Nach Arbeitszeitstudie: Philologen gehen in die Offensive – und fordern Entlastung vor allem für Gymnasiallehrer

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HANNOVER. Nachdem ein Wissenschaftlergremium im Auftrag des niedersächsischen Kultusministeriums den Lehrern im Land unzulässige Mehrarbeit bescheinigt hat, geht der Philologenverband in die Offensive. Er bezeichnet die Studie als „Dokument der nunmehr erwiesenen, geradezu willkürlichen Ausnutzung niedersächsischer Lehrkräfte“ – und fordert umgehende Konsequenzen. Vor allem Gymnasiallehrer seien überlastet. „Ein weiteres Spielen auf Zeit darf es nicht geben“, so sagt Philologen-Chef Horst Audritz. Die Arbeitszeit müsse umgehend gesenkt werden.

Die Arbeitszeitstudie belegt, dass Lehrer regelmäßig zu viel arbeiten. Foto: Shutterstock

Im Schnitt arbeiten Vollzeit-Lehrerinnen und -Lehrer an Grundschulen, Gesamtschulen und Gymnasien der Untersuchung zufolge (nur für diese Schulformen lagen Daten vor) im Schnitt 48 Stunden und 18 Minuten wöchentlich – gegenüber der Vergleichsbasis von 46 Stunden und 38 Minuten, die sich rechnerisch ergibt, wenn man die 40-Stunden-Woche der Verwaltungsbeamten auf die Schulwochen umrechnet. Allerdings stellten die Experten große Unterschiede fest. Besonders belastet: Teilzeitlehrkräfte, ältere Lehrkräfte sowie Schulleitungen. Mit der Studie seien endlich die viel zu hohe Arbeitszeit und die in großem Umfang geleisteten Überstunden „aktenkundig“, die das Land stets geleugnet habe, meinen nun die Philologen.

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Der Verband weist nun allerdings darauf hin, dass auch bei den Schulformen unterschiedlich hohe Überlastungsgrade festgestellt wurden. So liege die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit bei den Gesamtschulen um gerade mal 4 Minuten über dem gesetzlich vorgeschriebenen Limit, bei den Grundschulen um eine Stunde und 20 Minuten und bei den Gymnasium bei 3 Stunden und fünf Minuten. „Damit bestätige sich erneut einmal mehr das Ergebnis aller anderen wissenschaftlichen Untersuchungen, dass die Gymnasiallehrer die bei weitem höchste Arbeitszeit zu verzeichnen haben“, so heißt es.

Aus „Gründen der Fürsorgepflicht des Dienstherrn und aufgrund der Gleichbehandlung“ müsse für gezielte Entlastung gesorgt und die große Spanne unterschiedlicher Arbeitszeitbelastung reduziert werden, hatten schon die Wissenschaftler geschlussfolgert. Dabei komme es vor allem auf einen Ausgleich in der direkten Belastungssituation an. Ein konkreter Vorschlag des Gremiums: „Entlastungsstunden“ als neues Instrument einzuführen. Diese sollen den Schulen zur Verfügung stehen und zielgenau zum Ausgleich für besonders belastete Lehrkräfte eingesetzt werden. Für die Grundschulen schlagen die Experten darüber hinaus eine Absenkung um eine Deputatsstunde vor.

“Unverständlich und inakzeptabel”

Das stößt nun auf Unverständnis beim Philologenverband. „Wie die Kommission aufgrund dieser ihrer eigenen eindeutigen Feststellung zu der Empfehlung kommen kann, nur die Unterrichtsverpflichtung der Grundschullehrkräfte, aber nicht die der Gymnasiallehrkräfte zu senken, ist völlig unverständlich und inakzeptabel“, betont Audritz. Die von der Kommission gegebene Begründung, Grundschullehrer fühlten sich „subjektiv‘“ stärker belastet, könne nicht überzeugen. „Es geht hier nicht um subjektiv empfundene Belastungen, sondern um objektiv feststellbare Arbeitszeit und die rechtliche Vorgabe einer 40-Stunden-Woche, und da sind die Ergebnisse mehr als eindeutig. Das jedoch will man offenbar nach wie vor nicht zur Kenntnis nehmen, wenn man zunächst nur die Pflichtstundenzahl der Grundschullehrer senken will. Das aber werden wir nicht mit uns machen lassen“, meint der Philologen-Landesvorsitzende.

Übereinstimmung mit der Arbeitszeitkommission bestehe in Bezug auf Teilzeitlehrkräfte. Auch der Philologenverband habe schon seit langem die überproportional hohe Arbeitszeit von Teilzeitlehrkräften kritisiert und die erst 2017 neu erlassenen Regelungen des Landes für Teilzeitlehrkräfte mit Nachdruck abgelehnt, da sie in keiner Weise Grundlage für eine rechtskonforme Arbeitszeit der Teilzeitkräfte sein können. „Doch das Kultusministerium hat unsere Bedenken und Einwände einfach vom Tisch gewischt“, bemängelt Audritz und fordert: „Für Teilzeitkräfte müssen jetzt endlich dringend Anrechnungsstunden bereitgestellt werden.“

Auch einen zeitlichen Ausgleich für die zu hohe Arbeitszeit von Funktionsinhabern in den Schulleitungen habe der Philologenverband immer wieder verlangt. Dies betreffe auch Funktionsinhaber an Gymnasien, die zum Beispiel als Fachkonferenzleiter oder Sammlungsleiter umfangreiche zusätzliche Aufgaben erfüllten. „Da alle politischen Gespräche auch hier auf taube Ohren gestoßen sind, haben wir im Sommer 2018 mehrere Klagen eingereicht, die Anfang 2019 von den Gerichten entschieden werden“, erläutert Audritz. Das Land könne sich hier eine weitere blamable Niederlage vor Gericht ersparen, wenn es umgehend den Ergebnissen der Arbeitszeitkommission entsprechend handele und den genannten Funktionsinhabern einen zeitlichen Ausgleich in Form von Anrechnungsstunden zuweise.

Audritz verweist wie die Arbeitszeitkommission auch auf die besonders hohe Arbeitszeit älterer Lehrkräfte, die es zu senken gelte. Deshalb sei richtigerweise im Koalitionsvertrag von SPD und CDU die Wiedereinführung der „zuvor wortbrüchig gestrichenen” Altersermäßigung vereinbart worden. „Dies ist auch zur Gesunderhaltung älterer Lehrkräfte dringend erforderlich. Doch bisher ist die Landesregierung auch hier offenkundig nicht bereit, endlich zu handeln“, bemängelte Audritz.

“Der Abschlussbericht der Kommission zeigt einmal mehr”, so das Fazit von Audritz, “wie das Land in geradezu sträflicher Weise seine Fürsorgepflicht gegenüber den Lehrern ständig vernachlässigt. Damit muss nun Schluss sein. Der Abschlussbericht der Expertenkommission mit seinen für das Land mehr als beschämenden Ergebnissen muss Mahnung und Appell zugleich sein, endlich zu handeln und rechtliche Normen und Vorgaben nicht länger zu verletzen.“ bibo / Agentur für Bildungsjournalismus

Der Beitrag wird auch auf der Facebook-Seite von News4teachers diskutiert.

„Sieben-Tage-Woche in der Schulzeit ist obligatorisch“: Studie zur Arbeitszeit attestiert Lehrern im Schnitt anderthalb Stunden Mehrarbeit pro Woche

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79 KOMMENTARE

  1. So, da haben wir es ja wieder. Was sagen denn nun all jene, die ständig bestritten, dass Gymnasiallehrer den höchsten Arbeitsaufwand haben, nur weil “wir alle überlastet sind”.

