Schulen müssen schließen – wegen Einsturzgefahr. GEW: Gefahr für Leib und Leben

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NEUKIRCHEN. Viele Schulgebäude gelten als marode – wie zwei Fälle aus Nordhessen wieder zeigen. Schulen mussten wegen Einsturzgefahr geschlossen werden. Der GEW platzt der Kragen. Sie fordert: „Der Investitionsstau an den Schulen muss endlich erhoben und abgebaut werden.“

Jetzt müssen schon Schulgebäude wegen Einsturzgefahr geschlossen werden. Foto: Mehr Demokratie / flickr (CC BY-SA 2.0)
Jetzt müssen schon Schulgebäude wegen Einsturzgefahr geschlossen werden. Foto: Mehr Demokratie / flickr (CC BY-SA 2.0)

Wegen Rissen in der Fassade werden in Nordhessen zwei Schulen vorerst geschlossen. In Abstimmung mit Behörden und Schulleitungen habe man vereinbart, dass in den betroffenen Gebäuden in Neukirchen kein Unterricht mehr stattfinde, sagte ein Sprecher des Schwalm-Eder-Kreises am Donnerstag. Bei Arbeiten an der Astrid-Lindgren-Grundschule waren die Risse entdeckt worden. Erste statische Berechnungen hätten gezeigt, dass Teile des Mauerwerks zu hoch belastet seien und sich verformten.

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Man habe sich daher entschieden, das Gebäude und alle baugleichen Gebäude der Steinwald-Gesamtschule in Neukirchen außer Betrieb zu nehmen, sagte der Sprecher. Der Unterricht für 196 Grundschüler fällt diese Woche aus. Ab der kommenden Woche werden sie an einem anderen Standort unterrichtet. An der Steinwaldschule mit 430 Schülern finde der Unterricht durch Exkursionen außerhalb oder in sicheren Gebäudeteilen statt. Die Schulgebäude stammen aus den 60er-Jahren. Sie sollen laut Kreisverwaltung nun statisch untersucht werden.

“Nicht länger wegschauen”

Birgit Koch, Vorsitzende der GEW Hessen, erklärte dazu: „Nach der Schulschließung eines Traktes der Paul-Julius-von Reuter-Schule in Kassel im April sind das jetzt zwei weitere Fälle, die die landesweiten Missstände verdeutlichen. Angesichts des überall sichtbaren hohen Investitionsstaus in den Schulen Hessens haben wir schon vor über einem Jahr die Landesregierung aufgefordert, diesen Investitionsbedarf flächendeckend zu ermitteln. Passiert ist aber bis heute nichts. Die genannten Fälle bestätigen unsere Forderung. Wir wollen, dass nicht länger weggeschaut wird. Einsturzgefährdete Schulen setzen unsere Kinder und auch unsere Lehrkräfte einer Gefahr für Leib und Leben aus. Ganz generell muss sich Politik darüber Gedanken machen, ob es generationengerecht ist, dass Kinder und Jugendliche oft in unansehnlichen und maroden Schulen unterrichtet werden.“

Koch forderte eine dauerhafte Erhöhung der Schulbauinvestitionen. Zu bedenken sei zudem, so Koch, dass ein großer Engpass beim Personal in den Bauverwaltungen besteht: „Wir hören immer wieder, dass Kommunen aufgrund von zurückliegendem Personalabbau nicht in der Lage sind, Bauvorhaben umzusetzen. Auch vor diesem Problem darf die Landesregierung nicht länger die Augen verschließen. Anstatt sich für Investitionsprogramme zu loben, die überhaupt keine Belebung der Investitionstätigkeit zur Folge haben, sollte sie den Tatsachen ins Auge sehen und endlich handeln!“ News4teachers / mit Material der dpa

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1 KOMMENTAR

  1. Der Schwalm Eder Kreis ist dafuer bekannt, kein Geld fuer Schulen auszugeben. Aber auch der Besuch der Toiletten Z. B in der Stadthalle Fritzlar zeigt: Der Landkreis weiss zu sparen und immer an den fallschen Stellen. News4tea her könnte aber mal nachfragen, wer seitens der Schulaufsicht fuer die genannten Schulen zuständig ist und welche Kommunalpolitiker in der Gremien des Schultraegers fuer die Schulen sitzen. Da wird was auffallen.

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