Mutter beleidigt und schlägt Mitschüler ihres Sohnes – Anzeige

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Erst der Sohn, dann die Mutter: Eine Frau hat in Schwaben einen Mitschüler ihres Sohnes geohrfeigt und beleidigt. Der zwölfjährige Schüler erlitt eine Unterkieferprellung, wie die Polizei am Freitag mitteilte. Kurz zuvor hatte den Angaben nach schon der gleichaltrige Sohn der Frau den Jungen mit der Faust ins Gesicht geschlagen.

Die Mutter wurde handgreiflich. Foto: Uta Herbert / pixelio.de

Der Vorfall ereignete sich am Donnerstag, während die Schüler unter Aufsicht ihrer Lehrer in einem Park in Dillingen an der Donau Mittagspause machten. Dort hielt sich zeitgleich auch die 38 Jahre alte Mutter auf. Schon am Morgen war der Sohn auf seinen Mitschüler losgegangen und hatte ihn in den Schwitzkasten genommen. Gegen die Frau wird nun wegen Körperverletzung und Beleidigung ermittelt. dpa

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VBE-Umfrage: Heutzutage müssen sich Lehrer vor gewalttätigen Schülern fürchten – und manchmal auch vor Eltern

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18 KOMMENTARE

  1. Kann es sein, dass sowas immer öfter vorkommt, dass Eltern direkt gegen Kinder vorgehen, die mit ihren Kindern ein Problem haben,

    a) weil es immer öfter zu solchen Gewalttätigkeiten kommt (mangelnde Disziplin an Schulen)
    b) weil Lehrer kaum wirksame Eingriffsmöglichkeiten haben bzw. nicht wissen, wie?

    Ich kenne das in Ansätzen auch von meiner Schuler, also ohne Gewalt, aber Einmischung der Eltern, die andere Kinder zur Rede stellen (und drohen).

  2. Ich glaube nicht, das es an mangelnden Maßnahmen liegt. Bei uns gibt es Maßnahmen und trotzdem gibt es Mütter und Väter, die glauben ihr Kind sei das einzige Unschuldige und wir Lehrer würden uns nicht kümmern. Diese Eltern observieren den Schulhof in den Pausen, stellen fremde Kinder zur Rede, beschimpfen Lehrer die dazwischen gehen und haben auch schon fremde Kinder festgehalten und geschüttelt. Es kam auch schon zu Handgreiflichkeiten von Eltern untereinander auf dem Schulhof. Es fehlt den Eltern an Distanz und an Einsicht. Sie überhöhen ihr Kind in einer Weise, die dem eigenen Kind schadet.

    • Das unterstreiche ich, in unserer Schule und Schulen in direkter Nachbarschaft erleben wir ähnliches:
      Eltern, die den gesamten Schulweg begleiten und am liebsten auch den gesamten Schulvormittag mit in der Klasse sein möchten, die den Schulhof beobachten, damit ihr Kind, trotz gestellter Aufsicht, besser beaufsichtigt ist,
      Eltern, die erwarten, dass sich eine Lehrkraft den gesamten Vormittag einzig und allein um ihr Kind kümmert (Kinder erwarten das übrigens auch),
      Eltern, die in die Schulen kommen, und dort handgreiflich werden,
      Eltern, die sich vor der Schule um Kleinigkeiten prügeln.
      Hat es das früher schon gegeben?
      Auseinandersetzungen zwischen Eltern sicher, Prügeleien vermutlich auch, aber nicht auf dem Schulgelände.

      Zu der Frage, ob es daran läge, dass es in Schulen an Maßnahmen mangelt:
      Mangelt es nicht. Erziehungsmittel werden ausgeschöpft, Klassenkonferenzen setzen Ordnungsmaßnahmen fest.
      Aber Eltern nehmen diese nicht hin, bringen schriftlich zum Ausdruck, dass sie Erziehungsmittel und Ordnungsmaßnahmen nicht anerkennen, gehen gerichtlich dagegen vor, gleich, was ihr Kind gemacht hat.
      Natürlich sind diese Wege des Widerspruchs berechtigt im Gesetz verankert. Dennoch gibt es in der Schule Konsequenzen für übergriffiges oder gewalttätiges Verhalten, die von manchen Eltern nicht akzeptiert werden.
      OlleSchachtel bringt es auf den Punkt: “Es fehlt den Eltern an Distanz und an Einsicht. Sie überhöhen ihr Kind in einer Weise, die dem eigenen Kind schadet.”