    Zitat: “So liege die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit bei den Gesamtschulen um gerade mal 4 Minuten über dem gesetzlich vorgeschriebenen Limit, bei den Grundschulen um eine Stunde und 20 Minuten und bei den Gymnasium bei 3 Stunden und fünf Minuten. „Damit bestätige sich erneut einmal mehr das Ergebnis aller anderen wissenschaftlichen Untersuchungen, dass die Gymnasiallehrer die bei weitem höchste Arbeitszeit zu verzeichnen haben“, so heißt es.”

    • Das konnte man ja hier auch oft beobachten. So oft! Was wurde hier alles vorgebracht von Grundschullehrern, um den höheren Arbeitsaufwand an den Gymnasien zu bestreiten.

      Zitat: “… nur die Unterrichtsverpflichtung der Grundschullehrkräfte, aber nicht die der Gymnasiallehrkräfte zu senken, ist völlig unverständlich und inakzeptabel“, betont Audritz. Die von der Kommission gegebene Begründung, Grundschullehrer fühlten sich „subjektiv‘“ stärker belastet, könne nicht überzeugen. „Es geht hier nicht um subjektiv empfundene Belastungen, sondern um objektiv feststellbare Arbeitszeit und die rechtliche Vorgabe einer 40-Stunden-Woche, und da sind die Ergebnisse mehr als eindeutig.”

        • Wie, was? Sie meinen den, der Ihnen wiederholt einen “Hang zur Denunziation” vorwarf? Den wollen Sie wiederhaben? Ich staune.

        • Haben Sie, mississippi, denn außerdem auch etwas zur Sache zu sagen? Z.B. dazu, dass eine weitere Studie “wissenschaftlich exakt” belegte, dass Gymnasiallehrer einen deutlich höheren Arbeitsaufwand haben als Grundschullehrer?

          Wie wissen Sie diese Studie falschzureden?

        • @ Miss., wie vermutet, inhaltlich kommt da nichts mehr.

          Ergebnisse, die einem nicht gefallen, werden (scheinbar) nicht wahrgenommen, wenn sie nicht mehr bestritten werden können, um später wenigstens noch behaupten zu können, es gäbe sie nicht (weil man sie ja scheinbar nicht wahrgenommen hatte). Typisch.

  2. bei Grundschullehrern sind es Inklusion und Berichte, bei den Gymnasien wohl vor Allen Dingen der Oberstufenunterricht, der reinhaut. Den gibt es an Gesamtschulen zwar auch, aber pro Lehrkraft weniger und der Sek I-Unterricht scheint bezogen auf die Arbeitszeit trotz Inklusion und Binnendifferenzierung recht entspannt zu sein. Oder die Lehrkräfte opfern sich nicht so sehr auf, weil es von der Klientel eh nicht gewürdigt wird.

    • Bitte was? Soll man dann auch behaupten, dass das bisschen Inklusion und Berichte schreiben neben dem 1-mal-1 ja echt nicht viel Arbeit ist?

      Ich mag es gar nicht, auch vom Philologenverband, dass man immer wieder einen Keil zwischen die Lehrkräfte der unterschiedlichen Schulformen treibt. Ich bin jedoch insbesondere dafür, dass die Verantwortlichen in den Ministerien es mal auf die Kette bekommen gesicherte Zahlen zu generieren. Diejenigen, die von subjektiven Empfindungen sprechen und somit ihre Handlungen begründen, sollte man hochkant rausschmeißen.

      • Ich habe mich auf die Zahlen bezogen. Es muss ja einen Grund geben, weshalb Gesamtschullehrer 7 Minuten über dem Limit arbeiten, Grundschullehrer eine Zeitstunde und Gymnasiallehrer mehrere Zeitstunden. Das naheliegendste ist da für mich der hohe Dokumentations- und Betreuungsaufwand in der Grundschule und die Oberstufe am Gymnasium.

        • Das mag sein. Es heißt aber auch, dass besonders Teilzeitkräfte oder ältere Lehrkräfte belastet sind. Vielleicht liegt es an der entsprechenden Verteilung. Genauso könnte der unterschiedliche Korrekturaufwand ein Grund sein. Oder die unterschiedlichen Aufgaben. Oder einfach auch nur die beteiligten Lehrkräfte an dieser Studie.

        • Das liegt daran, dass die SekI-Lehrkräfte an Gesamtschulen die gleiche Wochenstundenverpflichtung haben wie die SekII-Lehrkräfte. Durch die Statistik werden also die Mehrstunden der einen durch die geringere Zeitüberschreitung bzw. Zeitunterschreitung der SI-Lehrkräfte aufgehoben.
          Vermutlich wurde bei der Zeiterfassung nicht berücksichtigt, dass die Lehrkräfte in der SekI an GeS eine niedrigere Wochenstundenzahl unterrichten müssen als die Kollgen und Kolleginnen an Haupt- und Realschulen.

    • Warum sollte der beschriebene Arbeitsaufwand mit Schülern von der 3. bzw. 4. Klasse zur 5. bzw. 6. Klasse schlagartig verschwinden? Schüler in der Pubertät scheinen auch problemlos zu sein.

  3. Oberstufenunterricht! Genau!
    “trotz Inklusion und Binnendifferenzierung recht entspannt zu sein”
    Sorry, XXX, ich bin hier im Forum raus.
    Wer so einen Blödsinn hier öffentlich schreibt und dabei nicht schämt…..

    • Was anderes würde man auch aus dem Mund eines HRGe-Lehrers hier auch nicht erwarten können. (Ihrer Äußerung nach ist davon auszugehen, dass Sie nicht zu den “Gechillten” gehören.) Es ist natürlich auf den ersten Blick ersichtlich, dass die, die von der fünften bis zur dreizehnten Klasse alles unterrichten müssen, automatisch weniger Aufwand haben, als die, die nur in der Sek1 unterwegs sind.

  4. Wurde in dieser Arbeitszeiterfassung auch berücksichtigt, dass die meisten Lehrer auch in den Ferien arbeiten? Ich konnte bisher nichts darüber in Erfahrung bringen.

    • Zur großen Streuung bei Gymnasiallehrern:
      Hier kommt es sehr stark auf die Fächerkombination an. Jede Kombination mit Deutsch führt zu überproportionaler Belastung. Mit Sport-Wirtschaft ist man da schon auf der sicheren Seite 🙂 Da kommen dann zwar Argumente wie “Augen auf bei der Berufswahl” allerdings sollte der Arbeitgeber dafür sorgen, dass jeder Lehrer unabhängig von der Fächerkombination auf eine annähernd gleiche Arbeitszeit kommt.
      Wer Pflicht-Abi-Fächer (Deutsch, Mathematik, meist auch Englisch) unterrichtet ist auch überproportional belastet.

    • So wie ich den Text verstanden habe, wurden 47 Arbeitsstunden pro Woche als Grundlage gelegt, sprich die Ferien auf 30 Tage wie in der freien Wirtschaft heruntergerechnet. Empathielos geschrieben ist jeder selbst Schuld, wenn er freiwillig den Erholungsurlaub durcharbeitet.

      • Das ist mir schon klar. Aber wurde die Arbeitszeiterfassung auch während der Ferien durchgeführt oder nur während der Schulzeit? Kann ja sein, dass über 6 Schulwochen die Arbeitszeit erhoben und dann aufs Jahr hochgerechnet wurde. Während stillschweigend davon ausgegangen wurde, dass Lehrer während der Ferien nichts arbeiten.

      • dann gibt es auch noch diejenigen – nicht empathielosen – , die ihre Arbeit nicht arbeitszeitorientiert, sondern an der Notwendigkeit für einen erfolgreichen Unterricht orientiert betreiben.

        • Wie die meisten Lehrkräfte. Sonst gäbe es ja diese Ergebnisse nicht. Wenn alle Lehrer nach 40 Stunden ihren Stift fallen lassen würden.

        • Die Arbeitsbedingungen werden sich erst nachhaltig ändern, wenn _alle_ Lehrkräfte ihren Stift nach dem gesetzlichen Maximum fallen lassen würden. Dummerweise würde dann spätestens im Laufe des Donnerstags jeder Unterricht ausfallen.

