit mit den Kindern zur Zeit vollzieht, weil Lernerziele nicht erreicht wurden.

          • Das, was Sie hier aus Ihrer Grundschule erzählen, deckt sich nicht mit dem , was die Freie Schule äußert:
            Unterricht nach Montessori, feste Regeln, Betreuung durch viele Erwachsene, klare Rhythmisierung des Tages, Einführung ins Lesen, Schreiben und Rechnen

            Es ist offenbar nicht einfach, sich mit pädagogischen Konzepten auseinanderzusetzen und die Unterschiede zwischen einzelnen Reformpädagogen und Methoden zu erkennen und anzuerkennen.
            Das braucht auch den Willen und die Fähigkeit dazu, sich mit Inhalten und Konzepten auseinandersetzen zu wollen, um diese zu begreifen und daraufhin Vor- oder Nachteile erkennen und eine Bewertung vornehmen zu können.

            AvL: Sie lehnen die Privatschule ab und scheinen gleichzeitig eine 1:1-Betreuung Ihres Kindes in der Regelschule zu erwarten. Das kriege ich nicht zusammen.

          • Bei aller Kritik sollte man der Montessori-Pädagogik zugute halten, dass die bestehenden Montessori-Einrichtungen von den Nazis sofort (1933 in D, 1938 in A) geschlossen wurden. Die letzten Waldorfschulen in Deutschland wurden dagegen erst 1941 geschlossen. Quelle: Wikipedia.
            Vor 100 Jahren war das sicher ein fortschrittliches und erfolgreiches Konzept (Beginn: 1907). Die Frage ist, was jetzt daraus geworden ist und wie man etwa der Heterogenität und den Problemen mit Migrantenkindern begegnet.

          • Niemand, einschließlich mir, wird wohl in Deutschland eine 1:1 Betreuung erwarten. Die kann man zu Hause ausführen, so man Zeit und Muße mitbringt.
            Derartige Unterrichtsmodelle gibt es weltweit sonst nur im fernen Lappland, wie ich von einem finnischen Rettungssanitäter aus Drensteinfurt erfuhr. Einer seiner Schulfreunde hatte während seiner gesamten Schulzeit eine 1 :1 Betreuung.

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