  3. @ O.S. und ysnp, als “alte Hasen”, als die ich Sie wahrnehme, ist das mehr geworden in den letzten Jahren und Jahrzehnten oder war das einfach immer schon so?

    • Hier gibt es ein Gegenbeispiel. Die Aussage “Klärt das unter euch!” oder “Petz nicht!” höre ich auch öfter mal. (Das Thema Petzen gab es hier ja auch vor Kurzem.)

      AUSZUG: „Seit mehr als einem Jahr gibt es massive Mobbingfälle an der Schule“, sagt ein Vater dem „Tagesspiegel“. Das sei vom Elternbeirat und auch von Müttern und Vätern, deren Kinder betroffen waren, auch angesprochen worden. Doch die Schule habe nicht reagiert. Man habe die Fälle abgetan, die gemobbten Kinder „seien ja auch nicht gerade Engel.“ Noch kurz vor dem Tod der Schülerin hätten deren Eltern sogar auf verbale und körperliche Attacken von Mitschülern auf ihre Tochter hingewiesen, die Schulleitung habe danach aber keine Konsequenzen gezogen.”

      https://www.focus.de/familie/schule/an-einer-grundschule-in-berlin-elfjaehrige-schuelerin-wurde-opfer-von-mobbing-und-nahm-sich-das-leben_id_10267628.html

    • Es wurde mehr. Haben wir früher bei 150 Einschülern max. ein überbesorgtes Elternteil gehabt, sind es inzwischen 10-15 Mütter und Väter, die unverhältnismäßig reagieren. Die erzieherische Maßnahmen der Schule negieren, den Kindern Freibriefe erteilen, sich beim Rektor beschweren, andere Kinder observieren und unverhältnismäßig lange Aufenthaltszeiten auf dem Schulhof haben. Ranzenträger-Eltern haben wir in zwischen viele in Klasse 3/4 noch. Schulwege von zum Teil nicht mal 200m dürfen die Kinder nicht mehr unbegleitet ohne Eltern zurücklegen. Traurig!

    • Kann ich so bestätigen, was OlleSchachtel schreibt. Es gab früher auch schon auffällige Schüler, mit denen man zu kämpfen hatte. Aber – da waren Konsequenzen noch besser durchsetzbar und der Respekt vor der Institution Schule bei fast allen Eltern vorhanden. Heute versuchen immer mehr Eltern auffälliger Kinder diese in Schutz zu nehmen und kreuzen schon einmal mit einem Anwalt auf. Das gab es früher überhaupt nicht, diese Anwalts- und Gerichtssachen um Schüler, die auffällig sind, durch solche Maßnahmen zu “unterstützen”. Was ich gerade extrem finde: Es kommen immer mehr erregte Väter in die Schule um ihre auffälligen Kinder zu verteidigen, maßlos im Ton Lehrkräften gegenüber, gerne auch einmal vor oder nach dem Unterricht. DAS finde ich schlimm, dass Lehrer so angegangen werden. Das ist der Trend der Zeit. Das sieht man bei den Ärzten, Rettungssantitätern und Polizisten genauso. Vielen ist das Gespür eines gesellschaftsfähigen Umgangston verlorengegangen, bzw. wird von der nachwachsenen Gesellschaft offensichtlich kein Wert mehr darauf gelegt. Unsere Gesellschaft verroht im Vergleich zu früher in Worten und Taten. Manchmal frage ich mich: Was für eine Generation haben wir da herangezogen? Haben wir den damaligen Schülern zu viel Selbstbewusstsein eingeimpft, das sie falsch umsetzen? Die heutige Elterngeneration, die so auftritt, hat nämlich meine Generation “erzogen” und/ oder in jungen Jahren als Lehrer gehabt.