    • Wenn alle Überstunden bezahlt werden müssten, würde man vielleicht lieber mehr Lehrer einstellen – wenn man sie hätte.

      Andererseits machen wohl alle möglichen Berufstätigen Überstunden, die sie nicht bezahlt bekommen. Wie ist das rechtlich? Ich las außerdem, dass man angestellten Lehrern jede Überstunde bezahlen muss. Das erlebe ich so aber nicht?!?

      • Nein, es kommt noch besser. Bei der Abrechnung der Mehrarbeit werden die Tarifbeschäftigten wie die beamten behandelt, sie dürfen ab der dritten mehrarbeitsstunde pro Monat abrechnen. Nur es gibt keine unterschiedlichen Verrechnungssätze für Tarifbeschäftigte und Beamte. Im gegensatz zum Beamten muss der Tarifbeschäftigte als Sozialversicherungspflichtiger auf die zusätzlichen Einnahmen auch noch Beiträge an die sozialen Sicherungssysteme abführen. Da bleibt netto nicht einmal der Mindestlohn über.

        Und was noch besser ist, die Ruhestandsregelung für Beamte wurde in NRW eins zu eins auf die Tarifbeschäftigten Lehrkräfte übertragen. Die Tarifbeschäftigten können also nicht mit dem Tag, an dem sie das Eintrittsalter in die gesetzliche Rente erreichen in Rente gehen, sie müssen bis zum Ende des Schuljahres bzw. Halbjahres unterrichten, in dem sie das renteneinrittsalter erreicht haben.

        • Ist das so? Bei uns habe ich verbeamtete Lehrer erlebt, die nicht erst bis zum Ende des jeweiligen Halbjahres unterrichten mussten, wenn sie in Pension gingen, sondern mitten im Halbjahr ausschieden.

          Aber Sie sprechen ja auch von NRW.

  5. Wieso wird bei der Zeiterfassung eigentlich immer die Wochenstundenzahl von Beamten im ÖD zugrunde gelegt? Für die tarifbeschäftigten Lehrkräfte müsste nämlich die geringere Wochenstundenverpflichtungen der Angestellten im ÖD – 38,5 Wochenstunden – zugrunde gelegt werden

    Die tarifbeschäftigten Lehrkräfte an Schulen sind nämlich doppelt gekniffen, erstens die deutlich niedrigere Nettovergütung bei gleicher Arbeitszeit wie die Beamten und zweitens die deutlich geringeren Rentenbezüge im Vergleich zu den Pensionen der Ruhestandsbeamten.

    • Ja, aber Sie wissen und merken ja, das interessiert die verbeamteten Lehrer/innen hier nicht. Davon haben sie selbst ja keinen Nachteil. Stattdessen lassen sie aber gerne die angestellten Lehrer für sich “arbeitskämpfen” (Stichwort A 13 für alle) und argumentieren dabei sehr viel mit “Gerechtigkeit” (die ihnen selber nützt).

      • Das erklärt ja auch die geringe Streikbereitschaft tarifbeschäftigter Lehrkräfte. Die haben nämlich wirklich keine Lust für die Belange der meist verbeamteten und freigestellten Personal- und Hauptpersonalräte sowie sonstigen Gewerkschaftsfunktionären und Vertretern von Berufsverbänden ein Gehaltsplus zu erstreiken, während an ganz anderen Stellen der Schuh drückt.

        Eigentlich sind es mehrere Paare Schuhe, die da drücken:

        Arbeitszeit
        Entgelt
        Eingruppierung
        Paralleltabelle
        vergleichbare Mehrarbeitsvergütung – also sozialversicherungsbereinigt
        etc.

  6. In zeiten, in dennen ich in der freien Wirtschaft (Ing-Büro) gearbeitet habe, habe ich auch nicht mehr als 210 Arbeitstage im Jahr gearbeitet. Die maximale Arbeitszeit beträgt ja auch nicht mehr als 52 Wochen mal 40 Wochenstunden bei einer Fünf-Tage-Woche abzüglich der 28 Urlaubstage sowie der gesetzlichen Feiertage, die nicht auf einen Sonntag fallen (Neujahr, Ostermontag, 1. Mai, Christi Himmelfahrt, Pfingstmontag, Fronleichnam, 3. Oktober, Allerheiligen/Reformationstag, 1. und 2. Weihnachtsfeiertag).
    52 mal 5 minus 28 minus 10 Feiertage sind 222 Arbeitstage. Das entspricht ca. 44 Kalenderwochen also rd. 1780 Arbeitsstunden auf der Grundlage der 40-Stunden-Woche.

    Eine Lehrkraft arbeitet 39 Kalenderwochen (12 Wochen Ferien und eine Woche durch Feiertage und bewegliche Feiertage abgezogen und vorgeschriebene Vorbereitungstage hinzu genommen). Teilt man die 1780 Arbeitsstunden, die in der freien Wirtschaft anfallen durch die 39 Schulwochen der Lehrkräfte, dann ergibt sich daraus eine Arbeitzeit von 45,5 Zeitstunden je Woche

    Dieser Wert wird mit Sicherheit von allen Vollzeitkräften erreicht. Dieser Wert darf nicht verwechselt werden mit dem Wochenstundendeputat, also der anrechenbaren Unterrichtszeit, die ja die einzige Rechengröße der Schulverantwortlichen ist, weil sich so die tatsächliche Arbeitsbelastung am besten verschleiern lässt.

  7. Ich finde es honorig und anständig, dass die Grundschulkolleginnen hier im Forum wenigstens jetzt mal ein bisschen schweigsamer werden, nachdem auch die oben beschriebene Studie des nds. Kultusministeriums(!) wieder das Ergebnis gebracht hat, das auch alle bisherigen Studien zum Thema belegt haben: Die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit ist bei Gymnasiallehrern mit Abstand am höchsten.

    Außerdem richtig: Es geht nicht um gefühlte Belastungen, sondern um die objektiv feststellbare tatsächliche Arbeitszeit der Lehrkräfte in Relation zur in Nds. geltenden Rechtslage (40-Stunden-Woche für Beamte). Nichts anderes ist vor Gericht relevant.

    P.S. Warum thematisiert eigentlich niemand von den Grundschulkolleginnen, dass laut Studie des Ministeriums (!) die Arbeitszeit an den Gesamtschulen (anders als an den Grundschulen) praktisch gar nicht überschritten wird?

    • Das hängt von vielen Faktoren ab, dass die Arbeitszeit an GS nicht regelmäßig überschritten wird.

      Macht eine Mehrkraft an einem GY eine Vertretung, ist das zwangsläufig eine Mehrarbeitsstunde.
      Wird an einer GS eine Klasse wegen einer fehlenden Lehrkraft auf die beiden Nachbarklassen aufgeteilt, erhöht sich nur die Anzahl der zu unterrichtenden Schüler, es fällt aber keine Mehrarbeit an.

      Ich habe der Arbeitszeitstudie des Philologenverbandes auch nicht entnehmen können, dass die Freistellungen der SII-Lehrkräfte in der Q2 ab den Osterferien in die Ermittlung der Ist-Arbeitszeit eingerechnet worden wären, die Korrekturen und die Zeiten in den mündlichen Prüfungen – der Prüfungsausschuss besteht aus drei Lehrkräften – hingegen schon.

      • 1. GS steht in Nds. für Grundschule.
        2. Die Ergebnisse der Studie des Philologenverbandes sind noch nicht veröffentlicht, werden das aber in Kürze.
        Die hier thematisierte Studie erfolgte im Auftrag des Ministeriums, dem vom OVG Lüneburg nahegelegt worden war, die tatsächliche Arbeitszeit seiner Gymnasiallehrer zu ermitteln. Durchgeführt wurde die Studie vom selben Team, das auch die GEW-Arbeitszeitstudie verantwortet hatte. Und wieder nutzt es deren Klientel nichts.

