Schwesig: Ostdeutsches Frauenbild Impulsgeber für ganz Deutschland

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SCHWERIN. Die jüngsten Fortschritte bei der Gleichstellung von Frau und Mann sind nach Überzeugung von Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) vor allem ein Verdienst der Ostdeutschen. Für ostdeutsche Frauen und Männer sei es selbstverständlich, dass auch Frauen berufstätig seien und nicht als Rabenmütter gälten, wenn das Kind in eine Kita gehe. «Dieses ostdeutsche Selbstverständnis wurde in die deutsche Einheit gebracht und ich bin sicher, dass ohne die deutsche Einheit und ohne die taffen ostdeutschen Frauen wir in der Bundesrepublik immer noch nicht da wären, wo wir heute endlich sind», sagte Schwesig am Mittwoch in einer Aktuellen Stunde des Landtags in Schwerin.

Will mehr Kita-Plätze für Kleinkinder: Bundesfamilienministerin Schwesig. Foto: Bundesregierung / Denzel
Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz hat Frauen unabhängiger gemacht: Ministerpräsidentin Manuela Schwesig. Foto: Bundesregierung / Denzel

Ein dichtes Netz an Kitas und Schulhorten habe Frauen unabhängiger gemacht und ihnen mehr Chancen im Berufsleben eröffnet. «Ohne die Erfahrungen aus dem Osten hätten wir heute immer noch keinen Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz und keine 24-Stunden-Kita», sagte Schwesig. Die Gleichstellung von Männern und Frauen sei elementarer Bestandteil der Demokratie. «Wer Frauenrechte angreift, greift Freiheitsrechte an», betonte Schwesig.

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Das Thema Gleichberechtigung hatte die SPD-Fraktion für die Aktuelle Stunde gewählt, um an die Einführung des Frauenwahlrechts in Deutschland vor 100 Jahren zu erinnern. Wie andere Redner verwies auch Schwesig auf die seither erzielten Fortschritte, machte zugleich aber deutlich, dass es insbesondere bei der Bezahlung von Frauen und bei der Besetzung von Führungspositionen noch immer Defizite gebe. Das Grundgesetz gebe der Politik den Auftrag dafür zu sorgen, dass die Gleichberechtigung nicht nur im Gesetz stehe, sondern in der Lebensrealität ankomme. Gleichwohl erlebe auch sie noch immer Gegenwind, wenn sie sich etwa für mehr Frauen in Führungspositionen einsetze, sagte Schwesig unter Anspielung auf jüngste Debatten um die Neubesetzung von hohen Richterstellen im Land. dpa

Heute schließen doppelt so viele Frauen die Hochschule ab wie in der Generation davor – trotzdem kann von Chancengleichheit keine Rede sein

 

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1 KOMMENTAR

  1. Gut dass Frau Schwesig es mal klar ausspricht, dass es hier um die Durchsetzung der DDR-Denkweise geht. Im Sozialismus war klar, dass Kinder vom Staat und nicht von – womöglich widerständigen – Eltern erzogen werden sollen. Und offenbar ist die nächste Etappe die 24-Stunden-Kita, natürlich (finanziell) auf Kosten der Allgemeinheit (und emotional auf Kosten der unter-3-Jährigen).

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