  4. Mich interessiert, wie die Lehrer sich die rasant zugenommene Ichbezogenheit und das fast schon perverse Schutzbedürfnis der Eltern für ihre Kinder erklären. Haben nicht auch die Schulpolitik und die Wesensart des Zeitgeistes damit zu tun?
    Eine so krasse Veränderung in relativ kurzer Zeit kommt nicht von allein. Sie muss von irgendwoher angeschoben und genährt werden.

    • Ich könnte schon Ursachen des “Anschiebmechanismus” ausmachen.
      1) Privatsender und die immer mehr um sich greifende Formate, die unter der Gürtellinie lagen und heute auch noch liegen. Dadurch wurde die Gossensprache salonfähig gemacht.
      2) Das Internet und den Verlust der Hemmungen in Chatrooms.
      3) Die Politiker machen es vor: Sie sind nicht unbedingt Vorbilder bei ihren Parlamentsdebatten.
      4) Der Geist, der so in den 90igern bis über die Jahrtausendwende und auch heute noch in Radio und Presse zu hören/lesen war: Wehrt euch gegen Autoritäten. Ihr seid im Recht!
      5) Sogenannte Schülerhilfen, wie man gegen Lehrer vorgehen kann im Internet und in Büchern.
      6) Gesetze, wo jeder wegen hirnrissiger Kleinigkeiten klagen kann und die Gerichte sich sogar darauf einlassen müssen.

      Bildet man die Summe aus diesen ganzen Einflüssen – ich habe sicher noch einige vergessen – dann wundert einem nichts mehr. Ich kann ehrlich gesagt, als Gegenpol kaum positive Einflüsse ausmachen.

      Vieles dieser Einflüsse kam wahrscheinlich nur deswegen auf, weil man mal wieder als geschickte Marktstrategie eine Marktlücke aufgetan hat. Aber solche Aussagen haben geprägt und jetzt können wir zusehen, wie der Umgang in unserer Gesellschaft immer rauer wird. Erschwerend kommt dazu, dass man anscheinend nicht aufeinander angewiesen ist.

      • Den Geist, man müsse sich gegen Autoritäten wehren, habe ich so nicht wahrgenommen,
        wohl aber das ab den 90ern immer stärker verbreitete Vorgehen, sich mit Druck auf andere Vorteile zu verschaffen,
        indem man andere verbal aggressiv angeht und Forderungen stellt oder gar Drohungen erhebt, um z.B. im Handeln/ bei Dienstleistern/ im Handwerk vorgezogen zu werden oder bevorzugt behandelt zu werden.
        Etwas Normales schien schon damals für manche Mitmenschen nur erreichbar, indem sie mit Vehemenz von anderern forderten, um sich selbst besser zu fühlen, schneller, höher, weiter zu kommen.

        • Stimmt. Ende der 80iger, in den 90igern hat sich so langsam verbreitet, dass man mit Dreistigkeit durchkommt.

          Zu dieser Zeit kam auch die Generation der “Blender” auf. Hauptsache, ich verkaufe mich gut, egal ob ich etwas in der Birne habe oder nicht. Das war die Zeit des “Jugendwahns”. Erfahrung zählte nicht mehr so viel wie jugendlicher Schwung. Den Älteren wurde vorzeitiges Ausscheiden aus dem Berufsleben schmackhaft gemacht. Da musste man sich “verkaufen”, dann hatte man die größte Chance. Der Einstieg in eine “Lügengesellschaft und Scheingesellschaft” war gemacht.

          • “Lügengesellschaft und Scheingesellschaft” trifft es und verknüpft sich mit dem “Projekt Kind”:
            Es zählt der Schein des eigenen Kindes und der Famile.
            Fehlverhalten wird nicht als solches gesehen und darauf reagiert, sondern es wird versucht, dieses abzustreiten: Das Kind macht keine Fehler, auch dann nicht, wenn es nachweislich tritt, schlägt, lügt, betrügt …
            Das Verhalten des Kindes, das andere verletzt oder demütigt, wird im Gespräch verneint, verniedlicht, mit Erklärungen klein geredet. Darüber wird versucht, das Kind zu “beschützen”, damit der Schein gewahrt wird. Konsequenzen werden nicht angenommen oder gar bekämpft, da dies sonst einem Eingeständnis gleich käme.