        • 1. Dass GS für Grundschule steht, weiß ich.
          2. Dass die Entfallstunden in der Q2 nicht generell mit den Korrekturzeiten verrechnet werden, ist auch nicht neu. Wäre es anders, gäbe es keine entsprechende Rundverfügung für den Reg.-Bez. OWL. Letzteres ist nicht nds. sondern NRW, ist bekannt.

          Die mündlichen Prüfungen im 4. Abi-Fach sowie die Abweichungsprüfungen, die gleichzeitig drei Lehrkräfte binden, was an anderer Stelle einen erheblichen Aufwand an Vertretungen auslöst, als Grund für die höhere Arbeitszeit an GY, haben Sie noch nicht in Abrede gestellt.

          • Sprechprüfungen in Englisch und Französisch binden den kompletten November über nahezu zwei komplette Fachschaften. Die Kollegen der anderen Fächer müssen den Unterricht vertreten. Wird nicht gezählt.

            Wer z.B. einen Oberstufenkurs Musik macht, bekommt statt der zwei SWS, die er erteilt, nur 1,5 SWS angerechnet. Auch so holt sich das Land “Lehrerstunden”.

            An vielen nds. Gymnasien wird sogar die Zeit zwischen dem Ende des Unterrichts in der Q2 und den beginnenden Abi-Prüfungen als “Minusstunden” gezählt – trotz sechsstündiger Klausuren, Leistungskursarbeit etc. über Jahre vorher hinweg. Man arbeitet sich im Vergleich zum Sek 1-Kollegen dumm und dusselig und bekommt zum Dank noch ein Minus auf’s Konto, mit dem man ins nächste Schuljahr geht. Auch so holt sich das Land “Lehrerstunden”.

    • Es geht generell immer um dieselbe Studie, die der GEW, die von einem Gremium gesondert ausgewertet wurde. In dieser EINEN Studie wurde die Arbeitszeit über ein Jahr gerichtsfest erhoben, weil der Arbeitgeber dies nicht tun wollte, aber kurz zuvor die Arbeitszeit allein der SekII-LuL heraufsetzen wollte.

      Zudem gab es während des gleichen Zeitraumes auch Lehrkräfte, die sich auch an der Belastungsstudie beteiligt haben, deren Auswertung nach der ArbeitsZEITstudie veröffentlicht wurde.

      Weil bei diesen Erhebungen die Beteiligung an manchen Schulformen nicht groß genug war, gibt es nun für diese Schulen keine Ergebnisse, sondern die Empfehlung, zunächst ebenso die Arbeitszeit zu erheben. Das kann dauern, zumal das Land Niedersachsen dies ja ohnehin nicht anstrebte, sondern die Gewerkschaft diese Aufgabe übernommen hat.

      Die jetzigen Erkenntnisse der Nds. Arbeitszeitkommission bilden nach Zwischenergebnissen den Abschlussbericht, sie sind eine Zusammenschau, zusätzlich mit der Umfrage (“Mehr Zeit für gute Schule”) des Ministeriums und der Uni Lüneburg.
      Die Arbeitszeitkommission tagte unter Beteiligung unterschiedlicher Interessenvertretungen, nachzulesen im Abschlussbericht auf S. 16, siehe http://www.mk.niedersachsen.de/startseite/aktuelles/presseinformationen/expertengremium-arbeitszeitanalyse-legt-abschlussbericht-vor-170499.html

      Die Empfehlungen werden u.a. damit begründet, dass die Streuung an den GS weniger groß ist als an den Gymnasien. An den Grundschulen ist der Anteil des Unterrichts an der Arbeitszeit im Verhältnis größer als an anderen Schulen und legt einen großen Anteil außerunterrichtlicher Aufgaben fest. Es gibt erheblich mehr Teilzeitkräfte, die allgemein benachteiligt sind, und es gibt viele kleine Systeme, in denen die Aufgaben auf wenige Personen verteilt werden muss und eine Umverteilung kaum möglich ist und das “Belastungserleben” ist höher als in anderen Schulen. Deshalb gibt es die Empfehlung, für die Grundschule das Deputat um 1 Stunde zu reduzieren. Die Ergebnisse der Belastungsstudie sind somit durchaus beachtet worden.

      An den anderen Schulen ist die Streuung der Arbeitszeit demnach größer, deshalb soll über bessere Verteilung der Aufgaben und Entlastungsstunden agiert werden.

      Statt gemeinsam zu handeln und für Verbesserungen einzutreten, forciert der Philologenverband einmal mehr das Zerreden von Ergebnissen durch ständiges Hervortun eigener Interessen.
      DARAN beteiligen sich Grundschullehrkräfte nicht.

      Dennoch sind Grundschullehrkräfte durchaus an den Ergebnissen und den vorgeschlagenen Möglichkeiten zur Entlastung, die vielfach für alle Schulen gelten sollen, interessiert, und üben dort Kritik, wo es sich um scheinbare Aktionen oder solche zu Lasten der Lehrkräfte handelt – siehe z.B. Modellversuch II und III… das hatte ich bereits unter den anderen Artikel gesetzt.

      • Palim schrieb: “Zudem gab es während des gleichen Zeitraumes auch Lehrkräfte, die sich auch an der Belastungsstudie beteiligt haben, deren Auswertung nach der ArbeitsZEITstudie veröffentlicht wurde.”

        Wie oft hatten Sie hier eigentlich genau das, was Sie jetzt schreiben, in Abrede gestellt? Können Interessierte ja mal nachschauen.

        Es freut mich, dass Sie inzwischen zugeben, was ich Ihnen in unseren Diskussionen immer wieder zu vermitteln versucht habe: dass die Belastungsstudie nach der Arbeitszeitstudie (als Beruhigungspille für die GEW-Klientel) veröffentlicht wurde.

        Und ansonsten? Ansonsten gibt es kein rationales Argument gegen das, was der PHVN richtigerweise feststellt:

        “Dabei gebe es schulformspezifisch deutliche Unterschiede. So liege die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit bei den Gesamtschulen um 4 Minuten, bei den Grundschulen um 1.20 Stunden und bei den Gymnasien um 3.05 Stunden über den gesetzlich vorgeschriebenen 40 Stunden. Damit bestätige sich erneut einmal mehr das Ergebnis aller anderen wissenschaftlichen Untersuchungen, dass die Gymnasiallehrer die bei weitem höchste Arbeitszeit zu verzeichnen haben.

        ‘Wie die Kommission aufgrund dieser ihrer eigenen eindeutigen Feststellung zu der Empfehlung kommen kann, nur die Unterrichtsverpflichtung der Grundschullehrkräfte, aber nicht die der Gymnasiallehrkräfte zu senken, ist völlig unverständlich und inakzeptabel’, unterstrich Audritz. Die von der Kommission gegebene Begründung, Grundschullehrer fühlten sich ‘subjektiv‘ stärker belastet, könne in keiner Weise überzeugen.
        ‘Es geht hier nicht um subjektiv empfundene Belastungen, sondern um objektiv feststellbare Arbeitszeit und die rechtliche Vorgabe einer 40-Stunden-Woche, und da sind die Ergebnisse mehr als eindeutig. Das jedoch will man offenbar nach wie vor nicht zur Kenntnis nehmen, wenn man zunächst nur die Pflichtstundenzahl der Grundschullehrer senken will. Das aber werden wir nicht mit uns machen lassen’, betonte Horst Audritz.”
        https://phvn.de/index.php/pressemitteilungen/1176-arbeitszeitkommission-stellt-bedeutsame-verletzungen-der-arbeitszeitnormen-fest

        P.S. Vergleichen Sie sich mal in zwei Richtungen (Gesamtschule und Gymnasium), nicht immer nur in eine (Gymnasium). Dann kommen Sie auch darauf, wohin die Ressourcen aus ideologischen Gründen über viele Jahre gewandert sind.

