Dutzende Magen-Darm-Infekte: Schulleiterin schließt Schule und bestellt Desinfektionsdienst

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RODENKIRCHEN. Zuerst sind es nur ein paar Kinder, die unter Erbrechen und Durchfall leiden. Dann breitet sich die Erkrankung über Schulklassen hinweg aus. Gesundheitsamt und Schulleitung sehen nur eine Lösung.

Noroviren unter dem Elektronenmikroskop. Foto: Wikimedia Commons
Ganz schön eklig: Noroviren unter dem Elektronenmikroskop. Foto: Wikimedia Commons

Nach schweren Magen-Darm-Erkrankungen von rund 60 Kindern bleibt eine Schule im niedersächsischen Kreis Wesermarsch am Donnerstag und Freitag geschlossen. «Bevor es die Sicherheit der anderen Schüler und Lehrkräfte gefährdet, wird einmal gründlich desinfiziert», sagte die Leiterin der Oberschule Rodenkirchen, Anja Bode. Eine Spezialfirma sei mit der Reinigung der Räume beauftragt. «Ich glaube, dass wir das jetzt gut unter Kontrolle kriegen – in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt.»

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Bode zufolge litten seit rund einer Woche immer mehr Jungen und Mädchen unter starkem Erbrechen sowie Durchfall. Am Anfang waren vor allem Kinder der fünften und sechsten Klasse betroffen. «Wir wissen nicht, wo es herkommt.» An der Oberschule werden insgesamt rund 330 Schülerinnen und Schüler unterrichtet. Über die Krankheitswelle und die Schließung hatten zuvor mehrere Medien berichtet.

Wegen der schnellen Verbreitung der Magen-Darm-Probleme schaltete die Schulleiterin das Gesundheitsamt ein. Die Behörde empfahl, den Unterricht ausfallen zu lassen. «Das kriegen wir nur in den Griff, wenn die Schule geschlossen wird. Die Infektionskette wird sonst nicht unterbrochen», sagte der Leiter des Gesundheitsamtes im Landkreis Wesermarsch, Volker Blohm. An die Eltern verteilte die Behörde Merkblätter. Es sei wichtig, dass sich alle Kinder auskurierten, bevor sie wieder zur Schule kommen.

Auf Tätersuche

Welcher Virus die Erkrankungswelle ausgelöst hat, ist unklar. Die örtliche Behörde hat Proben genommen, die nun im Niedersächsischen Landesgesundheitsamt untersucht werden. Nach ersten Einschätzungen deute vieles auf den Norovirus hin, sagte Blohm. Die Ergebnisse der Proben werden frühestens am Freitag erwartet, wie der Sprecher der Landesbehörde, Holger Scharlach, sagte.

Der Norovirus ist sehr leicht übertragbar. Er gehört zu den weltweit häufigsten Erregern für plötzlich auftretenden Brechdurchfall und kommt oft in Alten-, Pflege- und Kinderheimen vor. Ende Juni waren rund 40 Jugendliche und Betreuer einer Messdiener-Freizeit in Damme am Dümmer-See durch einen Norovirus erkrankt. Der Ausbruch führte zu einem Großeinsatz von Rettungskräften. Die Betroffenen wurden vorübergehend in Krankenhäusern behandelt. dpa

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