HU Berlin stellt nach Urteil keine Studenten für Hilfsarbeiten mehr ein

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BERLIN. Die Humboldt-Universität (HU) in Berlin stellt nach einem Gerichtsurteil derzeit in Bereichen wie Bibliotheken keine studentischen Hilfskräfte ein. Es könnten bis auf weiteres weder Neueinstellungen vorgenommen noch bestehende Verträge verlängert werden, sagte ein HU-Sprecher am Dienstag mit Blick auf Arbeitsfelder wie etwa Verwaltung, IT und Bibliotheken. Zuvor hatte die «Berliner Morgenpost» berichtet.

Internationale Studentenschaft: Fassade der Berliner Humboldt-Universität. Foto: Rolf Handke / pixelio.de
Studenten mit nicht-wissenschaftlichen Hilfsarbeiten befristet und unter Tarif zu beschäftigen, ist nicht zulässig. Foto: Rolf Handke / pixelio.de

Wegen Personalmangels als Folge dieser Entscheidung seien die Öffnungszeiten des Grimm-Zentrums eingeschränkt worden; sonntags bleibt die Bibliothek vorerst zu. «Es sind ungefähr zehn Stellen, die dort derzeit wegfallen», sagte der Sprecher. Die Stunden müssten feste Mitarbeiter auffangen. Weitere Einschränkungen in anderen Bereichen der Universität seien nicht ausgeschlossen, hieß es weiter. Bei rund 500 Stellen im sogenannten nichtwissenschaftlichen Bereich sei angesichts des Urteils unklar, ob sie künftig noch mit Studenten besetzt werden können.

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«Wir sind sehr an einer baldigen Lösung interessiert», betonte der Sprecher. Laut Senatskanzlei werden Gespräche mit den Uni-Rektoren angestrebt. Bisher ist nur der Einstellungsstopp der HU, nicht aber anderer Universitäten bekannt.

Das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg hatte im Sommer die Klage einer studentischen Hilfskraft mit Programmierjob als begründet gesehen, die gegen die Befristung ihres Arbeitsverhältnisses vorgegangen war. Sie forderte eine Vergütung nach dem Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes der Länder (TV-L).

Das Gericht argumentierte, eine Befristung sei nur dann zulässig, wenn die Tätigkeit der «Gewinnung neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse» diene, zum Beispiel wenn Wissenschaftlern zugearbeitet wird. Kritiker werfen Universitäten vor, dass mit Studenten im günstigeren Hilfskraft-Tarif zum Beispiel Verwaltungsstellen eingespart würden. dpa

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