        • Sie wollen es nicht verstehen.
          Und Sie wollen sich offenbar nicht für eine allgemeine Verbesserung einsetzen, sondern lieber die Lehrkräfte verschiedener Schulformen gegenseitig aufhetzen und damit die Aussicht auf bessere Bedingungen untergraben.

          Ich habe sowohl das Statement auf der Philologenseite gelesen, als auch die Berichte der Arbeitszeitstudie, der zeitgleich erhobenen Belastungsstudie, den Abschlussbericht der Kommission. Das kann jeder andere auch tun um sich selbst eine Meinung zu bilden. Dann kann man eigene Rede führen und muss nicht die gleichen Zitate wieder und wieder verlinken.

          Wenn Sie ihre Behauptung hinischt der Gesamtschule untermauern wollen, sollten Sie Zahlen bedienen.

          Ansonsten kann ich auf Ihre Unterstellungen und Bezichtigungen meinerseits verzichten.
          Waren Sie es nicht, der sachliche Auseinandersetzung wünschte? Halten Sie sich doch bitte selbst an Ihre Regeln.

          • Ich weiß, Palim, wie sehr es Sie ärgert, dass ich immer wieder meine Argumentation mit Zitaten belege, die Ihre “Argumentation” ins Aus laufen lassen. Sie werden damit leben müssen – oder aufhören, “gerichtsfeste Fakten” (Zitat GEW) zu leugnen.

            Obwohl die nds. GEW sie inzwischen sehr gut versteckt, kann man die Zusammenfassung der Ergebnisse der Arbeitszeitstudie von 2016, die im N4t-Artikel oben als “im Auftrag des niedersächsischen Kultusministeriums” bezeichnet werden, also inzwischen auch dort nicht mehr geleugnet werden (können), noch immer nachlesen. Hier ein paar Auszüge:

            “Die Ergebnisse sind für drei Schulformen repräsentativ: Gymnasien, Grundschulen, Gesamtschulen. Die Ergebnisse der anderen Schulformen haben lediglich den Charakter von Pilotstudien. Die Studie erfüllt die Anforderungen, die das niedersächsische Oberverwaltungsgericht in seinem Urteil zur Erfassung der tatsächlichen Arbeitszeit der Gymnasiallehrkräfte formuliert hat. […]

            Die repräsentativen Ergebnisse sind daher gerichtsfest, die zentralen Befunde lauten:
            (in Durchschnittswerten)

            * Im Durchschnitt wird an Gymnasien 3:05 Stunden, an Grundschulen 1:20 Stunden über dem Soll gearbeitet. Allein am Gymnasium sind das etwa 50.000 unbezahlte Überstunden pro Woche bzw. ca. zwei Mio. Überstunden pro Jahr
            * Fast jede fünfte Vollzeitlehrkraft an Gymnasien arbeitet über 48 Stunden pro Unterrichtswoche, an Grundschulen ist es jede sechste, an Gesamtschulen jede siebte
            * Auch bezogen auf die Gesamtheit gibt es eine hohe Arbeitsbelastung während der Unterrichtszeit: An Gymnasien und Grundschulen über 45 Stunden (45:15 Stunden bzw. 45:06 Stunden) bzw. über 43 Stunden an Gesamtschulen (43:05 Stunden)”
            https://www.gew-nds.de/index.php/presse-downloads/pressemitteilungen/1287-50-000-stunden-unbezahlte-mehrarbeit-pro-woche-an-gymnasien

            Für Sie besonders interessant: der Punkt 3 (Arbeitsbelastung während der Unterrichtszeit). Denn selbst da liegen die Gymnasien, an denen doch alles angeblich “einfacher Frontalunterricht vor lieben Schülern” ist, immer noch knapp vor den Grundschulen.

            In Sachen außerunterrichtliche Tätigkeiten, Korrekturen etc. (und damit: Gesamtarbeitszeit) spielen sie – leider – in einer ganz anderen Liga (vgl. Punkt 1).

            Daraus jetzt die Forderung abzuleiten, lediglich das Stundendeputat der Grundschul-Kolleginnen zu senken, ist nicht nur sachlogisch nicht nachvollziehbar, sondern schlicht dreist – und wird, sollte es umgesetzt werden, wohl – leider – den nächsten Prozess vor Gericht nach sich ziehen, sagte doch das OVG Lüneburg bereits in seinem Urteil zur geplanten Erhöhung der Unterrichtsverpflichtung a l l e i n für die nds. Gymnasiallehrkräfte:

            “Aus dem Vorstehenden folgt zugleich ein Verstoß gegen den in Art. 3 Abs. 1 GG geregelten Grundsatz der Gleichbehandlung, weil ein sachlicher Grund für die Ungleichbehandlung der Lehrkräfte an Gymnasien gegenüber den nicht von einer Erhöhung der Regelstundenzahl betroffenen übrigen verbeamteten Lehrkräften im niedersächsischen Schuldienst nicht feststellbar ist.”
            https://www.oberverwaltungsgericht.niedersachsen.de/aktuelles/presseinformationen/normenkontrollverfahren-niedersaechsischer-lehrkraefte-und-schulleiter-an-gymnasien-ueberwiegend-erfolgreich-134384.html

            Das Gericht sagte dies in Kenntnis der Tatsache, dass die reine Unterrichtsverpflichtung der nds. Grundschullehrer höher ist als jene der Gymnasiallehrer – und sprach trotzdem schon damals von einer “Ungleichbehandlung” letzterer, sollte a l l e i n für diese die (ja bereits geringere) Unterrichtsverpflichtung auch nur um eine Unterrichtsstunde erhöht werden.

            Würde man jetzt a l l e i n die Unterrichtsverpflichtung der Grundschullehrer (nicht aber der Gymnasiallehrer) senken, hätte man exakt dieselbe “Ungleichbehandlung” der Gymnasiallehrer, die das OVG Lüneburg bereits damals als “verfassungswidrig” verworfen hatte.

            Und das weiß der Philologenverband, das weiß das Kultusministerium. Nur die GEW und ihre Lautsprecher haben es offensichtlich noch immer nicht begriffen.

          • …aber die GEW kapiert ja so manches nicht.

            Zitat 1: “Zitat: “Das Urteil ist eine Niederlage vor allem für die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).”
            http://www.haz.de/Nachrichten/Politik/Deutschland-Welt/Urteil-zum-Streikrecht-fuer-Beamte-Alles-bleibt-beim-Alten2?fbclid=IwAR0kcZZijfr4_oN-NyXjAdBzPf3dzi9c5ISPJ_NypvopA6so1PM-98zGZ2Q

            Zitat 2: “Mit dem Rückenwind aus Straßburg zog die GEW nach Karlsruhe. Und handelte sich dort an diesem Dienstag eine derart herbe Niederlage ein, dass die Bundesvorsitzende Marlis Tepe von einem ‘schwarzen Tag’ sprach und sonst erst einmal nicht viel zu sagen wusste.”
            https://www.sueddeutsche.de/karriere/streikverbot-fuer-lehrer-beamtenrecht-geht-vor-menschenrecht-1.4012934?fbclid=IwAR1CxiV8qK-3AdN7h14IukfSji1Hk9PJ43JvE4TqGxqqSCBo70eeswzDk18

          • In der Powerpointpräsentation vom Abschlussbericht (siehe Link Palim) werden aber auch deutlich Vorschläge gemacht, wie man die Belastung der Gymnasiallehrer senken kann. Da geht es um Anrechnungsstunden und Verkleinern der Kursgrößen. Die Kommission wird sich schon etwas dabei gedacht haben, wenn sie für das Gymnasium das vorschlägt.
            Erschreckend und plastisch sieht man in diesem Abschlussbericht, dass Lehrer insgesamt ziemlich über das Soll arbeiten, das volle Deputat wegen der Dinge außerhalb des Unterrichts zu hoch ist und Teilzeitkräfte überproportional zu viel arbeiten.