            Es ist mir übrigens nicht bewusst, ob früher auch so viele Menschen öffentlich gelogen haben. Immer häufiger bemerke ich in Elterngesprächen, dass Eltern mich im Beisein ihrer Kinder belügen … und die Kinder dabei quasi rote Ohren kriegen.
            Auch im Bekanntenkreis ist das bei einigen ohne Not durchaus üblich, allein um etwas Interessantes zu erzählen.

      • @ ysnp, die Liste ist sicher nicht vollständig, aber ich denke, Sie führen richtige Dinge auf. Vergessen wir nicht das “Lehrerhasserbuch”, das vor etlichen Jahren durch die Medien geisterte und deren Verfasserin, die in Talk-Shows (Gesprächsrunden 🙂 ) im Fernsehen auftrat.

        Ich mache außerdem eine gesamtgesellschaftliche Entwicklung aus, die auf Individualismus setzt, was einerseits positive und andererseits negative Aspekte hat; “Untertanengeist”, den wir Gott sei Dank überwunden haben und persönliche Freiheitsrechte, die jeglichen Gemeinsam überlagern, mindestens aber belächeln. Womöglich gehört auch eine “Ellenbogenmentalität” dazu, die dem “Kapitalismus” (wie wir es im Osten lernten) nunmal eigen ist: Fressen oder gefressen werden. Profitstreben, bisweilen ohne Rücksicht auf Verluste (Natur, Umwelt, Konkurrenten) gehört z.B. dazu, das zu einem Überfluss an Waren aller Art und Preisklassen führt und gnadenlos verdrängt / niedermacht, wer nicht mithalten kann. (Um nur mal einige “Wurzeln” zu nennen.)

    • Wir sehen die SuS und Eltern VOR und AB Klasse 1.
      Sie kommen bereits so zur Schule und zeigen dieses Verhalten schon zur Einschulung, zu den Elternabenden davor, in den ersten Wochen der Schulzeit.

      Ysnp schreibt:
      “Unsere Gesellschaft verroht im Vergleich zu früher in Worten und Taten.”

      Für mich hat das eine Menge mit Medien zu tun:
      Wenn viele Eltern UND Kinder täglich Schreierei-TV konsumieren, meinen sie irgendwann, dies sei der normale Umgangston. Dass viele dieser Sendungen nachgespielt und mit Absicht verschärft und überzogen dargestellt sind, verstehen oder wissen viele gar nicht, sondern halten dies für den Alltag auf der Straße, im Gericht, in der Schule.
      Das ist ein Teil der Elternschaft.

      Ein anderer Teil, der anders auftritt, sind Eltern, die der Meinung sind, sie müssten für sich und ihr Kind das eigene und vor allem uneingeschärnkte Recht auf alles Mögliche durchsetzen.
      Das “Projekt Kind” hat stets Vorrang und darf durch nichts scheinbar bedrängt oder bedroht werden: für alle diese Kinder braucht es nach Meinung der Eltern einen Platz in der 1. Reihe, einen Privatlehrer in der Schule, einen Privatparkplatz vor der Schule, einen uneingeschränkten Schulhof ohne andere Kinder, alleinige Rechte für diese Kinder gleich was sie tun, keinerlei Konsequenzen bei Fehlverhalten, da das Kind selbst von sich aus NIE zu einem Fehlverhalten käme…
      Ja, das hat etwas mit Schutzbedürfnis zu tun, dieses wird aber über alles andere gestellt.
      Noch einmal das Zitat von OlleSchachtel: “Es fehlt den Eltern an Distanz und an Einsicht. Sie überhöhen ihr Kind in einer Weise, die dem eigenen Kind schadet.”

  5. Um mal auf die Ausgangssituation nochmal zurückzukommen ist aber hier doch fraglich warum nur der Sohn von den Lehrkräften schachmatt gesetzt wurde und nicht auch der andere Junge.
    Erstmaliger Angriff hin oder her.
    Zu einer Prügelei gehören immer zwei.
    Hätte man sich im Moment der Intervention um beide Querschläger „gekümmert“ hätte es diese Situation nicht gegeben.

    Keine Entschuldigung für die Mutter.

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