AfD stört sich an angeblicher “Inflation” guter Noten an Schulen und Unis

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MAINZ. Die AfD-Fraktion im rheinland-pfälzischen Landtag beklagt eine «Inflation von guten und sehr guten Noten» bei Hochschulabschlüssen. Sie verwies auf Antworten des Wissenschaftsministeriums auf eine Anfrage der Fraktion, wonach sich der Durchschnitt der Gesamtnoten von Abschlussprüfungen zwischen 2000 und 2017 von 2,23 auf 2,05 verbessert habe.

Der Anteil der Note 2 sei in dem Zeitraum von 48,9 auf 60,7 Prozent geklettert. Zugleich seien Betriebe zunehmend unzufriedener mit Bachelorabsolventen, behauptete der bildungspolitische Sprecher Joachim Paul am Dienstag in Mainz. Das gehe nicht zusammen. Es sei fraglich, ob noch eine «Notenwahrheit» vorliege.

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Noten sollen strenger werden, wenn’s nach der AfD geht. Foto: Pixabay

Auch an Schulen zeige sich der Trend zu guten bis sehr guten Noten. Es sei ein bisschen in Vergessenheit geraten, dass Lehrer Schülern auch sagen müssten, wenn Leistungen nicht reichten. «Wir haben sehr viele Lehrer, die konfliktscheu sind», sagte Paul. Es stelle sich die Frage, ob man es mit einem «Massen-Abitur» zu tun habe, das kaum Rückschlüsse auf eine wirkliche Studierfähigkeit zulasse.

«Wir müssen weg von dieser Akademisierung ins Nichts», sagte Paul. Niedrigere Studentenzahlen seien nicht schlimm – ganz im Gegenteil. Sonst würden aus gesuchten Meistern und Tüftlern mit praktischer Begabung weniger gesuchte Akademiker gemacht – obwohl mittelständische Betriebe über Fachkräfte- und Nachwuchsmangel klagten. Nötig sei eine kostenfreie Meisterausbildung, und für mehr Notenwahrheit seien standardisierte Zwischentests an Schulen wünschenswert, die teilweise in die Noten mit einfließen sollten. dpa

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5 KOMMENTARE

  1. Hallo Faktenchecker – stimmen denn die Zahlen? An den mir bekannten Schulen ist der Trend zu besseren Noten jedenfalls da, aber ist das überall so? Und wenn das wahr ist, wieso braucht man die AfD, um es auszusprechen? Nach dem Text scheinen es ja Zahlen aus dem rlp. Wissenschaftministerium zu sein. Dann wieder ist die Frage, warum alles im Konjunktiv steht.

    • Ich schließe mich den Fragen an.

      Womöglich treiben bestimmten Positionen Leute in die Arme der AfD nur deshalb, weil diese Positionen nur von der AfD vertreten werden?

          • Es ist ja schön, dass Sie zum Thema des Artikels schreiben. Sie scheinen der Position der AfD in diesem Punkt folglich zuzustimmen.

            Ach ja: Im Bildungsprogramm der AfD steht auch, dass Islamunterricht nichts in deutschen Schulen verloren haben soll. Diesen Kritikpunkt von Ihnen hätte ich gelten lassen, weil er zumindest noch mit Bildungspolitik zu tun hat. Ich stimme der Kritik daran übrigens zu.

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