          • Da gebe ich Ihnen in allen Punkten Recht, ysnp.

            Mich nervt einfach Palims Taktik des ewigen Relativierens von nachweisbaren Fakten, des Unterstellens, dann wieder Argumente-anderer-endlich-Aufnehmens und plötzlich als die eigenen ausgeben. (“Hab ich doch immer gesagt!”)

            Damit stellt sie sich aus meiner Sicht oft selbst ins argumentative Abseits. Nachzuvollziehen ist das hier im Forum sehr gut bei Diskussionen zu den Themen “Arbeitszeit”, “Inklusion” und “Schraibn nach Gehöa”.

          • Mich nervt einfach AB alias Wilmas Taktik Zitate aneinanderzuhängen, ohne sie in eigene Argumente einzubinden, Schnipsel herauszugreifen, ohne Studien in Gesamtheit zu lesen, die Taktik ewigen Relativierens von nachweisbaren Fakten (Belastungsstudie), des Unterstellens (Palim hätte gesagt), der Spitzfindigkeiten, Rechthabereien und der Überheblichkeit.

            Nachzuvollziehen ist das hier im Forum sehr gut bei Diskussionen zu den Themen “Philologen sind toll”, “Philologen sind super” und “Philologen sind stets zu bevorzugen”, letztlich immer mit dem Ansatz, die Arbeit der anderen (Lehrkräfte wie Gewerkschaften) in Abrede zu stellen und allein einen Vorteil für Philologen an Gymnasien zu begründen, statt sich solidarisch mit allen um insgesamt bessere Bedingungen zu bemühen.

          • @ Palim: Sehen Sie, genau das meine ich: Mich als “Wilma” zu bezeichnen, inhaltlich keine wirklichen Argumente zu haben, zu behaupten, ich hätte Studien nicht in Gänze gelesen (Wer bringt denn die ganzen Quellen ins Spiel, die Ihnen das Argumentieren so schwer machen, dass Sie immer wieder auf den Vorwurf der Zitat-Aneinanderreihung ausweichen müssen, und setzt sie in Zusammenhang?), rein ideologische GEW-Positionen zu referieren statt inhaltlich zu argumentieren und zu schlechter Letzt auch noch meine Strategie der wortwörtlichen Übernahme von Formulierungen zum Zwecke der Kenntlichmachung der Gegenposition 1:1 zu kopieren, weil Ihnen auch die letzten Argumente ausgehen, was Sie mir dann wiederum als Arroganz auslegen – all das spricht für sich, aber leider eher gegen Sie. Und in Ihrer Larmoyanz bestätigen Sie immer wieder (unfreiwillig?) jene Kritik, die Ihnen nicht nur von mir hier im Forum regelmäßig entgegengebracht wird.

            P.S. Und dass ich nicht Mitglied des Philologenverbandes bin, das habe ich Ihnen auch schon oft genug mitgeteilt. Mein Anliegen ist es, einer rein ideologischen Argumentation (GEW) durch das Danebenstellen der absoluten Gegenposition (Philologen) den Heiligenschein der alleinigen Richtigkeit zu nehmen.

          • @ emil

            …und Sie haben vermutlich auch kein inhaltliches Argument auf meine abschließende These von 11:43 Uhr, die da lautete:

            “Würde man jetzt a l l e i n die Unterrichtsverpflichtung der Grundschullehrer (nicht aber der Gymnasiallehrer) senken, hätte man exakt dieselbe ‘Ungleichbehandlung’ der Gymnasiallehrer, die das OVG Lüneburg bereits damals als ‘verfassungswidrig’ verworfen hatte.

            Und das weiß der Philologenverband, das weiß das Kultusministerium. Nur die GEW und ihre Lautsprecher haben es offensichtlich noch immer nicht begriffen.”

            Oder etwa doch?

          • @AB
            Vielleicht möchten wir die Vorgehensweise, dass allein bei den GS-LuL 1 Stunde gekürzt wird, gar nicht unterstützen, unbesehen der vorgeschobenen, an wenigen Aspekten orientierten und durchaus auch ideologischen Argumentation der Philologen, selbst wenn im Abschlussgutachten des Ministeriums, nicht der GEW (!), dargelegt wird, warum die Kommission so entscheidet (s.o.)?

            Statt die Unterschiede zu beleuchten und allein den Vorteil bei den Philologen einzuordnen, fände ich es weitaus sinnvoller, wenn man gemeinsam herausstellt, dass alle LuL zu viel arbeiten und das Ministerium umgehend für Abhilfe sorgen muss, die nicht an Versuche und nicht an weiteres Aufschieben geknüpft ist, sondern spätestens im Sommer 2019 deutliche Entlastungen in allen Schulformen bringt.

            Weiterhin sind alle vorgeschlagenen Möglichkeiten anzusehen und realistisch zu prüfen, was dies bedeutet. Was z.B. bedeuten die genannten Entlastungsstunden für die einzelnen Schulen? Werden diese zusätzlich zu den bisherigen gewährt, nach welchem Schlüssel erfolgt dies und wer entscheidet nach welchen Kriterien deren Vergabe?

            Im Übrigen habe ich auch schon zum Ausdruck gebracht, dass ich die Modellversuche zum Teil unangemessen finde, sofern sie unausgeführt vermuten lassen, dass weitere Mehrarbeit auf die Kollegien zukommt, statt die Arbeit dort zu entlasten.

          • @palim Nach der Studie müsste man das Deputat der Gymnasiallehrer um 2-3 Wochenstunden, das der Grundschullehrer um 0,5-1 Wochenstunde senken, das der Gesamtschullehrer könnte man so lassen. Entspricht das Ihren und insbesondere auch emils Absicht? Sie beiden wollen ja in erster Linie dieselbe Besoldungsstufe und dieselbe Wochenstundenzahl wie die Gymnasiallehrer.

            Es wäre übrigens besser für alle, wenn es an Schulen so stark besetzte Sekretariate gäbe, dass die Lehrer kaum noch Verwaltungsaufgaben zu erledigen haben. Darüber hinaus sollten sich die Politiker mit neuen Bildungsprogrammen, Lehrplänen, Konzepten usw. zurückhalten, die außer Mehrarbeit für die Lehrer kaum bessere Schülerleistungen oder Lernbedingungen gebracht haben. Und wenn schon neue Lehrpläne, dann sollen die Dezernate sie für jede Schule verbindlich ausarbeiten, so dass die Schulen sie nur ausführen müssen.

          • @xxx
            Ich stelle mir das so vor:
            Der Arbeitsaufwand wird für alle Schularten gleich gemacht, indem man Ausgleiche über die Deputatsverpflichtung oder die Arten schafft, die vorgeschlagen wurden und zwar so, dass keine horrenden Überstunden herauskommen, wie die Studie ganz klar zeigt.
            Beim Gymnasium muss man die Fächer und den Einsatz in der Sek. 2 berücksichtigen.
            Dann erhalten die Lehrer aller Schularten dieselbe Eingangsbesoldung. (Es ist so oder so ein Unding, dass Grund- und Hauptschulen gegenüber anderen Schularten die Besoldungsnachteile haben, nur weil sie historisch einmal aus den Volksschulen hervorgegangen sind und die anderen Schulen als besondere Schulen gesehen wurden.) Alle studieren ähnlich lang, machen Bachelor und Master. Grund- und Hauptschulen haben verstärkt psychologische und pädagogische Fächer.
            In wie fern man dann Aufstiegschancen hat, das sollte Stellen – und leistungsbezogen sein und nicht automatisch gehen.

          • Ich stimme ysnp zu,
            zudem dem Vorschlag von XXX, dass Lehrpläne und Konzepte entweder zurückgehalten werden oder als Mehrarbeit vergütet oder im Ministerum vorab erarbeitet. In der Auseinandersetzung ums 1×1 auf 4t hat ysnp einen Link zum BY-Lehrplan Plus gesetzt, an dem man sehen kann, wie es gehen könnte. In Nds. muss diese Leistung von jedem Kollegium selbst erbracht werden.

            Hinsichtlich der Verwaltungsarbeit frage ich mich, welche Aufgaben ich wirklich abgeben könnte. Berichtszeugnisse, Individuelle Lernentwicklungen und die zeitraubenden Förderpläne jedenfalls nicht, bei den Gutachten wäre es immerhin die Aktenführung, die gerne jemand anderes übernehmen dürfte, bei den Zeugnissen der Kleinkram (Fehtage, Teilnahme an AG/Fö/Fo/Wettbewerben/Schwimmnachweise etc.)

            Hinsichtlich der Entlastungsstunden bin ich mir nicht klar: Wofür kann und soll es die wirklich geben und wie kommen sie in den Schulen an? Ich fände gut, wenn es, wie im Bericht benannt, Entlastungen für große und besonders schwierige Klassen gäbe. Dies ist wieder an sopäd-Gutachten geknüpft, darüber haben wir gerade heute im anderen Beitrag geschrieben.
            Und mal wieder frage ich mich: Warum gibt es an weiterführenden Schulen Posten mit Entlastungen oder Gehaltssteigerungen, an Grundschulen jedoch nicht?

          • @xxx
            Darüber kann man durchaus diskutieren!
            Davon unabhängig ist nach wie vor die Besoldung der Grundschullehrer nach 2009 verfassungswidrig. Tausendfach im Landtag NRW diskutiert, bejaht und nachzulesen.
            Das ist aber unabhängig von einer Senkung der allgemeinen Arbeitsbelastung der meisten Lehrer.

          • Zur Deputatsverpflichtung hätte ich Fragen:
            Ist es am Gymnasium vor allem der Unterricht in der SekII, der zu erheblich mehr Arbeitszeit führt?
            Wenn dem so wäre, könnte man hierfür, und nur hierfür, Entlastungen geben an die Lehrkräfte, die dort unterrichten, in den Jahren, in denen sie es tun.
            Offenbar gibt es in anderen BL Korrekturzeiten und es gibt in Nds. einen weit höheren Entlastungsstunden-Faktor für SekII (Schülerzahlx 0,5 für SekI, aber Schülerzahlx2,0 für SekII). Kommen diese Entlastungsstunden bisher bei den Lehrkräften für die SekII an?

            Warum die Arbeitszeit in der SekI am Gym. höher als an den anderen SekI-Schulen sein soll, erschließt sich mir nicht, angesichts gleicher Abschlüsse und gleicher Verpflichtungen für Prüfungen und zusätzlich geringerer Unterrichtsverpflichtung.

            Die Argumentation der Kommission war zudem, dass die Streuung der Arbeitszeit in der Grundschule geringer ausfällt als an den anderen Schulen, gerade weil der unterrichtliche Anteil und der Anteil an unterrichtsnahen Tätigkeiten ausgesprochen hoch ist. Einen Teil dieser Aufgaben kann man nur schwer an andere abgeben, sodass man über Entlastungsstunden oder anderes Personal keinen Ausgleich finden kann.

            Auch wurde argumentiert, dass an den anderen Schulen mehr Möglichkeiten bestünden, über eine bessere Verteilung der außerunterrichtlichen Tätigkeiten einen Ausgleich zu schaffen.
            Dem stehe ich kritisch gegenüber, da dadurch die Schule selbst sehen soll, wie sie einen Ausgleich schafft.
            Im sehr kleinen System ist es so, dass eigentlich jede von uns mehrere zusätzliche Aufgaben übernehmen muss, Fachkonferenzleitungen, Teilnahme an div. Konferenzen, aber eben auch die vielen zusätzlichen “Posten” und Beauftragungen. Man ist bemüht, den Teilzeitkräften und anderweitig belasteten KollegInnen weniger aufwändige Aufgabenzu übertragen.
            Wie ist das an großen Systemen? Wer übernimmt dort die Konferenzleitungen? Wie viele Lehrkräfte haben dort nicht eine zusätzliche Aufgabe, sondern können sich allein um ihren Unterricht kümmern?
            Wie realistisch ist es an großen und an kleinen Systemen, die anstehenden Aufgaben gerecht verteilen zu können?

            Vorstellen und sogar wünschen würde ich mir, dass Lehrkräfte von manchen Aufgaben schlichtweg enthoben bzw. verschont werden. Beauftragungen für Arbeitssicherheit, Strahlenschutz, Datenschutz usw. könnten auch durch einen ganz anderen Personenkreis bearbeitet werden, gleiches gilt für die mediale Ausstattung, auch wenn ich mit dem örtlichen Serviceunternehmen und der zuständigen Person des Schulträgers keine guten Erfahrungen gemacht habe: es läuft nicht, aber die Lehrkräfte müssen es letztlich ausbaden. Lieber wäre mir jemand, der an der Schule angesiedelt ist und zum Kollegium gehört, weil ich denke, dass die Verantwortungsbereitschaft dadurch erhöht wäre.

          • Palim schrieb: “Vorstellen und sogar wünschen würde ich mir, dass Lehrkräfte von manchen Aufgaben schlichtweg enthoben bzw. verschont werden. Beauftragungen für Arbeitssicherheit, Strahlenschutz, Datenschutz usw. könnten auch durch einen ganz anderen Personenkreis bearbeitet werden, gleiches gilt für die mediale Ausstattung, auch wenn ich mit dem örtlichen Serviceunternehmen und der zuständigen Person des Schulträgers keine guten Erfahrungen gemacht habe: es läuft nicht, aber die Lehrkräfte müssen es letztlich ausbaden.”

            Hierin stimme ich Ihnen absolut zu.
            Wenn Herr Tonne tatsächlich ernst machte mit seiner Ankündigung, “über die Schmerzgrenze hinaus” nach Möglichkeiten zu suchen, Dokumentationspflichten u.ä. ersatzlos zu streichen, dann könnte für uns alle zumindest in dieser Hinsicht eine Entlastung entstehen, die vielleicht wirklich im Alltag spürbar wäre.

            P.S. Ein entscheidender Grund für die hohen Arbeitszeitwerte an den Gymnasien scheint mir tatsächlich im unfassbar hohen Anteil unterrichtsfremder Tätigkeiten zu liegen, die hier zu leisten sind.

            Die GEW-Arbeitszeitstudie sagte dazu ja, dass weniger als 30% der Arbeitszeit der Gymnasiallehrer überhaupt noch Unterricht sind. In diesen weniger als 30% unterrichtet man dann allerdings auch noch Oberstufenkurse, die auf’s Abitur zugehen – in meinem Fall phasenweise mit bis zu 28 SuS.

            Im Unterschied dazu stellte die Kommission, wie sie selber richtig beschreiben, fest, “dass die Streuung der Arbeitszeit in der Grundschule geringer ausfällt als an den anderen Schulen, gerade weil der unterrichtliche Anteil und der Anteil an unterrichtsnahen Tätigkeiten ausgesprochen hoch ist.”

          • Bei Grundschullehrern liegt der außerunterrichtliche Anteil mit 35% noch höher als bei anderen Schulformen, was bei den kleinen Systemen kein Wunder ist. Unentwegte Neuerungen gibt es vermutlich an den anderen Schulformen ebenso.

            Wenn es ohnehin keine “Köpfe” als Lehrkräfte gibt, könnte man andere Professionen einstellen, die einen Teil der außerunterrichtlichen Tätigkeiten übernehmen.
            Das dürfte auch zeitnah möglich sein, statt weiterhin die Entlastung aufzuschieben, bräuchte aber zeitnah Geld.

            Ansonsten müssen die Dezernate “über ihre Schmerzgrenze” gehen und die Aufgaben selbst übernehmen, aber deren Mehrarbeitsvergütung ist womöglich teurer.

          • Letzteres schlagen ja viele Kolleginnen und Kollegen aller Schulformen schon lange vor: Die ganzen “Schul-Tüv’ler” etc. wieder zurück in die Schulen – zum Unterrichten.

        • Welche Gesamtschulform in Niedersachsen meinen Sie den? Die KGS oder die IGS? Wobei letztere doch in den meisten Fällen in eine Oberschule überführt worden ist, oder?

          • @Aufmerksamer Beobachter – wie sie wissen schreibe ich auf Grundlage meiner NRW-Erkenntnisse – Die IGS, auch in NRW von Seiten rot-grüner Politik unterstützt, ist ja nicht eben das Wunschkind der SPD gewesen. Die in NRW in den 60ern angedachte Reform wollte ja als neue Schulform eine KGS, die von Kritikern geschmähte KOOP-Schule, installieren. Kooperation hätte bedeutet, dass – wie heute in vielen Bundesländern umgestzt – Hauptschulen und Realschulen unter einem Dach und einer gemeinsamen Schulleitung und einem einheitlichen Kollegium zusammen geschlossen werden sollten.
            Dies ist durch einen Kulturkampf außergewöhnlichen Ausmaßes verhindert worden. Die damalie Opposition zur roten Landesregierung sahen sich also am Ende gezwungen der Regierung ein Danaeer-Geschenk zu machen. – Und so wurde die IGS als Trojanisches Pferd auf den Bildungsplatz NRW geschoben. Dieses geschenk musste die Regierung annehmen, um das Gesicht nicht gegenüber den Verfechtern des “längeren gemeinsamen Lernes” und Gesamtschulbefürworten zu verlieren. Um dem Trojanischen pferd Leben einzuhauchen, mussten entsprechende finanzielle Kraftanstrengungen unternommen werden. Diese zusätzlichen Finanzmittel sind zum einen der Implementierung der Gesamtschule sowie dem Ganztagsangebot, das die IGSen per Schulgesetz umsetzen mussten, geschuldet gewesen. Zusätzlich musste aus Gleichbehandlungsgründen an den Gesamtschulen das Wochenstundendeputat der SI-Lehrkräfte dem der SII-Lehrkräfte angepasst werden. Die SI-Lehrkräfte sind gegenüber den Kollegen und Kolleginnen anderer SI-Schulformen (HS und RS) privilegiert, da sie in NRW statt der 28 Deputatsstunden nur 25,5 Wochenstunden unterrichten müssen.

            Ich vermute, dass dieser Umstand in Niedersachsen ähnlich ist und letztendlich sich als signifikanter Effekt in der Arbeitszeitstudie als deutlich geringere Überschreitung der durchschnittlichen Wochenarbeitszeit niederschlägt. Der signifikanteste Unterschied zwischen Nds. und NRW Gesamtschulen (IGS) liegt aus meiner Sicht im Bereich der Fachleistungsdifferenzierung. Während Nds. drei unterschiedliche Anforderungsniveaus (A, B und C) kennt, gibt es in NRW lediglich zwei (G und E). KGS gibt es in NRW nur in Form von Gemeinschaftsschulen, die unter schwarz-gelber Ägide eingerichtet und von Rot-Grün als Schulversuch weitergeführt worden sind, die aber keine eigene GOSt haben und mit GY, GE oder BK kooperieren müssen.

            Btw ich kenne auch GY, an denen man mit Rudern als Abi-Fach die Hochschulzugangsberechtigung erlangen konnte.

            Die Schaffung der Einheitsgymnasien, die ja mittlerweile wieder zurück genommen wird, ist aus meiner Sicht die größt mögliche toxische Dosis für die GY gewesen. Mit Einheitgymnasium meine ich die Abkehr von den klassischen alt- sowie neusprachlichen, mathematisch/naturwissenschaftlichen, musischen GY sowie Sport-GY. Die Aufgabe dieser Profile zugunsten eines undefinierbaren “Tellers bunter Knete”, der nur eine amorphe Gestalt des “Abgehens” ermöglicht, ist kontraproduktiv. Sie ist lediglich der Etablierung von GY in der Fläche geschuldet, aber wenig sinnvoll gewesen.

          • In Nds. gab es über Jahrzehnte ein sog. Gesamtschulverbot, es wurden gar keine neuen IGS gegründet, weil sie nicht zugelassen wurden.
            https://bildungsklick.de/schule/meldung/ein-lageruebergreifender-schulkompromiss-in-niedersachsen/

            Erst in den letzten Jahren kam es zu Neugründungen bzw. Umwandlung bestehender Schulen oder Schulzentren zu IGS, die aufsteigend umgesetzt wurden, deren Oberstufen nachträglich genehmigt wurden und deren erste SuS in diesem Jahr ihr Abitur ablegen.
            Zudem wurde auch in Nds. als weitere übergreifende Schulform die “Oberschule” eingeführt, in NRW meines Wissen “Sekundarschule”, die z.T. ein gymnasiales Angebot bis Klasse 10 führen,
            RS, HS, KGS und Gymnasien bestehen weiterhin, zudem weiten die Berufsschulen ihr gymnasiales Angebot (SekII) aus.

            Die Pflichtstundenzahl ist auch in Nds. an weiterführenden Schulen unterschiedlich gesetzt – zwischen 23,5 (Gym) und 27,5 (HS).

  8. Ist das die Arbeitszeit auf die ca. 28 Schulwochen umgerechnet? Oder auf einen Arbeitnehmer mit 20 – 30 Urlaubstagen im Jahr? Wie die Ferien in dieser Rechnung mit einberechnet sind, finde ich wichtig.
    So oder so komme ich über den Schnitt der Gymnasiallehrer. Irgendetwas muss ich falsch machen. : – (

    • Zitat (AB): “Es geht nicht um gefühlte Belastungen, sondern um die objektiv feststellbare tatsächliche Arbeitszeit der Lehrkräfte in Relation zur in Nds. geltenden Rechtslage (40-Stunden-Woche für Beamte). Nichts anderes ist vor Gericht relevant.”

      Ich meine, das passt auch zu Ihren Äußerungen, ysnp.

      • Nein, das ist keine gefühlte Belastung, sie ist zeitmäßig real. Bei mir ist eine Minimum 50 Stunden Woche während der Schulzeit normal. In den Ferien arbeite ich teilweise auch, aber natürlich weniger. Übrigens, mache ich meinen grundsätzlich Beruf gerne, aber er ist ein großer Zeitfresser, was mich und meine Arbeit betrifft.

        • In der Studie ging es aber um die durchschnittliche Arbeitszeit, nicht um die von Einzelnen. Nur darauf kann sich der Verband dann auch berufen.

          • Ist schon klar. Man kann sich aber doch damit vergleichen und schauen wie man so liegt. 😉
            Übrigens fand ich richtig, was du oben geschrieben hast in Bezug auf die Fächer.

          • Das schon, klar. Es muss ja auch welche geben, die über dem Durchschnitt liegen 🙂 Das hat ein Durchschnitt so an sich 🙂

          • @GriasDi – weshalb, um @XXX zuvorzukommen, das Arithmetische Mittel aka Durchschnittswert auch nicht höheren stochastischen Ansprüchen genügt. Die Meridiane aks Zentralwerte der untersuchten Fallgruppen wären auch aus meiner Sicht sehr viel aussagekräftiger als dei durchschnittswerte.

            Letztere erinnern mich immer an das Fallbeispiel “offener Kamin”. Auch wenn man seine Füße ins Feuer hält, ist es einem am Rücken kalt und man fiert, obwohl doch der Durchschnittswert eigentlich wohlige Wärme verspricht:)

            Und in dem Beispiel gibt es nur zwei Messwerte und nicht unendlich viele, wie bei der Zeiterfassung.

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